Diese neue Tafel, oh meine Brüder, stelle ich über euch: werdet hart!—

30.

Oh du mein Wille! Du Wende aller Noth du _meine_ Nothwendigkeit!

Bewahre mich vor allen kleinen Siegen!

Du Schickung meiner Seele, die ich Schicksal heisse! Du-In-mir!

Über-mir! Bewahre und spare mich auf zu Einem grossen Schicksale!

Und deine letzte Grösse, mein Wille, spare dir für dein Letztes

auf,—dass du unerbittlich bist _in_ deinem Siege! Ach, wer unterlag

nicht seinem Siege!

Ach, wessen Auge dunkelte nicht in dieser trunkenen Dämmerung! Ach,

wessen Fuss taumelte nicht und verlernte im Siege—stehen!—

—Dass ich einst bereit und reif sei im grossen Mittage: bereit und reif

gleich glühendem Erze, blitzschwangrer Wolke und schwellendem

Milch-Euter:—

—bereit zu mir selber und zu meinem verborgensten Willen: ein Bogen

brünstig nach seinem Pfeile, ein Pfeil brünstig nach seinem Sterne:—

—ein Stern bereit und reif in seinem Mittage, glühend, durchbohrt,

selig vor vernichtenden Sonnen-Pfeilen:—

—eine Sonne selber und ein unerbittlicher Sonnen-Wille, zum Vernichten

bereit im Siegen!

Oh Wille, Wende aller Noth, du _meine_ Nothwendigkeit! Spare mich auf

zu Einem grossen Siege!—

Also sprach Zarathustra.

Also sprach Zarathustra: Ein Buch für Alle und Keinen · 第 87 / 116 题