II. Clupeoidei.

Von den zahlreichen tertiär und recent bekannten Familien finden sich

nur sehr wenige schon in mesozoischen Schichten seit der Jurazeit,

sämmtlich Isospondyli, die auch im älteren Tertiär noch überwiegen.

Fam. Clupeidae.

Vorderste Wirbel nicht mit einander verwachsen. Dünne Cycloidschuppen

vorhanden. Kopf nicht beschuppt. Mundrand vom Maxillare und

Intermaxillare gebildet. Zähne meist klein. Rückenflosse kurz; mitunter

sind Bauchrippen vorhanden. Jura bis Gegenwart.

[Illustration: Fig. 715. Leptolepis sprattiformis Ag. Lithographischer

Schiefer von Kelheim.]

[Illustration: Fig. 716. Thrissops formosus Ag. Lithographischer

Schiefer von Kelheim. Schwanzwirbel.]

Leptolepis Ag. (Fig. 715). Häringsähnliche Fischchen von geringer

Grösse. Rückenflosse den Bauchflossen gegenüber. Afterflosse kurz.

Kopfknochen glatt. Winzige Zähnchen vorhanden. Keine Bauchrippen. Sie

finden sich vom oberen Lias bis zur unteren Kreide und kommen stets

gesellig vor; ausserordentlich reich daran ist der lithographische

Schiefer von Bayern.

L. Knorri Ag. sind grössere, bis 25 cm lange Arten. Lithographischer

Schiefer von Bayern.

L. sprattiformis Ag. (Fig. 715) und L. polyspondylus Ag. sind kleine

Arten von ebenda.

Thrissops Ag. (Fig. 716). Die kleine Rückenflosse steht der langen

Afterflosse gegenüber. Schwanzflosse stark gegabelt. Kräftige

Fangzähne neben feinen Bürstenzähnchen vorhanden. Ziemlich grosse

Raubfische, häufig im obersten Jura und in der unteren Kreide.

Th. formosus Ag. (Fig. 716). Lithographischer Schiefer von Bayern.

Th. microdon Heckel. Kreide von Lesina.

Clupea Cuv. Die Häringe besitzen Bauchrippen, eine kielförmige,

gezackte Bauchkante und zahlreiche kleine Zähnchen. Sie finden sich von

der unteren Kreide an und sind tertiär und recent sehr häufig.

C. macropoma Ag. Eocän von Monte Bolca.

C. ventricosa H. v. Meyer. Sehr häufig im untermiocänen Thon bei

Ulm.

Meletta Val. Zahnlos mit dicken kreisförmigen Schuppen, die drei bis

sechs Paar Radien auf der Oberfläche zeigen. Tertiär. Sehr häufig in

gewissen unteroligocänen Schichten (Melettaschichten vom Oberelsass und

bei Solothurn, Menilitschichten der Karpathen, Fischschiefer von Glarus

etc.).

Elemente der Paläontologie · 第 327 / 606 题