(Nr. 4720 -- 4725.)
=Eisenach.= +Heinrich Schöpff+, Fabrikbesitzer: Sechs Kaufbriefe und
Urkunden über eine Behausung und Hofrait zu Nürnberg, in St. Sebalder
Pfarr, am alten Weinmarkt und beim Pfarrhofe gelegen. 1580, 1581, 1624,
1641, 1680 u. 1725. Perg. 4. Pap. Orig. 1. Pap. Abschrift 1.
Schriften der Akademieen, Museen und historischen Vereine.
+Der Kirchenschmuck.+ Blätter des +christlichen Kunstvereines der
Diöcese Seckau+. XI. Jahrg. 1880. Nr. 5-7. Graz, 1880. 8.
Ueber kirchliche Kunstdenkmale aus der Ferne. (Schl.) -- Ueber das
Schmiedeeisen und seine Verwendung auf dem Gebiete der Kunst-Industrie.
(Schl.) -- Ueber das Capitel der Polychromie. -- Die Entfeuchtung
unserer Kirchen. -- Die Stiftskirche St. Paul im Lavantthale. -- Das
„Ursprungsbild“ zu Seckau. -- Notizen.
+Forschungen zur deutschen Geschichte.+ Herausgeg. von der +histor.
Commission bei der K. Bayer. Akademie der Wissenschaften+. Zwanzigsten
Bandes zweites Heft. Göttingen, 1880. 8.
Urkunden zur bairischen und deutschen Geschichte aus den Jahren
1256-1343. Mitgeth. von S. Riezler. -- Die Chronographie Konrads
von Halberstadt und verwandte Quellen. Von Dr. K. Wenck. Ueber die
deutschen Königswahlen im 12. und 13. Jahrhundert. Von L. Weiland.
-- Beitrag zur Diplomatik König Lothars III. Von W. Schum. -- Zur
Geschichte der kirchlichen Wahlen. Von Dr. E. Bernheim. -- Kleinere
Mittheilungen.
+Die Wartburg.+ Organ des +Münchener Alterthumsvereins+. Zeitschrift
für Kunst und Kunstgewerbe mit Berücksichtigung der Neuzeit. VII.
Jahrg. 1880. Nr. 4-6. München, 1880. 8.
Das Email und seine Geschichte. -- Die Silberarbeiten Anton Eisenhut’s.
Von K. Friedrich. -- Vereinsangelegenheiten. -- Kleine Mittheilungen.
-- Literatur.
+Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte+, herausgegeben
von dem +historischen Vereine für Oberbayern+. Achtunddreißigster Band.
Mit einem Bildnisse. München, 1879. 8.
Franz Carl Cura’s Tagebuch über dessen Betheiligung am österreichischen
Erbfolgekriege. Mitgeth. von Major Würdinger. -- Geschichte des Marktes
Geisenfeld. Von Mich. Trost. -- Zur Hochäckerfrage. Von Frz. Seraph
Hartmann. -- Münzen bayerischer Klöster, Kirchen, Wallfahrtsorte und
anderer geistlicher Institute. Beschrieben von J. P. Baierlein. Dritte
Lieferung. -- Karl August Lebschée, Architektur- und Landschaftsmaler.
Von Dr. H. Holland. -- Regesten ungedruckter Urkunden zur bayerischen
Orts-, Familien- und Landesgeschichte. Fünfundzwanzigste Reihe. Der
Urkunden des Klosters Altomünster zweite Reihe, aus der Zeit des
Besitzes des Brigittenordens 1187-1760. -- Die Glasgemälde in der
Pfarrkirche zu Gauding. Von Andr. Schmidtner.
Einundvierzigster +Jahresbericht desselben Vereines+. Für das Jahr
1878. München, 1880. 8.
+Zeitschrift des historischen Vereins für Schwaben und Neuburg.+
Sechster Jahrgang. Erstes-drittes Heft. Augsburg, 1879. 8.
Johann Schilling der Barfüßer-Mönch und der Aufstand in Augsburg im
Jahre 1524. Von Dr. Wilh. Vogt. -- Der Fugger Bergbau und Handel in
Ungarn. Von Friedr. Dobel. -- Bericht über die Schlacht von Elchingen
den 14. Oktober 1805. Mitgeth. von Aug. Birle. -- Ein Augsburger
Illuminatenprozeß 1787. Von Adolf Buff. -- Des Clemens Sender Chronicon
Augustanum, eine Wolfenbüttler Handschrift. Von Dr. W. Vogt. --
Beiträge zur Geschichte des Carmeliterklosters und der Kirche zu St.
Anna in Augsburg. Von Eberh. Schott. (Forts.) -- Clara Tettin. Von
Kränzler. -- Zur Geschichte des heil. Geist-Hospitals in Augsburg. Von
L. Hörmann. -- Die Correspondenz des schwäbischen Bundeshauptmanns
Ulrich Artzt von Augsburg a. d. J. 1524 u. 1525. Von Dr. W. Vogt.
+Kunst und Gewerbe.+ Wochenschrift zur Förderung deutscher
Kunst-Industrie. Herausgegeben vom +Bayerischen Gewerbemuseum zu
Nürnberg+. Redigirt von Dr. O. v. Schorn. Vierzehnter Jahrgang, 1880.
Nr. 17-28. Nürnberg, 1880. 8.
Die Wissenschaft im Gewerbe. -- Kleine Nachrichten. -- Literatur etc.
-- Abbildungen: Abendmahlskanne v. 17. Jhdt. -- Doppelpokal, Pokal und
Kanne von G. Wechter. -- Innungslade aus dem 17. Jahrh. -- Geschnitzter
italienischer Kasten a. d. 16. Jahrh. -- Entwürfe zu Gläsern von
della Bella. Nach einer Handzeichnung in den Ufficien zu Florenz. --
Kästchen aus Schmiedeisen. -- Intarsia vom Chorgestühl der Capelle
des Bargello in Florenz. -- Grotesken von der Scala d’oro im Palazzo
ducale zu Venedig. -- Gravierung eines Eisenkästchens v. 17. Jahrh. --
Füllungen v. 16. Jahrh. -- Candelaber von Bened. da Rovezzano. Nach
einer Handzeichnung in den Ufficien zu Florenz. -- Ornamente von Scala
dei Giganti in Venedig. -- Vasen, comp. v. Stefano della Bella. --
Schloßblech. -- Stoffmuster v. 16. Jahrh. --
+Mittheilungen des Bayrischen Gewerbemuseums zu Nürnberg.+ Beiblatt zur
Wochenschrift: +Kunst und Gewerbe+. Siebenter Jahrgang, 1880. Nr. 9-14.
Bekanntmachungen. -- Anzeigen etc.
+Jahresbericht des Bayerischen Gewerbemuseums zu Nürnberg.+ 1879. 4.
+Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins.+ Herausgegeben von dem
+großherzogl. General-Landesarchive zu Karlsruhe+. XXX. Bd., 3. Heft.
Karlsruhe, 1879. 8.
Die Romreise des Salemer Conventuals und späteren Abtes Matth.
Rot, 1554 (Schl.). Von Gmelin. -- Auszüge aus den Urkunden des
Bickenklosters in Villingen. Von Glatz. -- Beiträge zur Geschichte
des Klosters Gengenbach. Von Ruppert. -- Ein gleichzeitiger Bericht
über das Treffen bei Mingolzheim -- Wiesloch 1662. Von Gmelin. --
Bildwirkerei zu Heidelberg im 15. Jahrhdt. Von Christ. -- Der Bericht
des Chronisten Gallus Oheim über die Gründung der Deutschordenscommende
Mainau. Von Roth von Schreckenstein. -- Beiträge zur Geschichte der
Volkswirthschaft und zur Sittengeschichte. Von Weech. -- Beitrag zum
Siegelrechte, insbesondere zur Lehre von der Siegelmäßigkeit. Von Roth
von Schreckenstein.
+Zeitschrift der Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-,
Alterthums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den
angrenzenden Landschaften.+ Fünften Bandes erstes Heft. Freiburg i.
Br., 1880. 8.
Sulzburg. Eine Stadt-, Bergwerks- und Waldgeschichte. Nach
größtentheils handschriftlichen Quellen und Erforschungen an Ort und
Stelle zusammengestellt von Ed. Martini. 192 Seiten.
+Notizblatt des Vereins für Erdkunde und verwandte Wissenschaften zu
Darmstadt und des mittelrheinischen geologischen Vereines.+
Nebst Mittheilungen aus der großherzogl. hessischen Centralstelle für
die Landes-Statistik.... Des Notizblattes.... III. Folge, XVIII. Heft
Mit 1 lithogr. Tafel. Darmstadt, 1879. 8.
+Correspondenzblatt des Gesammtvereins der deutschen Geschichts- und
Alterthumsvereine.+ Herausgegeben von dem Verwaltungsausschusse dess.
in Darmstadt. Achtundzwanzigster Jahrgang. Nr. 3 und 4. März und April
1880. 4.
Vereinsangelegenheiten. -- Ueber mittelaltrige Ortsbefestigungen,
Landwehren, Warten und Paßsperren mit besonderer Rücksicht auf die
hessischen und angrenzenden Territorien. Von E. Wörner und M. Heckmann.
-- Das Bronzealter und die Marburger Versammlung. Von O. Montelius.
Zweiter +Jahresbericht des Museumsvereins für das Fürstenthum
Lüneburg+. 1879. Lüneburg, 1880. 8.
Ansichten der Stadt Lüneburg. (Mit Abbild.) Von Bode. -- Ein
prähistorischer Herd. Von Dr. Heintzel. -- Vereinsangelegenheiten.
+Zeitschrift des Vereins für hennebergische Geschichte und Landeskunde
zu Schmalkalden.+ Drittes Heft. Schmalkalden und Leipzig, 1880. 8.
Ein halbes Jahrhundert aus dem Theaterleben Schmalkaldens. Von Dr. H.
Habicht. -- Der Thüringer Wald von der Hörsel bis zum Schneekopf und
Beerberg in geognostischer Beziehung. Von Ed. Neubert. -- Geschichte
des Brau- und Schankrechts der Stadt Schmalkalden. Von Dr. Gerland. --
Vereinsnachrichten.
Siebenter Bericht des +Museums für Völkerkunde in Leipzig+. 1879. 8.
+Mittheilungen aus dem Freiberger Alterthumsverein.+ Herausgegeben
von Heinrich Gerlach. 16. Heft. Freiberg, 1879. 8. (Mit 3 Tafeln
Abbildungen.)
Die Verheerungen der Pest im Erzgebirge, besonders in und um
Freiberg. Von Hingst. -- Kriegsdrangsale von Freibergs ländlicher
Umgebung im achtzehnten Jahrhundert. Von Dr. Ed. Heydenreich. --
Miscellen: Woher stammt Heinrich von Freiberg? Von Dr. Rachel. --
Freiberger Häuser-Chronik. (Erste Abtheilung.) Von Heinr. Gerlach. --
Geschichtlich-architektonische Forschungen am Freiberger Dom. Von Rob.
Börner. (Mit Abbild.) -- Vereinsangelegenheiten.
Jahresbericht des +königl. sächs. Alterthumsvereins+ über das
Vereinsjahr 1879/80. Dresden, 1880. 8.
+Neues Lausitzisches Magazin.+ Im Auftrage der +oberlausitzischen
Gesellschaft der Wissenschaften+ herausgegeben von Prof. Dr.
Schönwälder. Sechsundfünfzigster Band. Erstes Heft. Görlitz, 1880. 8.
Der Antheil der Oberlausitz an den Anfängen des 30 jährigen Krieges,
1618-1623. Von Dr. H. Knothe. -- Die Bemühungen der Oberlausitz um
einen Majestätsbrief, 1609-1611. Von dems.
+Zeitschrift des Vereins für Geschichte und Alterthum Schlesiens.+
Namens des Vereins herausgegeben von Dr. C. Grünhagen. Fünfzehnter
Band. Erstes Heft. Breslau, 1880. 8.
Caspar Elyan, Breslau’s erster Drucker. Von K. Dziatzko. -- Schlesien
in den letzten Jahrzehnten österreichischer Herrschaft, 1707-1740.
Von C. Grünhagen. -- Aus Breslau’s unruhigen Zeiten 1418-1426. Von
H. Markgraf. -- Die letzten Monate der kursächsischen Occupation
Schlesiens (Januar bis Mai 1662). Von Dr. Jul. Krebs. -- Ueber
die frühere Kriminaljustizpflege auf der Herrschaft Fürstenstein.
Von P. Kerber. -- Schmiedeberg in der ersten Zeit der preußischen
Herrschaft.... Von Th. Eisenmänger. -- Die katholische Pfarrkirche
zu Schweidnitz und ihr Patronat. Von Dr. Kopietz. -- Schlesier im
Dienste des deutschen Ordens im Jahre 1410. Von Dr. Pfotenhauer. --
Beiträge zur Geschichte der Grafschaft Glatz in der zweiten Hälfte
des 14. Jahrhdts. (Forts.) Von A. Nürnberger. -- Mittheilungen aus
der Stadtbibliothek zu Breslau. Von Dr. E. Volger. -- Archivalische
Miscellen. -- Literatur. -- Necrolog. -- Vereinsangelegenheiten.
+Regesten zur schlesischen Geschichte.+ Namens +desselben Vereins+
herausgegeben von Dr. C. Grünhagen. Zweite Auflage. Dritte Lieferung.
Bis zum Jahre 1288. Breslau, 1880. 4. S. 133-228.
+Acta publica.+ Verhandlungen und Correspondenzen der schlesischen
Fürsten und Stände. Namens +dess. Vereins+ herausg. von Dr. Jul. Krebs.
V. Band. Die Jahre 1622-1625. Breslau, 1880. 4. X u. 356 Seiten.
Literatur.
_Neu erschienene Werke._
13) +Die Baudenkmäler im Regierungsbezirk Wiesbaden.+ Im Austrage
des königlichen Ministeriums für geistliche, Unterrichts- und
Medicinal-Angelegenheiten bearbeitet von Prof. Dr. +W. Lotz+.
Herausgegeben von +Friedrich Schneider+. Berlin, 1880. Ernst u.
Korn. 8. XVII u. 567 Stn.
Der vorliegende starke Oktavband bildet einen Theil des Inventariums
der Baudenkmäler im Königreiche Preußen, die auf Grund amtlichen
Materiales bearbeitet werden und von denen der verstorbene Verfasser
bereits im Jahre 1870 in Verbindung mit Dehn-Rothfelser den Band über
den Regierungsbezirk Kassel veröffentlicht hat. Der Verfasser hatte
auch das Manuscript des gegenwärtigen Bandes fertig gestellt. Statt
einzelner Besserungen, welche er während des Druckes noch vorzunehmen
gehabt hätte, fügte der Herausgeber in einem Nachtrage eine Reihe von
Notizen sowohl eigenen Ursprunges, als von Dritten gelieferter hinzu,
während mit Genehmigung des Ministeriums ein zusammenhängender Aufsatz
des Obersten A. v. Cohausen über den Pfahlgraben, jene merkwürdige
Anlage, die sich nicht lokal behandeln läßt, ein zweiter über die
Wallburgen beigefügt und ein kurzer Nekrolog des Verfassers aus der
Feder des Bruders desselben dem Bande vorangestellt wurde. Das Buch
selbst behandelt nach alphabetischer Ordnung alle Städte, Märkte,
Dörfer und Weiler des Regierungsbezirkes, bei jedem in gedrängter Kürze
und systematischer Ordnung alle dort vorhandenen alten Baudenkmäler
aufzählend und, soweit solche vorhanden, die Literatur erwähnend.
Einer Besprechung entzieht sich demnach der Inhalt von selbst. Der
Werth liegt in der möglichsten Vollständigkeit alles Mitgetheilten im
Ganzen wie im Einzelnen, die zu prüfen wol keinem Referenten möglich
ist. Eine solche Prüfung scheint uns aber auch nicht nöthig, da
der Verfasser durch den Ernst und die Gediegenheit seiner früheren
Arbeiten ein Recht auf volles Vertrauen von unserer Seite hat. Der
Herausgeber hat aber durch eine Uebersicht über die verschiedenen Arten
von Denkmälern, welche gestattet, bequem nachzuschlagen, an welchen
Orten sich solche jeder bestimmten Gattung finden, unseren besonderen
Dank verdient und auf solche Weise die Brauchbarkeit des Buches noch
wesentlich erhöht.
14) +Mainz und Umgebung.+ Unter Zugrundelegung und gänzlicher
Umarbeitung des gleichnamigen Werkes von Professor Dr. K. Klein
beschrieben von Dr. +K. G. Bockenheimer+, großh. Landgerichtsrath
in Mainz. Mainz, J. Diemer. 1880. 8. IV u. 205 Stn. Nebst einem
Stadtplan in Lichtdruck.
Ein Führer durch jede Stadt ist ein für Fremde wie Einheimische
gleich nothwendiges Hilfsmittel zur Orientierung. Einen solchen bot
das Werkchen des verstorbenen Klein in höchst zweckentsprechender
Weise. Nachdem es zuletzt im Jahre 1868 neu aufgelegt war, hatten die
großen, seither erfolgten Veränderungen, sowie die inzwischen gemachten
Forschungen und die Entdeckung mancher wichtigen Theile des alten
Mainz, die sich bei Gelegenheit der vielen Umgestaltungen ergeben
hatten, eine gänzlich neue Bearbeitung nothwendig gemacht, der sich der
Verfasser als Schüler seines Vorgängers gerne unterzog und durch die er
sich den Dank aller, die sich in Kürze über Mainz unterrichten wollen,
verdient hat. Der Verleger hat das Büchlein sehr nett ausgestattet, so
daß es die Besucher der goldenen Stadt gerne auch länger als angenehme
Erinnerung aufbewahren werden, als dies in der Regel mit ähnlichen
Führern zu geschehen pflegt.
15) +Geschichte des Nassauischen Wappens+ von H. +von Göcking+,
kgl. Kammerjunker und Premierlieutenant a. D. Mit einem Wappen
nach altem Vorbilde, Initialen, Kopfleisten und Schlußstücken von
+E. Döpler+ d. j. und 6 Wappen- u. Siegeltafeln von +H. Nahde+.
Görlitz, 1880. C. A. Starke. 4. VIII u. 67 Stn. u. 7 Tafeln.
Unter Benützung des gesammten zugänglichen Materiales von Urkunden,
Siegeln und Abbildungen gibt der Verfasser ein Bild, wie das
Stammwappen sich durch Aufnahme der Wappen der durch Erbschaft,
Kauf und auf sonstige Art erfolgten Erwerbungen nach und nach
gemehrt und bei den verschiedenen Linien gestaltet hatte, bis es
zu dem geworden, was in den modernen Wappen des Herzogs von Nassau
und des Königs der Niederlande vorliegt. Es spiegelt sich darin
die Entwicklung der Heraldik überhaupt, aber auch die gesammte
Geschichte des Hauses Nassau. Eine Reihe von Stammtafeln erläutert
das Verwandtschaftsverhältniß und damit die Uebereinstimmung und
Verschiedenheiten des Wappens nach Zeit und Linien. Klarheit und
Einfachheit der Darstellung und hübsche Ausstattung sichern der kleinen
Monographie eine freundliche Aufnahme im Kreise der Heraldiker.
16) +Der Wittelsbacher Stamm-, Haus- und Geschlechtswappen.+ Eine
heraldische Monographie als Festgabe zum 700 jährigen Jubiläum von
Dr. +Karl Ritter von Mayerfels+..... Constanz, 1880. 8. 44 Stn. u.
4 Tafeln.
Der allen Heraldikern wohlbekannte Verfasser des heraldischen
A-B-C-Buches sucht in dieser Studie nachzuweisen, dass der Adler,
welchen die Wittelsbacher im Schlusse des 12. Jahrhunderts im Siegel
führten, kein Amtszeichen, als kaiserliche Pfalzgrafen, sondern
Familienwappen, daß er also das eigentliche Stammwappen des Hauses
sei, und führt zur Unterstützung seiner Ansicht die auch auf Münzen
vorkommenden Adler an, sowie in erster Linie den Adler auf dem Schilde
des Siegels Ludwigs des Kehlheimers, der nicht mehr kaiserlicher
Pfalzgraf gewesen, welchen Adler merkwürdiger Weise außer dem
Numismatiker Beierlein keiner seiner Vorgänger als solchen erkannt
hat, da dieselben vielmehr Sparren, Löwen oder Anderes in dieser Figur
gesehen, während auf seinem Röckel’schen Metallabgusse des Siegels der
Adler deutlich erkennbar sei. Ebenso sei auf den ältesten Siegeln der
Stadt München der Adler wachsend hinter den Stadtthorzinnen und sei
erst um 1300 in einen wachsenden Löwen verwandelt worden. Auf Grund
dessen verlangt der Verfasser die Aufnahme des zum Stammwappen zu
erklärenden Adlers als Herzschild in das bayerische Wappen.
Vermischte Nachrichten.
85) Die Nr. 3 des Anzeigers für schweizerische Alterthumskunde bringt
die Mittheilung, daß im Febr. d. J. in Châtroz am linken Ufer der
Morge bei Conthey 7 prähistorische Gräber gefunden wurden, die mit
Steinplatten ausgefüttert und mit einem Steine bedeckt waren. Außer
Schädeln und Knochen fanden sich zwei Töpfe, der eine von Topfstein,
der andere von Glimmerschiefer. Auf den Gräbern lag ein erratischer
Block.
86) Dem Journal de Genève wird aus Thann geschrieben, daß daselbst
in der Nähe des Dorfes Arbeiter 0,6 m. unter dem Boden ein sehr
gut erhaltenes ca. 10 m. langes und 0,6 m. breites Canot aus der
Pfahlbauzeit auffanden. Herr Dr. Groß hat dasselbe für das Museum in
Neuenstadt erworben.
(Anz. f. schweiz. Altthk. N. 3 n. d. Allg. Schw. Ztg. N. 89.)
87) Aus Augsburg berichtet Dr. Schreiber in der dortigen Abendzeitung
und nach ihm andere Blätter: Die Vermuthung, daß wir es bei den in
dem Anwesen des Hrn. Brauereitechnikers Th. Madlener am Fuße des
Pfannenstieles ausgegrabenen Urnen mit einer größeren Begräbnißstätte
im Norden der alten Römerstadt zu thun haben, bestätigt sich um so
mehr, je weiter daselbst fortgearbeitet wird. Bereits sind es mehr als
50 Urnen, die dem Boden daselbst entnommen worden sind; die meisten
von schwarzgebranntem Thon, theils mit, theils ohne Linienverzierung.
Eine derselben namentlich zeichnet sich dadurch aus, daß auf ihr,
wahrscheinlich aus freier Hand, Linienverzierungen angebracht sind
mit einem Instrument, das mit einer Notenrastrierungsfeder am meisten
Aehnlichkeit zu haben scheint. -- Die Form dieser schwärzlich
gebrannten Urnen ist sehr verschieden, wie auch die Größe und Höhe
derselben überaus verschieden sich zeigt. Zwölf der wohlerhaltensten
befinden sich bereits bei den früher ausgegrabenen Gegenständen im
Museum. Von den nicht schwarzgebrannten Urnen bietet namentlich
+eine+ vielfaches Interesse; dieselbe, von gelblichem Thon, 31 cm.
hoch und in der stärksten Ausbauchung 29 cm. breit, wurde gefunden oben
mit einer stark oxydierten Metallplatte zugedeckt, die leider nicht
vollständig erhalten werden konnte, aber noch jetzt trotz des dick
aufliegenden Rostes an einer Stelle zeigt, daß sie glänzend geschliffen
war. In der Urne befand sich außer den gewöhnlichen Aschenüberresten
ein Grablämpchen von besonders merkwürdiger Form: auf der Oberseite ist
nämlich der Kopf eines Kriegers mit schönem Helmschmuck angebracht. Von
den anderen Grablämpchen, die mit den Urnen gefunden wurden, hat eines
den Stempel FRONTO, ein zweites trägt den Stempel SABINI; wieder ein
anderes zeigt eine kleine Gesichtsmaske; bei einem weiteren, dessen
Thon eine ganz weißliche Färbung zeigt, ist leider die obere, dünne
Wandung eingeschlagen und lassen die Ueberreste auf eine stehende Figur
eines Kriegers schließen. Auffallend ist auch bei diesem Urnenfunde
die Unmasse von Gefäßüberresten der verschiedenartigsten Form von
der ziemlich weiten Schüssel an bis zum zierlichsten Schälchen.
Ueberwiegend ist hier die Zahl der aus feinster Erde (Terracotta)
gebildeten Gefäße, neben welchen die aus gewöhnlichem Thon gebildeten
Gefäße fast zurücktreten. Nicht wenige der Scherbenüberreste zeigen
auch Figuren; in dieser Beziehung ist namentlich eine zu zwei Dritteln
erhaltene Schale merkwürdig. Dieselbe zeigt nämlich genau die
Figur eines schlangenfüßigen Giganten, mit beiden Händen die Keule
schwingend, wie sie J. v. Hefner in seiner Schrift: „Die römische
Töpferei in Westerndorf“ in Tafel I, Figur 10 zur Abbildung bringt.
Auch zeigt sich zwischen den Figuren ein Stempel mit den Buchstaben:
COWILIVIIS * I, der unter den dort zusammengestellten 61 Stempeln
noch nicht aufgeführt ist. Endlich nimmt noch unsere Aufmerksamkeit
in Anspruch die Ausgrabung eines viereckigen Stückes Kalktuff, 95
Centimeter lang, 88 Ctm. breit und 13 Ctm. dick, sowie einer ziemlichen
Anzahl von quadratischen Ziegeln, die unmittelbar neben diesem Stücke
gefunden wurden. Nehmen wir noch hinzu, daß gerade dort, wo dieser
mächtige Stein gefunden wurde, die schwärzliche, mit Aschenüberresten
gemischte Erde am häufigsten sich zeigte, so dürfte die Vermuthung
nicht ferne liegen, daß wir es hier mit einem Verbrennungsherd
zu thun haben, von welchem aus die Aschenüberreste gleich in die
bereitgehaltenen Urnen gebracht wurden.
88) +Mainz+, 27. Juni. Daß man in einer Stadt, deren Geschichte bis
in die römische Zeit zurückgeht, auf einem von Alterthümern erfüllten
Boden sich bewegt, ist sehr begreiflich; auch kann es nicht erstaunen,
wenn man bei Erdarbeiten auf römische Mauerreste stößt. Das aber
dürfte zu den Seltenheiten gehören, wenn man bis auf unsere Tage
mitten in der Stadt innerhalb der Mauern eines römischen Bauwerks
wohnte. Dieser Fall hat sich in der That jüngst bei dem Umbau des
Präbendatenhauses in der Pfaffengasse ergeben, von dem früher bereits
die Rede war. Die gegen Südost stehende Scheidemauer, welche vermöge
ihrer ungewöhnlichen Stärke auffiel, zeigte in der Tiefe des Kellers
zwei regelmäßige Abtreppungen und sorgfältig gerichtetes Mauerwerk
aus Kalksteinen. Von der Straßenhöhe ab war die Mauer über späten
Verblendungen verputzt. Bei Entfernung dieser Zuthaten zeigte sich
nun, daß die römische Mauer aus der Tiefe bis zur Balkenlage des
ersten Stockes vollständig erhalten war und eine Höhe von nahezu 8 m.
hatte. Die Mauer bestand aus langen, sorglich gerichteten Kalksteinen,
die schichtrecht in regelmäßigem Verband vermauert waren. Ein grober
Kiesmörtel bildete Fugen von 3 Cm. Der Kern des Mauerwerks war aus
trocken aufgesetzten Bruchsteinen und Betonüberguß hergestellt. In
Abständen von etwa 5 Schichten = 80 Cm. durchzogen doppelte Ziegellagen
als Bindeschichten die ganze Mauerflucht. Die Ziegeln maßen 60 Cm. in
der Länge, 31½ Cm. in der Breite und 4 Cm. in der Dicke, waren hell
und hart gebrannt und hatten keinerlei Stempel, ein ganz vorzügliches
Material, wie es selbst unter andern römischen Ziegeln nicht häufig
vorkommt. Die Stirnseite der Mauer zeigte schwere Brandspuren unter
dem Ueberzug aus späterer Zeit. Es dürfte, wie bemerkt, in Städten
römischen Ursprungs diesseits der Alpen nicht häufig sein, daß man
noch nach mehr als anderthalbtausend Jahren innerhalb derselben Wände
sich bewegt, die einst der römischen Bevölkerung dienten, und hier in
Mainz war dies wohl noch kaum so sicher nachzuweisen, als gerade in dem
mitgetheilten Fall.
(Darmstädter Zeitung, Nr. 179.)
89) In Mainz hat, ermöglicht durch das Entgegenkommen des
Festungsgouvernements, eine Untersuchung des Eichelsteines
stattgefunden, der als Denkmal des Drusus galt. Man grub an einer
Stelle bis zu 7 m. tief hinab, um den Unterbau bis zum Grund zu
untersuchen. Die Darmstädter Zeitung brachte einige sachkundige
Berichte, aus denen das merkwürdige Resultat sich ergibt, daß auch der
Unterbau in derselben unregelmäßigen Technik ausgeführt ist, wie der
jetzt noch über dem Boden des Walles stehende Theil, daß aber auch
keine Spur einer ehemaligen Bekleidung mit besserem Material, wohl
aber Reste eines glatten Verputzes sich finden. Der Berichterstatter
neigt sich zu der Ansicht hin, daß das Werk ein viel späteres ist,
kein Erinnerungsdenkmal an Drusus, sondern ein rohes Soldatenbauwerk,
das als Malzeichen, von dieser Stelle aus weither aus dem Rhein-
und Mainthale sichtbar, die Thatsache römischer Herrschaft zeigen
sollte. Als Schluß ist dem Artikel die Bemerkung beigefügt: „Ob es
unter so bewandten Umständen gelingen wird, vollständige Klarheit in
die Geschichte des Denkmales zu bringen, muß auch nach den jüngsten
Erhebungen noch immer dahingestellt bleiben.“
90) +Mainz+, 11. Juni. Unter den +alterthümlichen Funden+, welche in
der Aufschüttung der Wälle am Gauthor jüngst gemacht wurden, verdient
ein kleines, in Serpentin geschnittenes Stempelplättchen Erwähnung,
auf dessen Schnittflächen im Kehrsinne der Name eines Arztes mit
Angabe medizinischer Mittel eingegraben ist. Wie von kundiger Seite
versichert wird, ist der kleine Gegenstand in seiner Art von großem
Interesse; er hat im hiesigen Museum bis jetzt nur ein Gegenstück. Die
Schriftzüge sind von durchaus regelmäßiger Bildung und sehr scharfer
Ausführung. Es ist in der nächsten Zeit, wie wir hören, eine eingehende
Veröffentlichung darüber zu erwarten.
(Darmstädter Ztg.)
91) +Aus Vorarlberg+, Ende Juni. Vor einigen Wochen wurden bei
Lauterach, nicht weit von Bregenz, im Torflager zwischen der
bedeckenden Humus- und Torfschichte folgende Gegenstände gefunden: bei
zwanzig römische Familienmünzen aus Silber, drei angeblich gallische
Silbermünzen, zwei mit Kettchen verbundene Fibeln aus Silber, eine
Armspange aus gleichem Metall, ein Ring aus Bronze.
(Nürnberger Presse, Nr. 185.)
92) Der Keller des Pfarrhauses zu Unterregenbach, welches soeben neu
aufgebaut wird, bildet, wie der Württemberg. Staatsanzeiger in Nr. 162
meldet, die westlichen Theile einer Krypta deren Alter in hohe Zeit
hinauf versetzt wurde. Bei Gelegenheit des jetzigen Baues haben sich
nun auch die östlichen Theile derselben gefunden mit sehr merkwürdigen
charakteristischen Fragmenten, aus denen die Karolingerzeit sich als
Entstehungszeit der Krypta feststellen läßt. Die sehr interessanten
Bautrümmer dieses bis jetzt in Württemberg einzigen Bauwerkes aus dem
ersten Jahrtausende unserer Zeitrechnung sind jetzt im k. Lapidarium zu
Stuttgart aufgestellt.
93) Beim Kanalbau in Mainz wurde bei Einmündung der Stadthausstraße in
die Schusterstraße eine Zierscheibe aus Gold, mit Steinen und Email
verziert, vorgefunden, die 8½ cm. hoch, 8 cm. breit, ungefähr kreisrund
ist. Das Mittelfeld innerhalb eines Filigranrandes nimmt ein gegen 7½
cm. großer, von vorn gesehener einköpfiger Adler ein, dessen Flügel
geöffnet sind, während die Schwanzfedern durch den Rand hindurchgehen.
Dieser ist aus Zellenschmelz in verschiedenen Farben hergestellt,
von denen das Blau und theilweise auch das Grün durchscheinend, die
übrigen undurchsichtig sind. Das Werk gehört etwa dem 10. Jhdt. an,
dürfte byzantinischen Ursprunges sein und ist jedenfalls eines der
merkwürdigsten Fundstücke die seit langer Zeit wieder einmal zu Tage
gekommen sind.
94) +Ober-Olm+, 26. Juni. Beim Abbruch der Südseite unserer alten
Kirche fanden sich vor der Eingangsthüre zwei +Steinsärge+, der eine
etwas weiter gegen Westen, der andere gerade vor der Thürschwelle.
Sie sind in der Größe nicht ganz gleich und am Fußende etwas schmäler
als zu Häupten; in dem Boden ist eine Abzugsöffnung angebracht. Die
Deckel sind flach und durch ein leistenartig vortretendes Gabelkreuz
ausgezeichnet. Von Inhalt bargen sie nur wenige Reste von Gebeinen
und zeigten, wie auch die gebrochenen Deckel beweisen, die Spuren von
Durchwühlung. Sie werden nebst dem früher gefundenen Steinsarg auf
dem Kirchhof als redende Zeugnisse für das Alter der Kirche und der
Begräbnißstätte dabei aufgestellt werden. -- Die Mauer der Kirche
bestand in ihrer Tiefe aus sehr altem, schwerem Schichtmauerwerk, wie
es ähnlich am Thurm sich zeigt; dann folgten Theile mit gothischen
Architekturresten, Fenstermaßwerk u. s. w. und endlich die Ergänzungen
aus späterer Zeit. Es ist sonach abermals erwiesen, daß eine Kirche
aus dem frühen Mittelalter hier stand, wovon außer dem Thurm auch die
Rundung des Chorbaues bekannt wurde, und daß die späteren Umbauten sich
an den ursprünglichen Mauerzug anschlossen, so daß die nachfolgende
Zeit an dieser Seite keine Erweiterung des ursprünglichen Kirchenbaues
vornahm.
(Darmstädter Zeitung, Nr. 178.)
95) Wie die Hannov. Ztg. und nach ihr der deutsche Reichsanzeiger
berichtet, wurden auf dem kleinen Hagen bei Göttingen die Reste der
alten Kaiserpfalz der Lindolfinger, der Burg Grona, untersucht und wird
der ganze Grundriß der Burg bloßgelegt werden, obwohl alle Reste über
der Erde gänzlich verschwunden waren und nur die Tradition die Stelle,
wo einstens die Pfalz gestanden, noch bezeichnen konnte. Im Raume der
ehemaligen Kapelle fand sich ein gemauerter Sarg mit den Resten einer
Leiche. Auch ein zweiter Sarg und sonstige Leichenreste fanden sich vor.
96) Die Restauration der Außenseite des Münsters zu Basel ist nach
einem von Oberbaurath Schmidt in Wien und Baurath Hase in Hannover
geprüften und gebilligten Plane in Angriff genommen worden, nachdem
auf Antrag der Regierung der große Rath dem Münsterbauvereine auf
8-10 Jahre einen jährlichen Betrag von 15000-20000 Frcs. bewilligt
hat. Die Arbeiten vertheilen sich, wie folgt: 1880 Reparatur der
Thurmpyramiden, 1881 Restauration der Thürme, Thurmgalerieen und des
Mittelschiffgiebels, 1882 Vollendung der Façade und Hauptportals, 1883
Mittel- und Querschiffdach, 1884 Seitenschiffe und Strebepfeiler, 1885
Querschiffgiebel, Chor und Chorumgänge, 1886 Seitenschiffwände, 1887
neue Thüren, Ersetzung fehlender Figuren.
97) Der große Rath von Waadt bewilligte für die Restauration der
Kathedrale von Lausanne für das Jahr 1879 einen Nachtragskredit von
48122 frcs. und 13000 frcs. für die Wiederherstellung der Porche des
apôtres.
(Anz. f. schweiz. Alterth.-K., Nr. 3 u. d. Tagbl.
d. St. Zürich, Nr. 120.)
98) Straßburg, 30. Juni. Mit den Reparaturen, welche augenblicklich
an dem nordwestlichen Treppenthürmchen vorgenommen und mit regem
Eifer betrieben werden, erhalten, wie die „E. L. Z.“ berichtet, die
+Münsterarbeiten so ziemlich ihren Abschluß+. Außer den Malereien an
dem Gewölbe der Hauptkuppel, welche jedoch erst nach einigen Jahren
zur Ausführung gelangen, sind nur noch eine größere Anzahl kleiner
Figuren, die in den Nischen und den kleinen Säulentempelchen an den
Strebepfeilern und den Seitengalerieen des Langschiffes Aufstellung
finden werden, herzustellen. Sobald dies geschehen, hofft man, dass die
schon vielfach angeregte Freistellung der baulich höchst interessanten
Ostseite des Münsters in Angriff genommen werde. Die nöthigen, freilich
nicht unbedeutenden Mittel hierzu soll das Frauenstift besitzen.
(Nordd. allgem. Ztg., Nr. 303.)
99) Hannover, 30. Juni. Die Stadt +Hannover+ besitzt bekanntlich in
ihrem +alten Rathhause+ eines der schönsten gothischen Baudenkmäler
des 15. Jahrhunderts, welches jüngst unter Leitung des Bauraths Hase
einer Renovation unterzogen wurde. Das alte Mauerwerk ist nun von
den Hinzufügungen späterer Jahrhunderte gereinigt und ihm äußerlich
die Gestalt wiedergegeben worden, in der das formenschöne Gebäude
ursprünglich errichtet wurde. Auch die innere Renovierung schreitet
rüstig vorwärts. Es kommen hierbei besonders zwei Säle in Betracht;
beide liegen im ersten Stock, und zwar der eine, kleinere nach der
Marktstraße zu, im ältesten Flügel des Rathhauses, welcher im Jahre
1435 erbaut wurde, während der größere Saal gegenüber der Marktkirche
fast die ganze Front des im Jahre 1485 fertiggestellten Theiles des
Gebäudes einnimmt. Dieser letzterwähnte Saal war ehedem das „Tanzhus“,
in welchem die Patrizier ihre Feste und Hochzeiten feierten, in dem
die Stadt Fürsten und hohe Gäste bewillkommnete. Mit der Ausschmückung
dieses Festraums ist ein junger, hochbegabter Künstler, der Maler
Hermann Schaper, betraut worden.
(Daselbst.)
100) Die Darmst. Ztg. meldet: Die Frage wegen der Erhaltung der
in geschichtlicher, wie künstlerischer Beziehung merkwürdigen
+Reliefdarstellung+ des heil. Martinus im Giebelfeld der Außenseite
des +Gauthores+ hat nunmehr dahin einen höchst befriedigenden Abschluß
gefunden, daß die Festungsbehörde das Bild an seiner ursprünglichen
Stelle belassen und für entsprechende Herstellung Sorge tragen wird,
ein Beschluß, der nur mit Dank und Freude zu begrüßen ist, da er
nicht blos ein Denkmal aus dem 17. Jahrhundert schont, sondern eine
bis weit ins Mittelalter zurückgehende Erinnerung bewahrt; denn ehe
die Architektur des Gauthores 1670 unter Erzbischof Johann Philipp
von Schönborn vollendet ward, trug die äußere mittelaltrige Gaupforte
bereits ein Relief mit dem Reiterbilde des heil. Martinus. Aus den
Wappen der Geschlechter zum Jungen, zum Rebstock, der Löwenhäupter
u. s. w., welche an dem Thurm aufgemalt waren, ist zu entnehmen, daß
sein Bestand jedenfalls bis gegen Schluß des 14. Jahrhunderts, wenn
nicht noch weiter hinaufreicht. Es knüpft sich also seit einem halben
Jahrtausend die Erinnerung des Stadtpatrons gerade an dieses Thor. Die
mittelaltrige Passionsgruppe, welche an der Innenseite des Thorbaues
über dem Wachelokal sich befindet, bleibt unberührt. Ueberhaupt werden
die alten charakteristischen Architekturtheile des Thorbaues sowohl
nach außen, wie nach innen bewahrt, was gewiß allseitige Anerkennung in
Fachkreisen finden wird. Nur erfährt die Innenseite neben der Verlegung
der mittleren Thorfahrt die Veränderung, daß in Folge der Anlage eines
Fußweges ein zweites, kleineres Portal nöthig wird und dieses eine
Parallele auf der andern Seite erhält, so daß eine große, einheitliche
Thorarchitektur künftig sich gegen den Platz entfalten wird.
+Mainz.+ +Friedrich Schneider+.
101) Mit der Düsseldorfer Kunst- und Gewerbeausstellung ist auch
eine Alterthumsausstellung verbunden, welche nach uns gewordenen
Mittheilungen hervorragende Werke in großer Zahl bietet, vor allem
aber dadurch sich auszeichnet, daß sie kulturgeschichtliche Bilder
zusammenstellt und so die Gegenstände auch in der Art und Weise ihres
Gebrauches erscheinen läßt.
102) Im oberen Saale des Rathhauses zu Biberach fand bei Gelegenheit
einer vom Ulmer Alterthumsverein dort gehaltenen Versammlung auch eine
Ausstellung interessanter Alterthümer statt.
Verantwortliche Redaction: Dr. +A. Essenwein+. Dr. +G. K. Frommann+.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in
Nürnberg.
Gedruckt bei +U. E. Sebald+ in Nürnberg.