Der Körper der Walfische und Delphine ist fischähnlich. Schädel (Fig.
860) oft sehr gross, Kiefer, hauptsächlich das Maxillare, stark
verlängert; Bezahnung sehr verschiedenartig; sind Zähne vorhanden, so
sind sie oft sehr zahlreich (bis 150), meist sämmtlich einwurzelig,
kegelförmig, oft mehr oder weniger comprimirt, ohne Milchgebiss;
Nasenbeine sind meist verkümmert und dann die Nasenöffnung (Spritzloch)
gross und weit nach hinten in die Nähe des Scheitels gerückt;
Jochbeine (j) sehr schwach. Die sieben Halswirbel sind sehr kurz,
oft mit einander verwachsen. Brust- und Lendenwirbel mit sehr langen
Querfortsätzen; an den Rippen verkümmert meist das Capitulum. Schwanz
mächtig ausgebildet, die Querfortsätze der hinteren Schwanzwirbel
zeigen senkrechte Durchbohrungen. Die vordere Extremität ist
flossenartig entwickelt, platt, die Phalangenzahl oft beträchtlich
vermehrt. Hinterextremitäten fehlen nebst dem Becken, bis auf kleine
Rudimente; ein Kreuzbein ist daher nicht vorhanden. Besonders wichtig
zur Erkennung der fossilen Formen ist das sehr häufig isolirt
vorkommende, mehr oder weniger eingerollte und aufgeblasene Tympanicum.
Die Cetacea stammen sicher von Landsäugethieren ab; die ältesten Formen
(Zeuglodontidae -- Fig. 859) zeigen noch im Gebiss und Schädel viele
Merkmale der Landsäugethiere, die den typischen moderneren Formen
meist verloren gegangen sind; die Eigenthümlichkeiten der Cetacea
dürften fast alle als Anpassungen an das Wasserleben aufzufassen sein.
Obwohl keine Formen bekannt sind, welche die Cetacea mit einer der
übrigen Ordnungen der Säuger näher verbinden, dürfte es doch wohl das
wahrscheinlichste sein, dass sie von primitiven fleischfressenden
Landsäugethieren abstammen. Fossil sind sie vom Eocän an bekannt.
A. Hintere Zähne comprimirt, mit gezackten Rändern, zweiwurzelig (Fig.
859 B), Zwischenkiefer wohl entwickelt, mit Zähnen; Halswirbel frei.
a. Gebiss (3 · 1 · 5-8)/(3 · 1 · 5-8); Milchzähne vorhanden;
Nasenbeine verlängert, Nasenöffnung weit vorn.
1. Fam. Zeuglodontidae.
b. Gebiss (3 · 1 · 4-5 · 7)/(3 · 1 · 4 · 7); Nasenbeine sehr kurz,
Nasenlöcher auf dem Scheitel.
2. Fam. Squalodontidae.
B. Alle Zähne einfach conisch, einwurzelig; Zwischenkiefer zahnlos;
Oberkiefer stets und meist reich bezahnt; Schädel sehr unsymmetrisch;
Nasale winzig; vordere Halswirbel meist verwachsen.
3. Fam. Delphinidae.
C. Oberkiefer zahnlos; functionirende Zähne auf den Unterkiefer
beschränkt, meist nur sehr wenige; Frontale und Maxillare stark in
die Höhe gezogen, so dass das Schädelprofil auffallend concav wird;
Schädel sehr unsymmetrisch; Nasale winzig; Halswirbel verwachsen.
4. Fam. Ziphioidae.
D. Beide Kiefer zahnlos; dafür sind Barten entwickelt; Unterkieferäste
nach aussen convex; Schädel symmetrisch; Nasale klein.
5. Fam. Balaenidae.