VIII.

Ihre Briefe habe ich übergeben und Ihre Aufträge ausgerichtet.

Wahrscheinlich erhalten Sie mit der heutigen Post auch Ihre Büste

und ich hoffe dass Sie einigermassen mit der Arbeit zufrieden sein

werden.[121] Ich habe mit Clauern gesprochen, wegen des Verlangens

das Sie haben ihn auf eine Zeit bei Sich zu sehen. Er scheint

unentschlossen und ich wünschte selbst, ehe ich Durchl. dem Herzog

etwas davon sage und um Urlaub für ihn bitte, näher unterrichtet zu

sein, auf was für eine Art, wie lang und zu welchem Zweck Sie ihn

bei Sich zu haben wünschen, denn nach allen diesem wird der Herr

mich gewiss fragen. Klauer selbst scheint wegen einiger näherer

Bestimmung verlegen und ich wollte selbst rathen mit ihm dadrüber

so ausführlich und deutlich als möglich zu handeln. Es giebt bei

Arbeiten des Künstlers die schweer zu schätzen sind meistentheils

zulezt ein Misvergnügen, wenn man sich nicht gleich Anfangs zusammen

auf einen festen Fus gesezt hat. Es bleibt ihm ohnedem auch hier noch

verschiedenes zu thun, wo er unter ein Viertel Jahr schweerlich fertig

wird.

Ich schicke hier versprochener massen ein Exemplar der berühmten

Correspondenz, die ich mir zu seiner Zeit wieder zurück erbitte.

Ich weis nicht ob es Ihnen gehen wird, wie mir, Sie ist mir in der

Erzählung hübscher und lustiger vorgekommen als Sie mir gedruckt

erscheint.

Wollen Sie etwa einige architektonische Zeichnungen für Durchl. den

Prinzen[122] hierher schicken so würde ich sorgen dass sie kopirt

werden.

In dem ich dieses schreibe sind Sie wohl in einer wichtigen Handlung

begriffen, wozu ich alles Glück wünsche.[123] Vielleicht steht die

Statue schon auf ihrem Plaz und ich bin recht neugierig sie zu sehen.

Leben Sie recht wohl. Denken Sie gelegentlich an die Aufträge mit denen

wir Sie belästigt haben. Weimar den 3 Aug. 1780.

Goethes Briefe an Leipziger Freunde · 第 26 / 214 题