Lied der Frauen

Wenn es stürmet auf den Wogen,

Sitzt die Schifferin zu Haus,

Doch ihr Herz ist hingezogen

Auf die weite See hinaus.

Bei jeder Welle, die brandet

Schäumend an Ufers Rand,

Denkt sie, er strandet, er strandet,

Er kehret mir nimmer zum Land.

Bei des Donners wildem Toben

Sitzt die Schäferin zu Haus,

Doch ihr Herz, das schwebet oben

In des Wetters wildem Saus.

Bei jedem Strahle, der klirrte

Schmetternd durch Donners Groll,

Denkt sie, mein Hirte, mein Hirte

Mir nimmermehr kehren soll.

Wenn es in dem Abgrund bebet,

Sitzt des Bergmanns Weib zu Haus,

Doch ihr treues Herz, das schwebet

In des Schachtes dunklem Graus.

Bei jedem Stoße, der rüttet

Hallend im dunklen Schacht,

Denkt sie, verschüttet, verschüttet

Ist mein Knapp in der Erde Nacht.

Wenn die Feldschlacht tost und klirret,

Sitzt des Kriegers Weib zu Haus,

Doch ihr banges Herz das irret

In des Kampfes wilden Strauß.

Bei jedem Knall, jedem Hallen

Der Stücke an Bergeswand

Denkt sie, gefallen, gefallen

Ist mein Held nun fürs Vaterland.

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_Druck der Piererschen Hofbuchdruckerei, Altenburg S.-A._

Geschichte vom braven Kasperl und dem schönen Annerl · 第 11 / 11 题