Mit nur einer Reihe von functionirenden Zähnen, deren Spitze sich
abkaut (Fig. 819 A); Prämaxilla unbezahnt; am Vorderfusse ist der
Daumen reducirt, der fünfte Finger normal; am Hinterfusse nur drei
Zehen wohlentwickelt, die erste ist rudimentär. Postpubis sehr schlank,
kürzer als Ischium (Fig. 818). Sternum paarig. Jura und Kreide von
Europa.
[Illustration: Fig. 818. Iguanodon Bernissartensis Boulgr. Kreide
von Bernissart. Skelet. co = Coracoid; is = Ischium; p = Pubis; pp
= Postpubis; sc = Scapula; I-V = 1.-5. Finger bez. Zehe. A Zahn von
aussen, B von innen. (½.)]
[Illustration: Fig. 819. Iguanodon Bernissartensis Boulgr. Kreide
von Bernissart. A Unterkieferzähne in natürlicher Stellung, von der
Innenseite. 1, 2 = fungirende Zähne; 3, 4 = Ersatzzähne. B Schädel
von der Seite. A = Augenhöhle; L = Thränengrube; N = Nasenhöhle; S’
= untere Schläfengrube; pd = Praedentale; q = rechtes, q’ = linkes
Quadratum.]
Iguanodon Mantell (Fig. 818 u. 819). Hinterfüsse und Schwanz von
gewaltiger Stärke, das Becken erinnert ausserordentlich an das
der Vögel. An den vorderen Gliedmassen ist der erste Finger zu
einem eigenthümlichen Sporn ausgebildet, die beiden folgenden
zeigen schaufelförmige Endphalangen. Schädel klein, Zähne sehr
charakteristisch, spatelförmig, mit mehreren Längsfalten auf der
Aussenseite und mit gezähnelten Rändern, sowie mit schiefer Kaufläche.
Halswirbel opisthocöl, Rumpfwirbel biplan, Schwanzwirbel biconcav. Malm
und untere Kreide.
I. Mantelli Owen und I. Bernissartensis Boulgr. (Fig. 818 u. 819).
Untere Kreide von England und Belgien.
Schon lange war Iguanodon aus der englischen Wälderformation in
zahlreichen, aber unvollständigen Resten bekannt; neuerdings wurden in
der belgischen Kreide von Bernissart mehrere vollständige Skelete
dieser beiden Arten entdeckt, die nun im Museum von Brüssel
Aufstellung gefunden haben. Es sind Thiere von gigantischer Grösse,
nahezu 10 m lang, die, wenn sie aufrecht gingen, wie wohl ihre
Gewohnheit war, eine Höhe von fast 4½ m erreichten.