2. Brachyura (Krabben).

Das im fossilen Zustande oft allein erhaltene Cephalothoraxschild

besitzt meist eine kurze, gedrungene, häufig vierseitige Gestalt.

Erstes Fusspaar gross, mit kräftigen Scheeren. Meist werden durch

Furchen zahlreiche Leibesregionen auf dem Kopfbrustschilde abgeschieden

(Fig. 602). Vom Jura an mit Sicherheit bekannt. Die hauptsächlichste

Entwickelung fällt in die Tertiärzeit und die Gegenwart. Manche der

känozoischen Formen leben im Süsswasser.

[Illustration: Fig. 602. Prosopon tuberosum v. Mey. Valengien.

Boucheran, Dép. du Jura. Isolirter Cephalothorax von der Oberseite. w =

Magengegend; q₁ = vordere, q₂ = hintere Nackenfurche; h = Herzregion.]

Prosopon v. Mey. (Fig. 602). Kleiner, drei- oder fünfseitiger

Cephalothorax, meist mit Warzen und Körnern verziert. Vor der vorderen

Nackenfurche (q₁) liegt die durch 2 convergirende Furchen seitlich

begrenzte Magengegend (w); die hintere Querfurche (q₂) schliesst mit

einer kurzen, bogenförmigen Furche die Herzregion (h) ein. Hinterleib

und Anhänge nicht mit Sicherheit bekannt. Dogger -- Neocom, häufig im

Oberen Malm Mitteleuropas (»Prosoponkalke«).

P. marginatum v. Mey. }

} Oberer Malm. Schwaben.

P. aculeatum v. Mey. }

P. tuberosum v. Mey. Untere Kreide (Valengien). Französischer Jura.

[Illustration: Fig. 603. Harpactocarcinus punctulatus Desm. sp. Eocän.

Vicentin. A Männchen von der Oberseite. B dasselbe von der Unterseite.

r = Rostrum; a = Augenhöhle; 8-20 = Segmente; mx = Maxille; f₁ =

erstes Fusspaar mit starken Scheeren (s, s’); f₂-f₃ = die folgenden 4

Fusspaare; a₃-a₇ = Hinterleibsglieder; st₁-st₄ = Sternite.]

Harpactocarcinus M.-Edw. (Fig. 603). Die vorderen Seitenränder des

breiten, sechsseitigen Cephalothorax sind gezackt, ebenso der breite

Stirnfortsatz (Rostrum -- r), neben welchem die tiefen Augenhöhlen

(a) liegen. Bauchseite durch eine Reihe unpaarer Platten (Sternite

-- st₁-st₄) bedeckt, welche den Fusspaaren entsprechen. Darüber ist

das Ende des beim Männchen (B) schmalen, beim Weibchen viel breiteren

Hinterleibes (a₃-a₇) geschlagen; die Segmente desselben z. Th.

verwachsen (a₅-a₃). Erstes Fusspaar (f₁) mit starken Scheeren (s’, s).

Häufig im Eocän der Schweiz und Südeuropas.

H. punctulatus Desm. sp. (Fig. 603). Eocän. Schweiz, Vicentin etc.

Elemente der Paläontologie · 第 246 / 606 题