Weimar den 1 Februar 1809.
Nur mit Wenigem sage ich, daß Antigone Mondtag den 30sten glücklich
aufgeführt worden.[239] Der Effect war, den ich voraussah. Das Stück
hinterließ einen sehr angenehmen erfreulichen Eindruck. Jedermann
war zufrieden und halb erstaunt, indem man von dieser Klarheit und
Einfalt kaum etwas kennt. Die verständliche Sprache brachte hiebey
den größten Vortheil. Die Schauspieler haben durchaus deutlich und
richtig gesprochen, manche vortrefflich durchaus, wo man Madam Wolff
als Antigone und ihren Gatten als ersten Chorführer zu rühmen hat,
andere theilweise sehr gut, und wie gesagt, man konnte überhaupt
völlig zufrieden seyn. Heute wird es wieder gegeben und ich hoffe das
Stück soll sich immer mehr bey dem Zuschauer einschmeicheln. Über Ihre
Behandlung selbst wüßte ich auch nur Gutes zu sagen; daß sie zweckmäßig
sey, hat die Ausführung bewiesen. Etwas von der angegebenen Musik habe
ich weggelassen, damit Recitation und Declamation nicht gestört werden.
Was ich hie und da geändert, ist nicht der Rede werth. Herr Unzelmann
ist nicht zu vergessen, dem ich den Krieger im Anfange und den Boten
zuletzt zugleich aufgetragen: er hat trefflich erzählt. Also nur soviel
für dießmal mit meinem Dank. Wer der Verfasser sey ist bis jetzt ein
Halbgeheimniß geblieben.