2. Fam. Palaeoniscidae.

Körper wenigstens doppelt so lang als hoch, panzerartig bedeckt

von rhombischen, gelenkig verbundenen Ganoidschuppen (Fig. 687).

Schwanzflosse, meist auch die übrigen Flossen mit Fulkren besetzt.

Kopfpanzer vollständig (Fig. 688). Kiemendeckel (o, io, po) gross.

Kiemenhautstrahlen (br) zahlreich, blattförmig. Schultergürtel

mit Infraclavicula (icl) wie bei den Accipenseridae. Mundöffnung

gross; Zähne klein. Mittellinie des Rückens meist mit einer Reihe

unpaarer V-förmiger Schuppen versehen. Kopfknochen, oft auch die

Kiemenhautstrahlen und Flossenstrahlen sind schmelzbedeckt. Devon bis

Lias, im Carbon und Perm sind es die wichtigsten Fischformen unter den

Euichthyes. Sie und die nahe verwandten Platysomidae sind die typischen

Vertreter der Heterocerci, während die übrigen Familien nur mehr oder

weniger aberrante Formen dieses Typus enthalten.

Cheirolepis Ag. mit winzigen dicken, Acanthodiden-ähnlichen Schuppen,

die nicht mit den Rändern übergreifen. Devon von Russland und

Schottland.

Ch. Trailli Ag. Old red Sandstone von Schottland.

Palaeoniscus Ag. emend. Traquair (Fig. 687-689). Körper verlängert.

Schuppen mässig gross, verschieden skulptirt. Rückenflosse über

dem Zwischenraum von Bauch- und Afterflossen, vorne mit Fulkren

besetzt. Vor den unpaaren Flossen drei oder mehr <f>Y</f>-förmige

Schuppen, die auf dem Schwanze ganz allmählich in die Fulkren der

Schwanzflosse übergehen. Zähne sehr klein, conisch, ungleich. Für den

deutschen Kupferschiefer und den englischen Magnesian limestone sehr

charakteristisch.

P. Freieslebeni Ag. (Fig. 688, 689) aus dem Kupferschiefer von

Eisleben, Riechelsdorf und Ilmenau ist weitaus die häufigste Art.

P. elegans Ag. Magnesian Limestone von England.

[Illustration: Fig. 687. Gelenkig verbundene Ganoidschuppen von

Palaeoniscus. Innenseite, mit Leisten und Zapfen.]

[Illustration: Fig. 688. Palaeoniscus Freieslebeni Ag. Kopf aus

dem Kupferschiefer von Eisleben. br = Kiemenhautstrahlen; cl =

Clavicula; f = Frontale; icl = Infraclavicula; im = Intermaxillare;

io = Interoperculum; m = Maxillare; md = Mandibula; n = Nasale; o =

Operculum; p = Parietale; pcl = Postclavicula; po = Präoperculum; pt =

Posttemporale; scl = Supraclavicula.]

[Illustration: Fig. 689. Palaeoniscus Freieslebeni Ag. Kupferschiefer

von Eisleben.]

Amblypterus Ag. emend. Traquair. Schuppen glatt; Flossen ziemlich gross

mit kleinen Fulkren. Rückenflosse über dem Zwischenraum von Bauch- und

Afterflosse. Zähne sehr klein, bürstenförmig, gleich gross. Zahlreiche

Arten im Rothliegenden, besonders von Deutschland.

A. latus Ag. in Sphärosideritknollen von Lebach bei Saarbrücken.

A. Duvernoyi Ag. Sehr häufig bei Münsterappel (Kreuznach).

A. Wratislaviensis Ag. Braunau in Böhmen.

A. Voltzi Ag. Autun.

Rhabdolepis Troschel (Fig. 690) mit fein gestreiften Schuppen und

grossen Flossen. Rothliegendes.

Rh. macropterus Ag. (Fig. 690). Im Rothliegenden von Lebach bei

Saarbrücken.

Gyrolepis Ag. (Fig. 691). Schuppen mit einfachem geradem Hinterrand;

deren Oberfläche mit schiefen, etwas wellig gebogenen, oft verästelten

Querrunzeln oder Streifen bedeckt. Trias.

G. Alberti Ag. (Fig. 691). Die grossen glänzenden Schuppen sind

häufig im Muschelkalk und in der Lettenkohle von Deutschland.

[Illustration: Fig. 690. Rhabdolepis macropterus Bronn. Rothliegendes

bei Saarbrücken.]

[Illustration: Fig. 691. Gyrolepis Alberti Ag. Oberer Muschelkalk von

Wehmingen bei Sehnde. Schuppe von der Oberseite.]

Elemente der Paläontologie · 第 308 / 606 题