75. Tausend

Aus Urteilen der Presse:

Als Dichtungen, mit sokratischer Methode gewertet, sind diese sieben

Kapitel des Waldemar Bonsels das Reinste, Klingendste, Gewählteste, was mir

seit langem begegnete. Eine Keuschheit des Geistes ist in diesen

Begegnungen, eine Zucht des Worts, eine Regie der Führung, die uns aus

jeder Bedrängnis der Gegenwart in das Lichtgebäude eines geruhsam

betrachtenden Willens führt.

»Tägliche Rundschau«, Berlin

Waldemar Bonsels ist der tiefgründige Denker und künstlerisch reife

Gestalter, der Dichter mit der umfassenden Menschenliebe und Wortführer für

eine neue, auf voraussetzungsloser Güte aufgebaute Weltordnung. Zu der

Weisheit und Liebe, die sein neues Buch: »Menschenwege, aus den Notizen

eines Vagabunden« ausströmt, gesellt sich als weiteres Geschenk die

wahrhaft adelige Form der Sprache, in die der Dichter den Reichtum seiner

Gedanken gefaßt hat.

Gerade in unserer haßerfüllten und ungerechten Zeit, die so viel

Schmerzliches und Bitteres über uns gebracht hat, wirkt ein so ganz aus

Seelengüte, Milde und feierlichem Ernst gestimmtes Werk wie eine

Offenbarung, in der wir den tieferen Sinn unseres Lebens wie eine

Verheißung von neuem erkennen.

»Straßburger Post«

Eine Vertiefung des Geistigen, eine Verinnerlichung des Seelischen und eine

Umhüllung des Ganzen mit einer Atmosphäre des mystisch Reinen und Frohen,

eines ins Höchste gerichteten Sinnes, spricht aus dieser Dichtung, daß es

sie schädigen hieße, wollte man versuchen, die Linien nachzuziehen. Es ist

eine über alle dogmatischen Satzungen erhobene, freie Religiosität, die als

einziges Ziel das Unvergängliche hat, um das sich seit Anbeginn der Kosmos

mit seinen Menschlein bewegt: Gott.

»Frankfurter Zeitung«

Über aller Wirklichkeit der bunten Lebensgeschehnisse dieses Buches steht

leuchtend die Wahrheit, die der Dichter in prophetischem Geiste verkündet.

Seine neue Betrachtung der Welt erwächst allein aus dem Glauben an eine

reine Menschlichkeit. Dieser Vagabund ist die Verkörperung der Sehnsucht

der neuen Jugend.

»Hannoverscher Courier«

Urteile der Presse über:

Waldemar Bonsels

Indienfahrt

Ich gestehe offen, daß mir noch niemals ein so formvollendetes,

künstlerisch durchdachtes und von Schönheit überquellendes Buch unter die

Augen gekommen ist.

»Der Bund«, Bern

Waldemar Bonsels' Buch ist nicht nur das Schönste, was ich je über Indien

gelesen habe, auch ohne Rücksicht auf den Gegenstand muß ich es zu den

wenigen großen Kunstwerken der Literatur der Gegenwart zählen, die an sich

vollkommen sind. In meiner tiefen Ergriffenheit möchte ich auf dieses Buch

alle die Lobsprüche häufen, wie sie schlagwortartig bei Anerkennungen

wiederkehren.

»Die Hilfe«, Berlin

Es ist unmöglich, die Glut dieses Buchs aus Rausch, Fieber, Weisheit und

Liebe zu zergliedern! Das Erlebnis Indien ist für Waldemar Bonsels das

Erlebnis der Natur ohne Konventionen, ohne Zivilisation, ohne

Mechanisierung des Lebens. Der Dichter durchstreift den Dschungel, immer

auf der Suche nach reiner ungetrübter Natur, voll Qual und Lust, voll Größe

und Einsamkeit. So wird der Leser vom stofflichen Reiz, vom Interessanten

zur Philosophie, zur Betrachtung, zum Miterleben einer Dichtung geleitet,

deren Gegenstand ein wirkliches Land ist, und aus einer Summe von

Eindrücken wird ein phantastisches, großartiges und kühnes Gemälde des

Lebens, wie es überall aus Gott fließt und zu seinem Urgrund zurückflutet.

»März«, München

Bonsels zeigt _sein_ Indien, das Indien eines Menschen, der mit durstiger

Seele durch die Wälder und Berge zieht. So, aus dem Persönlichen heraus,

erwacht dieses Land mit einer Lebendigkeit vor unseren Augen, als stünden

wir selber auf seiner Erde, als quölle der Dunst seiner Frühe und die Glut

indischen Mittags vor uns aus dem Boden mit all seinen Gefahren und

mystischen Verlockungen. Mir scheint dies wirklich die einzige Methode zu

sein, mit der ein Land deskriptiv zu erfassen ist. Man darf nicht mit der

Kamera und dem Lot auf solch eine Reise gehen, sondern mit einer Seele;

einer Seele, die hell sein muß wie ein Spiegel, der die Sonne aufnimmt und

widerstrahlt aus der Begrenztheit seiner Dinghaftigkeit in die

Unbegrenztheit seelischen Erlebnisses.

»Berliner Tageblatt«

Im Verlag von Schuster & Loeffler in Berlin erschienen:

Waldemar Bonsels

Die Biene Maja und ihre Abenteuer

Indienfahrt · 第 37 / 44 题