Arabischer Schleiertanz 456 456

[Illustration]

[Illustration:

Phot. H. J. Shepstone.

Abb. 1. Hochzeitskuchen bei den Koreanern,

die von den Eltern der Braut hergestellt werden.]

Korea.

Die Halbinsel Korea, die nach wechselvollen Schicksalen 1904 zu einem

Vasallenstaate, sechs Jahre später zu einer Provinz Japans gemacht

wurde, wird von einer Bevölkerung eingenommen, die zu den Mongolen

im weiteren Sinne zählt, aber auch viele fremde Bestandteile in sich

aufgenommen hat. So hat sich bei ihr ein ganz +bestimmter Typus+

herausgebildet, der sogenannte mandschu-koreanische, der im großen und

ganzen mehr dem des Europäers als des Mongolen nahekommt. Die Koreaner

sind stattliche, im Vergleich zu den übrigen Ostasiaten große Leute,

mit mehr länglichem, schmalem Gesicht, weniger vorragenden Jochbeinen,

sowie feinerer, mehr dünner und etwas gebogener (adlerförmiger)

Nase (Abb. 4). Diese relative Feinheit des Gesichtes wird aber

beeinträchtigt durch die deutlich geschlitzten Augen mit Mongolenfalte,

die vorstehenden Kiefer, im besonderen die langen Schneidezähne, welche

die Oberlippe nicht zu decken vermag, und das wenig entwickelte Kinn.

Die Koreaner betreiben +Ackerbau+ auf ziemlich niederer Stufe. Ihre

+Kleidung+ gleicht in ihren Hauptbestandteilen der chinesischen; beide

Geschlechter tragen unten geschlossene Hosen und Jacke, aber nicht

vom modernen Schnitt, sondern so wie er zur Zeit der Mingdynastie

in China üblich war. Für das Frauengewand sind typisch eine ganz

kurze, die Brüste unbedeckt lassende Jacke und ein wie ein Segel

aufgebauschter Rock, der an einem breiten Gurte hängt und überall die

Erde berührt (Abb. 6). Frauen der wohlhabenden Kreise ziehen noch

darüber einen Chang-ot, einen dünnen, grünseidenen Mantel an, der

ihnen auf der Straße gleichzeitig zur Verschleierung dient, wenn

ihnen eine männliche Person begegnet. Wenn er richtig umgelegt ist,

dann bleiben nur ein Auge, eine Andeutung der Wange und ein ganz klein

wenig von der Stirn und den Schläfen unbedeckt. Ganz eigenartig ist die

+Kopfbedeckung+ der Koreaner. Diese besteht aus einer aus Pferdehaar

oder Zwirn angefertigten Binde, die, um das lange, nach oben zu in

einen kleinen Knoten auslaufende Haar zusammenzuhalten, um den Kopf

gebunden und nur beim Schlafen abgenommen wird. Über diese Binde wird

eine aus dem gleichen Material hergestellte Kappe gestülpt, die der

Koreaner ebenfalls tagsüber nie ablegt, und wenn er auf die Straße

geht, wird über diesem Käppi noch ein schwarzlackierter Zylinderhut aus

gespaltenem Bambus getragen, der jedoch, da er bedeutend kleiner als

der Kopf ist, unter dem Kinn mittels einer schwarzen Schnur, die bei

wohlhabenderen Leuten noch mit Glasperlen besetzt ist, festgehalten

wird (Abb. 2). Da jeder Koreaner mit dieser unvermeidlichen

Kopfbedeckung einhergeht, so gibt es in den Straßen natürlich

zahlreiche Huthändler, die diese Zylinder zu dem billigen Preise von

vier bis fünf Pfennigen häufig aufbügeln. -- Die Koreaner wohnen in

einfachen Strohhütten (Abb. 5).

[Illustration:

Phot. Underwood & Underwood.

Die Sitten der Völker, Zweiter Band Liebe, Ehe, Heirat, Geburt, Religion, Aberglaube, Lebensgewohnheiten, Kultureigentümlichkeiten, Tod und Bestattung bei allen Völkern der Erde · 第 53 / 254 题