(Synonym: Infusionsthierchen oder Infusoria im engsten Sinne).
~Einzellige~ Organismen, sehr selten ~Zellhorden~ oder Coenobien,
welche aus mehreren, locker verbundenen Zellen zusammengesetzt sind.
Bewegung durch zahlreiche kurze ~Wimpern~ (~Cilia~). Zellenleib
meistens nackt, seltener von einer Hülle oder Schale theilweise
umschlossen. Der Protoplasma-Leib der Zelle sondert sich meist in
eine helle, festere, hyaline Rindenschicht (_Exoplasma_) und eine
trübe, feinkörnige, weichere ~Markschicht~ (_Endoplasma_). Aus der
Rindenschicht treten stets zahlreiche kurze Wimperhärchen oder Cilien
hervor, welche lebhaft und willkürlich bewegt werden. Meistens laufen
oder schwimmen die Wimperthierchen rasch umher mittelst der Bewegungen
ihrer Wimpern; bei festsitzenden dienen letztere dazu, durch den
im Wasser erzeugten Strudel stets frisches Wasser und Nahrung dem
Zellmunde zuzuführen. Der ~Zellmund~ (_Cytostoma_) ist eine constante
Oeffnung in der Rindenschicht und lässt verschluckte Bissen in die
innere weichere Markmasse des Zellenleibes eintreten, wo sie verdaut
werden. An der Innenfläche der Rindenschicht liegt eine ~contractile
Blase~ (eine constante Vacuole), welche meistens durch einen kurzen
Kanal nach aussen zu münden scheint. Der ~Zellkern~ ist gross,
verschieden gestaltet, meistens einfach, sehr selten mehrfach. Die
Fortpflanzung geschieht meistens ~ungeschlechtlich~, durch Theilung
(Quertheilung oder Längstheilung), seltener durch Knospung. Wie weit
ausserdem Fortpflanzung durch Sporenbildung (oder vielleicht durch
geschlechtliche Zeugung einfachster Art), verbunden mit Conjugation, in
dieser Classe verbreitet ist, erscheint noch nicht sicher festgestellt.
Die Classe der Wimperthierchen oder Wimperlinge ist sehr umfangreich
und überall im Süsswasser und Meere verbreitet.
Erste Ordnung der Ciliaten.
~Holotricha~ (STEIN). Ueberall behaarte Wimperlinge.
Die ganze Oberfläche des Zellenleibes gleichmässig mit kurzen feinen
Wimperhärchen bedeckt.
~Gattungen~: Glaucoma (scintillans). Paramecium (aurelia). Trachelius
(ovum). Prorodon (teres) Fig. 15.
Zweite Ordnung der Ciliaten.
~Heterotricha~ (STEIN). Verschieden behaarte Wimperlinge.
Die ganze Oberfläche des Zellenleibes gleichmässig mit kurzen feinen
Wimperhärchen bedeckt; ausserdem noch ein Kranz oder Gürtel von
stärkeren und grösseren Wimpern (Griffeln oder Borsten) um den Zellmund
herum.
~Gattungen~: Bursaria (truncatella). Stentor (polymorphus) Fig. 12.
Freia (elegans) Fig. 14. Spirustomum (teres).
Dritte Ordnung der Ciliaten:
~Hypotricha~ (STEIN). Unterseits behaarte Wimperlinge.
Zellenleib blattförmig zusammengedrückt, an der oberen (oder Rücken-)
Seite nackt, an der unteren (oder Bauch-) Seite mit kleineren und
grösseren Wimpern bedeckt.
~Gattungen~: Chilodon (cucullulus). Euplotes (charon). Oxytricha
(pellionella). Aspidisca (costata).
Vierte Ordnung der Ciliaten:
~Peritricha~ (STEIN). Ringförmig behaarte Wimperlinge.
Zellenleib drehrund, grösstentheils nackt, nur mit einem Gürtel
(seltener zwei Gürteln) von Wimperhaaren versehen.
~Gattungen~: Dictyocysta (templum). Ophrydium (versatile). Trichodina
(pediculus). Vorticella (campanula).
Siebente Classe des Protistenreiches: