Dem Sudmann sank der Kopf auf die Brust. »Was geschieht mit mir?«

»Das weiß ich nicht. Das mußt du selber wissen. Es war nicht dein Fürst

und Lehensherr, zu dem du gesprochen hast, es war dein Beichtiger. Was

du auch sagtest, ich gehe von hier und hab's vergessen.« Er bedeckte das

Haupt und ging davon.

Wolfrat sprang auf, drückte die Faust auf die Stirn und starrte dem

Propste nach.

Als Herr Heinrich die Tiefe des Steintals erreicht hatte, blickte er

nach dem Kreuz zurück. Er sah den Sudmann zur Quelle gehen, um frisches

Wasser zu holen.

Bei der Jägerhütte angelangt, rief der Propst nach Haymo. Die Antwort

kam nicht aus der Hütte, sondern vom Berghang her, über den der Jäger,

von der flinken Hel begleitet, langsam herabstieg, in der Hand ein

Bündel ausgegrabener Wurzeln tragend.

»Wo warst du, Haymo?«

»Nieswurz hab ich gegraben,« sagte der Jäger mit müder Stimme, »für den

Frater Küchenmeister.«

»Hat er wieder Atemnot und Herzkrämpfe? Ein Wunder wär es nicht. Aber du

hättest diese Arbeit einem andern überlassen sollen.«

Der Klosterjaeger: Roman aus dem XIV. Jahrhundert · 第 34 / 52 题