HONOLULU.

Ankunft. Wieder der Reverend Mister Shark. Erste Eindrücke

von Honolulu. Geschichtliches, Ethnologisches und Erotisches.

Sehenswürdigkeiten. Die Regierung, das Parlament, das Militär.

Amerikanerthum und Deutschthum. Die Chinesen. Klima und Sanität. Die

Leprosen. Der Fischmarkt. Die Umgebung. Ritt nach dem Pali.

Am Morgen des 16. August hatten wir die Insel Oahu, auf welcher Honolulu,

die Hauptstadt des Hawaiischen Königreiches liegt, in Sicht. Die

Ueberfahrt von Kandavu hatte somit nicht ganz zwölf Tage gedauert.

Die zwölf Hawaiischen oder Sandwich-Inseln erheben sich, der Richtung

des vulkanischen Spaltes in der Erdrinde entsprechend, aus welchem sie

hervorgequollen sind, in einer gestreckten Reihe von Nordwest nach Südost.

Wir kamen aus Südwest, also senkrecht auf sie zu, und konnten in Folge

dessen nur jene Insel sehen, die gerade vor uns war, Oahu.

Hohe Berge mit sanft ansteigenden Böschungen, kahl oder mit einer

eigenthümlich hellen Vegetation bedeckt, stiegen aus dem indigoblauen

Wasser des Ozeans empor. Blendend von der Sonne beleuchtete Schaumstreifen,

die Brandung über den Riffen, umsäumten die Ufer. In einer zierlichen

Yacht amerikanischer Bauart, von deren Gaffel die Flagge des Königreiches

der Hawaiischen Inseln wehte, legte sich der Lootse, ein Amerikaner, an

unsere Seite. Sechs wohlgestaltete braune Kanakas, alle in weissen Hemden,

weissen Hosen und weissen Marinekäpis, bildeten die Besatzung seines

Fahrzeuges, welche echt amerikanisch sofort gedruckte Reklamen von

Geschäften in Honolulu vertheilte.

Langsam und mit halber Kraft steuerten wir vorsichtig zwischen Klippen dem

Lande zu. Man hatte mir immer so viel von der Vortrefflichkeit des Hafens

von Honolulu gesprochen. Ich war erstaunt zu bemerken, wie wir an einer

Stelle stoppten, dass die Schraube den Grund aufwühlte und das Wasser

trübte.

Erst als wir dem dünnen Mastenwalde des Hafens ziemlich nahe waren,

kam Honolulu aus seinem dichten Grün tropischer Gärten, in die es so

malerisch gebettet liegt, einigermassen zum Vorschein. Nur die höheren

Gebäude, Thürme und Flaggenstangen überragten zwischen schlank

emporstrebenden Palmen den üppigen, die kleineren Häuser verbergenden

Pflanzenwuchs und liessen die Stadt mehr ahnen als direkt wahrnehmen.

Links zogen sich die Gärten und hie und da durchblinkenden Häuser in eine

Thalschlucht hinan, rechts trug ein kahler Hügel, röthlich gesengt von

den Strahlen der Sonne, ein altes Fort und Kanonen zum Salutiren auf seinem

Rücken. Hinter dem Ganzen eine hohe Kette mit Wolken verschleierter

Berge. Drei Kriegsschiffe, zwei amerikanische Fregatten und ein englisches

Kanonenboot, lagen im Hafen vor Anker. In kleinen Kanuus, einfacher und

solider konstruirt als jene der Viti-Insulaner, ruderten nackte Gestalten,

blos mit dem suspensoriumartigen Maro bekleidet, uns entgegen. Es war Ebbe,

und Weiber fischten über den Riffen, sammt den landesüblichen schwarzen

Talaren bis über die Hüften im Wasser umherwandelnd.

In hellen Schaaren standen Europäer und Eingeborene am Landungsplatz, uns

in Empfang zu nehmen. Hundert diensteifrige Hände bemächtigten sich der

durch die Böte des Dampfers gelandeten schlingenförmigen Enden der Taue,

mit welchen unser Koloss langsam an den Kai gewunden werden sollte, und

stülpten sie über die Pfosten. Das seemännische Brüllen und Toben des

Kapitäns und der Offiziere, welches nie bei dieser endlos langweiligen

Prozedur des Anlegens fehlen zu dürfen scheint, vertrieb die mobileren

Passagiere vom Schiff. Böte kamen längsseits, und wir flüchteten an der

Strickleiter hinunter und an Land, welches wir ungefähr eine halbe Stunde

früher betraten als jene, die an Bord geblieben warten mussten, bis der

Dampfer am Kai festgemacht war.

Der ganze prangende Reichthum tropischer Früchte begrüsste uns, in

grossen Pyramiden von Apfelsinen, Ananassen, Mangos, Bananen, Papayas und

Paradiesäpfeln am Ufer aufgestapelt. Eine Menge barfüssiger, aber

sonst wohlbekleideter Kanakas, mit rothen Tüchern, Blattguirlanden und

Blumenkränzen geschmückt, stürzte auf uns zu und bot uns Wagen

und Reitpferde an. Hübsche schwarzäugige Mädchen, mit zierlichen

Sonnenschirmchen den dunklen Teint beschattend, über und über mit

Blumen behangen, kokettirten sehr verführerisch den frisch angekommenen

Fremdlingen zu. Was mir zu allererst an diesen Eingeborenen auffiel, war

ihre frappante Aehnlichkeit mit den Maoris von Neuseeland. Es waren ganz

und gar die Maoris, nur vielleicht durch das paradiesische Klima ihrer

Inseln zu etwas höherer Grazie verfeinert. Lauter herrlich schöne

Gestalten. Und mitten in diesem malerischen, das Auge erfreuenden Gewühl

die widerwärtigsten, hässlichsten Menschen die ich kenne, bezopfte

Chinesen, an den Enden langer Stangen Blechgefässe mit Goldfischen

herbeischleppend.

Die Zollformalität wurde von den Beamten auf das Liebenswürdigste

abgekürzt. Ich hatte blos eine Deklaration zu schreiben, nichts schmuggeln

zu wollen, und durfte sofort mit meinen Kisten passiren. Ein leichtes Buggi

führte mich und die theure Habe im Galopp durch die staubigen Strassen

nach dem Hotel. Die Ankunft des Dampfers schien für die Bewohner von

Honolulu ein Fest zu sein. Männer und Weiber, Knaben und Mädchen und

kleine Kinder strömten geputzt und blumenbekränzt zu Fuss, zu Pferd und

zu Wagen dem Hafen zu.

Das »Hawaian Hotel«, ein grosses schönes Gebäude in einem Garten von

Akazien, Papayas und Bananas, belebte sich bald mit den Passagieren des

Dampfers. Der Dampfer hatte hier Ladung zu nehmen und sollte erst morgen

die Reise nach San Francisco fortsetzen. Es sprach nicht sehr für seine

Küche, dass fast alle Kajütspassagiere die Pause benutzten, sich ihr zu

entziehen und dafür auf dem Lande sich schadlos zu halten. Ein zahlreicher

Tross von Verkäufern, die Blumenkränze und Korallen, Blattguirlanden

und Muscheln und sonstige Artikel feilboten, von Kutschern und

Pferdevermiethern belagerte unten im Garten und draussen auf der Strasse

das Hotel während des ganzen Tages.

Unsere kalifornische Konzertgesellschaft hatte bereits seit mehreren Tagen

Proben abgehalten, um während des kurzen Aufenthalts in Honolulu, wenn es

sich günstig mit der Zeit fügte, schnell ein Konzert zu geben und so

im Vorübergehen einige hundert Dollars zu machen, was gewiss recht

vernünftig und amerikanisch war. Nun traf es sich auch wirklich mit der

Zeit so gut, als man nur wünschen konnte, und Alles freute sich auf den

genussreichen Abend. Aber ein anderer praktisch denkender Mann an Bord, der

Reverend Mister Shark nämlich, war noch viel schlauer und amerikanischer

gewesen und hatte bereits einen Monat vorher das königliche Theater, den

einzigen hiezu in Honolulu vorhandenen Raum, für eine Vorlesung über den

Tower von London in Beschlag genommen. Und als die Konzertgesellschaft nach

Honolulu hineinfuhr, hing bereits allenthalben vor den Läden das grosse,

schlecht in Holz geschnittene Bildniss des Reverend Mister Shark, seine

ganze Lebensbeschreibung voll unendlichen Ruhmes und die Anzeige, dass

dieser glänzende Mann, nur um den flehentlichsten Bitten der Bewohner von

Honolulu zu entsprechen, sich heute Abend herablassen werde, gegen einen

Dollar Eintritt über den Tower von London ungeahnte Enthüllungen zu

geben. Die Konzertgesellschaft machte lange Gesichter. Es wurde viel

geklatscht und geschimpft, aber ohne wesentlichen Erfolg, und statt

musikalischer Gefühlsreize erschütterten am Abend die Gräuel der

britischen Königsgeschichte ein kunstsinniges aus braunen und weissen

Menschen bunt zusammengewürfeltes Publikum.

Hawaii ist ein konstitutionelles Königreich unter einem eingeborenen

König, der über etwa 49000 eingeborene Vollblutunterthanen herrscht.

Ausser diesen leben noch ungefähr 900 Amerikaner, 2000 Chinesen und 2500

Europäer (600 Engländer, 400 Portugiesen, 200 Deutsche, 90 Franzosen)

nebst mehr als 2400 Kanakamischlingen theils mit weissem, theils

mit chinesischem Blut unter seinem Szepter, so dass sich die

Gesammtbevölkerung des Hawaiischen Königreiches auf nahezu 56900

beläuft. Dasselbe bedeckt einen Flächenraum von 19757 Quadratkilometer,

ist also gleich wie Viti nur um weniges grösser als Württemberg.

Als die Hawaiier zuerst in der Historie auftraten, was vor 100 Jahren

geschah, waren sie in lauter kleine Stämme unter eigenen Häuptlingen

zersplittert. Ihre berühmteste That seit Anfang bis Jetzt ist die Tödtung

des grossen Seefahrers Cook, in der Kealakeakua-Bai 1779, geblieben. Cook

ist der Entdecker der Hawaiischen Inseln, und von ihm wurden sie auf den

Namen seines Vorgesetzten, des damaligen Chefs der Admiralität in London,

Lord Sandwich, getauft. Die Einheit Hawaiis stammt von Kamehameha I.,

welcher dieselbe im Anfang unseres Jahrhunderts durch Unterwerfung aller

anderen Häuptlinge herstellte. Er wird deshalb nach seinem bedeutenderen

Zeitgenossen in Europa der Napoleon der Sandwichinseln genannt. Unter ihm

kamen die ersten Missionäre, amerikanische Kongregationalisten, ins

Land und errangen bald immer mehr Einfluss, so dass schliesslich sie

die faktischen Herrscher waren. Gegenwärtig ist ihre Macht im Abnehmen

begriffen. Da auch andere Sekten kamen und Konkurrenz machten, so fehlte es

auch hier nicht an dem Altweibergezänk der Pfaffen. Eine auffallende Menge

von verlassenen Kirchen und Kapellen allenthalben auf den Inseln, welche

lebhaft an Tirol erinnert, giebt Zeugniss von jener nunmehr glücklich

überwundenen Blüthezeit der Hierarchie.

Auf Kamehameha I. folgten noch vier andere Kamehamehas. Der Fünfte gab

1864 die bestehende Verfassung, nach welcher vier Minister einem aus Ober-

und Unterhaus zusammengesetzten Parlament verantwortlich sind. Das Oberhaus

zählt 30, das Unterhaus 42 Mitglieder. Da Kamehameha V. ohne Thronerben

starb, wählte das Parlament einen gewissen Lunalilo, und als auch Lunalilo

ohne Thronerben starb, einen gewissen Kalakaua zum König, und dieser

letztere regiert noch jetzt.

Von der grössten Bedeutung für das Emporblühen Hawaiis war früher die

Walfischfängerei des Stillen Ozeans. Hawaii bildete eine Hauptstation der

Waler, die dort anlegten um sich zu verproviantiren. Gegenwärtig sind die

Walfische so selten geworden, dass es sich nicht mehr verlohnt, auf

sie Jagd zu machen. Ausser den vielen ehemaligen Kapitäns, welche

grösstentheils mit Kanakinnen verheirathet die Insel bevölkern, ist kaum

eine Spur jener einst so bedeutenden Industrie mehr vorzufinden.

Die Hawaiier oder Kanakas, wie sie sich selbst nennen, sind reine

Polynesier. In ihrer äusseren Erscheinung dürften sie sich kaum von den

Eingeborenen Neuseelands unterscheiden, höchstens dass sie vielleicht im

Durchschnitt nicht ganz so gross und grobknochig sind wie jene und mehr

zur Fettbildung neigen. Die Farbe beider ist ein gesättigtes Braun von

verschiedenen Graden der Dunkelheit, sie schien mir niemals so dunkel wie

bei den Vitis, niemals so hell und gelblich wie bei den wenigen Tonganern,

die ich auf Kandavu gesehen hatte. Ihre Haare sind im Allgemeinen

schlicht, zuweilen etwas gekräuselt, aber nicht mehr als dies auch bei uns

vorzukommen pflegt. Das Tätowiren, von dem man auf den Gesichtern alter

Maoris wahre Kunstwerke bewundern kann, ist bei den Kanakas wohl niemals

stark in der Mode gewesen. Man findet nur an alten Weibern hie und da blaue

Ringe um die Finger.

Die Sprachen beider haben trotz der 4000 Seemeilen Entfernung so viel

Gemeinsames, dass ein Maori und ein Kanaka sich noch verständigen können.

Auch dem Hawaiischen fehlen alle mit »S« zusammengesetzten Laute sowie

das »F«. Während jedoch das Viti und das Maori höchst wohllautend

sind und an das Italienische erinnern, klingt das Hawaiische rauh und

barbarisch. Die sehr oft nur aus einem einzigen Vokal gebildeten Silben

werden abgesetzt von einander ausgestossen, so dass ein gewisses Gacksen

entsteht. Es giebt z. B. eine Ortschaft, welche Maalaea (fünf Silben)

heisst. Die vielen Cha, Ka und harten L mit dem R-ähnlichen Vorschlag

wie das Schweizer Doppel-L und die Eigenthümlichkeit fast aller Laute, im

Gaumen und mit Betheiligung der Nasenhöhle zu klingen, geben der Sprache

etwas Unbehülfliches. Ihr Gruss ist hochpoetisch und heisst »Aloha oë«

-- ich liebe dich.

Ebenso wie bei den Maoris haben auch bei den Kanakas die allzu

konsonantenreichen europäischen Namen sich viele Umänderungen gefallen

lassen müssen. So ist z. B. aus Britain »Beretania« geworden.

Unser Emperor William heisst in Hawaii »Emepela Uilama« und Bismarck

»Bihimaka«. Ehe ihre Sprache von den Missionären in die starren Formen

der Schriftzeichen eingezwängt wurde, musste natürlich die Möglichkeit

der fortwährenden Umbildung eine sehr beträchtliche sein. Dass trotzdem

zwischen dem Maori und dem Hawaii so grosse Uebereinstimmung herrscht,

ist äusserst merkwürdig und lässt auf eine nur kurze Zeit der Trennung

schliessen. Wie wenig auf manche ihrer Laute jene passten, die den

Europäern geläufig sind, geht daraus hervor, dass verschiedene

Berichterstatter ganz verschieden niederschrieben. Cook schrieb z. B.

»Owyhee« statt Hawaii, »Honoruru« statt Honolulu, statt Kauai

»Atooi«, statt Molokai »Morotoi«. Das bei so vielen Völkern

vorkommende Verwechseln der beiden Buchstaben »L« und »R« gilt auch

im Hawaii, und ebenso werden T und K miteinander verwechselt, weshalb man

zuweilen auch »Tamehameha« liest. Ich selbst notirte einmal »Rumi rumi«

in mein Taschenbuch und fand später dass es »Lome lome« gedruckt wird.

Ehemals ist auch bei ihnen das Nasendrücken (»Hony« jetzt gleichwie im

Maori sowohl das erst von den Weissen importirte Küssen als auch Riechen

bedeutend) in Geltung gewesen und soll hie und da noch von alten Personen

geübt werden. Ebenso wenig fehlt ihnen der Begriff »Tabu« und der

bei allen Polynesiern mit Ausnahme der Maoris eine gleich grosse Rolle

spielende Gebrauch des Kawatrinkens, nur dass man hier statt »Kawa«

»Awa« sagt.

Auch die Hawaiier sind Kannibalen gewesen, aber niemals in demselben Grade

wie die Maoris oder gar die Viti-Insulaner. Sie brachten den Göttern

Menschenopfer, und diese wurden dann von den Priestern und Vornehmen

gefressen.

Auf ihrer gegenwärtigen Kulturstufe sind sie noch immer ein sonderbares

Gemisch von alter Barbarei und neuer Zivilisation. Die Kleidung ist im

Allgemeinen europäisch, nur dass die Weiber lange lose Talare ohne Taille

tragen. In den Städten wie Honolulu auf Oahu, Hilo auf Hawaii, Lahaina und

Wailuku auf Maui sind auch die Wohnungen grösstentheils europäisch,

in den Dörfern und den einsamen Gehöften jedoch noch nach altem Stil,

einfache, ruppige Strohhütten. In der Nahrung hat sich seit Cooks Besuchen

nichts Wesentliches geändert. Poi, ein säuerlicher Brei aus Taromehl,

ist der Hauptartikel, rohe Fische und Hundefleisch sind noch immer

Lieblingsgerichte. Die Mahlzeiten werden auf dem Boden eingenommen, und

haben die reicheren, vornehmen Kanakas auch die schönsten Tische und

Stühle, sie ziehen es vor, sich daneben auf eine Matte niederzulassen.

Die Hawaiier sind jene Polynesier, welche am raschesten aussterben. In

den letzten zwanzig Jahren ist die einheimische Bevölkerung von 80000 auf

50000 Köpfe herabgesunken. Der Hauptgrund liegt wohl in der Unsittlichkeit

der Weiber und in ihrer Leidenschaft für das Reiten, der sie sich ohne

Schonung und Rücksicht, rittlings wie die Männer im Sattel sitzend,

hingeben. Die meisten Frauenzimmer reiten sehr geschickt und muthig.

Ich sah aber zuweilen auch Reiterinnen mit angsterfüllten Mienen und

krampfhaft den Sattelknopf umklammernd dahingaloppiren.

Die Erotik spielt eine grosse Rolle bei den schönen Kanakinnen, und

in Honolulu hat sich dieselbe zu einer ziemlich schamlosen Prostitution

entfaltet. Dort sind die Missionäre in dieser Beziehung machtlos.

Anderwärts aber halten sie ein scharfes Auge auf ihre der Sünde nur zu

sehr geneigten weiblichen Lämmer. Während unserer Anwesenheit in Hilo

gingen sie in ihrem Misstrauen und in ihrer Vorsicht so weit, uns während

der Nacht einen Polizeimann vors Hotel zu postiren.

Man hat im Hawaiischen Königreich reichlich Gelegenheit, Mischlinge aller

Grade und Kombinationen aus den drei hauptsächlich vertretenen Rassen,

Kanakas, Chinesen und Weissen, zu studiren. Wir Menschen sind bisher in

so viele einzelne Stämme isolirt gewesen, dass man bereits an der

Einheit unseres Geschlechtes zu zweifeln begann. Jetzt leben wir in

einer Uebergangsperiode aus dem Prozess der Differenzirung in jenen des

Wiederzusammenfliessens. Die Kommunikationen dehnen sich immer weiter

aus. Ueberall wo der Europäer hinkommt, schüttelt er die Stämme

durcheinander, kreuzt sich mit dunklem Blut oder unterdrückt es, und

vielleicht in einigen tausend Jahren wird es nur mehr Eine Rasse geben.

Honolulu ist eine gartenreiche und deshalb sehr ausgedehnte Stadt mit einer

Bevölkerung von 14000, worunter etwa 1000 Weisse. Die Strassen sind breit

und durchschneiden sich nach amerikanischem Muster schachbrettartig, links

und rechts begrenzt von Mauern und Zäunen, hinter welchen schlanke Palmen

sich wiegen und dichtbelaubte Mangobäume die leicht gebauten luftigen

Häuser der weissen und braunen Bewohner verbergen. Die Flora, die sich

in den Gärten entfaltet, ist kosmopolitisch. Von allen möglichen

Tropenländern haben sich hier Vertreter zusammengefunden. Wohin der

Europäer kommt, übt er seinen die Pflanzengeographie nivellirenden

Einfluss. Neben der einheimischen Kokospalme steht die königliche Palme

aus Westindien, die Dattelpalme aus Afrika. Ostindische Papayas und

Mangobäume, chinesische Bambusdickichte und brasilianische Araukarien,

Bananas jeglicher Abkunft und hundert andere Pflanzen, von denen man nicht

mehr weiss, woher sie stammen, haben sich eingebürgert.

Die Strassen sind staubig, aber die Gärten glänzen stets im frischesten

Grün, Dank der reichlichen Wasserversorgung. Ein munterer Gebirgsbach

kommt hinter der Stadt in Kaskaden von den wolkenverschleierten, schroffen

Höhen herab und vertheilt sich in tausend Aeste und Aestchen, deren

Enden aus Kautschuckröhren und transportablen, beständig im Kreise sich

drehenden Spritzfontänen überall den Rasen und die Gebüsche bethauen.

Hinter den Zäunen sind zuweilen kleine oben offene Verschläge, und

häufig stehen in diesen an schwülen Nachmittagen braune Hawaiier und

Hawaiierinnen im Kostüm unserer Stammeltern, einen Wasser spendenden

Schlauch in der Hand und den Körper berieselnd. Der Zaun deckt ihre

Blössen, während sie vergnügt auf die Strasse sehen und mit den

Vorübergehenden plaudern.

Unter den öffentlichen Gebäuden ragt das freistehende Regierungsgebäude

dominirend hervor. Es ist in Renaissance aus Stein gebaut und trägt in der

Mitte einen massiven Thurm, der eine lohnende Aussicht gewährt.

Ein weiter luftiger Saal im Erdgeschoss dient dem Parlament zu seinen

Sitzungen. An den einfach weiss getünchten Wänden hängen die Bildnisse

der fünf Kamehamehas, des Lunalilo und des Kalakaua, theils in Oel gemalt,

theils in lebensgrossen Photographien. Der erste Kamehameha, Hawaiis

Napoleon, ist noch mit seinem altheidnischen rothen Federmantel

geschmückt, die anderen vier tragen ebensoviele Entwickelungsstufen

europäischer Generalsuniformen zur Schau, die zwei letzteren sind im

modernen Zivilfrack mit breitem Ordensband und strahlendem Ordensstern

erschienen.

Hier spielen sich zuweilen gar schnurrige Debatten ab. Unter den vier

Ministern des Kabinets sind drei Weisse, die Präsidentschaft ist weiss,

und das Haus selbst besteht zu einem Drittel aus Weissen. Es wird sowohl

englisch als hawaiisch debattirt. Eine hawaiische Interpellation findet oft

eine englische Antwort, oft sprechen zwei Redner zu gleicher Zeit, der eine

englisch, der andere hawaiisch, der Hawaiier wüthend, der Engländer kühl

und spöttisch. Und ehe des Morgens die Komödie beginnt, wird gebetet. Es

machte mir bei wiederholten Besuchen den Eindruck, als ob die Weissen nicht

viel Notiz von den Reden der Kanakas nähmen. Sie sind eben Kinder. Man

lässt sie schreien und thut schliesslich doch was man will. Erst kürzlich

war ein Gesetz durchgegangen, welches den im Hawaiischen Königreich

ansässigen Heilkünstlern sehr verderblich werden konnte, nämlich dass

jedem Arzt die Lizenz entzogen werden sollte, der einem Ruf zu einem

Kranken nicht sofort Folge leistete. Die Zeitungen brachten viel

Schmähartikel über dieses Gesetz und drückten dabei ganz unverblümt

ihre vollste Verachtung der braunen Gesetzgeber aus.

In den übrigen Räumen des Regierungsgebäudes befinden sich die Kanzleien

der verschiedenen höheren Staatsbeamten, eine Staatsbibliothek und ein

Staatsmuseum. An den Thüren liest man bis auf einen nur englische

Namen, die dazu gehörigen Titel sind zugleich englisch und hawaiisch

daruntergeschrieben, so z. B. »His Excellency W. L. Green, Minister of

Foreign Affairs, Kuhina no ko na aina e«.

Die für einen so abgelegenen Punkt der Erde überraschend reiche

Bibliothek enthält ausser juridischen und theologischen eine ansehnliche

Zahl naturwissenschaftlicher und geographischer Werke und wurde mir auf

meinen nur leise angedeuteten Wunsch mit der grössten Liberalität

zur Verfügung gestellt, was nächst der überhaupt hier herrschenden

Zuvorkommenheit gegen Fremde wohl auch dem Umstande zu verdanken war, dass

dieselbe sehr wenig benützt wird. Ich war stets der einzige gänzlich

ungestörte Leser und unbeschränkte Alleinherrscher. Kein griesgrämiger

Bibliothekar trübte den Genuss der Bücher. Das Museum enthält

hauptsächlich ethnographisch sehr werthvolle hawaiische Alterthümer. Die

Hälfte davon war eben zur Ausstellung nach Philadelphia gesandt worden

und nicht zu sehen. In der Sammlung befindet sich auch ein Palmstumpf, vor

welchem in der Kealakeakua-Bai der grosse Cook getödtet worden sein soll,

was mir erst später in San Francisco besonders interessant wurde, da

dort in einem Museum ein anderer Palmstumpf ausgestellt ist, von dem man

dasselbe behauptet.

Dem Regierungsgebäude gegenüber liegt die Residenz des Königs, ein

ganzer Block, rings von einer steinernen Mauer mit vier Thoren, an jeder

der begrenzenden Strassen eins, umgeben. Nur ein hoher Flaggenmast

ist über der Mauer und den Bäumen dahinter sichtbar. Ist die Flagge

aufgezogen, so gilt dies als Zeichen, dass der König zu Hause und

umgekehrt, gerade wie bei uns. Ein eigentlicher Königspalast existirt

gegenwärtig nicht. Man trägt sich schon lange mit dem Gedanken einen zu

bauen, aber die Hauptsache, das Geld hierzu, fehlt noch. Einstweilen

muss sich das Werk der Zukunft damit begnügen, seinen Schatten in dem

Strassennamen »Palace Walk« vorauszuwerfen.

Die Militärmacht Honolulus ist eine sehr bescheidene und besteht nur aus

einer Bande Musikanten und zwei Dutzend Palastgardisten. Erstere tragen

dunkelblaue Waffenröcke, letztere hellblaue Husarenjacken mit weissen

Schnüren, beide weisse Hosen und weisse Käpis. Diese zwei Sorten von

Soldaten bummeln den ganzen Tag auf den Strassen herum, so dass man sie

überall sieht und auf eine viel grössere Zahl schliessen möchte. Der

Kapellmeister ist natürlich ein Deutscher. Seine Bande, lauter junge

Kanakas, macht ihm alle Ehre und spielt jeden Samstag auf Queen Emmas

Square, einem freien Platz mit Gartenanlagen, auf welchem dann die ganze

schöne und vornehme Welt der Residenzstadt promeniren geht. Kurz ehe ich

abreiste, streikten die Musikanten, aus welcher Veranlassung und auf wie

lange, blieb mir unbekannt.

Der vorige König soll kriegerischer gewesen sein als der jetzige und

die allgemeine Wehrpflicht nicht blos eingeführt, sondern sogar bis zur

Abhaltung von Manövers getrieben haben, welche einem ansehnlichen Theil

des Heeres von Honolulu das Leben kosteten. Die Kavallerie attakirte bei

einer derartigen Gelegenheit die Infanterie so naturgetreu wüthend, dass

diese genöthigt war, ihr Heil in der Flucht zu suchen. Aber kaum hatte

sich die wackere Infanterie von dem ersten Schrecken erholt, als sie

beschloss die erlittene Schmach zu rächen. Die siegreiche Kavallerie

zog sich stolz von dem Wahlplatz zurück um nach Honolulu hinein zu

triumphiren. Da griff von hinten plötzlich die Infanterie mit dem

Bajonnette an und vernichtete sie völlig. Vierzig Pferde und zwanzig

Reiter wurden todtgestochen, die übrigen entkamen mit Wunden bedeckt.

Seitdem werden keine Manövers mehr abgehalten.

Was nun die Artillerie betrifft, so ist sie durch einen Ritt auf die

Punschbowle leicht in Augenschein genommen. So heisst nämlich der

kahlgebrannte Berg hinter der Stadt, und ist man oben und blickt hinab in

die nun mit Gras ausgepolsterte halbkugelige Höhlung des Kraters, so

muss man den Namen gerechtfertigt finden. Ganz Honolulu liegt zu Füssen

ausgebreitet. Man überschaut den Hafen und erkennt an der hellen Färbung

des Wassers die Lage der Riffe, die nur einen schmalen Kanal frei lassen.

Sechs alte Schiffskanonen stehen hier oben zum Salutiren vor einem

Flaggenmast. Sie sehen so rostig und morsch aus, dass ich keine abfeuern

möchte. An grosse Lavablöcke hingebaut steht daneben das Häuschen des

Wächters. Seine Frau war beschäftigt Strohhüte zu flechten, als ich

hinaufkam, und ich wartete, bis sie für mich einen fertig hatte.

Die zweite Stelle unter den öffentlichen Gebäuden nimmt das Hawaiian

Hotel ein, welches dem König gehört und an Mister Herbert, einen

Amerikaner deutscher Abkunft, verpachtet ist. Es liegt umgeben von den

Strassen Hotel-, Beretania-, Kahomanu- und Alakea Street und genügt für

den billigen Preis von drei Dollars täglich allen Forderungen, die der

Amerikaner, in Bezug auf Hotels viel anspruchsvoller als der Europäer, zu

stellen pflegt. Alles ist musterhaft amerikanisch bis auf die Bedienung,

die aus mürrischen Chinesen besteht.

Man würde in den ausgezeichneten Betten unter den lang herabwallenden

Moskitonetzen, über welche manchmal eine grosse haarige Spinne wandelt,

vortrefflich schlafen, wenn nicht die eigenthümliche Gewohnheit der Hähne

von Honolulu, die ganze Nacht hindurch zu krähen, sehr störend wirkte.

Von nah und fern dringt das ewige Kikeriki in helleren und tieferen Stimmen

durch die Stille der Nacht und lässt auf Legionen dieser Ruhestörer

schliessen.

In Honolulu giebt es sieben Kirchen, alle von amerikanischer Stillosigkeit,

und zehn Freimaurerlogen. Die meisten Hawaier sind kongregationalistisch

christianisirt. Nach diesen kommen an Zahl die Katholiken, dann

die Episkopalen. Neben der Kavaiahaokirche ist das Mausoleum des

letztverstorbenen Königs. »Lunalilo ka Moi † 1874« (L. der König)

ist die einfache Aufschrift des kapellenartigen gothischen Baues, um

welchen innerhalb eines eisernen Gitters sechs vergilbte Kahilis, grosse

Sträusse aus Federn und Blumen auf Stangen, in der Erde stecken.

Nur in den drei oder vier Geschäftsstrassen drängen sich die Häuser,

grösstentheils aus Holz und einstöckig, ohne Gärten eng aneinander.

In Fort Street sind die Läden der Weissen, in Nuuanu Avenue jene der

Chinesen.

Denn auch hierher haben die Söhne des Reiches der Mitte ihren Weg

gefunden, und keine der grösseren Ortschaften auf den Hawaiischen Inseln

ist ohne Mongolen. Sie sind hier hauptsächlich Schuhmacher, Kleinkrämer

und Gastwirthe schmutziger Speiselokale. Die Wäscherei, die in Kalifornien

ihr Monopol ist, haben sie den Eingeborenen noch nicht zu entreissen

vermocht. Ihre offenen Buden sehen sich alle so ähnlich, dass man nur

schwierig und selten die richtige wieder findet, wenn man vielleicht von

einem der schlitzäugigen Spitzbuben betrogen worden ist. Den ganzen Tag

wird emsig gearbeitet. Hier sitzt ein alter verrunzelter Schuster mit einer

unförmlichen rundglasigen Brille auf der Nase, und näht im Verein mit

einigen jüngeren Gesellen leichte, dünnsohlige, weisse Zeugstiefel

zusammen, dort schwirren amerikanische Nähmaschinen, an denen bezopfte

Schneider chinesische Gewänder verfertigen. Hier sind Zigarren, Tabak und

alle möglichen Gegenstände des häuslichen Bedarfs zu haben, dort eine

Menge fremdartiger Büchschen und Schächtelchen mit chinesischen Konserven

aufgestapelt. Früchteverkäufer preisen Melonen und Mangos an, und in

den kleinen Wirthschaftsspelunken stehen Reihen winziger Schüsselchen

mit eigenthümlichen Gerichten, die an geschmorte Regenwürmer erinnern,

lockend hinter dem Fenster. Man sieht die Chinesen fast niemals müssig.

Selten begegnet man wohl auch einem bezopften Reiter hoch zu Ross oder

deren mehreren in Gesellschaft zu Wagen, aber auch dann wohl nur in

Geschäften reisend. Es giebt nur wenige Chinesinnen in Honolulu. Die

meisten Chinesen sind mit Hawaierinnen verheirathet. Die Regierung sträubt

sich zwar gegen die Einwanderung der asiatischen Pest. Aber die durch einen

erst jüngst abgeschlossenen Vertrag für freie Einfuhr des Zuckers nach

den Vereinigten Staaten wieder aufblühenden Zuckerplantagen brauchen

Arbeiter, und die Chinesen sind die billigsten. Ueber kurz oder lang werden

die Fluthen dieser hässlichen Rasse mit ihren scheusslichen Lastern, die

dem Europäer gegenüber keine Ehrenhaftigkeit kennt und Alles erlaubt

hält, zusammenschlagen über der einheimischen schönen und edlen Rasse,

welche rapide ausstirbt.

Unter den Weissen herrscht der amerikanische Typus vor. Auch die meisten

Waaren tragen das amerikanische Gepräge, sie sind grösstentheils von

Kalifornien her eingeführt. In einigen Auslagen glaubte ich auch manchen

Schund meines theuren Vaterlandes zu erblicken und als alten Bekannten

begrüssen zu dürfen. Keine soliden englischen Fabrikate mehr wie überall

in Australien, andere Kleidungsstoffe, anderes Sattel- und Zaumzeug, andere

Zündhölzchen, andere Messer. Man ist in Bezug auf Kultur bereits in den

Vereinigten Staaten. Man trägt hier ebenso feine, weissglänzende Wäsche

und denselben Schnitt des Rockes wie bei den Yankees. Cocktail und Sherry

Cobbler und wie sie alle heissen, die amerikanischen »Fancy Drinks«,

spielen hier eine ebenso bedeutende Rolle, wie in San Francisco oder in New

York.

Ueberall giebt sich der amerikanische Einfluss kund, und das

Annektirtwerden durch die Vereinigten Staaten ist für Hawaii wohl nur

eine Frage der Zeit. Das offizielle Münzsystem ist das amerikanische.

Ein Versuch, hawaiisches Geld mit den Köpfen hawaiischer Könige darauf

prägen zu lassen, wurde bald wieder aufgegeben. Merkwürdiger Weise

kursiren hauptsächlich französische Fünffrancsstücke als Dollars.

Ganz besonders erfreulich tritt das Deutschthum in den Vordergrund. Es

war mir eine äusserst angenehme Ueberraschung, ebenso viel Deutsch als

Englisch sprechen zu hören. Wenn ich so durch die Strassen ging, drangen

fast aus jedem der offenstehenden Läden, Barbierstuben und Kneipen die

Laute der Muttersprache an mein Ohr. Wir sind dort so gut repräsentirt,

als wir nur wünschen können, was nicht allenthalben in überseeischen

Hafenplätzen der Fall ist. Unter unseren Landsleuten in Honolulu sind die

angesehensten und reichsten Kaufleute, und ein reges geistiges Streben, das

man in solcher Ferne und Abgelegenheit kaum erwarten möchte, blüht bei

ihnen. Ich fand zum ersten mal seit längerer Zeit nicht nur die meisten

unserer besseren Zeitschriften, sondern auch eine Menge deutscher Bücher

wieder. Ein unschätzbares Vergnügen gewährten mir dort im fernen Pacific

Heinrich Noés Alpenbilder.

Es giebt eine mikroskopische Gesellschaft in Honolulu, und bei Herrn

Riemschneider, einem jungen Hannoveraner, habe ich manchen genussreichen

Abend mit dem Betrachten seiner mikroskopischen Präparate zugebracht. Die

Aufnahme, die mir von unserem Konsul und allen Deutschen zu Theil wurde,

war die liebenswürdigste, an die ich stets dankbarst zurückdenken werde.

Das Klima von Honolulu ist paradiesisch wie überall auf den glücklichen

Inseln des Stillen Ozeans. Die Hitze ist nicht allzu gross und wird häufig

gemildert durch erfrischende Regenschauer. Ich habe niemals, obgleich

ich im höchsten Sommer dort war, mehr als 35 Zentigrade erlebt, eine

Temperatur, die nicht selten auch bei uns vorkommt. Fast ununterbrochen

weht der Passat kühlend über den Felsgrat Oahus herüber und durch das

Nuuanuthal herab, und als er einmal zwei Tage aussetzte, und die Eisfabrik

wegen einer Reparatur ihre täglichen Lieferungen einstellte, klagte Alles

über den unerträglichen Zustand. Denn auch hier in dieser herrlichen

Natur sind die Menschen unzufrieden und sehnen sich anderswohin. Der ganze

Reiz des Lebens liegt eben im Wechsel.

Trotz der beschränkten Geldmittel des Staates scheint es mit dem

Sanitätswesen nicht schlimmer zu stehen als anderwärts. Akute

Infektionskrankheiten kommen kaum eben so häufig vor wie bei uns in

Europa. Die Quarantäne wird strenge gehandhabt. Eine auffallende Menge von

Aerzten, lauter Weisse, ist allenthalben zerstreut. Freilich befinden sich

auch genug amerikanische »Dakters« darunter.

Das königliche Hospital von Honolulu ist zwar klein, aber musterhaft

reinlich gehalten. Es liegt am Fusse des Punschbowlenhügels mitten in

einem schönen weiten Garten, in dem Palmen aus allen Gegenden der Erde

nebeneinander stehen, und enthält in zwei Stockwerken etwa hundert saubere

Betten, jedes mit einem sauberen Moskitonetz überspannt. Die Syphilis

stellt ein bedeutendes Kontingent an Kranken, wie in allen Hafenstädten.

Eine weit schrecklichere Plage Hawaiis ist der asiatische Aussatz, die

Lepra, welche absolut unheilbar ist. Man behauptet, sie sei von den

Chinesen eingeschleppt worden. Sie war im Anfang nur in einzelnen Fällen

aufgetreten, bis sie gelegentlich der ersten Blatternepidemie, die ein

Walfischfänger brachte, plötzlich die grösste Verbreitung erfuhr. Nicht

blos die Aerzte, sondern auch Missionäre und Beamte stürzten sich

sofort auf die Eingeborenen, um Alles Hals über Kopf zu impfen ohne die

nöthigste Vorsicht zu wahren, und so kam es, dass die Lanzette das

Gift der Leprosen auf eine Menge Anderer übertrug. Die Leprosen werden

polizeilich gesammelt und in ein abgeschlossenes und unzugängliches Thal

der Insel Molokai verbannt, was zwar grausam aber sehr weise ist.

Eben war wieder ein Transport von vierzehn solcher Unglücklichen beisammen

und sollte nächstens mit einem eigenen Schuner nach Molokai geschickt

werden. Der Regierungsarzt Dr. Mac Kibbin, ein Engländer, hatte die Güte

mich zu ihrer Besichtigung mitzunehmen. Sie waren in einem Garten neben

dem Polizeigebäude auf einer offenen nur durch Matten abzuschliessenden

Veranda untergebracht und schienen die Härte ihres Looses mit stoischer

Ruhe zu ertragen. Nur ein einziger Fall der Leontiasisform sah abschreckend

aus.

Auf Molokai sollen sich gegenwärtig etwa 800 Leprosen, darunter auch vier

Weisse, ein Deutscher und drei Engländer, befinden. Aerztliche Behandlung

geniessen sie dort nicht, und auch über ihre Verpflegung wird viel

geklagt. Aus obiger Zahl lässt sich schliessen, dass vielleicht zwei

Prozent der Gesammtbevölkerung von Hawaii mit Lepra behaftet sind.

Eine besonders hervorragende Merkwürdigkeit Honolulus ist der Fischmarkt.

Namentlich an Samstagen herrscht dort ein charakteristisches reges Leben.

Aus der ganzen Umgegend strömen dann die Eingeborenen zusammen um Käufe

und Verkäufe zu machen, Freunde zu treffen, kurz eine Art Wochenbörse

abzuhalten. Reiter und Reiterinnen gallopiren von allen Seiten herbei.

Pferde und Wagen und Maulesel und Menschen füllen in bunter Unordnung

die nächsten Strassen. Glühend sticht die Sonne herab, und eine

grellgeputzte, blumengeschmückte, lärmende, heftig gestikulirende Menge

brauner Gesichter drängt sich glänzend von Schweiss durcheinander.

Die Waaren, die unter einer gedeckten Halle und in mehreren Budenreihen

feilgeboten werden, entstammen grösstentheils der salzigen Fluth des

Meeres, und ihre Mannichfaltigkeit wird dadurch erhöht, dass der Kanaka

nichts verschmäht, was überhaupt gegessen werden kann. Getrocknete

Sepien, die acht Saugarme zu Zöpfen geflochten, hängen oben herab,

unten auf blätterbedeckten Brettern liegen sie frisch in ihrer ganzen

natürlichen Schlüpfrigkeit ausgebreitet. Fische gross und klein, mit

Papageischnäbeln und in allen Farben schillernd, Krebse, Muscheln und

Schnecken, Seesterne, Seeigel und Seegurken, roh und gekocht, in Körben

hoch aufgehäuft, suchen die Gourmandise der Kanakas zu reizen. In

Kürbisschalen ist der ganze Inhalt dieser Geschöpfe, Gedärme und Alles,

zu einem vielfarbigen Brei zusammengepantscht, und mit geheimem Grausen

sehen wir, wie diese unappetitlichen Sachen mit wohligem Schmatzen

verschlungen werden. Man muss sich in Acht nehmen nirgends anzustreifen, da

überall Eingeweide und andere schleimige Dinger kleben, nicht blos an

den Buden, sondern auch an den vielen Männern und Weibern, die sich mit

grossen Körben durch das Gedränge mühen. Hinter jedem Stand hängen

grosse Bündel schmaler Cordylineblätter, welche zum Einwickeln dienen.

Im Nu sind sie kreuzweis zusammengeschlungen und zu einem festen Packet

geschlossen.

Hier häutet ein Mann wunderbar flink mit den Zähnen seine Fische ab, dort

sitzen hübsche grossäugige schlanke Mädchen und winden Blumenkränze und

duftende Pandanusguirlanden, während daneben eine fette schwammige Matrone

uns ein freundliches »Aloha« zugrinst und einladend auf ihre Mangos und

Melonen weist. Ein korpulenter Polizeimann, kenntlich an dem Blechschild

auf seinem Rock, überwacht mit ernstem Blick die Ordnung des Marktes,

etliche Gardesoldaten in blauweissen Jacken gehen von Bude zu Bude und

kokettiren mit den schönen Verkäuferinnen. Mitten in diesem fröhlichen

Gewühl und Gekreisch der Hawaiier steht eine Gruppe tückischer

Chinesen, umherspähend wohin sie sich wenden sollen, die Hände in beiden

Hosentaschen, um das Geld zu bewachen, obwohl es hier keine Pickpockets

giebt, dort an der Ecke steht ein einzelner Halbchinese und hat

Tabakspfeifen feil, an die Zweige eines Bäumchens gesteckt. Eine eigene

Abtheilung dient zum Verkauf des zu Klumpen zusammengebackenen Poimehls.

Auf Tischen davor steht fertiger Poi in grossen Kürbisschalen bereit, und

unter und zwischen den Tischen sitzen kleine Gesellschaften und erlaben

sich an dem säuerlichen Brei, indem sie ihn mit den Fingern heraustunken.

Gleich hinter der einen äussersten Reihe plätschert das Wasser der

Rifflagune, getrübt von der Jauche des Marktes, ein beliebter und nie

unbenützter Badeplatz der Jugend. Hie und da mischen sich auch wohl

die nackten und nassen Jungen ins Gewühl, um mit klatschenden Schlägen

verjagt zu werden.

Halbverwilderte Hunde liegen mürrisch in den geschütztesten Winkeln. Sie

sind die stehende Bewohnerschaft des Budenplatzes, von dessen Abfällen

sie leben, und fast alle sind, vielleicht in Folge der ausschliesslichen

Fischnahrung, bedeckt mit Räude. An einem dieser ekelhaften Köter sah ich

eine elephantiasis-artige Erkrankung der ganzen Haut, namentlich aber der

hinteren Partien. Die Haut der Kreuzgegend war so sehr verdickt, dass der

Schwanz aus Falten wie sie für das Rhinoceros normal sind heraushing.

Ausserhalb Honolulu ist die Gegend dürrgebrannt und wüstenartig. Links

und rechts von der Stadt führen grellbeleuchtete, staubige Strassen am

Ufer des blauen Meeres entlang. Sandebenen, hie und da besetzt mit Gruppen

von importirten Opuntias und Agaven, ziehen sich zu den Bergen hinan,

welche den Hintergrund bilden. Unten sind diese ebenso kahl wie die Ebenen,

erst weiter oben, in der Nähe der an den höheren Spitzen hängenden

Wolken, bedecken sie sich mit dem eigenthümlichen hellschimmernden Grün

der Kukuibäume.

Zu dieser im Lichte einer glühenden Sonne strahlenden Landschaft liefern

die Eingeborenen die schönste und stylvollste Staffage. Blumenbekränzt

und in bunten Gewändern jagen sie, Männer und Weiber, auf zähen Pferden

über Stock und Stein dahin. Und ihre warmen Farben im Verein mit der

Sonnengluth der wüsten und gelben Flächen gaben mir oft ein Bild von

wahrhaft orientalischer Lebhaftigkeit.

An der Ostseite gegen die Vorstadt Kapalama zu ergiesst sich der

Nuuanu-Bach in die See. Manchmal kauern hier Weiber vollständig bekleidet,

einen Strohhut auf dem Kopf, geradeso wie sie auf der Strasse gehen, im

schmutzigen, brackischen Wasser des Aestuariums. Nur der Kopf ragt heraus,

und im Munde halten sie ein Körbchen, während sie mit den Händen auf dem

Grunde nach Krabben herumtasten. Nackte Kinder balgen sich neben ihnen und

werden zuweilen durch zornig rollende Blicke verscheucht. Schelten dürfen

die Fischerinnen nicht, sonst würde ihnen das Körbchen mit der

Beute entfallen. Eine hölzerne Brücke führt hinüber nach dem

Staatsgefängniss, einem blendend weiss getünchten zinnengekrönten

Kastell, und draussen mitten in der Lagune steht einsam auf Pfählen das

Quarantänehospital, ein trostloses Gebäude.

Rechts am Fusse der Berge unweit Lilihi Street liegt das Lunatic Asylum,

das Irrenhaus. Ich fand dieses nur von wenigen Geisteskranken bewohnt, als

ich einmal hinausritt es zu besichtigen. Eine tobsüchtige Chinesin war

der schlimmste Fall. Die anderen waren alle bereits blödsinnig. Die

gemüthliche naturgemässere Lebensweise der Eingeborenen, fern von der

aufreibenden Hast des Gelderwerbs und des Ehrgeizes in Amerika und

Europa, ist nicht geeignet, Erkrankung des Gehirns zu begünstigen. Die

Einrichtungen der Anstalt genügen mässigen Ansprüchen.

Westlich gegen Diamond Head zu führt eine zwei Kilometer lange

Landstrasse, oft der Schauplatz wilder Kavalkaden, an Salinen, in denen

Meersalz durch Abdunsten gewonnen wird, vorüber nach Waikiki, einer

kleinen Ortschaft aus einer Kapelle, einigen hölzernen Landhäuschen und

einigen struppigen Strohhütten bestehend, alle weit aus einander gestreut,

die früher der Lieblingsaufenthalt der Könige gewesen sein soll.

Hierhin sollen sie sich, der Komödie europäischer konstitutioneller

parlamentarischer Regierung müde, zurückgezogen haben, um der

goldstrotzenden Uniform entledigt und nur mit dem Suspensorium angethan

in alten Erinnerungen zu schwelgen. Ein kümmerlicher Kokospalmenhain

beschattet spärlich den sandigen Boden. Die Bäume sind lebensmüde und

tragen keine Früchte mehr. Ein hübscher reinlicher Badestrand zieht

sich aussen entlang, und Waikiki ist deshalb als Ausflugspunkt bei der

Bevölkerung Honolulus sehr beliebt. Jenseits tritt Diamond Head, das

Wahrzeichen von Honolulu, in die See hinaus, auf einer Einsattlung, die

den Berg und die Hauptkette der Insel verbindet, die Signalstation für die

Ankunft von Schiffen tragend, welche mit dem Postamt der Hauptstadt

durch die einzige drei Kilometer lange Telegraphenlinie des Hawaiischen

Königreichs zusammenhängt. Diamond Head ist 230 Meter hoch und sieht von

unten nicht aus wie ein Vulkan, es scheint vielmehr eine gradlinige

steile Felswand zu sein, von zahlreichen tiefen senkrechten Schluchten

durchfurcht, an welche sanfter geneigte Geröllböschungen sich anlehnen.

Aber wir stehen auf einem so durchaus vulkanischen Boden, dass wir uns

nachgerade gewöhnen, in dem Gipfel einer jeden isolirten Erhebung einen

erloschenen Krater zu finden.

Als Hauptmerkwürdigkeit der Umgebung gilt der »Pali«, ein steiler

Absturz an der Rückseite der Bergkette, welche den Hintergrund Honolulus

bildet, 9 Kilometer von der Stadt entfernt. Eine 600 Meter mächtige

Schicht der Erdrinde, durch vulkanische Kräfte emporgehoben, zerbarst

an den Kanten. Die südliche Hälfte ist stehen geblieben, die nördliche

wieder hinabgesunken, beinahe bis zum Niveau des Meeres. Die gewaltige

Bruchfläche ist der Pali. Fast kein Passagier des Dampfers, dem ein

Nachmittag in Honolulu zu Theil wird, versäumt dort hinauf zu reiten.

An einem der ersten Tage machte ich diese obligate Partie in Gesellschaft

jener fünf Engländer, welche dieselben Reiseziele wie ich verfolgten,

selbstverständlich zu Pferde. Denn auf Hawaii geht man fast niemals zu

Fuss. Der echte Hawaiier, gleichviel ob braun oder weiss, lässt für die

unbedeutendsten Wege die er zu machen hat aufsatteln. Die Pferde sind hier

lächerlich billig, fünfzig Dollars ist ein anständiger Kaufpreis. Um

fünf Dollars die Woche kann man das beste Reitpferd miethen, inklusive

Fütterung, Sattel und Zaumzeug. Dabei sind die Thiere unübertrefflich

zäh und im Allgemeinen hocherhaben über jene erbärmliche Sorte, die

man bei uns gewöhnlich zu miethen bekommt. Mark Twain hat sie schwer

verleumdet. Ein einziges mal passirte es mir, dass ich einen faulen und

störrischen Häuter erhielt, dem ich beim Gallopiren beständig den

Takt dazu auf sein Hintertheil peitschen musste, und der mich an jeder

Strassenecke abwarf, indem er blitzschnell herumbog, wenn ich nicht Acht

gab.

Eine guterhaltene belebte Strasse führt durch das Nuuanuthal in die Berge

hinein. Links und rechts zuerst die nicht enden wollenden Landhäuser und

Gärten des vornehmen weissen Viertels. Man passirt die Kirchhöfe, das

Mausoleum der fünf Kamehamehas, die Eisfabrik. Mehrmals kreuzt der im

Zickzack herabtosende Nuuanubach den Weg, Tarosümpfe, die er bewässern

muss, zu beiden Seiten. Es geht immer höher und höher. Eingeborene,

Männer und Weiber, auf Pferden und Maulthieren, in bunten Farben und

blumenbekränzt begegnen uns und sprengen mit einem freundlichen »Aloha«

vorüber. Die Gegend wird schroffer. Auf schmalen Grasterrassen über

kahlen Felswänden weiden Rinder und rufen heimathliche Erinnerungen aus

den Alpen wach. Nur die fremdartige Erscheinung der silberglänzenden

Kukui-Büsche, die in grosser Ausdehnung hie und da die steilen Abhänge

dicht überziehen, zerstört die Illusion. Der Kukui ist derselbe Aleurites

triloba, aus dessen Nüssen auf Viti so gelungene Kerzen gefertigt werden.

Auch hier auf Hawaii soll man sich ihrer in der nämlichen Weise bedient

haben.

Es wird feuchter und kühler oben, und der Passat, den wir unten als

angenehmen Zephyr empfanden, weht uns durch die Scharten der zackigen

Bergesgipfel als ein rauher, frostiger Sturmwind entgegen, zerrissene

Nebelmassen vor sich her treibend. Endlich sind wir am Ziel. Noch eine

Ecke, und ein Panorama von ergreifender Grossartigkeit thut sich

auf. Erschrocken reissen wir die dampfenden Pferde zurück. Der Boden

verschwindet plötzlich und stürzt zu einem schauerlichen Abgrund hinab.

Tief unter uns entfaltet sich eine herrliche Ebene. Der dunkelblaue Ozean

steigt zum Horizont in die Höhe, weissglänzende Schaumlinien der Brandung

umsäumen mäandrisch smaragdene und violette Tinten. Und innerhalb dieser

begrenzt ein schimmernder Streif sandigen Ufers das im schönsten Grün

prangende Tiefland. Keine dürren wüstenartigen Flächen wie im Süden

an der Leeseite der Insel. Alles strahlt im wärmsten Sonnenschein unten,

während uns selbst vorüberziehende Wolken beschatten.

Wir stehen auf klassischem Boden. Hier focht der grosse Kamehameha I. die

letzte von den sieben Schlachten, durch die er die geeinigte Herrschaft der

Hawaiischen Inseln erzwang. Tausend Feinde, der letzte Rest von Widerstand,

wurden hier hinabgedrängt. Was für ein gewaltiger Schauplatz für eine

Schlacht. Wie mag es getobt haben auf diesen rauhen, felsigen,

düster bewölkten Kanten vom wilden Verzweiflungskampf, vom trunkenen

Freudengeheul der Sieger, vom ohnmächtigen Wuthgebrüll der Besiegten, die

ein letztes mal sich aufrafften, im Angesichte des Todes mit grimmigem Hass

noch schnell ihr Leben zu rächen, ehe sie schaarenweise hinabstürzten und

in der grausigen Tiefe zerschmettert wurden.

Eine steile Strasse ist jetzt in die Felswand gehauen und führt

zickzackförmig hinab. Winzig klein bewegen sich schwarze Pünktchen unten

auf ihr entlang. Es sind Reiter, die einem Dorfe am Meeresstrand zueilen,

welches halb unter Palmen versteckt mit scharfen Augen eben noch erkennbar

ist.

Es war mein erster Ritt wieder nach langer Zeit und unmittelbar nach den

erschlaffenden Einwirkungen einer zwölftägigen Seereise in tropischer

Hitze. Und da ich überhaupt zu der ehrsamen Zunft der Sonntagsreiter

gehöre, vermochte ich kaum mehr mich im Sattel zu halten, als wir durch

das belebte Chinesenviertel zurückkehrten. Links und rechts stoben

zähnefletschend die bezopften Mongolen auseinander. Schliesslich fiel noch

ein armes unvorsichtiges Huhn den Hufen meiner Rosinante zum Opfer. Der

Eigenthümer, ebenfalls ein Chinese, kam kreischend ins Hotel gelaufen, das

Corpus delicti in der Hand und eine Schaar Freunde als Zeugen im Gefolge.

Ich musste bezahlen.

Reise durch den Stillen Ozean · 第 65 / 85 题