Hinweise zur Transkription
Im Original gesperrter Text ist +so dargestellt+.
Im Original in Antiqua gesetzter Text ist ~so dargestellt~.
Weitere Anmerkungen zur Transkription befinden sich am Ende des
Buches.
[Illustration:
gez. v. F. König. Lith. Anst. v. Rudolph & Dieterici in Annaberg.
ANTONS-HÜTTE.
]
Wanderungen
durch die interessantesten Gegenden
des
Sächsischen Obererzgebirges.
Ein Beitrag
zur specielleren Kenntniß desselben, seines Volkslebens, seiner
Gewerbsarten, Sitten und Gebräuche
vom
Finanzprocurator Lindner,
in Schwarzenberg,
Verfasser der »Holzordnung von 1560 und der Gegenwart.«
Erstes Heft
mit 4 lithographirten Ansichten.
Annaberg,
Rudolph und Dieterici.
1844.
Inhalt.
Erste Wanderung.
Seite
Von Chemnitz aus nach dem Obererzgebirge 1
Der Spiegelwald 4
Schwarzenberg 7
Fürstenberg 10
Aue 13
Die Drutenau 18
Bockau 20
Die Morgenleithe 24
Das Eisenhüttenwerk Erla 25
Bermsgrün 30
Krandorf 33
Das Schwarzwasserthal 34
Breitenhof 37
Breitenbrunn 37
Die Hefenklöße 40
Johanngeorgenstadt 41
Rittersgrün 47
Globenstein 49
Großpöhla 51
Das Weihnachtsfest 52
Scheibenberg 55
Wanderungen durch das Obererzgebirge.
Erste Wanderung.
Von Chemnitz aus nach dem Obererzgebirge.
Die ländliche Wohlhabenheit, welche die volk- und gewerbreiche Stadt
Chemnitz meilenweit um sich verbreitet und selbst die nahen Dörfer mit
einer gewissen Art bäuerlicher Ueppigkeit angereichert hat, verliert
sich allmählig, wenn man über Neukirchen, Leukersdorf, Pfaffenhain
und Stollberg nach dem Obergebirge wandert. Die Gegend durch genannte
Ortschaften, durchzogen von einer Chaussee, welche aus einem bunt
gemusterten Felsit-Porphyr von Leukersdorf gebaut und unterhalten wird,
hat eine sehr einfache Physiognomie, die sich erst dann zum Lächeln
anschickt, wenn man die Höhe von Hoheneck erreicht und rückwärts nach
den weiten und sanft gewölbten Hügeln blickt, über welche der Fuß
seinen Weg genommen hat.
Von der Burg Hoheneck sieht man kaum noch Spuren von ihrer herrischen
Größe, mit der sie hinab auf das Städtchen Stollberg und seine
Flanell-, Barchent- und Leinweber schaute. Ein im neuern Styl gebautes
Amthaus steht an dessen Stelle, welches mit den Wirthschaftsgebäuden
eines Kammergutes verschanzt ist. Der Berg steigt von da, in der
Richtung nach Zwönitz hin, noch gegen eine halbe Stunde an, ehe sich
die Straße in einen langen, aber dürftigen Fichtenwald verliert. Die
Höhe dieses Berges bietet eine recht artige Fernsicht nach Nordwest.
Das wasser- und holzarme Hohenstein im Schönburgischen sonnt sich an
seinem Rieden- und Pfaffenberg und terrassirt seine netten Gassen
in anständiger Behaglichkeit um sich her. Sein ehemaliger Bergbau,
welcher in dem dortigen Thonschiefergebirge getrieben wurde, machte
viel Aufsehen, weil die daselbst auf den Gruben St. Lambertus und St.
Anna einbrechenden Kupfererze güldisch waren und noch im Jahre 1791 für
29 Thlr. 5 Gr. 3 Pf. fein Gold gewonnen wurde. Das ist freilich, wenn
von Gold die Rede ist, viel zu wenig; daneben aber auch eine zu große
Erkaltung für den Bergbau in der Gegenwart, als daß ein bergmännisch
geregelter Angriff auf die güldischen Erzmittel mit Ausdauer zu hoffen
steht.
Die Gegend von Niederzwönitz und dem Städtchen gleiches Namens mit 288
Häusern und 1756 Einwohnern bietet nichts Interessantes dar, wenn man
nicht den rastlos thätigen Baumzüchter, Stadtrichter +Glück+, besuchen
und seine Pflanzgärten in Augenschein nehmen will; die Bauern wohnen
seltener in einem umschlossenen Gehöft, die Schindeldächer nehmen
überhand, Häusler drängen sich zwischen die Güter und der Boden wird
steriler. Der Ziegenberg, über welchen nunmehr eine neue Chaussee nach
Grünhayn läuft, zeigt in der Ferne den weißen Kirchthurm der in ein
enges Thal eingequetschten Stadt Lößnitz und sein dem Himmel näheres
Schießhaus. Außerdem ist die Gegend umher, eben so wie um Grünhayn,
anmuthlos. Im Laufe diesem Sommers wurde in der Mooshaide bei Grünhayn
von den Torfstechern ein Bär ausgegraben, von welchem Haare und die
Krallen an den Tatzen gut erhalten waren. Unter die angebundenen
gehörte er offenbar nicht.
Dieses Städtchen ist durch das reich dotirte Cistercienserkloster
bekannt, welches im Jahre 1170 durch Sittichenbacher Mönche
entstanden, durch den Markgrafen Heinrich den Erlauchten eine
veränderte Gestalt bekam, von dem Burggrafen Reinhardt von Meißen mit
10 Dörfern von seiner Grafschaft Hartenstein dotirt und somit zu einer
besondern Wohlhabenheit erhoben wurde. Allein als im Jahr 1429 die
Hussiten mit ihrer Mord- und Zerstörungssucht einbrachen, hatten sie
den Abt Bernhardt II., welcher auf dem Concilio zu Costnitz eifrig an
Hussens Verdammung gearbeitet, den Untergang geschworen. Dies gelang
jedoch der tollen Rotte nicht, weil der Abt in Zwickau war, als sie
in Grünhayn einbrach. Daher galt es nun den Mönchen, der Habe ihres
Klosters und der bestürzten Einwohnerschaft des Städtchens; Erstere
wurden in der Klosterkirche erschlagen und letzteres durch Martern und
Qualen an den Mönchen, daß sie die Verstecke der werthvollen Sachen
angeben mußten, ein Raub dieser Unmenschen. Kloster und Kirche wurden
der Erde gleichgemacht, auch das Vieh der Einwohner im Städtchen
hinweggetrieben.
Dieses Klosterthum kam nie wieder zu seiner früheren Wohlhabenheit,
vielmehr wurde es im Jahre 1536 säcularisirt und der Rest seines
Vermögens zur Verbesserung der Besoldung von Kirchen- und Schuldienern
verwendet. Im großen, mit Mauern umgebenen Klostergarten steht noch
ein alter Thurm, der Fuchsthurm genannt, dessen frühere Bestimmung die
Geschichte nicht aufbewahrt hat. Das sind die einzigen Gegenstände,
welche an ehemalige Beten und Müßiggehen, Fasten und Wohlleben
erinnern. Jetzt ist es der Sitz des Justiz- und Rentamtes; und als im
Jahr 1821 ein neues Amthaus errichtet wurde, gingen die letzten Spuren
des ehemaligen Klostergebäudes fast ganz verloren. Die beträchtlichen
Ländereien des Mönchthums kamen nach der Säcularisation zum feilen
Verkauf, welche 20 Grünhayner Bürger an sich brachten, die unter sich
eine Landgemeinde in der Stadt bilden, ihren Richter haben und eben
so, wie die Grundstücke, die Zwanziger genannt werden. Das Städtchen
selbst entbehrt aller Anmuth, liegt rauh und frostig am nördlichen Fuße
des Spiegelwaldes und erntet deshalb später als die Umgegend. Außer der
etwa vor 30 Jahren neu erbauten Kirche, welche durch einen Stadtbrand
verloren ging, hat das Innere des Städtchens eben kein hübsches
Gebäude. Zwischen zwei Schornsteinen reitet ein mit Schiefer gedecktes
Thürmlein auf einem Schindeldache und zeigt der Einwohnerschaft die
Tag- und Nachtstunden an. Man nennt dieses Gebäude -- das Rathhaus.
Uebrigens hat das Städtchen viel Feldbau, mithin gute Viehzucht und
außerdem nähren sich Viele vom Verfertigen der Regenschirme.
Der Spiegelwald.
Dieser von Grünhayn gegen Süden gelegene und sparsam mit Nadelholz
bestandene Gebirgsrücken ist der Vorhang, welcher eine wunderschöne
Gebirgslandschaft, die mit ihrer Ausdehnung von etwa 5 Stunden in die
Länge und Breite in bunter Mannichfaltigkeit eine liebliche Scenerie
vor die Augen stellt, von der sich der Verehrer der Naturschönheiten
nur ungern trennen kann. Auf dem Rücken des Berges angekommen, blickt
man tief hinab in ein Labyrinth kleiner stücklicher Berge, die
allmählig nach allen Richtungen hin riesenhaft anschwellen und ihr
dunkles Fichtengrün an dem Saum des Himmels falbeln. -- Bisweilen
steigen gespensterartig weiße Nebel aus den dicken Waldungen auf,
dehnen und strecken sich phantastisch, bis ihr Gewand zerrissen an
fernen Wipfeln der Bäume verschwindet. Der Gebirger sagt in solchen
Fällen: »Das Holzweibel heizt ein, es wird ander Wetter.« -- Die
dunkle Trapperie wallt faltenartig nach den Thalungen auf und nieder
und umgrenzt hie und da verschiedentlich geformte Blösen für den
Kartoffel- und Futterbau. Links, nach Osten, blähet sich der 3795 Fuß
über dem Meere gelegene Fichtelberg im licht indigblauen Mantel auf
und beherrscht den Horizont bis zu den in Westen gelegenem Kühberg.
Einzelne Gruppen von Häusern, zu dem oder jenem versteckt gelegenen
Dörflein gehörig, und verzettelt stehende Wohnungen erblickt man
allerwärts; sie verdanken ihre Entstehung irgend einem besondern
Gewerbe, oder der bequemern Bewirthschaftung eines unbequem gelegenen
Stück Landes. Weiß und schieferblau ruht das Städtchen Schwarzenberg
tief in der Niederung der Landschaft, umgeben von Bergen mittleren
Ranges, damit die höheren darüber hinschauen und das wie von Kindern
aus Nürnberger Häuserchen gebaute Städtchen betrachten können.
Viele tausend Menschen machen diese romantische Landschaft zu der
lebendigsten des Obergebirges und zugleich zu der besuchtesten von
Fremden; und in der That ist sie es werth, von Jedem besucht zu werden,
wer Belehrung und Genuß an ihren eigenthümlichen Gewerbsarten, Sitten
und Gebräuchen sucht.
Von der Höhe des Spiegelwaldes steigt man über 2000 Fuß hinab
bis an die Ufer des Schwarzwassers und stößt unterwegs zunächst
auf das ehemalige Klosterdorf Beyerfeld, welches gegenwärtig zur
Herrschaft Sachsenfeld gehört. Wer hat nicht schon oft und viel von
der Löffelfabrik der Gebrüder +Friedrich+, der umfänglichsten im
Vaterlande, gehört? und wie viel Fremde haben nicht dieses Gewerbe in
Beyerfeld aufgesucht, in der Meinung, dieses Etablissement in einem
räumlichen Gebäude zu finden, wo man die Löffel aus Eisen fertigen
sehen und die Manipulation bis zu ihrer Vollendung beobachten könne?
Dem ist nicht so. Die Fabrik bezieht das nöthige Eisen für alle
Gattungen von Löffeln von den Hammerwerken, wo es schon unter dem
Namen Löffeleisen in Stäbe geschmiedet und nach der Wage, à 44 Pfund,
verkauft wird. Der Fabricant liefert dasselbe nach dem Gewichte an die
Plattenschmiede, welche zerstreut in nahen und entfernten Ortschaften
wohnen; diese verfertigen daraus die Platten, d. h. die eben (platt)
abgehenden Eisenstücke, die noch keine Vertiefung haben. Zwei solche
Plattenschmiede können täglich gegen 24 und aus einer Wage ungefähr
36 Dutzend Platten schmieden, die sie an den Fabricanten wieder nach
dem Gewicht abliefern. Nun kommen die Platten wieder in die Hände
der zerstreut wohnenden Löffelmacher, welche sie austeufen, wozu sie
einen Ambos, worauf die stählernen Modelle oder Formen befestigt und
nach den verschiedenen Größen und Gestalten concav eingelassen sind --
und verschiedene Teufhämmer -- brauchen, sodann aber zur Ablieferung
bringen. Täglich kann ein Löffelmacher 25 Dutzend austeufen und 6 bis
7 Groschen verdienen. Endlich werden sie in's Zinnhaus abgegeben, da
verzinnt, dann mit Kleie gescheuert, sortirt und so vollendet auf's
Lager und in Handel gebracht. Mit diesen Löffeln, die im Publicum
gewöhnlich »blecherne« genannt werden, wahrscheinlich weil das Eisen
dazu so dünn wie Blech ausgetrieben wird, treiben die Gebrüder
Friedrich, welche jeden Fremden mit Freundlichkeit aufzunehmen pflegen,
umfängliche, selbst überseeische Geschäfte und geben dadurch einer
großen Menge Menschen Nahrung und Unterhalt.
Am untern Ende des Dorfes liegt das Köhler'sche Vitriol- und
Schwefelwerk, welches aber gegenwärtig, wegen gesteigerter Holzpreise
und der Concurrenz von Böhmen her, in schwachem Umtriebe steht. Blau
und grüner Vitriol, Vitriolöl und Scheidewasser sind die gewöhnlichen
Fabricate. Schwefel wird wohlfeiler aus dem Auslande bezogen, als er
hier fabricirt werden kann. Da die Fabrication aller dieser Gegenstände
längst aus Hofrath +Kastner+'s Metallurgie bekannt ist, so hält es
schwer, den Grund aufzufinden, weshalb den Fremden nur ungern der
Eintritt in dieses Werk gestattet wird.
So wie sich Beyerfeld vom Spiegelwald herab nach dem Schwarzwasser
streckt, eben so dehnt sich vom Teufelssteine aus, welcher durch
sein Granatlager bekannt ist, in gleicher Richtung das Nachbardorf
»Bernsbach« hinauf bis auf den Rücken des dort waldlosen Berges.
Die Fabrication des Feuerschwammes und der Schwefelfäden, welche die
mannichfaltigen Zündmaschinen der neuern Zeit gar sehr beeinträchtigt
haben, war sonst in diesem Dorfe heimisch. Aus Polen und Ungarn kamen
früher ganze Ladungen von Buchenschwämmen, die hier verarbeitet und als
Feuerschwamm auf Messen und Märkte verführt, oder verhausirt wurden.
Der Handel mit Zunderholz in diesem Orte ist völlig verschwunden und
mit ihm die Gelegenheit zum Betteln.
[Illustration:
gez. v. F. König. Lith. Anst. v. Rudolph & Dieterici in Annaberg.
SCHWARZENBERG.
]
Schwarzenberg.
Wie die zusammengedrängten und gegen das Hinabgleiten gesicherten
Kinderherrlichkeiten auf dem Brete eines Gypsfigurenhändlers, -- so
ruhen die 50 brauberechtigten schmucken Häuser des Städtchens, welches
überhaupt 193 bewohnte Häuser und 1931 Seelen zählt[1], mit dem
Schlosse, der Kirche, Schule, dem Forst- und Rathhause auf einer 60
Fuß hohen, 1200 Fuß langen und kaum 300 Fuß breiten Felsenribbe, die
aus dickflasrigem und mit Granitgängen durchsetztem Gneus besteht. Die
eng zusammengerückten, steinernen und mit Schiefer gedeckten Gebäude
haben sich an den Rändern dieses Felsens durch Mauern und Strebepfeiler
gesichert, damit sie nicht den Vorstädtern, welche ringsherum noch 143
Häuser bewohnen, in die Arme fallen.
[1] Diese und alle folgende +derartige+ Angaben sind aus den
Schriften des Central-Comité des statistischen Vereins vom Jahre
1837 genommen.
Dem alten und durch wiederholte Brände vielfach veränderten Schlosse,
in welchem gegenwärtig das Kreisamt seinen Sitz hat, fehlen die
urkundlichen Nachweisungen seiner Entstehung. Es ist nicht umfänglich
und steht auf der äußersten Kante des Felsens, ernst und sinnend,
wie der bronzirte Napoleon mit verschränken Armen und kleinem Hute
auf dem Brete der Gypsfiguren. In der Vorzeit, wo die kriegerische
Zerstörungsart noch nicht so weit gediehen war, als in der Gegenwart,
hatte diese alte Burg einen Graben und eine Aufzugbrücke, das Städtchen
selbst aber Mauern und zwei Thore, welche jedoch niedergerissen worden
sind, weil es Thorheit gewesen wäre, ihre Räumlichkeiten für bessere
Zwecke unbenutzt zu lassen.
+Heinrich I.+, Otto des Erlauchten Sohn, soll das Schloß zu Anfange
des zehnten Jahrhunderts, so wie mehrere andere, zur Bewachung der
Sorben erbaut haben. Weniger glaubhaft mag es sein, daß diese kleine
Stadt ihren Namen von eben diesem Heinrich, welcher sich Henricus Niger
genannt, bekommen haben soll, weil die Gelegenheit näher liegt, daß
das Schwarzwasser, welches seinen Lauf durch die Vorstadt nimmt, die
Veranlassung für die Benennung des Ortes wurde. Das Schwarzwasser,
welches sich unterhalb der Stadt mit der Pöhla (richtiger: Bela, Biela)
vereinigt, wurde von den Wenden Czorny-woda (lies: Schorni, daher auch
Schornstein), Schwarzwasser, und unsere heutige Pöhla wurde Bela woda,
d. i. Weißwasser, genannt.
Nahe an der Stadt ragen zwei schroffe Felsen, der Otten- und
Todtenstein empor, die irgend eine gewaltige Erdrevolution der Vorzeit,
die keine Geschichte kennt, von dem Stadtberge trennte und dem
Schwarzwasser seinen heutigen Weg anwies. Hinter diesen Felsenmassen
und rund um das Städtchen erheben sich kegelartige Berge von Gneus
und Granit, wie mächtige Bastionen, zu deren Füßen sich üppige Wiesen
ausdehnen und darüber hinauf die Einwohnerschaft ihren mühsamen Feldbau
betreibt.
Schwarzenberg und seine nahe Umgebung bietet keine Ebene dar; überall
nur abgescheuerte Berge mit tiefen Einschnitten, in welchen Quellen und
kleine Bäche plätschern. -- Es ist ein Gebirge im Gebirge! -- Darum
aber und weil die Grundstückbesitzer ihre Früchte nicht so bequem nach
Hause bringen können, wie die Flachländer, besonders wenn die Witterung
ungünstig ist, sind die Scheunen auf dem ganzen Weichbilde zerstreut
herum erbaut, wie die Kauen eines Bergwerksreviers, was auch außerdem,
wegen Feuersgefahr, sehr zweckmäßig erscheint.
Das Klima in der Niederung von Schwarzenberg ist sehr mild, weil es
gegen Osten und Norden durch ein hohes Gebirgsjoch gegen rauhe Winde
geschützt ist; man erntet in den Thalungen mit den Chemnitzern ziemlich
gleichzeitig, obschon das Schwarzwasser mit Freiberg in einem Niveau
liegt. Die Bäche und Flüsse sind mit üppigen Laubhölzern eingefaßt, die
Gärten mit Obstbäumen angefüllt, und in günstigen Jahren werden sogar
in einigen Gärten hübsche Weintrauben gezogen.
Das Kreis-, Forst-, Rent- und Floßamt hat in das Städtchen von jeher
Lebendigkeit und Nahrung gebracht und dasselbe dadurch zu einer
gewissen Art von Wohlhabenheit erhoben, wie man sich diese nämlich im
Obergebirge zu denken hat; die Einwohnerschaft mußte natürlich auch,
unter so günstigen Verhältnissen, an Vielseitigkeit und Gesittung
gewinnen, wodurch sich der Fremde um so mehr angezogen fühlt, als ihm
freundliche Natürlichkeit mit geselligem Wohlwollen entgegenkommt.
Allein das übermäßige Zusammendrängen von Handwerkern allerlei Art,
als: 32 Schneidern, 21 Schuhmachern, 12 Fleischern, 12 Bäckern, 8
Tischlern u. s. w., denen 4 Jahrmärkte noch obendrein viel Abbruch
thun, scheidet eine Verarmung aus, die nebst einigen anderen zufälligen
Calamitäten der Ortsarmencasse jährlich weit über 200 Thlr. kostet.
Unter den Obergebirgern gewinnt die gekerbelte, geglättete und
vatermörderliche Vornehmthuerei nur langsam Boden, worauf sie wuchern
kann, und wer sie einheimisch zu machen wähnt, stößt immer von sich ab
und fällt zuletzt den Sonderlingen anheim. Deshalb halten sich Jahr
für Jahr eine Menge Fremde aus allen Ständen, wenn sie zu besserer
Jahreszeit das Obergebirge in Geschäften oder zum Vergnügen bereisen,
länger in Schwarzenberg[2] auf, als vielleicht in ihrem Reiseplan
lag; machen wohl auch sogenannte Abstecher nach allen Richtungen
hin und kehren am Abend zurück. Wenn daher ein Freund der Natur und
der eigenthümlichen Gewerblichkeit des Obergebirges das Bonitz'sche
Walzendrahtwerk[3], die beiden Zainhammer, den fiscalischen Holzanger,
welchen die Floßbeamten in einen hübschen Park umgewandelt, in dem
Städtchen und in der Nachbarschaft desselben beaugenscheinigt haben, so
wird derselbe zunächst
[2] Schwarzenberg brannte am 2. Mai 1824 bis auf das Schloß und
die Kirche nieder, ist aber mit weit hübscheren Häusern, die dem
Städtchen eine entsprechende Sauberkeit verleihen, völlig wieder
aus der Asche hervorgegangen.
[3] In den ältesten Zeiten war es ein Kugelhammer, verfiel aber in
eine Caducität. Am 9. Octbr. 1557 verlieh Kurfürst August dieses
verfallene Werk an den Bergschreiber Hans Schwarz in Annaberg.
den Fürstenberg,
der nur eine Stunde weit gegen Morgen entfernt liegt, besuchen, welcher
für die vaterländische Geschichte classisch und in der neuern Zeit
durch Errichtung eines Denkmals und eines bewohnbaren Köhlerhauses
interessant geworden ist. Der so oft beschriebene, besungene und selbst
für die Bühne bearbeitete sächsische Prinzenraub ist so allgemein
bekannt, daß keine Lücke für den Zweck dieser Schrift entstehen kann,
wenn sie über das Geschichtliche desselben schweigt.
Der Fürstenberg, vor dem Prinzenraube der Schmiedewald genannt, gehört
gegenwärtig nur mit einem eben nicht breiten Streife dem Staate,
und wird obenhin von den sogenannten Zwanzigern und nach unten von
den Begüterten zu Raschau besessen, so daß nur das Denkmal und das
Köhlerhäuschen auf fiscalischem Eigenthume stehen. Der Bergabhang ist
ziemlich kahl, da die Zwanziger ebenfalls in dem verkehren Wahne
stehen, die Hölzer lieber abzutreiben oder auf dem Stocke zu verkaufen,
als sie mit Nachhalt zu benutzen und den Nachkommen ein nützliches
Andenken zu hinterlassen. Dagegen ist der fiscalische Boden im Laufe
des vorigen Jahres in Cultur genommen und von dem fleißigen Förster
+Müller+ in Grünhayn mit einer Pflanzung versehen worden, daß man zu
seiner Zeit eine dicke Waldung erwarten kann, welche das Denkmal unsers
Regentenhauses mit ihrem Rautengrün beschattet und in ein gemüthliches
Dunkel hüllt. Dabei ist aber vorauszusetzen, daß das Köhlerhäuschen
nicht zu einer gemeinen Kneipe herabsinkt, von wo aus Beschädigungen
und Frevel zu fürchten und nicht immer abzuwenden sind.
Dieser mittägige Abhang des Fürstenbergs, welcher auch wegen seines
schneeweißen Marmors, der dem von Carrara in Italien ganz ähnlich ist,
so wie wegen anderer interessanten Fossilien der dortigen Einlagerungen
in Glimmerschiefer die Aufmerksamkeit der Mineralogen anregt, gewährt
eine eigenthümliche Ansicht, die den Beobachter um so mehr anspricht,
als sie überraschend auftritt. Es ist der sogenannte Graul, eine
topographische Benennung eines zum Bergamt Schneeberg gehörigen
Bergreviers, auf welchem sich eine kleine Bergwerkswelt mit ihren
braunen und weißen Halden, Hütten und Kauen ausbreitet hat und durch
das Anschlagen der Glocken des Kunstgestänges in abgemessenen Pausen,
so wie durch den aufsteigenden Dampf der Röst- und Arseniköfen, die
Aufmerksamkeit gar sehr in Anspruch nimmt. Silber und Kobald, Vitriol-,
Schwefel- und Arsenikkiese gewinnt und fördert der Bergmann zu Tage,
wo sie verarbeitet und verwerthet werden zu mancherlei Zweck. Silber
und Arsenik, diese nahen -- aber friedlichen -- Nachbarn unter der
Erde, feinden sich gar oft gegen einander an, wenn sie in der Hand der
Menschen dem Eigennutz anheim fallen. Die Grube »Gottesgeschick« allein
hat seit ihrer Veredlung -- und das ist wohl kaum 70 Jahre -- nahe
an 300,000 Thlr. Silber geschüttet und baut gegenwärtig noch in sehr
höflichem Feld.
Unweit dieses Bergwerksetablissements steht noch ein obdachloses,
zerklüftetes Mauerwerk in einer Wiese, welches unter dem Namen
»Dossels-« oder »Dusselskirche« bekannt ist. Das vielleicht 12 Ellen
hohe schiffartige Mauerwerk läßt es nicht zweifelhaft, daß es eine
Kirche werden sollte. Es ist auch die Sage in der Nachbarschaft,
daß ein reicher Hammermeister, +Klinger+, um wegen eines Mordes an
dem Bergmeister +Gotterer+ in Elterlein Ablaß zu erlangen, den Bau
angefangen, aber, bald in Abfall der Nahrung gekommen, denselben
nur langsam habe betreiben können; zuletzt aber sei der Bau wegen
der lutherischen Reformation und weil die klösterlichen Beihilfen
weggefallen, ganz zum Erliegen gekommen. Der Oswaldsbach[4], welcher in
dem Torfboden der Mooshaide zwischen Grünhayn und Zwönitz seinen Anfang
nimmt, sich mit dem Gewässer des erstgenannten Städtchens verstärkt,
von da seinen Weg nach Südost durch einen üppigen Wiesengrund verfolgt
und sich in eine waldige tiefe Felsenpartie, wo er seinen Lauf nach
Süden einschlägt, sodann das halb in die Schlucht eingeklemmte Dörfchen
Waschleute (unrichtig: Waschleithe) durcheilt, bewässert mit seinem
Forellenwasser das Thal und erreicht die Dusselskirche, von wo aus er
den Fuß des Fürstenberges berührt, eine Partie Wasser für die Künste
bei Gottesgeschick abgiebt, den Ueberschuß aber der Pöhla bei Wildenau
zuführt. In der Mundart des Volks heißt dieser Bach der Osselsbach,
auch Dusselsbach, daher auch die Kirche am Dusselsbach -- Dussels- oder
Duselskirche heißt.
[4] In den Mittheilungen des statistischen Vereins für das Königreich
Sachsen, 3. Liefer., S. 5, wird des Oswalds- oder Schwarzbaches,
welche die Pöhla in Wildenau, kurz vor ihrer Vereinigung mit dem
Schwarzwasser, aufnimmt, keiner Erwähnung gethan, ob es schon
namhafte Bäche sind und Mühlen und Bergwerksmaschinen treiben.
In dem genannten Dörfchen Waschleute hatten sich zu der frommen
Klosterzeit in Grünhayn Leute angesiedelt, die das Waschen und Scheuern
im Kloster versahen; man hatte sich nicht die Mühe genommen, ihrem
Ansiedelungsplatze einen Namen zu geben, denn waren sie nöthig, so
wußte Jedermann, wo die Waschleute zu suchen waren. Das Gerichtssiegel
des jetzt ansehnlichen und hübschen Dörfchens führt ein Waschfaß, an
welchem zwei weibliche Personen mit Wäsche beschäftigt sind.
Man geht denselben Weg, der für eine Excursion gewählt worden war,
nicht gern wieder zur Heimkehr. Und so möge denn auch hier vom
Fürstenberg aus die Tour von Gottesgeschick durch den Raschauer
Gemeindewald über den Wildenauer Berg genommen, und sich von dessen
Höhe an der herrlichen Landschaft, die von Osten aus wiederum
Schwarzenberg in der Mitte hat, ergötzt werden. Die Sonne sinkt
hinter den Burckhardtswald und hält sich das goldkantige Schweißtuch,
aus Wolken gewoben, vor ihr blutrothes Gesicht; die Morgenleithe,
ein hochansteigendes Glimmerschiefergebirge in Südwest, eingehüllt
in ein mächtiges Nachtgewand von Fichtengrün, läßt allmählig ihre
Sänger schweigen und überschaut still die rauchenden Schornsteine
in den Thälern. Der Wanderer gelangt nach Wildenau, wo der Dichter
+Ziehnert+ den Stoff zu seiner Nixenmythe auffand, und dann wieder in
das freundliche Rathhaus nach Schwarzenberg, wo ihm das Feuer auf dem
Heerde nicht vergeblich knistert.
[Illustration:
gez. v. F. König. Lith. Anst. v. Rudolph & Dieterici in Annaberg.
AUE.
]
Aue.
Allerdings ist es der Mühe werth, das Städtchen und seine Umgebung zu
besuchen, welches, nur zwei Stunden gegen Westen von Schwarzenberg
entfernt, an der Schneeberger Chaussee liegt. Das erste zum Rittergut
Sachsenfeld gehörige Dörflein Neuewelt, mit seinen ordnungslos
hingewürfelten, meist ärmlichen Häusern, bietet nichts Beachtenswerthes
dar. Es ist eine neue Welt, nach welcher sich kein Auswanderer sehnt.
Gegen Westen liegt der hohe, kahle und baumlose Gebirgsberg, über
dessen Rücken die neuere Zeit, mit einer gewissen Art von Verwegenheit,
einige Feldfleckchen zum Kartoffelbau zusammengemartert hat, dessen
Grün über den erdbraunen langgestreckten Körper einen sonderbaren
Anblick gewährt. Es ist das trojanische Pferd mit einer phantastischen
Chabraque.
Nicht ganz uninteressant ist das große und volkreiche Dorf Lauter,
durch dessen Mitte die Straße quer durchführt und dasselbe in Ober- und
Unterdorf abtheilt. Ueber den Namen Lauter spricht sich der Pfarrer
+Körner+ in seinen Nachrichten von Bockau dahin aus: »Luderij ist ein
Wendisch ~adjectivum~ von dem ~substantivo~ Luder. Dieses Luder ist
ein ~nomen proprium~ vieler Könige gewesen, so ihren Namen vielen
Städten und Bergen durch die geführten Kriege hinterließen. Wie wäre es
nun, wenn ich sagte, der Berg Luderij sei so viel als der Lutterberg
oder Lauterberg vom König der Franken ~Clotario~ oder Luttern? etc.«
Haben nun die zanklustigen Einwohner des Dorfes Kenntniß von dieser
Etymologie, so wird die Redensart: Luder, Wolfsgrubenluder u. s. w.,
welche nicht selten in ihrem Wirthshausverkehre vorzukommen pflegt,
nicht mehr als Beleidigung gelten dürfen.
Der Ort ist sehr betriebsam; insonderheit werden viel Schlitten-,
Trag- und andere Körbe aus Spänen, Wurzeln und Weidenruthen geflochten
und nebst vielen Blech- und Topfwaaren (welche letztere aber daselbst
nicht verfertigt werden), im Lande verhausirt und auf Jahrmärkten in's
Geld gesetzt. Am untern Ende des Dorfes ist seit einigen Jahren eine
ziemlich großartige Maschinenspinnerei errichtet, die vom Schwarzwasser
getrieben wird. Das Siechthum, welches jetzt auf den sächsischen
Spinnereien haftet, hat natürlich auch diejenigen mit ergriffen, die
später erbaut und weit in die Thäler des Obergebirges hineingeschoben
worden sind. Alle Gewerbsarten haben ihre Grenzen, über welche hinaus
sie ihr Gedeihen nicht mehr finden; es ist die Ebbe und Fluth
aller menschlichen Unternehmungen, die bald von Segnungen, bald von
Abmagerungen begleitet werden.
Am Wege von Lauter nach Aue begegnet man der Porzellanerden-Zeche
+Andreas Neufang+, in der Gegend unter dem Namen »das weiße Zeug«
bekannt; sie ist dicht an der Straße links in junge Waldung versteckt.
Bekanntlich war der Apotheker +Böttger+, welcher am 4. Februar 1682 zu
Schleiz im Voigtlande geboren wurde, der Erste, der im Jahre 1709 die
Entdeckung machte, aus dieser weißen Erde Porzellan herzustellen, was
in ganz Europa Aufsehen und Abnahme zur Folge hatte. Seit dem Anschluß
Sachsens an Preußens Zollsystem hat sich diese Fabrik mit namhaftem
Ueberschuß bewiesen.
Wie ein Häuflein alter lebensmüder Hospitaliten in herkömmlicher
Einfachheit der Sitten und Gewohnheit sich an der Wärme der bald
scheidenden Sonne erquickt --: so ruht das Städtlein Aue mit seinen
136 meist uralten hölzernen Häusern in einem milden, wunderlieblichen
Kessel, der die Aue heißt und dem Oertchen den Namen gab. Hier
begrüßen sich das Schwarzwasser und die Mulde, deren Ufer allerwärts
mit Laubholz umbuscht sind und rechts und links üppige Wiesen und
fruchtreiche Aecker zu Nachbarn haben. Aue war im sechzehnten
Jahrhundert ein Dorf; erhielt aber später städtische Gerechtsame,
wozu ihr Zinnbergbau am Heidelberg und die Porzellanerde beigetragen
haben mag. Später, als sich der erstere erschöpft hatte, gab sich die
Einwohnerschaft dem Feldbau und der Viehzucht mit größerer Sorgfalt
hin, wozu sich ein in Umschwung kommender Nahrungszweig -- das
Steinmetzgergewerbe -- gesellte, welches im dortigen Muldenthale sich
immer mehr und bis zum heutigen Tage erweiterte.
Die geschmacklosen Formen der in den zwei oder drei Gäßchen ungeregelt
hingesetzten Häuser erinnern an das Mittelalter; sie umkauern das
Rathhaus mit seinem verkreuzten Giebelholzwerk und Thürmlein, woran das
Zifferblatt todtenbleich nach dem Gottesacker schaut. Die neuere Zeit
hat vor den hölzernen Sitz des Stadtgerichts einen Tanzsaal geschoben,
der mit seinem Orchester die Thüre zur Rechtspflege versteckt,
die sich freilich auch nur mit einem Läppchen von Gerechtsamen
(Nachlaßregulirungen) abgeben durfte, jetzt aber dem Kreisamte
Schwarzenberg dingpflichtig ist. Das kleine Bürgerthum erspart dafür
einen Stadtrath zu besolden.
Die neuere Zeit hat die Industrie auch in dieses freundliche Muldenthal
geführt und sie für Fabriken und Bleichen die bequemere Wasserkraft
aufsuchen lassen. Die +Holberg+'sche Bleich- und Appreturanstalt ist
großartig und streckt einen acht Etagen hohen Trocknenthurm weit über
das beschindelte Städtchen empor, um dieses seine Ueberlegenheit fühlen
zu lassen; um und neben diesem Riesen breiten sich Gärten aus mit
sorgsam gepflegten Blumen des In- und Auslandes; Früchte aller Art für
die Küche und unmittelbar für den Gaumen, werden in Menge gezogen und
regen Lüsternheit selbst für die einfache Gewohnheit des Hauswesens
im Orte an. Diese Bleichanstalt, so wie die +Laukner+'sche Spinnerei,
verbunden mit der +Geitner+'schen Argentanfabrik und der Actienweberei
mit 400 Stühlen zu Auerhammer, haben das Städtchen lebendiger
gemacht, die Nahrung gesteigert und selbst angefangen, den Geschmack
im Aeußerlichen zu heben. Einige hübsche Häuser sind entstanden und
anderen hat man eine Saloppe durch Abputz umgeworfen, welche sich, des
Dinges ungewohnt, die alte Herkömmlichkeit doch nicht völlig abstreifen
lassen. Ob die Einwohner zu Aue und ihre Nachkommen in einem völlig neu
und im Sinne der Gegenwart erbauten Städtchen ihre tadellose Gesittung,
Fleiß und Genügsamkeit eben so fortpflanzen und von Geschlecht zu
Geschlecht vererben werden, als ihre alten Häuschen Zeugniß geben, kann
nur von einer fernern Zukunft referirt werden.
Eine Seltenheit muß der Fremde nicht vergessen in Augenschein zu
nehmen. Es ist die sogenannte Tausendgüldenstube im +Fischer+'schen
Gasthofe eine Treppe hoch. Die Wände, Decke und Fensterbrüstungen
nämlich sind mit einem merkwürdigen Schnitzwerk getäfelt; Blumen,
Vasen, Engelköpfe bekleiden alle Flächen des Zimmers und bestehen aus
weichem Holz ohne allen farbigen Anstrich. Die Arbeit gehört einer
alten Zeit an, die nicht genau zu bestimmen ist, und ein Nürnberger
soll sie um 1000 Gülden geliefert haben, was Veranlassung zu dem Namen
gab.
Die beiden großen steinernen Brücken über die Mulde und das
Schwarzwasser, welche zu beiden Seiten hohe Brustmauern haben, waren
früher mit hölzernen Geländern versehen. Dies ist an sich, eben so
wie die Bauart der Brücken selbst, nicht der Rede werth; allein diese
Brückengeländer führt das Städtchen in seinem Rathssiegel, was so
leicht der Heraldiker nicht errathen würde.
Es ist allerdings der Mühe werth, wenn wir uns in dem lieblichen Thale
noch ein wenig umsehen und namentlich das mittägige Gehänge betrachten,
welches von Lößnitz her zwischen dem Au- und Rumpelsbach liegt und von
einem hohen Berge, der Hirnschädel genannt, herab in das Schwarzwasser-
und Muldenthal schweift. Das Dörfchen Zelle bildet einen niedlichen
Saum dicht an den benannten Flüssen und endet mit dem Pfannenstieler
Blaufarbenwerk oben und mit dem Rittergut Klösterlein unten, so daß das
langgestreckte Dörfchen wie eine Guirlande zwischen beiden schwebt.
Bei der freundlichen Familie des Herrn Factor +Beck+ in dem
Blaufarbenwerke findet jeder anständige Fremde liebevolle Aufnahme
und in ihr den Führer zu all' den Naturannehmlichkeiten, die sich so
anziehend um das Werk zusammengefunden haben. Insonderheit ladet der
kleine Park ein, der sich um den Ellenbogen eines hohen Berges, der
nach Pfannenstiel hin sich steil erhebt, herumzieht. Ein Nadel- und
Laubgrün macht die Partie schattig und heimlich, und das Schwarzwasser
läuft dort wieder zurück, um die Herrlichkeiten noch einmal in seinem
Spiegel aufzunehmen.
Der Rumpelsbach kommt aus einem engen waldigen Thal, dem Bärengrund,
hervor und tändelt mit allerhand Blumen durch üppige Wiesen herunter,
wo ihn der größere Fluß aufnimmt, dessen Ufer Erlen- und Weidengebüsch
thalabwärts begrenzt.
Unterhalb dem Rittergute Klösterlein ruht einsam träumerisch und von
allen Wohnlichkeiten entfernt, wenn man etwa den dortigen Eisenhammer
nicht veranschlagen will, inmitten einer Wiese, die Klosteraue genannt,
die Kirche wie ein verschlafener Hirt, dem die anvertraute Heerde
entwichen ist. In der Nachbarschaft dieser Kirche zu unserer lieben
Frauen war ehedem ein Kloster, welches Markgraf +Otto+ gestiftet und
das St. Georgenkloster zu Naumburg reichlich dotirt hatte. Gegenwärtig
ist sie das Filial von Schlema.
Die Drutenau[5].
Von dem Städtchen Aue nach Mittag hin wandelt man durch ein kurzes,
von hohen Bergen umringtes fruchtbares Thal, mit Wiesen und Feldern
überdeckt, durch welche in sanften Krümmungen die Mulde ihre
Wellen, zur Arbeit für allerhand Räderwerk, rastlos dahintreibt.
Am obern Ende dieser Drutenau lag ehedem ein Eisenhüttenwerk --
Auerhammer -- welches in der neuern Zeit der ~Dr.~ +Geitner+'schen
Argentanfabrik (Neusilber) Platz gemacht und dadurch der kleinen
Einwohnerschaft, die das Hammerwerk im Stiche und folglich in Elend
ließ, wenigstens Arbeitsgelegenheit gegeben hat. Der als erprobter
Pomolog und Botaniker bekannte Eigenthümer ließ sich angelegen sein,
die Schlackenhaufen, Hüttenstätte, Holz- und Kohlenräume in Obst- und
Blumengärten umzuwandeln; die vom Alter zusammengesunkenen Häuser
wieder aufzurichten und mit einem gefälligen Anstrich zu versehen,
damit sie sich vor den fremden Blumenfreunden, wenn diese sich zu dem
Gartenvereine einfinden, nicht zu schämen brauchen. Alles dies gab
vielfache und lang anhaltende Arbeit, wodurch sich Mancher sein Brot
erwerben konnte. Ein grasreicher Wiesengrund zieht sich gegen Abend
hinauf nach dem Brünlasberg; ihn durchwässert theils die Zschorla[6],
theils der Floßgraben, welcher 3 Stunden Wegs in mancherlei Krümmungen,
an steilen Berggehängen, sein Wasser den Mühlen-, Berg- und
Hüttenwerken in Schlema bei Schneeberg zuführt[7].
[5] ~M.~ +Körner+ in seinen Nachrichten über Bockau hält Druiden für
gleichbedeutend mit Götzenpriestern, welche den suevischen Völkern
angehörten, die nach ~Plinii~, ~Senecae~ und ~Caesaris~ Berichten
zwischen dem Rhein und der Elbe wohnten. Diese Priester, erzählt
er weiter, haben unter Eichen und Buchen, auf welchen die Misteln
oder Mispeln wuchsen, Gottesdienst gehalten; daher sei +Drude+
oder +Drudenfuß+ noch heut zu Tage ein Gegenstand des Aberglaubens
unter den gemeinen Leuten. Dagegen will ~M.~ +Oesfeld+, in seinen
historischen Beschreibungen vom Erzgebirge, +Trute+ von Gertraut,
Traut oder Traute, welches so viel als +lieb+ heißt, ableiten, und
dafür Trautenau oder Liebenau bei Halle als Beleg angesehen wissen.
[6] Schorlau, Zschorla heißt wendisch: die Quelle, daher zschörlen:
quellen.
[7] Nach +Melzer+'s Chronik von Schneeberg, S. 89, ist dieser
Floßgraben im Jahre 1556 zu bauen angefangen und 1559 vollendet
worden.
Noch lebendiger und großartiger ist das hübsche Thal durch die Anlegung
der Maschinenweberei von einer Actiengesellschaft geworden, in der
zeither 400 Stühle webten, die aber bald in ein beklagenswerthes
Siechthum zu verfallen schien, wenn sie nicht käuflich in die Hand des
Fabricanten +Clauß+ in Chemnitz gekommen wäre.
Da in diesem sehenswerthen Etablissement keine Geheimnißkrämerei und
keine Zunöthigung nach Trinkgeldern herrscht, sondern nur eine höfliche
Veranlassung vorliegt, für etwanige Kranke oder Beschädigte eine
Kleinigkeit in die Büchse fallen zu lassen, so sollte kein Fremder
die Gelegenheit unbenutzt lassen, diese Maschinenweberei mit ihren
Vorarbeiten anzusehen, weil jede Beschreibung die deutliche Vorstellung
davon ausschließt. Diese 400 Stühle, welche von mehrern hundert jungen
Leuten bedient werden, können in einem Jahre 40,000 Stück Shirdings, à
64 Ellen, liefern.
Bockau[8].
Gleich hinter dem Webemaschinengebäude zu Auerhammer braus't die Mulde
aus einem engen waldigen Felsenthal hervor, in welchem zunächst das
sogenannte Teufelswehr eingebaut ist, welches die Aufschlagewasser
auf nur gedachte Maschine führt. Ufer und Bette des Flusses bestehen
aus sehr festem Granit von mittlerem Korne und oft fingerlangem
milchweißen Feldspath. Es mag mehr dazu gehört haben, als die Gewalt
der Fluthen, diese Massen zu durchbrechen und das Haufwerk davon hinaus
auf die Aue zu schieben, wo solches den Auer Steinmetzen zur Beute
verfällt. Mühsam klettert man am rechten Ufer hinauf und stößt bald
in der Nähe der Habichtsleithe wieder auf Glimmer- und Thonschiefer,
welcher viele Hornblende aufnimmt und ihm den Namen »Fruchtschiefer«
verleiht. Nach kaum einer Stunde Wegs lärmt ein Bach nach dem rechten
Ufer der Mulde durch ein tief eingeschnittenes Seitenthal herab, um
sich mit diesem Flusse zu vereinigen. Dieses Seitenthal hat rechts
einen hohen klippigen Kamm, der theilweise seine ziemlich horizontalen
Glimmerschieferplatten hinausschiebt, daß sie mit Erde bedeckt und
Feldfrüchte darauf erbettelt werden können. Die übrige Räumlichkeit des
Thales liefert um so reichlicher das üppigste Wiesenfutter, je bequemer
dieselbe von diesem Gewässer genährt werden kann.
[8] Bockau ist, nach ~M.~ +Körner+, ein altes sorbisches oder
wendisches Wort und heißt so viel als: Gott oder Gotteshain,
Götzenhain. Es hieß in ältern Zeiten Boug und Bouh und böhmisch:
Buh (lies: Buch). Ow, owe, iz, ina sind Distributivendungen,
wodurch Heimath und Besitz bezeichnet wird. Deshalb ist Boukowe
oder Boukow, Bukwiz und Bukwina entstanden. Auf den Kirchen- und
Gerichtssiegeln befindet sich gegenwärtig ein aufrecht stehender
Bock, weil die Einwohner nur der Aussprache, nicht aber der
Etymologie zugethan scheinen.
Bockau liegt nicht sonderlich romantisch; der tiefe Thaleinschnitt
hebt sich bald heraus und flacht sich in eine lange Mulde aus, welche
eine Menge Güter und Häuser aufnimmt und mit der Kirche und der Zeche
St. Johannis den übrigen Raum begrenzt hat. Eine Anzahl Häuser im Orte
leiten durch ihre Anlage, Größe und ihren architektonischen Geschmack
auf eine Zeit zurück, zu welcher viel Nahrung und Wohlhabenheit
stattgefunden, die aber gegenwärtig die Lebensfrische verloren hat und
der Verkümmerung noch mehr in die dürren Arme zu fallen droht.
Wer hat nicht von den Medicinallaboranten, Olitätenhändlern, Zeeh'schen
Pillen, Schneeberger Schnupftabak u. s. w. gehört und von letzterem
wohl auch genies't? Bockau mit 1700 Einwohnern ist der bedeutendste
Ort im Obererzgebirge, wo officinelle Kräuter gebaut, in Wäldern
von Kindern aufgesucht und für den Verkauf gesammelt werden, dann
aber als Heilmittel für mancherlei Krankheiten und Verletzungen
zugerichtet, auf Märkten und Messen verkauft und durch sogenannte
Olitätenhändler, meist Leute im Berghabit und im Dorfe Sosa wohnhaft,
in ferne Länder vertrieben werden. Die vaterländische Geschichte hat
vom Beginne dieses Medicinalverkehrs und von seiner Verbreitung keine
zuverlässigen Nachrichten aufbewahrt, und man glaubt, daß gleichzeitige
Ansiedler aus Böhmen, welche Johanngeorgenstadt entstehen ließen, den
Kräuterbau eingeführt und deren Nachkommen denselben erweitert haben.
Ueberall auf den Fluren findet man Angelica (~Angelica archangelica~),
Baldrian (~Valeriana officinalis~), Rhabarber (~Rheum undulatum~) und
dergleichen Kräuter- und Wurzelwerk angepflanzt und gepflegt.
Die Angelica hat einen sehr durchdringenden, stechenden Geruch, legt
sich in die Kleider und verräth die Heimath der Bockauer auch dann
noch, wenn sie viele Meilen weit gereist sind.
Die Traugott Heinrich Friedrich'sche Handlung ist im Orte die
vorzüglichste, und da jeder anständige Fremde in derselben die
wohlwollendste und uneigennützigste Aufnahme findet, so wollen auch wir
davon Gebrauch machen, um aus dem Munde und den Rechnungsbüchern des
Handelsherrn die Eigenthümlichkeit der Nahrungsverhältnisse im Orte zu
vernehmen. Wir hören, daß in Bockau jährlich
8
bis 900 Centner Angelica, à Centner 6 bis 15 Thaler, gegenwärtig
(1841) 9 bis 11 Thaler,
15 bis 20 Centner Baldrian zu 6 bis 7 Thaler,
10 bis 15 Centner Rhabarber, à Centner 6 bis 8 Thaler,
15 bis 20 Centner wilde Bärwurzel, à Centner 5 bis 6 Thaler, und
2
bis 3 Centner Leibstöckel (~Ligusticum levisticum~), à 7 bis 8
Thaler,
erbaut und bei Weitem der größere Theil von Herrn Friedrich erkauft
und versendet wird. Demnächst bedarf dieser für sein Geschäft 14 bis
16,000 Dutzend kleiner Schachteln zu dem sogenannten Schneeberger
Kräuterschnupftabak und bezahlt für das Dutzend 1 bis 4 Groschen
Macherlohn. Die Herren Zeeh und Brückner daselbst bedürfen für
denselben Zweck ebenfalls 6 bis 8000 Dutzend jährlich; nicht minder
sind für Bockau außerdem 50,000 Schachteln zu Räucher-, Zahn- und
Seifenpulver, ferner zu Pflaster, Pillen, Räucherkerzen und dergleichen
mehr erforderlich, welche à 1000 Stück mit 18 Groschen bis 2 Thaler,
auch theilweise mit 8 bis 10 Thaler bezahlt und sämmtlich da verfertigt
werden. Viele arme Kinder tragen Jahr für Jahr eine Menge Kräuter aus
den Wäldern, von Wiesen und Feldrändern zusammen, als: Johanniskraut
(~Hypericum perforatum~), Johannisblumen (~Arnica montana~),
Waldmeister (~Asperula odorata~), Huflattig (~Tussilago farfara~),
Bärenlapp (~Lycopodium clavatum~) und noch mehrere zusammen, und ein
jedes derselben verdient täglich 2 bis 3 Groschen. Bei Weitem der
größere Theil der genannten officinellen Gegenstände werden auf Messen
und sonstigen Vertriebscanälen über Nürnberg nach Frankreich, Italien,
Oesterreich, Preußen, Rußland und selbst nach Nordamerika versendet und
dafür nicht unbeträchtliche Summen in das Land gezogen.
Außerdem werden noch eine Menge Balsame, Liquor, Spiritus, Tinctur,
Oel, Pulver und gebrannte Wässer gefertigt, die theils von den
Laboranten selbst auf Messen und Märkten im Ganzen verkauft oder von
den sogenannten Olitätenhändlern nach Schlesien, Polen, Westpreußen
und bis an die nördlichen Seeküsten vertragen werden. Gegen 800
bis 1000 Thaler Hohlglas wird noch gegenwärtig für die Bockauer
Medicinalbereitung von der sächsischen Glashütte bei Karlsfeld bezogen,
und noch vor etwa 20 Jahren nährten sich gegen 1700 Familien im
Obererzgebirge davon. Die Wohlfahrtspolizei der neuern Zeit hat diesen
Erwerbszweig bereits über zwei Drittel vernichtet, weil man gefunden
zu haben glaubt, daß die menschliche Gesundheit und das Leben dadurch
bedroht und in Gefahr gesetzt werde; und was noch concessionell davon
besteht, läßt man absterben, indem die Berechtigungen in der Regel nur
der Person ertheilt worden sind.
Man hat es nicht thatsächlich vorliegen, wie weit in Sachsen und
den Nachbarländern die Sterblichkeit herabgesunken sein mag, seit
die Medicinalbereitung und das Hausiren damit beschränkt und hart
verpönt worden ist. Dagegen ist nach öffentlichen Blättern amtlich
nachgewiesen, daß in England in +einem+ Jahre 31,000 weibliche Personen
an der Schwindsucht, als Folge der zu engen Schnürleiber, verstorben
sind. Den Schneidern ist auch bei uns die Verfertigung von solchen
Zwangsfutteralen für Siechthum und Tod erlaubt und das Brauen und
Verzapfen von baierschem Biere zur Mast der Leber, mithin für Abkürzung
des Lebens, gestattet, ohne daß die medicinische Wohlfahrtspolizei
ein Bedenken dagegen aufzustellen geneigt ist. Nicht lange wird es
dauern, so werden wir auch das Opiumgift bei uns haben, wie in England,
und es dürfte eben so wenig mit Erfolg dagegen eingeschritten werden
können, als gegen die Schusterzünfte, welche ihr widernatürliches
Stiefel- und Schuhwerk für die fortschreitende Veredlung der
Hühneraugen zu vervollkommnen suchen. Je mehr sich der Mensch durch
Modesucht von seiner Natürlichkeit entfernt und je mehr sich derselbe
in der Mannichfaltigkeit der künstlichsten Genüsse, wofür alle Zonen
der Erde zinsbar gemacht werden, verliert und darin beharrt, desto
ohnmächtiger werden alle Warnungen und alle polizeiliche Maßregeln
dagegen bleiben; und wenn ja letztere hier und da durchdringen,
wie bei dem Medicinalhandel, so werden sie neue Mißverhältnisse in
den Gewerbsweisen und Wohlfahrtszuständen hervorrufen, welche es
unentschieden lassen, ob diese nicht schlimmer sind, als jene zu
sein schienen. Ist das Volk reif und mündig, so wird es selbst das
Unnatürliche und Schädliche von sich entfernen und durch Schule und
Beispiel eine geläuterte Zukunft bereiten, in welcher sich manche
Hemmnisse und Zwangsmaßregeln entbehrlich machen. Ob diese Zukunft
nahe liegt? -- dies mag sich der geneigte Leser selbst beantworten,
besonders wenn er ein Erzgebirger ist.
Die Morgenleithe.
Dieser von allen Seiten in einen dunkelgrünen Mantel von Fichtenwald
gehüllte Berg hebt sich über 2500 Fuß über das Meer und trägt auf
seinem langen, aus Westen nach Osten gestreckten Rücken einen Höcker
wie ein Kameel. Von diesem aus irrt das Auge nach Nord und West über
eine Menge niedriger Berge und Hügel weit in das flache Land hinab,
wo es, wenn es bewaffnet ist, die Sternwarte zu Leipzig und das
unbehülfliche Dach der Thomaskirche erkennt; der weiterhin gezogene
Horizont verhüllt sich in Nebelschleier und stellt dem forschenden
Blicke das Ziel. Die ferne weite Ebene ist mit einer Menge dunkler
horizontaler Striche, bald kürzer bald länger, gezeichnet: es sind
größere und kleinere Städtchen, Dörfer und Laubgehölze; sie schwimmen
wie Meergras auf glatter Fläche und verkästeln die Farben mit den
lichten Getreidefluren damenbretartig.