III. Für das Archiv.

(Nr. 4719.)

=Schwäbisch-Gmünd.= +J. Erhard+: Wappenbrief des Erbpfalzgrafen Hans

Ernst von Paumgarten, Freiherrn zu Hohenschwangau, für Johann Opller

von Schongau. 1599, Oktober. 4. Perg.

Schriften der Akademieen, Museen und historischen Vereine.

+Jahresbericht+ über die erscheinungen auf dem gebiete der germanischen

philologie. herausgeg. von der +Gesellschaft für deutsche philologie in

Berlin+. Erster jahrgang. 1879. Erstes heft. Berlin, 1880. 8. IV u. 96

Seiten.

+Anzeigeblatt+ zum Jahresbericht etc. 1880. Nr. 1.

+Der deutsche Herold.+ Zeitschrift für Heraldik, Sphragistik und

Genealogie. Organ des Vereins „+Herold+“ in Berlin. XI. Jahrgang. 1880.

Berlin, 1880. 4. Mit dem Beiblatte Nr. 3.

Vereinsangelegenheiten. -- Verzeichniß von Leichensteinen.

Zusammengestellt von Dr. Gg. Schmidt. (Schl.) -- Beiträge zur

württemberg. Adelsgeschichte. Von Th. Schön. -- Zur Genealogie der

Familie von Werder. Nachtrag. Von G. S. -- Eine pfalzgräfliche

Wappenverleihung. Von Crecelius. -- Nachträge zu den genealogischen

Notizen über die von Walsleben. Von v. Zitzewitz. -- Beiträge zur

altpreußischen Adelsgeschichte. Von Florian Schlenther. -- Zwei weitere

Bothfeldt’sche Grabsteine. Von v. O. -- Die Hohenlohe’schen Schilde

in der Herrgottskirche bei Creglingen an der Tauber. Von Max Bach. --

Literatur. -- Miscellen.

+Monatshefte für Musik-Geschichte+, herausgegeben von der +Gesellschaft

für Musikforschung+. XII. Jahrg. 1880. Nr. 3-5. Berlin, 1880. 8. Mit 1

Beil. „Das deutsche Lied.“ 2. Bd. S. 33-40.

Oddo’s von Clugny Dialog. Von P. Bohn. (Schl.) -- Die alten Tonarten

und die moderne Musik. Von Raym. Schlecht. -- Die geistlichen Dialoge

von Rudolph Ahle. Von Jul. Richter. -- Nachtrag zur Totenliste des

Jahres 1878. -- Die Toten des Jahres 1879 die Musik betreffend.

Von Eitner. -- La Martoretta aus Calabrien. Von demselben. --

Mittheilungen.

+Zeitschrift für Ethnologie.+ Organ der +Berliner Gesellschaft für

Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte+. Unter Mitwirkung des...

Vorsitzenden.. R. Virchows herausgegeben von A. Bastian und R.

Hartmann. Elfter Jahrgang, 1879. Heft VI und zwölfter Jahrgang, 1880.

Nr. 1. Mit Tafel XVI-XVIII u. Taf. I. Berlin, 1879 u. 1880. 8.

Zur prähistorischen Karte des Kreises Sorau. N. L. Von Dr. Saalborn.

-- Die Giebelverzierungen in Norddeutschland. Von W. von Schulenburg.

(Mit Abbild.) -- Beiträge zur Ethnologie und Anthropologie der Tyroler,

gesammelt... 1878 von Dr. Friedr. Tappuner. --

+Märkische Forschungen.+ Herausgegeben von dem +Vereine für Geschichte

der Mark Brandenburg+. XV. Bd. Berlin, 1880. 8.

Genealogische Nachrichten (II.) aus den Kirchenbüchern von Spandau,

Oranienburg, Seegefeld und Gladow. Von H. von Redern. -- +Protokolle+

der in den Jahren 1875-79 gehaltenen Vorträge.

+Geschichts-Blätter für Stadt und Land Magdeburg.+ Mittheilungen

des +Vereins für Geschichte und Alterthumskunde des Herzogthums und

Erzstifts Magdeburg+. 15. Jahrg. 1880. 1. Heft. Magdeburg, 1880. 8.

Eine Magdeburger Handschrift über die Belagerung der Stadt in den

Jahren 1550 und 1551. Mitgetheilt von Dr. G. Hertel. -- Beiträge zur

Geschichte der Buchdruckerkunst in Magdeburg. Von Friedr. Hülße.

-- Sagen und Märchen des Magdeburger Landes, aus dem Volksmunde

gesammelt von Ph. Wegener. -- Ein Spottgedicht aus dem 16. Jahrhdt.,

nach einem alten Drucke mitgeth. von Friedr. Hülße. -- Fragment eines

Steuerregisters aus dem 14. Jahrhundert. Von Dr. G. Hertel. -- Miscelle.

+Mittheilungen des Vereins für anhaltische Geschichte und

Alterthumskunde.+ Zweiter Band. 7. Heft. Dessau, 1880. 8.

Zur Genealogie und Geschichte anhaltischer Adelsfamilien. Von

Th. Stenzel. -- Wigbert von Groitsch. (Forts.) Von G. Irmer. --

Landesordnung des Fürsten Christian I. vom J. 1607. Von H. Suhle.

-- Ueber eine byzantinische Quelle zur Geschichte Fürst Rudolfs

von Anhalt. Von H. Wäschke. -- Briefwechsel des Fürsten Leopold

von Anhalt-Dessau mit dem Grafen von Seckendorf. 1. Hälfte. Von A.

Formey. -- Der Münzfund von Günthersberge am Harz. Von Th. Stenzel. --

Anhaltiner auf der Universität Heidelberg 1583-1669. Von W. Hosäus. --

Vereinsnachrichten etc.

+Mittheilungen des Vereins für hamburgische Geschichte.+ 3. Jahrgang,

1880. Nr. 1-3. Januar-März. 8.

Vereinsangelegenheiten. -- Verzeichniß der seit dem Jahre 1876

erschienenen hamburgischen Medaillen. -- Eine Walkmühle des

Beutler-Amtes. Von K. Koppmann. -- Tycho de Brahe’s Bildsäule. Von

dems. -- Etwas von der ehemaligen Praetur. Von J. F. Voigt. -- Ueber

den Namen der St. Petri-Kirche in Hamburg. Von K. Wolters. -- Dr. Lüder

Reventlow. Von Liebold. -- Eler Prentzel. Von C. Walther. -- Nachricht

über die Karte von Arnd Pietersen. Von K. Koppmann.

+Zeitschrift des historischen Vereins für Niedersachsen.+ Herausgegeben

unter Leitung des Vereins-Ausschusses. Jahrg. 1879 u. 41. Nachricht...

Hannover, 1879. 8.

Jobst Hermann v. Ilten. Ein hannoverscher Staatsmann des 17. und 18.

Jahrhunderts von Eduard Bodemann. -- Ausgabe-Register vom Rathhausbau

am Markte zu Hannover aus den Jahren 1453, 1454 und 1455. Mitgetheilt

von Mithoff. -- Karsten Smeding’s Reise nach Indien. Mitgeth. v. Fr.

Gerß. -- Magnus, Herzog zu Lauenburg, und die Kirchenordnung des Landes

Hadern. Von dems. -- Graf Ludwig von Wallmoden-Gimborn, kais. öster.

General der Cavallerie.... Mitgetheilt von Ed. Grafen Kielmansegg. --

Zur Geschichte des Kirchspiels Gehrden. Von Lyra. --

+Zeitschrift des Harz-Vereins für Geschichte und Alterthumskunde.+

Herausgeg. im Namen des Vereins von... Dr. E. Jacobs. Zwölfter

Jahrgang. 1879. Drittes und viertes Heft. Wernigerode, 1880. 8.

Wernigerode am Schluß des Mittelalters. Von Ed. Jacobs. -- Die

Pfalzgrafen von Putelendorp und Sommersenburk. Von Dr. Nebe. -- Von

Elbingerode nach Windsor, Anno 1744-45. Von Dr. O. Franke. (Schl.)

-- Hierographia Halberstadensis. Verzeichniß der in dem heutigen

landräthlichen Kreise Halberstadt (Osterwiek)... befindlichen Stifter,

Klöster, Kapellen, Kalande, Hospitäler, Siechenhäuser... Von G. A. von

Mülverstedt. -- Die Herren von Sangerhausen oder Kale. Von Cl. Menzel.

-- Antiquitates Marianae. Aus der Vergangenheit des Liebfrauenstifts zu

Halberstadt.... Von G. A. von Mülverstedt. -- Harzische Münzkunde. --

Vermischtes. -- Vereinsangelegenheiten.

+Antiquarisch-historischer Verein für Nahe und Hunsrück.+

Die römischen Inschriften und Steinsculpturen der Stadt Kreuznach von

Dr. O. Kohl. Mit 1 Tafel. Kreuznach, 1880. 4.

+Historisches Jahrbuch.+ Herausgegeben von der +historischen Section

der Görres-Gesellschaft+. Redigirt von Dr. Gg. Hüffer. I. Bd. 2. Heft.

Münster, 1880. 8.

Horatio Nelson im Jahre 1799 vor Neapel (II.) Von Helfert. -- Ueber

den Verfall der Zünfte zur Zeit des Absolutismus. Von Bruder. --

Bonifatius, eine etymolog.-diplomatische Untersuchung. Von Will. --

Unedirte Briefe zur Geschichte Berengars von Tours. Von Bishop. --

Ueber das Consecrationsjahr des heil. Liudger zum ersten Bischof von

Münster. Von Diekamp. -- Ueber ein bestrittenes Karolinger-Diplom von

907. Von Braunmüller. -- Zur Geschichte der öffentlichen Bibliotheken

in Deutschland von Gutenberg bis um 1520. Von Falk. -- Ein deutsches

Fürstengeschlecht in der Levante und Italien. Von v. Reumont, --

Nachrichten.

+Zweiter Jahresbericht des Vereins für Erdkunde zu Metz+, pro 1879. Mit

2 artist. Beilagen. Metz, 1880. 8.

Vereinsangelegenheiten. -- Ueber lothringische Ortsnamen, vornehmlich

des Kreises Metz. Von Dr. Uibeleisen. -- Der Hunsrücken zur Zeit der

Römer. Von F. Möller.

+Argovia.+ Jahresschrift der +historischen Gesellschaft des Kantons

Aargau+. XI. Band: Urkundenbuch der Stadt Aarau mit einer histor.

Karte. Herausgeg. von Dr. H. Boos. Aarau, 1880. 8. XVI und 393 Seiten.

+Anzeiger für schweizerische Geschichte.+ Herausgegeben von der

+allgemeinen geschichtsforschenden Gesellschaft der Schweiz+. Eilfter

Jahrgang. N. F. 1880. Nr. 1. Solothurn, 1880. 8.

Conrads von Mure Clipearius Teutonicorum. Von Th. von Liebenau.

-- Die Sprache des Gottesfreundes im Oberland. Von Dr. L. Tobler.

-- Zur Geschichte des Söldnerwesens. Von Th. v. Liebenau. -- Dr.

Johannes a Lapide. Von Dr. E. Blösch. -- Zur Geschichte der

Burgunder-Kriegsbeute. Von Dr. J. Strickler. -- Ludovic Sterner,

Scribe à Fribourg en Uechtland (de 1496 à 1510.) Par Alex. Daguet. --

Badenfahrtsbrief (1545). Von F. Fiala.

+Anzeiger für schweizerische Alterthumskunde. Indicateur d’antiquités

Suisses.+ Zürich, April 1880. Nr. 2. 8.

Funde auf dem großen Hafner. Von Dr. F. Keller. -- Prähistorische

Eisenbarren. Von dems. -- Antiquités burgondes. Von A. Quiquerez.

-- Die Sardonyxvase von Saint-Maurice. Von Dr. Hagen. -- Ueber die

Stadtmauer von Augusta Raurica. (Schl.) Von Dr. Burckhardt-Biedermann.

-- Notizen zur Baugeschichte des Basler Münsters. Von K. Stehlin.

(Mit Abbild.) -- Façadenmalerei in der Schweiz. Von S. Vögelin. --

Silberschätze früherer Jahrhunderte. Von Z. W. -- Simon Bachmann

von Muri. Von Th. v. Liebenau. -- Zur Statistik schweizerischer

Kunstdenkmäler I. Canton Aargau. -- Kleinere Nachrichten. -- Literatur.

+Urkundenbuch der Abtei Sanct Gallen.+ Teil III. Liefg. VI u. VII.

1330-1359. Herausgegeben vom +historischen Verein in Sanct Gallen+.

Bearbeitet von H. Wartmann. Sct. Gallen, 1879. 4.

Literatur.

_Neu erschienene Werke._

11) +Jahresberichte der Geschichtswissenschaft+, im Auftrage der

Historischen Gesellschaft zu Berlin herausgegeben von Dr. +F.

Abraham+, Dr. +J. Hermann+, Dr. +Edm. Meyer+. I. Jahrgang 1878. --

Berlin, E. S. Mittler & Sohn. XII u. 663 S. (einschließl. Reg.).

Das Bedürfniß, die von Jahr zu Jahr immer mehr anschwellende

Fluth der Arbeiten und Leistungen auf dem Gesammtgebiete der

Geschichtswissenschaft in das Bett geordneter periodischer Uebersichten

geleitet und gebändigt zu sehen, ist ein so allgemein fühlbares, daß

eine dies bezweckende Unternehmung, besonders in einem Organe wie der

„Anzeiger“, der die Bestrebungen auf den verschiedenen Feldern der

deutschen Geschichte zusammenzufassen strebt, nur erwähnt, nicht erst

besonders empfohlen zu werden braucht. Die Mühen und Schwierigkeiten,

welche die auf dem Titel genannten Mitglieder der Historischen

Gesellschaft in Berlin mit dieser verdienstlichen Arbeit auf sich

genommen haben, ist eine so große, daß der deutsche Geschichtsfreund

sich ihnen zu besonderem Danke verbunden fühlt. Dieser Pflicht will

auch diese kurze Hinweisung genügen.

Das Vorwort weist unter Anerkennung dessen, was in einigen

Zeitschriften, der „Revue historique“, in Sybels Zeitschrift, auch

in den „Mittheilungen“ derselben Histor. Gesellschaft zu Berlin in

verwandter Richtung bereits geschieht (theilweise auch in diesem

„Anzeiger“), darauf hin, wie dringend wünschenswerth es sei, dem

Geschichtsforscher ein Hülfsmittel an die Hand zu geben, durch

welches er ein wahrheitsgetreues Bild der Vergangenheit aus allen

dazu veröffentlichten Arbeiten gewinnen könne. Daher sollen nun in

den Berichten nicht eigentlich Kritiken von Schriften und Autoren,

vielmehr +die Ergebnisse der Schriften, durch welche dieselben die

bisher geltenden Züge des Bildes der Vergangenheit abändern, oder ihm

neue einfügen+, mitgetheilt werden. Zu diesem Zwecke wurde nun das

Gesammtgebiet der Geschichte vom höchsten Alterthum bis zur Neuzeit in

eine große Anzahl von Feldern eingetheilt und für jedes derselben ein

Bearbeiter gesucht, der nach bestem Vermögen für den ihm nächsten Kreis

die Arbeit des Jahres 1878 übersichtlich zusammenstellte. Die Zahl

dieser Felder beträgt vorläufig 65, doch zerfallen ihrer mehrere wieder

in Unterabtheilungen. Die Herausgeber hatten nicht nur bei der Auswahl

und Gewinnung der Mitarbeiter eine nicht leichte Aufgabe, sondern sie

haben sich auch bei der Redaction und Ergänzung der einzelnen Berichte

große Mühe gegeben. Es ist noch besonders hervorzuheben, daß nicht nur

eigentliche geschichtliche Darstellungen und Aufsätze berücksichtigt

sind, sondern auch „alles, was zu Vermehrung, Sichtung und Sicherung

des Quellenmaterials geschehen ist!“

Der Unvollkommenheiten und Lücken des vorliegenden ersten Jahrgangs

sind sich die Herausgeber klar bewußt. So war eine vollkommene

Gleichmäßigkeit vorläufig nicht zu erzielen. Verschiedene Länder und

Zeiträume sind noch gar nicht vertreten. Jene Lücken und Mängel werden

mehr und mehr ausgefüllt und gebessert werden, wenn die Herausgeber die

erforderliche Unterstützung finden.

Unter den Verdiensten des neuen Unternehmens dürfen entschieden die

hervorgehoben werden, welche es sich durch kurze Zusammenfassung

der jährlichen Gesammtarbeit unserer deutschen landschaftlichen

Geschichts- und Alterthumsvereine in ihren Zeitschriften und sonstigen

Veröffentlichungen erwirbt. Gerade hier ist das Bedürfniß ein

schreiendes. Haben doch Jacob Grimm (Vorrede zu den Weisthümern),

Waitz u. a. Forscher aus eigener unwillkommenster Erfahrung heraus

geklagt, daß in unseren überaus zahlreichen Vereinszeitschriften eine

Fülle von Stoff zu Tage gefördert werde, um sich in der unübersehbaren

bunten Mannigfaltigkeit alsbald wieder zu verlieren. Nun ist bei der

allgemeiner gewordenen Erkenntniß dieses Schadens allerdings vielfach

Rath geschafft worden. Vereine und einzelne aufopfernde Männer haben

sämmtliche Arbeiten, große und kleine, in Vereinszeitschriften

und Monographien, ja die periodische Geschichtsliteratur ganzer

Landschaften, in überaus nützlichen Uebersichten und Registerbänden

zusammengestellt. Auch der „Anzeiger“ erwirbt sich durch sorgfältige

Zusammenstellung der Aufsätze in unseren Zeitschriften ein großes

Verdienst.

Aber neben solchen nützlichen, ja nöthigen Arbeiten bleibt doch

noch das Bedürfniß einer nach +Landschaften und Perioden geordneten

Zusammenfassung der historischen Jahresleistung+, wobei der Referent

doch nicht bloße Titel, sondern auf Grund eigener Durchsicht eine

Charakterisierung der einzelnen Leistungen gibt, bestehen. Ist auch

eigentliche Kritik der Verfasser und Polemik ausgeschlossen, so gibt

doch schon die einfache Darlegung des Thatsächlichen eine Vorstellung

von der Bedeutung der besprochenen Arbeiten.

Da nun aber dieser die Arbeit der Localvereine betreffende Theil

der „Berichte“ nicht nur besonders nützlich, sondern auch mit ganz

besonderen Schwierigkeiten verknüpft ist, schon deshalb, weil es

der Historischen Gesellschaft schwer ist, jene Veröffentlichungen

der Geschichtsvereine rechtzeitig und vollständig zu erlangen, so

entspricht es recht eigentlich den Interessen der Geschichtsvereine,

+den Herausgebern der „Jahresberichte“ ihre Arbeit durch Nachweisung

und Uebermittelung ihrer Zeitschriften und sonstigen Publicationen+ zu

erleichtern. (Für den betr. Theil der Redaktion dürfte zunächst Herr

Dr. +Edm. Meyer+. Wartburgstr. 22 in Berlin S. W. die entsprechende

Adr. sein).

Wir glauben, daß die berührten Unvollkommenheiten und Lücken, die gewiß

den Herausgebern nicht zur Last zu legen sind, die Leser des Anzeigers

nicht abhalten werden, auch schon dem ersten Jahresbande der „Berichte“

ihr besonderes Interesse zuzuwenden. Sind doch darin schon mehr als

2300 historische Arbeiten des Jahres 1878 zur Besprechung gekommen. Die

Vervollkommnung und der Erfolg des sehr mühsamen, unserer gemeinsamen

Sache, nicht aber einem besonderen Privatinteresse dienenden

Unternehmens hängt nicht in letzter Reihe von der Betheiligung und

freundlichen Förderung seitens der Geschichtsvereine ab.

+Wernigerode.+ Dr. +Ed. Jacobs+.

12) +Zur Geschichte des bürgerlichen Lebens und der öffentlichen

Gesundheitspflege, sowie insbesondere der Sanitäts-Anstalten in

Süddeutschland.+ Ein Beitrag zur Geschichte der Cultur und Medizin

von Dr. +G. Lammert+, Mr. F. D. H., k. Bezirksarzt in Stadtamhof.

Regensburg (Wunderling) 1880. 8. (2) 300. S.

Der Verfasser der vorliegenden Schrift ist dem ärztlichen Publikum und

den Freunden der vaterländischen Geschichte durch mehrere werthvolle

Arbeiten auf dem Gebiete, welchem auch das gegenwärtige Werk angehört,

vortheilhaft bekannt. Dasselbe beruht gleich den früheren auf

sorgfältigem Studium gedruckter und handschriftlicher Quellen und wird

für jeden späteren Forscher auf dem von dem Verfasser bearbeiteten

Felde unentbehrlich sein. Da ein näheres Eingehen auf Einzelnes leider

unmöglich ist, so muß es genügen, das Verzeichniß des reichen Inhalts

mitzutheilen:

„Einleitung. Kulturanfänge. Wohnung. Oeffentliche Gesundheitspflege.

Lebensweise und Sorge für gute Nahrungsmittel. Genußmittel (Bier,

Wein, Branntwein, Tabak). Handel. Sittenpolizei und Justizpflege.

Oeffentliche Anstalten (das Frauenhaus, das Badehaus, das Armen- und

Krankenhaus). Der ärztliche Stand. Medizinalordnungen. Apotheker.

Hebammen. Universitäten.“

+Breslau.+ H. +Häser+.

Vermischte Nachrichten.

71) Zum Bau des Pfarrhauses in Graniczestie in der Bukowina wurden

nach Angabe der Mittheilungen der k. k. Centr.-Comm. f. Kunst- und

historische Denkmale auf dem nahe gelegenen, hohen, die Gegend

beherrschenden Berge Steine geholt und dabei von den Arbeitern erst ein

von unbehauenen Steinen umlegtes, 7 Fuß langes, 6,4 Fuß breites und 3

Fuß tiefes Grab gefunden, unter dessen Plattendecke ein größeres und

kleineres Gerippe sich befanden. Das größere hatte zwischen den Füßen

zwei unregelmäßig geformte Töpfe mit dicker Wand aus schwachgebrannter

Schwarzerde. Zur Seite desselben lag eine Steinaxt aus Achat und ein

versteinerter Rest einer Holzkeule (?). Leider wurde das Grab, sowie

ein zweites, später gefundenes von den Arbeitern zerstört.

72) +Marienwerder+, 28. Mai. Das hiesige Museum des historischen

Vereins hat einen werthvollen Silberfund erworben, dessen einzelne

Theile nach Tausenden von Stücken zählen und zusammen 4 Kilogramm

wiegen. Derselbe befand sich in einer ungebrannten, nur am Feuer

getrockneten Urne aus gewöhnlichem Thon, deren Theile gerettet

sind, und welche nicht tief unter der Erde in der Kolonie Dombrowo

stand. Der Schmuck besteht aus größeren, gewundenen Ringen von

verschiedenster Form, aus Ohrringen zum Theil mit Gehängen, aus

zahllosen kleinen Ringen, Kettenfragmenten, Platten, Zierstücken und

anderen Schmuckgegenständen -- sämmtlich von schönster Arbeit -- sowie

aus etwa zweitausend (über 600 völlig erhaltenen) Münzen, auf deren

einzelnen sich phönizische, altgriechische und altetrurische Buchstaben

befinden. Die Ornamentik der Zierplatten u. s. w. stimmt mit bekannten

Hallstädter Gräberfunden (altetrurisch 600-700 v. Chr.). Auch die

Technik der Urne spricht für die Jahrhunderte vor Christi Geburt.

(Nürnberger Presse, Nr. 156.)

73) +Xanten+, im Mai. Betreffs der „an der alten Burg“ vor dem Clever

Thore gemachten +Aufdeckungen+ ist Folgendes zu melden. Zunächst ist

das Bauwerk zweifellos römischen Ursprungs, und zwar ein Prätorium,

von dem nur ein geringer Theil, etwa ein Fünftel, bloßgelegt ist.

Es ist dies der hintere, Exerzier- und Baderäume enthaltende Theil.

In wie gewaltigen Ausdehnungen das Ganze angelegt ist, ergibt

ein vergleichender Blick auf die Größenverhältnisse der so viel

besprochenen und besuchten Saalburg bei Homburg vor der Höhe. Letztere

hat eine Länge von 60 m. und eine Breite von 45 m. Hier aber handelt

es sich schon um eine Breite von 107 m. und eine wahrscheinliche

Länge von 143 m. Es ist also eine Aufdeckung, wie sie großartiger

schwerlich während des letzten Jahrzehnts im Westen Deutschlands

gemacht worden ist. Hoffentlich wird vom Spätherbst dieses Jahres

ab, wenn die Felder leer sein werden, das Aufgraben seinen rüstigen

Fortgang haben, und nicht unwahrscheinlich wird dann die Auffindung von

interessanten Gegenständen römischen Lebens im nördlicher gelegenen

Atrium und Peristyl sein. Jetzt gilt es zunächst, die das Prätorium

umgebende Mauer, die in weitem Abstande das Gebäude umschließt in ihren

Ecken festzustellen, und damit ist schon ein guter Anfang gemacht

worden. Dann wird die porta praetoria so wie die porta decumana

unschwer gefunden werden. Schließlich noch zur Nachricht, dass durch

Weiterpachtung des betreffenden Ackerstückes die Zuschüttung des

aufgedeckten Bauwerks in den Dimensionen von 107 m. zu 22 m. noch für

das kommende Jahr verhindert worden ist.

(Deutscher Reichsanzeiger, Nr. 129 nach d. Cöln. Ztg.)

74) Der in Nr. 4 dieses Blattes unter Nr. 44 wiedergegebene Bericht

des fränkischen Kuriers enthält mehrere ungenaue Angaben, die wir auf

Wunsch des Vereins zu Hanau im Interesse der historischen Wahrheit

durch folgende Angaben berichtigen. Zur Fortsetzung der im Oktober

vorigen Jahres begonnenen Ausgrabungen nächst der Kinzigmündung, die

unter Leitung der Herren Dr. R. Suchier und G. von Rößler stattfanden,

war vom Kultusministerium eine Summe bewilligt; unter Leitung der

Genannten wurden über 14 Tage lang Forschungen angestellt, wodurch

Reste von drei römischen Gebäuden und noch weitere Fundamente

aufgedeckt und in Allem genau konstatiert wurden. Diese hatten aber

keinen militärischen Charakter, weshalb die Benennung „Kastell“ in

dem früheren Artikel nicht zutrifft. Daß ein Römer-Kastell in der

Nähe war, ist sehr wahrscheinlich, wo es aber lag und wie groß, ist

bis jetzt noch unbekannt; später wird es hoffentlich noch an den Tag

kommen. Die Fundgegenstände waren außer allerlei Geräthen von Eisen

eben keine Urnen, sondern viele Fragmente von Krügen und Schalen. Das

Interessanteste ist von dem Einsender unerwähnt gelassen, nämlich

Heizvorrichtung, Auffindung eines Brunnens und eines wohlerhaltenen

Kellers, worin sich die merkwürdigsten Stücke von bemalten Wänden

fanden, auf denen sich Ornamente aller Art in den verschiedensten

Farben deutlich zeigten.

75) In Regensburg wurde auf der Straße nach Kumpfmühl, wo gegenwärtig

die Röhrenleitung zur Gasbeleuchtung gelegt wird, eine Löwenfigur

ausgegraben.

(Das Bayerische Blatt, Nr. 123.)

76) Der „Neuen Züricher Zeitung“ wird aus Zürich geschrieben: Ein sehr

interessanter Fund ist letzter Tage auf der Höhe der Allmankette, 840

Meter hoch, von Herrn Brandenberger in Adentschweil-Bärentschweil

gemacht worden. Ungefähr 24 Pfund römische Kupfermünzen wurden

gefunden. Der Schatz lag zwischen zwei Steinen lose mit Erde bedeckt

und wurde beim Sprengen der Blöcke gefunden. Das Geld war je nach der

Größe in fünf bis sechs Rollen verpackt worden und lag wahrscheinlich

in einem Kistchen, das aber der Länge der Zeit erlegen ist. Die Münzen

sind im Ganzen wohl erhalten. Die geschützte Lage hinderte ihre

weitere Zerstörung durch Oxydierung derselben. Der Fundort ist auf der

topographischen Karte mit +Palten+ bezeichnet und war wohl immer mit

Wald bedeckt. Die Münzen tragen die Bildnisse der römischen Kaiser

aus dem 1. bis 3. Jahrhundert unserer Zeitrechnung; dieser Schatz mag

bei dem Einfall der Alemannen verborgen worden sein. In der Nähe des

Pfäffikersees waren verschiedene römische Niederlassungen; Bürglen,

Irgenhausen (Kastell) und Kempten sind Beweise hiefür gewesen.

(Numismatisch-sphragistischer Anzeiger, Nr. 5.)

77) Im Göthehügel in +Seesenheim+ fand, wie die „Els.-Lothr. Ztg.“

mittheilt, eine Ausgrabung statt, bei welcher zuerst ein rohgeformter

irdener Teller und eine eiserne Pfeilspitze gefunden wurden. Das Metall

wies auf die nachceltische Zeit, welche im Elsaß schon im ersten

Jahrhundert vor Christi Geburt beginnt. In größerer Tiefe fanden

sich darin ein Schädel und das Oberstück einer antiken Kanne mit

schöngeformtem Henkel, Ausguß, Hals und einem Stück des Bauches, weiter

eine Münze, welche über das Zeitalter der Bestattung Aufschluß gab. Es

war ein kleines Kupferstück, so groß wie ein Pfennig, aber ziemlich

dick. Die Aufschrift ergab D(ominus) N(oster) BADVILA REX, unten im

Kranze noch der Rest eines x (= Denar); auf der Rückseite, so weit sie

lesbar ist, FELIX T.... VS, in der Mitte ein nach rechts gewendeter

Kopf. Die Inschrift ist zu ergänzen T(icin) VS, der Namen der Stadt

Ticino in Oberitalien, die als Frauengestalt in der Mitte abgebildet

war. Badvila fiel 552, und gleich nach ihm brach das Ostgothenreich

unter den Angriffen der Byzantiner zusammen. Unter Totilas wurde der

Theil Alamanniens, welchen Theodorich der Große vor Chlodwig geschützt

hatte, an die Frankenkönige abgetreten; und in diese Uebergangszeit

fällt diese Münze. Endlich kamen als geringe Reste noch zwei Stücke

eines eisernen Schwertes, zerbrochene Eisensporen und zwei Helme zum

Vorschein, diese ganz in der Form der zur Zeit der Völkerwanderung

getragenen und insofern freilich sehr interessant. Nur der obere

Schädel war dadurch bedeckt, eine abgestumpfte Spitze ragte noch

darüber hinaus; dann schloß sich an den Rand nach abwärts ein Streifen,

den gelegentlich auch Goldbänder und edele Steine verzieren mochten.

(D. Reichsanz. Nr. 122.)

78) Ein höchst interessanter antiquarischer Fund ist, wie der „Hamb.

Corr.“ mittheilt, in Norwegen bei +Sandefjord+ von dem Antiquar

Nikolaison gelegentlich der Ausgrabung eines Hünengrabes gemacht

worden. 12 bis 15 Fuß unter dem Gipfelpunkt des Hügels ist man auf ein

+Schiff+ gestoßen, welches vom Vorder- bis Hintersteven 60 Fuß Länge

hat. Es ist dies wohl das erste Vikingschiff (oder Knorr) von solcher

Größe, welches man bis jetzt aufgefunden hat. Nikolaison meint, daß es

jedenfalls vom Anfang unserer Zeitrechnung datiert.

(D. Reichsanz., Nr. 122.)

Ueber diesen, wie es scheint, außerordentlich wichtigen Fund liegt

eine Reihe eingehender Mittheilungen in verschiedenen Zeitungen vor,

darunter in Nr. 253 u. 257 der Nordd. Allg. Ztg., woraus sich schließen

läßt, daß das reich ausgestattete Schiff vollständig, wohl erhalten,

etwa 75 Fuß lang ist, kostbare Metallgegenstände verschiedener Art,

Seidenstoffe u. A. enthält und erst den späteren Jahrhunderten des

ersten Jahrtausends angehören dürfte.

79) In +Seligenstadt+ werden die allerdings nur geringen Ueberreste der

am Main gelegenen +Kaiserpfalz+, welche aus der Barbarossazeit stammt,

und das rothe Haus, +Kaiserhaus+ oder Burg genannt, unter theilweiser

Ausgrabung wiederhergestellt. Der Architekt Dr. Hesse aus Offenbach

wird die Arbeiten leiten.

(Deutscher Reichsanzeiger, Nr. 123.)

80) Ueber den Stand der Restaurationsarbeiten am Stephansdom zu Wien

bringen die Mittheilungen der k. k. Centr.-Comm. f. K. und hist.

Denkmale folgende Notiz:

Dombaumeister Friedrich Schmidt hat der Central-Commission eröffnet,

daß im laufenden Jahre das Restaurierungswerk der Stephanskirche zum

vorläufigen Abschlusse gelangen wird; und wirklich verhält es sich mit

den Arbeiten an der Kirche dieser Anzeige gemäß. Der Halbthurm ist bis

auf ein Stockwerk des Gerüstes entkleidet. Gegenwärtig beschäftigt man

sich hauptsächlich mit der Reparatur der dortigen drei Eingänge und der

Innenhalle.

Die sogenannte Capistrans-Kanzel, die aus den Fugen zu gehen drohte,

wurde abgetragen, um wieder in solider Weise aufgestellt zu werden.

Das letzte und wichtigste Werk der bisherigen Innenrestaurierung

bildet die schöne gothische Kanzel, die nach ihrer Abtragung in allen

ihren Theilen einer gründlichen Ausbesserung, Ergänzung und Säuberung

unterzogen wurde und eben jetzt wieder zur Aufstellung gelangt.

Nach Mittheilung des Oberbaurathes Schmidt mußten an ihr, besonders am

Schalldeckel, so manche Aenderungen durchgeführt werden, doch nur, um

das Kunstwerk auf seine alte und ursprüngliche Form zurückzuführen, für

welche sich hinreichende und unzweifelhafte Anzeichen dem geistreichen

Baumeister vorfanden.

Mit der Restaurierung der Kanzel Hand in Hand, und weil fast geboten,

gieng die Ausbesserung des Kirchenpfeilers, daran sich die Kanzel

hinaufbaut. Bei der Ablösung der Rußtünche und der Jahrhunderte alten

Staubkrusten kam man nicht allein auf verblaßte Reste der alten

architektonischen Malerei, sondern man fand, und zwar viel besser

erhalten, die Malerei an den Figuren, die die Kirchenpfeiler -- unter

reichen Baldachinen -- zieren. Die Malerei ist mit besonderer Zartheit

und Bescheidenheit angewendet und so gut erhalten, daß sie an den

meisten Stellen heute noch ganz frisch erscheint und daran sehr wenig

auszubessern war.

81) Einem Berichte des Conservators Dr. Schönherr über die

fortgesetzten Restaurierungen in der Meraner Fürstenburg ist zu

entnehmen, daß an den Wänden des Wehrganges Spuren von Malereien

gefunden wurden, welche bisher eine Kalktünche völlig verdeckt gehalten

hatte. Nach Loslösung dieser zeigte sich das alte Bild vollkommen

deutlich. Es besteht aus rankenartigen Verzierungen in Roth, Grün und

Braun, dazwischen die Darstellung einer Jagd und eines Vogelfanges.

Diese Wandmalereien wurden einer, und zwar völlig gelungenen,

pietätvollen Restaurierung unterzogen. Unrestauriert blieb vorläufig

nur ein kleiner Theil an der Südseite des Wehrganges, nämlich da,

wo in die rankenartigen Verzierungen ein Vogelfang eingefügt, aber

die Malerei doch nicht so erhalten ist, um sie mit voller Sicherheit

restaurieren zu können.

(Mittheil. d. k. k. Centr.-Comm. zur Erforsch. u. Erhalt. d. Kunst

und hist. Denkmale, VI. Bd., 2. Heft.)

82) In +Rutzendorf+ bei Ansbach fand ein Bauer bei baulichen

Veränderungen seiner Scheune einen vergrabenen Münzschatz. Derselbe

bestand aus 1 Goldmünze und circa 1300 Silbermünzen. Die Goldmünze war

ein Dukate von Westfriesland von 1592; die Silbermünzen vertheilen sich

wie folgt:

a) 260 französische Münzen als: 65 ganze, 188 halbe und 7 viertel

Thaler, sämmtlich von Ludwig XIV.;

b) 25 andere Thaler: 14 Stück Kaiser Leopold I. von 1682-92; 2

Stück Philipp für Brabant 1578 u. 1580; 1 Stück Stadt Zwolln 1660;

1 Stück Lüttich (Bisthum) 1690; 1 St. Hanau, Catharina Belgica,

1622; 1 St. Leopold von Oesterreich 1624 (wie Schulth. Cat. 4230);

1 St. Tirol, Sigmund Franz 1665; 1 St. Salzburg, Max Gandolph 1672;

3 Stück Sachsen, 3 Brüder, 1609; ferner: Nürnberg, 1 Guldenthaler

1612;

c) 124 ⅔-Thaler oder 60er (Sortengulden): Julius Franz von

Sachsen-Lauenburg 1678, 30 Stück; Gustav von Sayn-Wittgenstein,

versch. Jahre, 12 St.; Fränk. Kreis ⅔-St., 1693, 8 St.; Sachsen,

verschiedene, 30 St.; Montfort, verschiedene, 11 St.; Ludwig von

Solms, verschiedene, 5 St.; Heinrich I. von Reuß-Schleiz 1678,

verschiedene, 2 St.; Anhalt, verschiedene, 14 St.; Brandenburg,

verschiedene, 4 St.; Henneberg 1692, 2 St.; Aug. Friedr. Bischof

von Lübeck 1678, 2 St.; Friedr. Christ., Bischof von Münster, 1692,

1 St.; Albert Ernst von Oettingen, 1678, 1 St.; Nürnberg, LXer

(Kipper) 1622, 1 St.; Holstein Plön, Joh. Adolph, 1690, 1 Stück; --

ferner: Bayern, Max Emanuel, 30er 15 Stück;

d) circa 200 verschiedene ¼-Gulden, ⅙-Thaler und dergl. Es war

hiebei folgendes Bessere: +Sulz+, Joh. Ludwig, XVer 1675, 2

verschiedene Stempel RR; +Leiningen-Westerburg+, XVer 1691 und 92,

4 Stück R; +Haldenfels+, Georg Philipp von Ehrenfels, XVer 1690, 3

versch. Stempel R; +Walkenried+, Friedr., 6 Mariengrosch., 1688, 1

St. R.; +Jever+, Carl Wilhelm, ⅙ Thlr. 1690, 1 St. R; +Fugger+,

XVer 1676, 1 St. R; die anderen Stücke vertheilen sich auf Nassau

(ca. 70 St.!), Sachsen (40), Brandenburg (20), Montfort (20),

Bayern (10), u. s. w.;

e) 754 kleine Münzen. Unter diesen kleineren Münzen, als Sechsern,

Batzen, Groschen und Kreuzern bemerkte ich: Bamberg, Peter Philipp

und Marquard Sebastian 160 Stück; weiter: Augsburg, Stadt (1 St.),

Bayern, Brandenburg, Braunschweig, Deutscher Orden in Mergentheim,

Hanau, Hessen, Hohenlohe (1 St.), Lippe (1 St.), Nassau, Nürnberg,

Oettingen (1 St.), Oesterreich (Kaiser), Sachsen, Salzburg,

Schlesien-Liegnitz, Schles.-Oels, Straßburg, Tirol, Ulm und Ungarn.

Die Münzen waren in einem Sacke (dessen einzelne Trümmerchen noch

vorhanden), welcher in einem irdenen Hafen mit einem dergl. Deckel war.

Hafen und Deckel sind zerstört worden während des Ausgrabens. -- Der

Schatz scheint ca. 1693-1694 vergraben worden zu sein.

+Nürnberg.+ +Gebert+.

83) Beim Abbruche der Kirche zu +Volmerdingsen+ bei Rehme im

Regierungsbezirke Minden wurde vermauert eine alte Münzsammlung

aufgefunden, deren Gesammtzahl nicht unbedeutend gewesen sein soll;

9 Stück dieser Münzen sind kürzlich in meinen Besitz gelangt. Da

dieselben den Zeitraum vom 14. bis 18. Jahrhundert umfassen, so dürfte

anzunehmen sein, daß die Sammlung bei verschiedenen Kirchenreparaturen

geöffnet und bereichert worden ist.

(Numismatisch-sphragistischer Anzeiger, Nr. 5.)

84) Aus Weinzierl am Wald in Niederösterreich wird uns geschrieben:

Beim Umgraben eines Feldraines wurden folgende Gegenstände, sämmtlich

in einem irdenen Geschirre verpackt, aufgefunden: Zwei schwere silberne

Schließen zu fünf je 8 Centimeter langen, 2½ Centimeter breiten

Gliedern, an der oberen Seite mit schöner, getriebener Arbeit; zwei

kleine Reliquienkapseln aus Silber, die eine glatt mit den Bildnissen

Christi und Mariä an den beiden Seiten, die andere vergoldet, rund;

mehrere herzförmige Anhängsel aus Bernstein, Krystall und grauem und

braunem Stein, sämmtlich in Silber gefaßt; Theile eines Rosenkranzes;

endlich zwei große silberne Münzen, sehr schön erhalten, (die eine

schön vergoldet) mit dem Bildnisse eines Ritters auf gepanzertem Pferde

auf der Avers-, einem einköpfigen Adler auf der Reversseite, und der

Umschrift: Ferdinandus etc. 1541; eine kleinere Silbermünze (vergoldet)

mit der Jahreszahl 1575 und eine andere mit der Jahreszahl 1580.

Sämmtliche Gegenstände sind sehr schön erhalten und dürften zu Zeiten

der Schwedenkriege an jenem Orte versteckt worden sein. Der Finder ist

geneigt, den Fund zu verkaufen; etwaige Liebhaber von Antiken wollen

sich an das Pfarramt Weinzierl am Walde (Post Weißenkirchen an der

Donau) wenden, welches gerne jede gewünschte Auskunft ertheilt.

(Das Vaterland, Nr. 152.)

Verantwortliche Redaction: Dr. +A. Essenwein+. Dr. +G. K. Frommann+.

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in

Nürnberg.

Gedruckt bei +U. E. Sebald+ in Nürnberg.

Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit, 27. Band, 1880 Organ des Germanischen Museums · 第 74 / 173 题