Legende: (A) sofort starkes lehmfarb. Sediment von Harns. Salzen

_Körpergewicht:_ Verlust = 758 Gramm.

_Befinden:_ viel frischer als Tags zuvor; im Allgem. sehr gut.

_Beschäftigung:_ 7 St. Arbeit. 2 St. Krankenbes. 1 St. Spaziergang.

Abends im Garten gelesen. 7 St. Schlaf.

_Hautfunction:_ Morgens früh trocken und kühl; Mittags u. Nachmittags

viel transpirirt.--

_Darmentleerung:_ Abends 10 Uhr 15 Min. reichlich, weich, breiig.--

_Witterung:_ Morgens heiterer Sonnenschein, theilweise bedeckter Himmel;

Nachmittags Sonnenschein u. Windstille.--WSW.

7-8. ~Juli~.

Mittlerer Barometerstand: 28'' 0,5''' Lufttemperatur: 16,7-16° R.

-----+------------------+-----------------------------------------------------

| ~Einnahme~: | ~Ausgabe~

Ta- +--------+---------+ an Urin:

ges-| | Feste +-----+--------+------+-----+-----+-------------------

zeit.|Fluida. |Speisen. |Zeit.|Quanti- | Sp. |Reac-|Farbe| Nähere Bestand-

| | | | tät. | Gew. |tion.|etc. | theile

-----+--------+---------+-----+--------+------+-----+-----+-------------------

7 U. |200 CC. | | | | | | |

45 M.|Wasser | | | | | | |

|400 CC. |Butter- |8 | 22 CC.| ? |st. |III- |}

|Caffee |brod |Uhr. | | |s. |IV. |}

| | | | | | |klar.|} 7,126 Gr. Harn-

| | |9 | 40 " |1016,5|st. |III. |} stoff

| | |Uhr. | | |s. |klar.|} Spuren Harn-

| | |10 | 100 " |1010 |st. |II- |} säure

| | |Uhr. | | |s. |III. |} 0,285 Gr. Schwe-

2 U. |25 CC. |Schinken | | | | |klar.|} fels.

|Madeira |u. Kar- |11 | 171 " |1008 |s. |II. |} 0,621 " Phos-

|480 CC. |toffeln |Uhr. | | | |klar.|} phors.

|bair. B.|mit Pe- |1 Uhr| 176 " |1008 |s. |II. |} 3,156 " Chlor.

| |tersilie | | | | |klar.|}

| | +-----+--------+------+-----+-----+

| | |6-1/4| 509 " |1010 |st. |II- |

| | |St. | | |s. |III. |

4 " |100 CC. | +-----+--------+------+-----+-----+

|Wasser | | | | | | |

|200 CC. | |5 U. | 310 CC.|1017 |s. |III. |}

|Caffee | |50 M.| | | |klar.|}17,260 Gr. Harn-

6 " |200 CC. | | | | | | |} stoff

|Wasser | | | | | | |} 0,212 " Harn-

| | |11 U.| 354 " |1019,5|s. |II. |} säure

| | | | | | |trü- |} 1,154 " Schwe-

| | | | | | |be. |} fels.

7 " |200 CC. | | | | | | |} 2,196 " Phos-

|Wasser | | | | | | |} phors.

8 " |400 CC. |Butter- |7 " | 259 " |1018 |st. |III. |} 7,753 " Chlor.

|Thee |brod | | | |s. |klar.|}

| | +-----+--------+------+-----+-----+

| | |17- | 923 " |1018 |s. |III. |

| | |3/4 | | | | |

| | |St. | | | | |

-----+--------+---------+-----+--------+------+-----+-----+-------------------

24 |2205 " | -- |24 |1432 " | -- | -- | -- | 24,386 " Harn-

St. | | |St. | | | | | stoff

0,212 " Harn-

säure

1,439 " Schwe-

fels.

2,817 " Phos-

phors.

10,909 " Chlor.

_Körpergewicht:_ Verlust = 2 Gramm.

_Befinden:_ sehr gut; bis auf unbedeutenden

Brustmuskel-Rheumatismus.--Nachmittags starker Durst.

_Beschäftigung:_ 9-1/2 St. gearbeitet. 2 St. Krankenbesuche. 1 St.

Spaziergang.--8 St. Schlaf.

_Hautfunction:_ Morgens von 11-2 Uhr und Nachmittags stark transpirirt.

_Darmentleerung:_ Abends 11 Uhr reichlich, weich, breiig.

_Witterung:_ Morgens heiter, klar; Nachmittags Regen.--O.--

8-9. ~Juli~.

Mittlerer Barometerstand: 28'' 0,2''' Lufttemperatur: 16-17,5° R.

-----+------------------+-----------------------------------------------------

| ~Einnahme~: | ~Ausgabe~

Ta- +--------+---------+ an Urin:

ges-| | Feste +-----+--------+------+-----+-----+-------------------

zeit.|Fluida. |Speisen. |Zeit.|Quanti- | Sp. |Reac-|Farbe| Nähere Bestand-

| | | | tät. | Gew. |tion.|etc. | theile

-----+--------+---------+-----+--------+------+-----+-----+-------------------

7 U. |200 CC. | | | | | | |

30 M.|Wasser | | | | | | |

|400 CC. |Butter- |8 U. | 35 CC.|1023 |st. |III. |} 6,097 Gr. Harn-

|Caffee |brod |15 M.| | |s. |klar.|} stoff

| | |9 U. | 55 " |1017 |st. |III. |} ? " Harn-

| | | | | |s. |klar.|} säure

| | |10 " | 126 " |1010 |kaum |II. |} 0,300 " Schwe-

| | | | | |s. |klar.|} fels.

| | |11 " | 136 " |1009,5|kaum |II. |} 0,732 " Phos-

| | | | | |s. |klar.|} phors.

2 U. |250 CC. | |1 " | 117 " |1017 |s. |III. |} 3,802 " Chlor.

|Bouillon| |5 M. | | | |klar.|}

|500 CC. |Eier- +-----+--------+------+-----+-----+

|bair. B.|kuchen u.|6 St.| 469 " |1013 |s. |III. |

| |Salat +-----+--------+------+-----+-----+

3 " |200 CC. | |6 | 242 CC.|1020 |s. |III. |}14,949 Gr. Harn-

30 M.|Caffee | |Uhr. | | | |klar.|} stoff

| | |8 Uhr| 153 " |1022,5|s. |III. |} ? " Harn-

| | |30 M.| | | |klar.|} säure

8 U. |450 CC. |Butter- |11 | 105 " |1024,5|s. |III. |} 0,804 " Schwe-

30 M.|Thee |brod |Uhr. | | | |klar.|} fels.

| | |6 " | 143 " |1030 |s. |IV. |} 1,774 " Phos-

| | |Uhr. | | | |klar.|} phors.

| | +-----+--------+------+-----+-----+} 5,208 " Chlor.

| | |17 | 643 " |1024 |s. |III- |

| | |St. | | | |IV. |

-----+--------+---------+-----+--------+------+-----+-----+-------------------

24 |2000 " | -- |23 |1112 " | -- |s. | -- | 21,046 Gr. Harn-

St. | | |St. | | | | | stoff

1,104 " Schwe-

fels.

2,506 " Phos-

phors.

9,010 " Chlor.

_Körpergewicht:_ den 8. Juli Morg. 9 Uhr 30 Min. = 121 [Pfund] 230 Gramm.

" 9. " " " " = 120 " 400 "

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Verlust = 330 "

_Befinden:_ durchweg gut; Abends etwas ermüdet.

_Beschäftigung:_ 7 St. anstrengende Arbeit. 5 St. Krankenbesuche. 7 St.

Schlaf.

_Hautthätigkeit:_ Morgens sowohl, als Nachmittags während der

Krankenbesuche stark transpirirt.--

_Darmentleerung:_ Abends 11 Uhr und Morgens 9 Uhr den 9. Juli sehr

reichlich.--

_Witterung:_ bedeckter Himmel, zum Theil Sonnenschein. Warme

Luft.--W.--

Es war die Absicht, die vorstehenden Untersuchungen noch länger

fortzusetzen. Die unerwartet verfrühete Abreise hinderte mich

daran.--Bei der Kenntniss des Stoffwechsels von früher her, konnte

jedoch auch eine 4tägige Untersuchungsreihe schon genügen und berechnen

wir die Mittelwerthe aus derselben, so ergiebt sich Folgendes:

Auffällig gesteigert war, im Verhältniss zum Januar und Februar, sowohl

die Haut- als Darmfunction.--Während im Februar bei dem täglichen Genuss

von 1395 CC. Fluidis 1408 CC. Urin entleert wurden, wurden im Juli bei

dem täglichen Genuss von 1921 CC. Fluidis nur 1317 CC. Urin

entleert.--Durch die Haut wurden demnach gegen 500 CC. täglich mehr

ausgeschieden, als im Februar, denn bei der feuchten Luft war die

Wasserausscheidung durch die Lungen wohl nicht vermehrt; die vermehrte

Darmfunction nahm allerdings wohl einen Theil der genossenen Fluida, im

höchsten Falle jedoch nur etwa 70-80 CC. in Anspruch.--Das Körpergewicht

nahm auch hier, und durchschnittlich täglich um 135 Gramm ab. Diese

Abnahme würde jedoch auf ein Minimum reducirt sein, wenn nicht am 9ten

Juli, kurz vor der Wägung eine sehr reichliche Defaecation Statt

gefunden hätte, deren Gewicht etwa auf 400 Grm. geschätzt werden konnte.

Die 1317 CC. Urin enthielten im Durchschnitt:

24,431 Grm. Harnstoff.

0,418 " Harnsäure.

1,404 " Schwefelsäure.

2,893 " Phosphorsäure, und

10,213 " Chlor.

Der Harnstoffgehalt war demnach ganz gleich dem im Februar gefundenen.

Die Schwefelsäure stand etwas niedriger, als damals, was zum grossen

Theil von der gesteigerten Haut- und Darmthätigkeit, zum Theil von einer

Veränderung des Trinkwassers herrühren mochte. Die Phosphorsäure war

etwas vermehrt; das Chlor etwas vermindert, weil das Kochsalz wie im

Januar, in nur gewöhnlicher Menge genossen wurde.--

Hiernach lässt sich denn, alle drei Untersuchungsreihen

zusammengenommen, berechnen, dass mein Körper bei gewöhnlicher, dem

Bedürfniss entsprechender Kost in 24 Stunden mit dem Urin ausschied:

24-25 Grm. Harnstoff, 0,35 Grm. Harnsäure, 1,6 Grm. Schwefelsäure, 2,54

Grm. Phosphorsäure und 10,5 Grm. Chlor; Grössenverhältnisse, welche wir

bei den spätern Beobachtungen zum Vergleich benutzen werden. Die

verschiedenen Jahreszeiten hatten auf dieselben mit Ausnahme der

Harnsäure einen so unerheblichen Einfluss, dass derselbe hier füglich

vernachlässigt werden darf.--

Auf die wechselnde und oftmals vorkommende schwach saure oder selbst

alkalische Reaction des Urins während der letzten Untersuchungsreihe

muss ich auch hier wieder aufmerksam machen. Welche Verhältnisse es

bedingten, dass sich an einem Morgen stets saure, an einem andern Morgen

abwechselnd saure, schwach saure und neutrale Reaction zeigte, vermag

ich nicht mit Bestimmtheit zu entscheiden;--auffallend bleibt es nur,

dass sich im Seebade bei sonst gleichen Lebensverhältnissen auch nicht

ein einziges Mal nur eine schwach saure, geschweige denn eine neutrale

Reaction des Urins zeigte.--

Wie aus den Tabellen ersichtlich ist, wurde in der letzten

Untersuchungsreihe der Urin Morgens fast stündlich entleert, dann

analysirt, und ihm gegenüber der Nachmittags- und Nacht-Urin ebenfalls

zusammengeschüttet der Analyse unterworfen. Behuf der fernern

Untersuchungen ist es nothwendig auch von diesen einzelnen Resultaten

das Mittel zu kennen:

Bei dem regelmässigen Genuss von 600 CC. Fluidis des Morgens wurden bis

1 Uhr Mittags im Mittel entleert: 543 CC. Urin, mit

6,852 Grm. Harnstoff.

nur Spuren von Harnsäure.

0,303 Grm. Schwefelsäure.

0,686 " Phosphorsäure, und

3,673 " Chlor.

Nachmittags und Nachts dagegen wurden im Durchschnitt entleert:

774 CC. Urin, mit

17,579 Grm. Harnstoff.

0,370 " Harnsäure.

1,101 " Schwefelsäure.

2,207 " Phosphorsäure, und

6,540 " Chlor.

Wir werden sehen, in wiefern der Gebrauch des Seebades diese

Verhältnisse modificirte und mit ihrer Kenntniss namentlich darüber eine

Aufklärung erlangen, ob der momentane Einfluss des Bades ein mehr oder

weniger bedeutender ist.--

Nach Beendigung dieser Untersuchungsreihe reiste ich am 10ten Juli nach

dem Seebade Wangeroge ab und traf dort am 11ten Mittags ein.--Die

Lebensweise war am 9. 10. u. 11ten sehr unregelmässig. Am 9ten war ich

den ganzen Tag hindurch mit Besuchen, Reisevorkehrungen u. s. w.

beschäftigt; am 10ten wurde erst 5 Uhr Abends dinirt, am 11ten um 2

Uhr.--Am 12ten (Mittwoch) kehrte ich möglichst zu der gewohnten

Lebensweise zurück; genoss Morgens 200 CC. Wasser und 400 CC. Caffee

mit Butterbrod, trank Abends 400 CC. Thee; Nachmittags 150 CC. Caffee

und 200 CC. Wasser. In zwei Beziehungen wurde jedoch während des ganzen

Aufenthalts in Wangeroge und so auch schon heute eine Aenderung

nothwendig.--Einmal wurde meistens zwischen dem Caffee Morgens und dem

Mittagsessen ein Frühstück, bestehend aus Butterbrod mit Fleisch und in

der Regel einem Glase Portwein oder Bier eingenommen, und andrerseits

wurde Mittags in der Regel mehr getrunken, als in Oldenburg. Das zweite

Frühstück wurde deshalb oft geradezu Bedürfniss, weil der Caffee Morgens

in der Regel früher, als in Oldenburg genossen wurde und das

Mittagsessen oft, je nach der zur Fluthzeit festgesetzten Badezeit, viel

später, um 2-1/2, 3, 4 u. 4-1/2 Uhr stattfand; kam gar ein den Appetit

stets anregendes Bad hinzu, so fühlte ich zwischen 11 u. 12 Uhr Morgens

das dringende Bedürfniss, etwas zu geniessen, und würde durch

Nichtbefriedigung desselben einen Fehler begangen haben. Anfangs trank

ich dann zum zweiten Frühstück Bier, ging aber später zu Portwein über,

um durch die geringere Quantität (50-60 CC.) die dem Körper bis zum

Mittagsessen einverleibte Flüssigkeitsmenge so wenig als möglich von der

in Oldenburg genossenen differiren zu lassen.--War letzteres aber

geschehen, so war der Durst Mittags oft sehr gross; Hautthätigkeit,

Urinentleerung, Darmfunction u. s. w. hatten schon mehr erfordert, als

Morgens an Fluidis genossen war; es war offenbar der Körpersubstanz

schon Wasser entzogen und das Gefühl des Durstes fand in dieser Weise

leicht seine Erklärung. In der Regel wurde Mittags dann Wein und Wasser

getrunken; immer aber belief sich doch bei der 1-1/2 stündigen

Mittagstafel die Quantität des Weines etwas höher, als in Oldenburg

(hier auf 2-300 CC., in Wangeroge auf 3-400 CC.), ein Verhältniss, das

allerdings für den Stoffwechsel nicht gleichgültig sein konnte,

absichtlich aber auch nicht vermieden wurde, weil ich eben den Zweck

verfolgte, den Einfluss des Badelebens in summa zu studiren, und mich

also dem Verhalten der meisten Curgäste möglichst anschloss.--Es wurde

oben schon bemerkt, dass es mir leider nicht möglich war, die Quantität

der festen Speisen durch das Gewicht zu bestimmen; die Fluida wurden

dagegen stets, wo immer sie auch genossen wurden, in graduirten Gläsern,

die ich mir eigens zu diesem Zwecke anfertigte, abgemessen; nur der

mitunter unvermeidliche Genuss von Bouillon (Mittags) machte eine

Ausnahme nothwendig; die Quantität dieser konnte ich nur annähernd nach

Esslöffeln, deren zwei 25 CC. enthielten, bestimmen. Der dabei mögliche

Irrthum ist für die Resultate unerheblich.--

Ich hatte mir nun zunächst die Frage gestellt: ~in welcher Weise der

Aufenthalt auf der Insel, ohne zu baden, auf den Stoffwechsel

influire?~, nahm also in den ersten Tagen kein Bad, sondern genoss nur

die Seeluft in vollen Zügen, so viel und oft die Arbeit es

erlaubte.--Die Untersuchungen begannen am 13ten Juli und wurden in

dieser Weise zunächst 4 Tage lang fortgesetzt. Die Resultate waren

folgende[7]:

[7] Die Lufttemperatur-Beobachtungen s. unten.--Die Barometerstände

konnten leider nicht notirt werden, da es an einem geeigneten

Instrumente fehlte.--

Ueber die Wirkung des Nordsee-Bades: Eine physiologisch-chemische Untersuchung · 第 10 / 17 题