Goethe

Fußnote:

[252] Rochlitz war in Weimar. Werke ~XXVII.~ S. 299.

*XXVI.

Wenn ich bey Ihrem Besuche, mein werthester, etwas zu erinnern habe,

so ist es daß er nicht lange genug dauerte. Auch das Zusammenseyn hat

seine Jahreszeiten, deren eine sich aus den andern entwickelt.

Lassen Sie diese schönen kurzen Tage auch in der Entfernung Frucht

tragen.

Mögen Sie aus dem Duzzend Entwürfen Sich viere herauslesen;[253] so

soll mirs angenehm seyn sie in Ihren Händen zu wissen. Mir geben diese

Blätter eine bestimmte Erinnerung eines vergangenen Augenblicks und

ihre Mängel dürfen mir daher so werth seyn, als wenn es Vorzüge wären.

Mag ein Freund dies mit empfinden, so muß es mich freuen.

Erhalte Sie Ihr guter Geist über der Woge des Augenblicks gedencken

Sie meiner in Liebe und bleiben überzeugt daß ich Ihre schöne

Persönlichkeit rein zu schätzen weiß. Die Meinigen wünschen Ihnen und

den Ihrigen bestens empfohlen zu seyn.

W. d. 28 Dez

1813

Goethes Briefe an Leipziger Freunde · 第 166 / 214 题