Als Beispiel für diese Gruppe möge erwähnt werden

Loricula Sow. (Fig. 608). Stiel jederseits von 3 Längsreihen (I, II,

III) Seitenplatten, auf dem Rücken (Carinalseite -- ck) und Bauche

(Rostralseite -- rk) mit je einer Doppelreihe kleiner Platten bedeckt.

Der vordere Theil der Schale (Capitulum -- s, l’, l, c, t) aus 9

Platten bestehend, von denen die unpaare, rückenständige als Carina

(c), die seitlichen, paarigen als Terga (t), Lateralia (l’, l) und

Scuta (s) bezeichnet werden. Ein unpaares Stück auf der Bauchseite

(Rostrum) scheint zu fehlen. Obere Kreide, Europa, Libanon.

L. pulchella Sow. (Fig. 608). Turon. England, Böhmen. Mit der einen

Seite auf Ammonitenschalen aufgewachsen, daher die aufgewachsene

Hälfte fast ganz unbeschalt.

Verwandte Gattungen schon seit der Silurzeit bekannt. Einige lebende

Formen (Lepas antifera L.) in allen Meeren.

[Illustration: Fig. 608. Loricula pulchella Sow. Turon. Kent,

England. Schale von der Seite gesehen, restaurirt. Die Rankenfüsse

(c’) nach Analogie der lebenden Formen eingezeichnet. I, II, III --

Seitenplatten, ck = Carinalplatten, rk = Rostralplatten des Stieles; c

= Carina; t = Tergum; l, l’ = Lateralia; s = Scutum.]

[Illustration: Fig. 609. Balanus concavus Br. Pliocän (Crag). England.

A Schale von der Seite gesehen. c = Carina; cl = Carino-Laterale; l =

Laterale; r = Rostrum. B isolirtes Tergum (t). C isolirtes Scutum (sc).]

B. Operculata, Körper ungestielt, mit breiter Basis aufgewachsen

(Fig. 609 A). Schalenstücke zu einem Ringe vereinigt; nur Scutum

(C) und Tergum (B) bilden einen beweglichen Deckel. Devon --

Gegenwart, häufig im Tertiär.

Balanus List. (Fig. 609). Die Schale besteht aus der unpaaren Carina

(c), dem Rostrum (r) und den paarigen Carino-Lateralia (cl) und

Lateralia (l); Scutum (sc) und Tergum (t) frei und beweglich mit

einander verbunden bilden den Deckel. Basis der Schale häufig oder

kalkig. Zahlreiche Arten im Tertiär und in der Gegenwart.

B. concavus Br. (Fig. 609). Neogen. Europa, Nord- und Südamerika.

Lebend an den Küsten des pacifischen Oceans.

* * * * *

Die Cirripedia sind eine durch festsitzende Lebensweise stark modificirte

Abtheilung der Crustaceen, welche erst in den jüngeren Formationen

sich reichlich entwickelt. Da die Pedunculata noch eine deutliche

Segmentirung des Panzers erkennen lassen, so dürften sie an panzertragende

Formen des Paläozoicums (Trilobiten?) anschliessen.

Rückblick auf die Crustacea.

Da im Cambrium bereits alle 3 Ordnungen der Crustaceen in mehr oder

weniger typischen Vertretern vorkommen, so ist eine Zurückführung

derselben auf eine gemeinsame Ausgangsgruppe nach paläontologischen

Daten vor der Hand nicht möglich. Wir können aber die ältesten Formen

in 2 Gruppen sondern, von denen die eine durch die Trilobiten mit

reichlich segmentirtem Panzer, die andere durch die Phyllocariden

und Ostracoden mit verschmolzenen Panzersegmenten repräsentirt wird.

An die Trilobiten schliessen sich die Xiphosuren und jedenfalls auch

die Isopoden enge an. Beide bewahren eine auffallende habituelle

Aehnlichkeit mit den Trilobiten, zudem tritt eine Verschmelzung der

Mittelleibssegmente mit dem Kopfe nur in ganz beschränkter Weise

ein und die Augen und die Anhänge behalten z. gr. Th. die für die

Trilobiten bezeichnende Form und Lage. Bei den Xiphosuren erhält sich

der breite Stirnumschlag der Schale und es kommt nur zur Bildung eines

einzigen, kleinen Antennenpaares, während die Isopoden und ebenso die

Amphipoden 2 wohlentwickelte Fühlerpaare bekommen, dabei aber die

Beweglichkeit der Rumpfsegmente erhalten bleibt. Als durch festsitzende

Lebensweise stark modificirter Seitenzweig des Trilobitenstammes

dürften die Cirripedien aufzufassen sein, deren älteste Vertreter

(Pedunculata) sich durch einen reichlich segmentirten Panzer

auszeichnen. Im Gegensatz zu diesen Gliedern des Trilobitenstammes

tritt im Phyllocaridenstamm schon frühzeitig eine Verschmelzung der

Rumpfsegmente mit dem Kopfe im Panzer und grösstentheils im Weichkörper

ein und diese giebt sich in dem Auftreten eines Kopfbrustschildes zu

erkennen. Bei den Phyllopoden, Leptostraca und Thoracostraca bleibt

der Hinterleib segmentirt und beweglich, und die Augen rücken in den

beiden letztgenannten Gruppen nach vorn und kommen auf bewegliche

Stiele zu stehen. Die Larve der Thoracostraca zeigt uns das Bild

eines Phyllocariden (Zooea-Stadium -- Fig. 569). Bei den Ostracoden

geht mit der Einbeziehung des Hinterleibes in die zweiklappige,

phyllocaridenartige Schale ein Verlust der Segmentation Hand in Hand.

Die Copepoda sind fossil unbekannt.

Im Cambrium giebt es eine Trilobitenform, welcher man wegen ihres

ausserordentlich grossen, in der Mitte der Länge nach getheilten

Kopfschildes (Hydrocephalus) eine Mittelstellung zwischen Trilobiten

und Phyllocariden einzuräumen geneigt sein könnte; im Uebrigen fehlen

aber Zwischenglieder der beiden Stämme bisher noch vollständig.

Der merkwürdigen Uebereinstimmung, welche sich in der Zahl der

Kopfanhänge und der Gliederung des Körpers zwischen den Xiphosura

und Gigantostraca zu erkennen giebt, wurde schon oben gedacht.

Kaum geringer dürfte die Aehnlichkeit zwischen den Gigantostraca

und gewissen Arachnoideen, insbesondere mit den Arthrogastra (mit

gegliedertem Hinterleibe) anzuschlagen sein.

Elemente der Paläontologie · 第 251 / 606 题