»Bruder, Bruder!« flehte Renate, »ich sehe es dir an! an deinem Lächeln
sehe ich, daß ich etwas tun kann, daß ich etwas tun muß! Sage es mir,
ich lasse dich nicht!«
Sein Lächeln schwoll. »Ja, du mußt etwas tun. Was du immer getan hast,
was all deine Schwestern taten, das mußt auch du tun!«
»Was denn, Bruder, ach was?«
»Du mußt helfen, daß er dem Ende der Wandlung näher kommt!«
»Wie denn, Bruder, ach wie?«
Sein Lächeln flammte ungeheuer auf und erlosch augenblicks mit dem
letzten Worte:
»Ihn gebären!«
Es war dunkel. Renate fand sich auf einem Stuhl sitzend und vor sich den
Tisch. Sie sah Lichtschein hinter einer Wand und sah, daß die Wand der
Türflügel war, der ins Zimmer hineinstand vor ihr, und an dem vorüber
der Lichtschein von nebenan ins Zimmer fiel und sie sah auch die Ritze
erleuchtet zwischen Tür und Wand zwischen den Angeln. Ihr war sehr warm,
aber ihre Müdigkeit so groß, daß sie die Augen kaum offen halten konnte,
um ihren Weg zum Bett zu finden. Die Uhr war drei. Sie wußte nichts
mehr. Sie entschlief.