Ich bete wieder, du Erlauchter 52
Ich bin derselbe noch, der kniete 53
Du Ewiger, du hast dich mir gezeigt 56
Dir ist mein Beten keine Blasphemie 56
Und seine Sorgfalt ist uns wie ein Alp 57
Lösch mir die Augen aus: ich kann dich sehn 58
Und meine Seele ist ein Weib vor dir 58
Du bist der Erbe 58
Und du erbst das Grün 59
Ich bin nur einer deiner Ganzgeringen 60
Und doch, obwohl ein jeder von sich strebt 61
Du bist der Alte, dem die Haare 62
Gerüchte gehn, die dich vermuten 62
Alle, welche dich suchen, versuchen dich 63
Wenn etwas mir vom Fenster fällt 64
Du meinst die Demut 65
In diesem Dorfe steht das letzte Haus 66
Manchmal steht einer auf beim Abendbrot 67
Nachtwächter ist der Wahnsinn 67
Weißt du von jenen Heiligen, mein Herr? 67
Du bist die Zukunft, großes Morgenrot 69
Du bist das Kloster zu den Wundenmalen 70
Die Könige der Welt sind alt 71
Alles wird wieder groß sein und gewaltig 71
Auch du wirst groß sein. Größer noch, als einer 72
Es wird nicht Ruhe in den Häusern 73
So möcht ich zu dir gehn 73
Du Gott, ich möchte viele Pilger sein 74
Bei Tag bist du das Hörensagen 74
Ein Pilgermorgen. Von den harten Lagern 74
Jetzt reifen schon die roten Berberitzen 78
Du mußt nicht bangen, Gott 78
In tiefen Nächten grab ich dich, du Schatz 80
_Drittes Buch:_ Das Buch von der Armut und vom Tode (1903)
Vielleicht, daß ich durch schwere Berge gehe 83
Du Berg, der blieb, da die Gebirge kamen 83
Mach mich zum Wächter deiner Weiten 84
Denn Herr, die großen Städte sind 84
Da leben Menschen, weißerblühte, blasse 85
O Herr, gib jedem seinen eignen Tod 86
Denn wir sind nur die Schale und das Blatt 86
Herr: wir sind ärmer denn die armen Tiere 87
Mach Einen herrlich, Herr, mach Einen groß 88
Das letzte Zeichen laß an uns geschehen 89
Ich will ihn preisen 90
Und gib, daß beide Stimmen mich begleiten 90
Die großen Städte sind nicht wahr; sie täuschen 90
Denn Gärten sind, -- von Königen gebaut 91
Dann sah ich auch Paläste, welche leben 91
Sie sind es nicht. Sie sind nur die Nicht-Reichen 93
Denn Armut ist ein großer Glanz aus Innen 94
Du bist der Arme, du der Mittellose 94
Du, der du weißt und dessen weites Wissen 95
Betrachte sie und sieh, was ihnen gliche 96
Sie sind so still; fast gleichen sie den Dingen 96
Und sieh, wie ihrer Füße Leben geht 96
Und ihre Hände sind wie die von Frauen 97
Ihr Mund ist wie der Mund an einer Büste 97
Und ihre Stimme kommt von ferneher 97
Und wenn sie schlafen, sind sie wie an alles 97
Und sieh: ihr Leib ist wie ein Bräutigam 98
Denn sieh: sie werden leben und sich mehren 98
Nur nimm sie wieder aus der Städte Schuld 98
Des Armen Haus ist wie ein Altarschrein 99
Die Städte aber wollen nur das Ihre 100
Und deine Armen leiden unter diesen 100
O wo ist der, der aus Besitz und Zeit 101
O wo ist er, der Klare, hingeklungen? 102
Titel, Kopfleiste und Anfangsinitiale dieses Buches zeichnete Walter
Tiemann. Der Druck erfolgte in der Offizin W. Drugulin zu Leipzig.
[Anmerkungen zur Transkription: Die nachfolgende Tabelle enthält eine
Auflistung aller gegenüber dem Originaltext vorgenommenen Korrekturen.
S. 80: Denn alle Uberflüsse -> Überflüsse
S. 86: zehn ihnen leise eine Weile nach -> gehn
S. 90: ichts von dem weiten wirklichen Geschehen -> Nichts ]
[Transcriber's Notes: The table below lists all corrections applied to
the original text.
p. 80: Denn alle Uberflüsse -> Überflüsse
p. 86: zehn ihnen leise eine Weile nach -> gehn
p. 90: ichts von dem weiten wirklichen Geschehen -> Nichts ]