Schale flach scheibenförmig, meist unverziert. Nabel eng. Aussenseite
schneidend oder mit 2 Kanten, selten gerundet. Loben überzählig,
zahlreich. Aussensattel sehr breit oder sehr hoch, häufig in adventive
Elemente aufgelöst. Perm und Trias.
Diese Familie schliesst sich an die Goniatiten-Gruppe der Serrati
(Beloceras -- p. 396) an.
Medlicottia Waag. (Fig. 496). Schale hochmündig, flach. Aussenseite
mit 2 Kielen, welche eine Furche einschliessen. Von dem hohen
quergetheilten Aussensattel beginnen sich adventive Elemente
abzuspalten. Loben und Sättel mit wenigen Einschnitten. Zahlreiche
Hilfsloben. Perm (Ostindien, Ural, Sicilien).
M. primas Waag. Perm. Ostindien.
M. Orbignyi Vern. Perm. Ural.
M. Trautscholdi Gem. (Fig. 496). Perm. Sicilien.
Bei der nahestehenden Gattung Sageceras Mojs. ist der Aussensattel
in zahlreiche Adventivsättel aufgelöst. Die Loben sind zweispitzig,
die Sättel ganzrandig. Perm -- Karnische Stufe.
S. Haidingeri Hau. Karnisch. Nordalpen.
Formen mit schwach entwickelten Adventivloben und goniatitischer
Lobenlinie treten im germanischen Röth und Muschelkalke auf --
Beneckeia Mojs.
B. tenuis Seeb. Oberer Buntsandstein.
B. Buchi Alb. Unterer Muschelkalk.
Pinacoceras Mojs. (Fig. 497). Schale aussen meist zugeschärft, selten
gerundet, abgeplattet, gefurcht oder gekerbt. Lobenlinie stark
zerschlitzt mit zugespitzten Seitenloben und -Sätteln. Die Adventiv-
und Hilfssättel meist breit und zweitheilig. In der alpinen Trias
vom oberen Muschelkalke bis in die karnische Stufe. Die permischen
Vorläufer -- Propinacoceras Gem. -- zeichnen sich durch geringere
Zertheilung der Lobenlinie, unvollkommene Individualisirung der
adventiven Elemente und durch ihre breite, gekerbte Aussenseite aus.
P. (Prop.) Beyrichi Gem. Perm. Sicilien.
P. Metternichi Hau. }
} Norisch. Salzkammergut.
P. parma Mojs. (Fig. 497). }
P. Layeri Hau. Karnisch. Salzkammergut.
[Illustration: Fig. 496. Medlicottia Trautscholdi Gem. Perm. Sicilien.
A Schale von der Seite, B von hinten. R = Aussenfurche, von 2
Kielen eingefasst. C Lobenlinie. k-k = Kiellinie. Von dem hohen,
quergetheilten Aussensattel (es) zweigt sich ein kleiner Adventivsattel
ab.]
[Illustration: Fig. 497. Pinacoceras parma Mojs. Norisch.
Salzkammergut. A Schale von der Seite mit eingetragener Lobenlinie; die
starke Zerschlitzung derselben bei der Reduction nicht erkennbar. B
Schale von vorn.]
Anhang: 5. Fam. Cladiscitidae.
Eine geringe Zahl triadischer Ammoniten, deren Ausgangspunkt unter den
Goniatiten noch nicht mit Sicherheit festgestellt ist, gehört in diese
Familie. Die Wohnkammer der glatten oder mit Spiralstreifen verzierten
Schalen beträgt 1 Umgang. Die Schale ist ungenabelt mit breiter,
gerundeter Aussenseite. Einschnürungen und Varices fehlen. Lobenlinie
reichlich zerschlitzt, ähnlich wie diejenige von Joannites (p. 408),
jedoch nicht gebogen.
Die Sättel der älteren Formen endigen einblättrig, die der jüngeren
sind tief zweitheilig.
Cladiscites Mojs. (Fig. 498). Vom Muschelkalk bis in die karnische
Stufe der Alpen.
[Illustration: Fig. 498. Cladiscites tornatus Br. Norisch.
Salzkammergut. A Schale von der Seite, B von vorn. NB. Die
Spiralstreifung der Schale ist auf der Zeichnung nicht hinreichend
deutlich.]
Cl. tornatus Br. (Fig. 498). }
} Norisch. Salzkammergut.
Cl. multilobatus Br. }
Cl. subtornatus Mojs. Karnisch. Salzkammergut.