LI.

Wenn Sie, mein theurer, vielgeprüfter Freund, räthselhaft finden

sollten daß mit dem Gegenwärtigen einige Fasanen anlangen; so gehört

folgende Auflösung dazu.

Eine Gesellschaft von Musikfreunden, nachdem sie sich einen Abend

mannigfaltig ergötzt hatte, gedachte, beym frohen Mahl, daß man

Ihnen den größten Theil dieses Vergnügens schuldig sey, indem Sie

uns mit einem so trefflichen, sich immer wohlhaltenden Instrumente

versehen;[289] man trank Ihre Gesundheit und wünschte daß Sie von

den guten Jagdbissen mitgenießen möchten. Hiernach ward nun der gute

Gedanke laut, daß die Vögel sich gar wohl zu Ihnen bewegen könnten.

Ein Jagdfreund übernahm die Besorgung und nun kommen sie, begleitet

von den besten Wünschen zum neuen Jahr und in Hoffnung, daß Sie solche

gleichfalls mit Freunden theilnehmend, und unsrer eingedenk genießen

werden.

Weimar d. 18. Januar

1826.

treulichst

J W Goethe

Fußnote:

[289] Vgl. S. 352.

Goethes Briefe an Leipziger Freunde · 第 201 / 214 题