Die Netzkiemer besitzen eine spiral gewundene, fast ausnahmslos
gedeckelte Schale. Die Mündung ist meist kreisrund, der Mundsaum
zusammenhängend. Sie athmen durch Lungen und leben ausschliesslich auf
dem Lande. Fossil seit der Kreide bekannt, im Tertiär durch eine Anzahl
wichtiger Formen vertreten. Die zahlreichen lebenden Formen finden sich
zumeist in den Tropen.
Cyclostoma Lmk. (Fig. 384, 385). Schale scheiben- bis thurmförmig,
meist mit Spiralstreifen verziert. Mündung rund, ihre Ränder nicht
unterbrochen. Deckel hornig oder kalkig. Selten in der Kreide, häufiger
im Tertiär; zahlreiche lebende Arten, die sich auf eine grosse Reihe
von Untergattungen vertheilen.
C. Sandbergeri Noul. Mitteleocän. Südfrankreich, Oberrhein.
C. mumia Lmk. (Fig. 385). Mittel-und Obereocän. Frankreich,
Oberrhein. Unteroligocän. England.
C. antiquum Brgt. Mittelmiocän. SW.-Deutschland, Frankreich.
C. bisulcatum Ziet. (Fig. 384). Untermiocän. Süddeutschland.
C. pupa A. Br. Untermiocän. Mainzer Becken.
C. Larteti Noul. Obermiocän. Frankreich, Süddeutschland.
C. elegans Link. Diluvial und Lebend. Mittel- und Südeuropa.
[Illustration: Fig. 384. Cyclostoma bisulcatum Ziet. Miocän. Ermingen
b. Ulm. Schale mit erhaltenem Deckel.]
[Illustration: Fig. 385. Cyclostoma mumia Lmk. Obereocän. Pariser
Becken. Links: von vorn. Rechts: von hinten. (NB. Die Mündung ist
fälschlich oval statt kreisrund gezeichnet.)]
[Illustration: Fig. 386. Strophostoma anomomphalus Sdb. Oligocän.
Arnegg b. Ulm. Oben: Schale umgekehrt von vorn. Unten: Schale von oben.]
Als Strophostoma Desh. (Fig. 386) werden niedrige Schalen mit nach oben
gekehrter Mündung bezeichnet, die von der oberen Kreide bis ins Miocän
reichen.
Str. anomomphalus Sdb. (Fig. 386). Oligocän. Mainzer Becken,
Schwaben.
Str. tricarinatum A. Br. Untermiocän. Mainzer Becken.