VATER ZIEMENS. MARIE.

VATER ZIEMENS (auf einer Bank am Tische Platz nehmend). Ich danke mein

Kind . . . Es war wieder ein Tagewerk! . . . Das Garnspinnen ist keine

schwere Arbeit und doch greift's an, am wenigsten die Arme, aber hier,

hier! . . Man dreht und dreht, die Spulen rauschen, die Fäden rollen,

nichts anderes sieht und hört man, es geht endlos! Erst die Abendglocke,

ha, tönet sie — 's ist als wenn ich zum jüngsten Gericht soll; ein Hauch

aus höhern Sphären weht mich an, durchdringt die erstorbenen Beine mit

neuem Leben und halb träumend, halb erwacht eil' ich in Gottes frische

Luft! . . . (Glocken einer Viehheerde.) Jene Heerden ziehen aber

zufriedener heim, sie kommen aus blühenden Fluren; ich, der

Christgeborene — aus modrigem Grabgewölbe, tiefsten Kummers voll! — Ein

schnöder Rang über dem blöden Thier! . . (FRAU ZIEMENS trägt Essen

auf.) . . Wo hast Du doch das schöne Buch, welches der Klaus für den

Albert herbrachte; ich möchte die Fortsetzung hören.

Der Bankerott: Eine gesellschaftliche Tragödie in fünf Akten · 第 56 / 167 题