II

Denn (um an meinen ersten Brief anzuknüpfen): warum bist Du fort und ich

hier allein? Ist das nicht zum Hadern? Du bist freilich nun der große

Strahlende geworden, ja der so blendend Strahlende, daß ich gar nicht

die Augen zu Dir aufheben darf, und schon deshalb ist das Schreiben sehr

dienlich, -- ich aber blieb hier in der kranken Dämmerung, und wenn ich

nicht die Hoffnung hätte wie einen Felsen, wie einen _rocher de bronce_,

in nicht gar zu langer Frist dorthin zu gelangen, wo Du bist -- wie wäre

dies Dasein sonst zu ertragen? Lieber Papa, verzeih schon, ich weiß, daß

die Äußerung von Gefühlen früher nicht üblich war zwischen uns, aber

damals ging es uns Beiden ja verhältnismäßig wohl. Nun verstehst Du

wohl: meine Einsamkeit macht mich mitunter recht weich.

Helianth. Band 3 Bilder aus dem Leben zweier Menschen von heute und aus der norddeutschen Tiefebene · 第 77 / 240 题