Die Federn einer Gans beschämten den neugeborenen Schnee. Stolz auf
dieses blendende Geschenk der Natur glaubte sie eher zu einem Schwane
als zu dem, was sie war, geboren zu sein. Sie sonderte sich von
ihresgleichen ab und schwamm einsam und majestätisch auf dem Teiche
herum. Bald dehnte sie ihren Hals, dessen verräterischer Kürze sie
mit aller Macht abhelfen wollte; bald suchte sie ihm die prächtige
Biegung zu geben, in welcher der Schwan das würdige Ansehen eines
Vogels des Apollo hat. Doch vergebens; er war zu steif, und mit aller
ihrer Bemühung brachte sie es nicht weiter, als daß sie eine
lächerliche Gans ward, ohne ein Schwan zu werden.