5. Ordnung Dipnoi.

Das Innenskelet der Dipnoi zeigt nur geringe Verknöcherung; die

Chordascheide bleibt ungegliedert. Am Kopfe treten Deckknochen

auf, vor allem ein Parasphenoid (Fig. 673 ps) und ein Operculum,

ebenso am Schultergürtel. Das Palatoquadratum sowie das rudimentäre

Hyomandibulare sind mit dem Schädel verwachsen. Der Gaumen (pp)

und der Unterkiefer trägt jederseits eine sehr grosse kammförmige

Zahnplatte (Fig. 673 d u. Fig. 675). Sind die paarigen Flossen wohl

entwickelt, so sind sie quastenförmig mit langer vielgliedriger,

äusserlich beschuppter Hauptachse und zweizeilig angeordneten

Seitenstrahlen (Fig. 674 p u. v, ähnlich Pleuracanthus, vgl. Fig.

645), sonst peitschenförmig ohne Seitenstrahlen. Die Schwanzflosse ist

diphycerk (Fig. 648, 674) oder heterocerk (Fig. 676). Die unpaaren

Flossen werden von stabförmigen Flossenträgern getragen, die direkt

den Dornfortsätzen aufsitzen. Die Flossenstrahlen bestehen meist aus

Hornfäden (Fig. 674), manchmal aus gegliederten Strahlen (Fig. 676).

Der Körper ist mit grossen rundlichen Schuppen bedeckt. Rippen lang und

kräftig.

[Illustration: Fig. 673. Dipterus Valenciennesi Ag. Old red Sandstone

von Schottland. A Unterseite des Schädels. B Unterkiefer von oben. a =

Unterkiefergelenk; d = Zahnplatten; pp = Palatinum; ps = Parasphenoid.]

Die lebenden Dipnoi besitzen neben ihren Kiemen auch Lungen; sie finden

sich in Südamerika, Afrika (Protopterus -- Fig. 648) und Australien

und leben daselbst in schlammigen, dem Austrocknen oft unterworfenen

Gewässern. Fossil kommen sie vom Devon (Silur?) an vor.

Dipnoi sind offenbar innig mit den Crossopterygii, den primitivsten

Teleostomi verwandt. Die Abgrenzung der paläozoischen Vertreter beider

Gruppen ist sehr unsicher.

Elemente der Paläontologie · 第 292 / 606 题