28 Deanstreet, 5. August 1852.

Lieber Engels!

Vergiß ja nicht, bis _Dienstag_ mir den Rest der Sache zu schicken. Der

Abschnitt von den Tories allein ist zu klein. Aus doppeltem Grunde muß

diesmal nicht in zu kargen Portionen dem Dana geschickt werden. 1. Der

biedere Heinzen ist in Cincinnati für die Whigs gegen die Demokraten

aufgetreten, weil er mit Recht diese _electioneering time_[1] für die

rechte [Zeit] hält, um gekauft werden zu können. Greeley hat seine

dortige Rede in der Tribune mitgeteilt und Heinzen gelobt. Also droht

mir ein Ungewitter von dieser Seite. 2. Da ich seit Wochen, namentlich

aber seit den letzten vierzehn Tagen täglich sechs Stunden laufen muß,

um 6 Pence für das Fressen aufzutreiben und zudem noch von der Landlady

von neuem gequält werde, so blieb mir nichts übrig, als gestern Johnson

zu schreiben und bei ihm anzufragen, ob er mir einen Wechsel auf die

Tribune diskontieren will. Sollte der Mann so verständig sein, hierauf

einzugehen, was noch _in dubio_,[2] so muß ich also dem Dana das

schreiben, und erhält er kleine Artikel, so betrachtet er die Sache als

Schneiderei und wirft mich zum Tempel hinaus, da er jetzt so reichlichen

_supply_[3] von Heinzen, Ruge und B. Bauer hat. Zum größeren Pech sah

ich heute noch aus der Times, daß die Daily Tribune protektionistisch

ist. Also das alles _very ominous_.[4] Man muß so rasch an den Kerl

schicken als möglich, ehe Konterorder kommt. Meine Depesche kann ich

noch nicht fortschicken, da ich scheußliche Kopfschmerzen habe, wenn

auch nicht infolge von _pale ale_.[5]

Ich habe allerlei Zeug auch von Cluß an Dich zu schicken, die Du

erhältst, sobald Du mir einige Stamps einlegst, da die Geschichte Dir

sonst das Doppelte kostet, und ich _pour le moment_[6] keinen Penny zu

entsenden habe.

Salut!

Dein K. M.

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[1] Wahlagitationszeit.

[2] Zweifelhaft.

[3] Zufuhr.

[4] Sehr verhängnisvoll.

[5] Helles Bier.

[6] Im Augenblick.

174

Freitag, 6. August 1852.

Lieber Marx!

Die erste Hälfte des Artikels wirst Du gestern nachmittag Englisch und

Deutsch zurückerhalten haben. Die zweite hast Du Dienstag morgen. Was

die Schutzzöllnerei angeht, so schadet das nichts. Die amerikanischen

Whigs sind alle industrielle Schutzzöllner, aber darum noch lange keine

grundaristokratischen Derby-Protektionisten. So dumm sind sie auch

nicht, daß sie nicht ebensogut wie List wüßten, daß für die englische

Industrie der _freetrade_[1] am konvenabelsten ist. Übrigens kann ich im

Notfall bei den _freetraders_ hier und da ein Wort deshalb einschieben,

was Du ja wieder ausstreichen kannst, wenn es Dir nicht gefällt. Es ist

aber nicht einmal nötig.

Ich dachte, Du hättest das Diskontogeschäft mit Johnson seit lange

gemacht, und hoffe sehr, daß es zustande kommt. Was mich betrifft, so

reite ich mich täglich tiefer in Geldsachen fest. Vater Dronkes Besuch

ist mir zwar sehr angenehm, da aber abends nicht gearbeitet werden kann,

so wird ziemlich Geld verbummelt, und dazu die laufenden

_disbursements_,[2] nebst 20 Pfund Schulden im Haus, das setzt einen

fest. Nächste Woche (Anfang) will Dronke zurück, und dann werde ich eine

Zeitlang tüchtig arbeiten, Stoff genug habe ich hier, und dann auch bis

Ende September wieder einiges Geld disponibel bekommen – ein paar Pfund

im Dezember [September] gewiß. Zum äußersten Pech hat mich in einer

bösen Stunde auch noch Herr Pindar angepumpt, der noch immer auf drei

Stunden herumreitet und sich rührend verliebt zu haben scheint – _pauvre

garçon, il faut l’avoir vu sous l’empire de l’émotion plus ou moins

vierge_.[3] –

Ich weiß nicht, wie ich es anstellen soll, daß ich einen Artikel Germany

für Dana hinter Dr[onke]s Rücken mache, der die Sache nicht kennt; auf

dem Kontor habe ich jetzt alle Hände voll bis nach 7 Uhr abends, da kann

ich es also nicht. _Cependant je verrai._[4]

Der Briefwechsel zwischen Friedrich Engels und Karl Marx 1844 bis 1883, Erster Band · 第 109 / 196 题