9. Ordnung Dinosauria.

Litteratur über Dinosauria (s. auch p. 616).

Marsh, O. C. Principal Characters of American Jurassic Dinosaurs etc.

American Journ. of Sc. and Arts. Vol. XVI. 1878 ff.

Die Dinosaurier waren Land- und Sumpfreptilien der Secundärzeit,

mit langem Halse und langen Hintergliedmassen, die vielfach eine

aufrechte Körperhaltung ermöglichten, wobei, wie bei dem Känguru, der

mächtig entwickelte Schwanz als Stütze diente; es waren Fleisch- und

Pflanzenfresser, zum Theil kleinere Formen, zum Theil aber Thiere von

einer so ungeheuren Grösse, wie sie von keinem anderen Landwirbelthiere

jemals noch erreicht wurde. Die Mannigfaltigkeit der hierher gehörigen

Formen ist grösser als in den anderen Ordnungen der Reptilien; die

primitivsten triasischen Formen zeigen sehr nahe Beziehungen zu den

ältesten Crocodilia und den Rhynchocephala, während wieder andere

Formen, besonders im Bau des Beckens und der Hinterbeine, so viele

Vogelmerkmale aufweisen, dass viel Wahrscheinlichkeit dafür spricht,

dass aus dieser Reptilienordnung die echten Vögel ihren Ursprung

nahmen. Während die Dinosauria zur Jura- und Kreidezeit unstreitig die

hervorragendste Rolle unter den Landthieren gespielt hatten, sind sie

bei Beginn der Tertiärzeit vollständig erloschen.

Wirbel biconcav, die vorderen oft opisthocöl; obere Bögen verwachsen

spät mit dem Wirbelcentrum. Rippen zweiköpfig, am Halse frei oder

verwachsen, am Rumpfe meist von einem langen Querfortsätze getragen.

Halswirbel zahlreich; die 3-6 (selten 2) Sacralwirbel mit einander

verschmolzen; Schwanzwirbel zahlreich, mit unteren Bögen versehen. An

dem sehr kleinen Schädel sind stets die beiden seitlichen Schläfenbögen

und Schläfengruben (Fig. 811 S, S’) vorhanden; Quadratum unbeweglich,

Scheitelloch fehlt. Zwischenkiefer getrennt, Unterkieferäste nur durch

Knorpel verbunden. Zähne (Fig. 810) stark comprimirt, zweischneidig,

oft complicirt gebaut (Fig. 818 A), stehen nur auf den Kieferrändern,

in Alveolen oder Alveolarrinnen. Die Gliedmassen (Fig. 809) sind Geh-

oder Laufbeine mit Krallen oder Hufen, die Hinterbeine fast stets viel

länger als die Vorderbeine, oft digitigrad mit verlängerten Metatarsen.

Intertarsalgelenk sehr ausgebildet; Astragalus und Calcaneus sind meist

gar nicht selbständig beweglich, die distalen Tarsalia mehr oder

weniger rudimentär. Sternum oft paarig; Clavicula und Episternum fehlt

(stets?). Coracoid kurz, mit Fontanelle. Beckenknochen (Fig. 809)

fast nie mit einander verwachsen, bilden ein durchbohrtes Hüftgelenk.

Gelenkkopf des Femur mehr oder weniger rechtwinkelig zum Schaft

gestellt. Ileum (il) wie bei Vögeln vom Hüftgelenk aus nach vorn und

nach hinten verlängert; Pubis (p) und Ischium (is) meist schmal. Pubis

oft mit langem, hinterem Fortsätze, dem Postpubis (Fig. 816 pp), das

dem Ischium (is) parallel läuft. Sitzbeinsymphyse existirt stets.

Körper öfters gepanzert.

Es lassen sich folgende drei Unterordnungen unterscheiden:

1. Carnivor; Postpubis rudimentär oder fehlend; Pubis abwärts

gerichtet, mit verknöcherter Symphyse.

1. Unterordnung Theropoda.

2. Herbivor; kein Postpubis; Pubis nach vorn gerichtet, durch Knorpel

vereinigt.

2. Unterordnung Sauropoda.

3. Herbivor; langes Postpubis vorhanden; Pubis nach vorn gerichtet,

frei.

3. Unterordnung Orthopoda.

Elemente der Paläontologie · 第 399 / 606 题