gehe schon wieder mit einer Bitte an, wobey ich doch ausdrücklich
bemerke, daß es mit der Erfüllung derselben keine Eile hat. Wenn die
Nachricht die ich wünsche, auf Weihnachten zu mir gelangt, so kommt sie
noch zeitig genug.
Indem ich mich mit der Geschichte der Chromatik beschäftige, treffe
ich wieder auf einen Mann, von dessen Lebensumständen ich schon
längst eine nähere Nachricht gewünscht hätte.[241] Er heißt ~Johann
Leonhard Hoffmann~, und sein Buch: ~Versuch einer Geschichte der
mahlerischen Harmonie überhaupt und der Farbenharmonie insbesondre,
mit Erläuterungen aus der Tonkunst und vielen practischen Anmerkungen.
Halle, in Joh. Christ. Hendels Verlage 1768.~
Die Dedication ist ~Leipzig~ im Sommermonat desselbigen Jahrs datirt,
an ~Herrn Gottfried Winkler~ gerichtet. Daraus, und aus der Art wie
in der Vorrede von ~Oesern~ gesprochen wird, sieht man, daß der
Verfasser sich eine Zeit lang in Leipzig aufgehalten hat. Er scheint
ein zarter, wohl denkender Mann gewesen zu seyn, der schöne Kenntnisse
sowohl in der Mahlerey als in der Musik verräth, und wenn er seinem
Unternehmen auch nicht ganz gewachsen ist, doch wegen feiner und
glücklicher Bemerkungen alle Aufmerksamkeit und in der Geschichte eine
ehrenvolle Erwähnung verdient. Könnten Ew. Wohlgebornen mir von den
Lebensumständen dieses Mannes einige Nachricht verschaffen, so würden
Sie mich sehr verbinden.
Theilte wohl Ihr Freund etwas von seinen Zeichnungen nach Faust auf
kurze Zeit mit; so würde es mir und manchem unsrer kleinen Gesellschaft
zu großem Vergnügen gereichen. Sie sollten bald wieder zurückerfolgen.