2. Klasse: Anthozoa.

Litteratur über Anthozoa.

Duncan, M. Monograph of the British fossil Corals. Palaeontogr. Society

1865-69. 1872.

Goldfuss. Petrefacta Germaniae I, 1826-1833.

Koby. Monographie des polypiers jurassiques de la Suisse. Abh. d.

Schweizer paläont. Gesellsch. vol. VII --. 1881 -- (noch nicht

vollendet).

Michelin. Iconographie zoophytologique. Paris 1841-47.

Milne Edwards & Haime. Monographie des Polypiers foss. des terrains

paléozoiques. Archives du Muséum. vol. V 1851.

---- Monograph of the British fossil Corals. Palaeontogr. Society 1849.

1851-54.

---- Histoire naturelle des Coralliaires. Paris 1857-60.

Nicholson, H. A. On the structure and affinities of the »Tabulate

Corals«. Edinburgh & London 1879.

---- On the structure and affinities of the Genus Monticulipora.

Edinburgh & London 1881.

Quenstedt. Petrefactenkunde Deutschlands Bd. VI. Leipzig 1881.

Die Anthozoa oder Korallenthiere sind ausschliesslich marine,

festsitzende, meist zu Stöcken vereinigte Polypen-Thiere von vier-,

sechs- oder mehrstrahligem Baue. Sehr häufig dient ein horniges oder

hornig-kalkiges oder rein kalkiges Skelet zur Stütze der Weichtheile.

[Illustration: Fig. 78. Astroides calycularis Lmk. sp. Lebend.

Mittelmeer. Längsschnitt eines Einzelthieres. Das Kalkskelet (s und

cd) punktirt, die Weichtheile schraffirt, die innere Leibeshöhle

dunkel gezeichnet. s = Septen oder Sternlamellen. cd = Säulchen. o =

Magenrohr. t = Tentakel. m = Mesenterialfalten. f = Mesenterialfächer.

c = Cönosark.]

Der Körper des Polypen besitzt gewöhnlich eine cylindrische Gestalt

(Fig. 78). Derselbe ist auf der Unterseite geschlossen, während die

fast platte Oberseite mit einer centralen Oeffnung versehen ist, die

als Mund und After zugleich dient. Der Mund ist das offene Ende eines

kürzeren oder längeren Rohres (des sog. Magenrohres oder oesophagus,

Fig. 78 o), welches zu einem weiteren Hohlraume, der sog. Leibeshöhle

(oder Gastrovascularraum) führt (der dunkle Theil der Fig. 78). Diese

beiden inneren Hohlräume werden von einer äusseren Wand (Mauer,

Fig. 78 m) umschlossen; der basale Theil der Zelle heisst Fuss. Die

Wand der Leibeshöhle ist in senkrechte Falten gelegt; die Falten

(Mesenterialfalten, Fig. 78 m) ragen in die Leibeshöhle hinein und

schliessen eine gleiche Anzahl Taschen (Mesenterialfächer, Fig. 78 f)

ein, die mit der Leibeshöhle in offener Verbindung stehen und nach

oben zu sich in die Tentakel (t) fortsetzen. Die Zahl der letzteren

stimmt meist mit der der Leibesfächer überein. Man theilt die Anthozoa

in die zwei folgenden Ordnungen ein:

A. Alcyonaria (Octactinia). Körper mit acht gefiederten Tentakeln.

B. Zoantharia (Polyactinia). Körper mit sechs oder einem Multiplum von

sechs (12, 18, 24), aber nie mit acht Tentakeln.

A. Alcyonaria.

Die Thiere der Alcyonaria finden sich fast immer zu Colonien (Stöcken)

vereinigt, welche durch hornige oder kalkige Skeletbildungen verfestigt

werden. Die kalkigen Skeletbildungen werden meist durch kleine, den

Lithistiden-Nadeln (p. 51, 52) ähnliche Körperchen dargestellt, welche

isolirt in den Weichtheilen liegen oder durch eine hornige oder

kalkige Bindemasse zu festen Achsen (Fig. 79 a; Fig. 80) verkittet

werden. In seltenen Fällen (Heliopora) kommt es zur Bildung eines

homogen steinigen Skelets, wie ein solches bei den Madreporarien

(p. 87) vorhanden ist. Meist berühren sich die zu einem Stocke

vereinigten Polypen (Fig. 79 p, m) nicht direct, sondern werden

durch eine fleischige, oft von Skeletbildungen (Cönenchym) gestützte

Zwischenmasse, das sog. Cönosark (Fig. 79 c) verbunden. Verzweigte

Canäle (Fig. 79 n) durchziehen dasselbe. Zusammenhängende Skelete

dieser Abtheilung werden fossil nur gelegentlich angetroffen und zwar

meist in den jüngeren Formationen.

[Illustration: Fig. 79. Corallium rubrum Lmk. Lebend. Mittelmeer.

Ein aufgeschnittenes Stück der Edelkoralle. a = die feste, aus

verschmolzenen Kalkkörperchen bestehende Achse; um dieselbe herum

die Weichtheile. In dem, von netzförmigen Canälen (n) durchzogenen

Cönosark (c) liegen die Polypen (p, m) eingesenkt. p = der Länge, m

= der Quere nach durchschnittene Polypen mit der Leibeshöhlung und

den Mesenterialfalten (m), dem Magenrohr (o) und den 8 gefiederten

Tentakeln (t).]

α) Die Weichtheile sitzen einer kalkigen, hornigen, oder

hornig-kalkigen Achse auf (Fig. 79).

Fam. Gorgonidae.

Elemente der Paläontologie · 第 60 / 606 题