4. Fam. Pinacoceratidae.

Schale flach scheibenförmig, meist unverziert. Nabel eng. Aussenseite

schneidend oder mit 2 Kanten, selten gerundet. Loben überzählig,

zahlreich. Aussensattel sehr breit oder sehr hoch, häufig in adventive

Elemente aufgelöst. Perm und Trias.

Diese Familie schliesst sich an die Goniatiten-Gruppe der Serrati

(Beloceras -- p. 396) an.

Medlicottia Waag. (Fig. 496). Schale hochmündig, flach. Aussenseite

mit 2 Kielen, welche eine Furche einschliessen. Von dem hohen

quergetheilten Aussensattel beginnen sich adventive Elemente

abzuspalten. Loben und Sättel mit wenigen Einschnitten. Zahlreiche

Hilfsloben. Perm (Ostindien, Ural, Sicilien).

M. primas Waag. Perm. Ostindien.

M. Orbignyi Vern. Perm. Ural.

M. Trautscholdi Gem. (Fig. 496). Perm. Sicilien.

Bei der nahestehenden Gattung Sageceras Mojs. ist der Aussensattel

in zahlreiche Adventivsättel aufgelöst. Die Loben sind zweispitzig,

die Sättel ganzrandig. Perm -- Karnische Stufe.

S. Haidingeri Hau. Karnisch. Nordalpen.

Formen mit schwach entwickelten Adventivloben und goniatitischer

Lobenlinie treten im germanischen Röth und Muschelkalke auf --

Beneckeia Mojs.

B. tenuis Seeb. Oberer Buntsandstein.

B. Buchi Alb. Unterer Muschelkalk.

Pinacoceras Mojs. (Fig. 497). Schale aussen meist zugeschärft, selten

gerundet, abgeplattet, gefurcht oder gekerbt. Lobenlinie stark

zerschlitzt mit zugespitzten Seitenloben und -Sätteln. Die Adventiv-

und Hilfssättel meist breit und zweitheilig. In der alpinen Trias

vom oberen Muschelkalke bis in die karnische Stufe. Die permischen

Vorläufer -- Propinacoceras Gem. -- zeichnen sich durch geringere

Zertheilung der Lobenlinie, unvollkommene Individualisirung der

adventiven Elemente und durch ihre breite, gekerbte Aussenseite aus.

P. (Prop.) Beyrichi Gem. Perm. Sicilien.

P. Metternichi Hau. }

} Norisch. Salzkammergut.

P. parma Mojs. (Fig. 497). }

P. Layeri Hau. Karnisch. Salzkammergut.

[Illustration: Fig. 496. Medlicottia Trautscholdi Gem. Perm. Sicilien.

A Schale von der Seite, B von hinten. R = Aussenfurche, von 2

Kielen eingefasst. C Lobenlinie. k-k = Kiellinie. Von dem hohen,

quergetheilten Aussensattel (es) zweigt sich ein kleiner Adventivsattel

ab.]

[Illustration: Fig. 497. Pinacoceras parma Mojs. Norisch.

Salzkammergut. A Schale von der Seite mit eingetragener Lobenlinie; die

starke Zerschlitzung derselben bei der Reduction nicht erkennbar. B

Schale von vorn.]

Anhang: 5. Fam. Cladiscitidae.

Eine geringe Zahl triadischer Ammoniten, deren Ausgangspunkt unter den

Goniatiten noch nicht mit Sicherheit festgestellt ist, gehört in diese

Familie. Die Wohnkammer der glatten oder mit Spiralstreifen verzierten

Schalen beträgt 1 Umgang. Die Schale ist ungenabelt mit breiter,

gerundeter Aussenseite. Einschnürungen und Varices fehlen. Lobenlinie

reichlich zerschlitzt, ähnlich wie diejenige von Joannites (p. 408),

jedoch nicht gebogen.

Die Sättel der älteren Formen endigen einblättrig, die der jüngeren

sind tief zweitheilig.

Cladiscites Mojs. (Fig. 498). Vom Muschelkalk bis in die karnische

Stufe der Alpen.

[Illustration: Fig. 498. Cladiscites tornatus Br. Norisch.

Salzkammergut. A Schale von der Seite, B von vorn. NB. Die

Spiralstreifung der Schale ist auf der Zeichnung nicht hinreichend

deutlich.]

Cl. tornatus Br. (Fig. 498). }

} Norisch. Salzkammergut.

Cl. multilobatus Br. }

Cl. subtornatus Mojs. Karnisch. Salzkammergut.

Elemente der Paläontologie · 第 202 / 606 题