24) +Donaueschingen.+ Beim Sprengen eines Felsens, auf dem die
Kirnberger Burgruine steht, wurde ein Verlies geöffnet, in welchem sich
viele Menschenknochen und eine Anzahl von Folterwerkzeugen vorfanden.
(Schwarzw. Bote, Nr. 39.)
25) In der Bibliothek des kärntnerischen Geschichtsvereins zu
Klagenfurt ist durch den Archivar Janku ein interessanter Fund gemacht
worden. Ein Pergamentblatt, das bisher die Außenseite eines Buchdeckels
bildete, zeigte sich, nachdem es sorgfältig von der Pappe losgelöst
worden war, auf beiden Seiten beschrieben und weist in je vier Colonnen
gegen 330 Verszeilen auf. Sie enthalten zwei Abschnitte aus Ottokar’s
von Horneck (Ottokar von Steiermark) Reimchronik.
(Augsbg. Postztg., Nr. 12.)
26) Dr. Oswald Zingerle fand in Brixen eine Papierhandschrift des 15.
Jahrhunderts, die unter Anderem ein Gedicht „Der sêlen rât“ enthält.
Dies Lehrgedicht gehört aber noch dem 13. Jahrhundert an und zählt zu
dem Besten der didaktischen Dichtung jener Zeit. Leider ist es nur
Fragment, zählt jedoch 6000 Verse. Als Verfasser nennt sich am Schlusse
„Bruoder Heinrich von Burgûs“ (Burgeis im Vinstgau). Aus den Stellen,
worin er gegen das üppige Leben der Klöster, sowie gegen die Gleisnerei
und Erwerbsucht der Einsiedler eifert, geht hervor, daß Heinrich dem
Orden des heiligen Franciscus angehört habe. Oswald Zingerle wird eine
kritische Ausgabe veranstalten.
(Beilage z. Augsb. Postzeit., Nr. 10.)
27) In der St. Moriz-Kirche zu Naumburg a/S wurde bei den im Gange
befindlichen Reparaturarbeiten gegen Ende des vergangenen Jahres unter
dem Fußboden ein verwitterter kleiner Lederbeutel ausgegraben, in dem
sich 204 Silbermünzen befanden. Soweit die Legenden sich entziffern
lassen, gehören fast alle Münzen in die Jahre von 1620 bis 1639, doch
ist auch eine unbedeutende Anzahl früherer darunter; die älteste
datiert von 1558. Das einzige große Stück ist ein vollwichtiger
nürnbergischer Thaler von 1633.
(Zeitschr. f. Museologie u. Antiquitätenkunde, Nr. 2.)
Verantwortliche Redaction: Dr. +A. Essenwein+. Dr. +G. K. Frommann+.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in
Nürnberg.
Gedruckt bei +U. E. Sebald+ in Nürnberg.