QUESTENBERG. Leider! (heimlich) Was halten Sie von dem Menschen?
V. ZITTERWITZ. Hum, ich bin durchaus kein Kenner des gemeinen Mannes,
aber ich würde mich an Ihrer Stelle mit dem Subjekte keine fünf Minuten
befassen . . . (Er betrachtet Albert noch einmal.) Es kommt mir wenig
hoffnungsvoll vor . . . Fast möchte ich wetten, daß es zu den
Proudhonisten gehört, nämlich zu der Secte der allein ehrlichen Leute,
die Eigenthum für Diebstahl halten.
QUESTENBERG. Er gehört zu den Socialisten.
V. ZITTERWITZ. Die träumerischen Augen und der schlaue Zug um den Mund
verrathen's. Ha, könnte ich wie ich wollte! Man lies't es sprechend von
seiner Stirne. Wehe uns, erscheint der Tag wo diese Bestialität sich
entfesselt!
QUESTENBERG. Es kommt hoffentlich niemals dahin.
V. ZITTERWITZ. Man kann nicht wissen. — Die Staatsmänner entwickeln noch
zu wenig Energie, sie haben ein feiges Herz, scheuen sich das Uebel mit
der Wurzel auszureuten.
QUESTENBERG. Was wird denn versäumt?
V. ZITTERWITZ. Ich will die Meinung für mich behalten. — Stünd's in
meiner Macht, so müßte der famose Kerl sogleich zum Chirurgus. Ein
starker Aderlaß oder etliche Schröpfköpfe würden ihm schon die
Demagogenhitze vertreiben.
QUESTENBERG. 's ist der Meister, auf den Sie Ihre letzten Hunderttausend
zu stellen, das liebe Vertrauen besaßen.
V. ZITTERWITZ (ungläubig vom Stuhle aufspringend). — — Natur deine
Launen sind schrecklich! An welche Gestalten verschwendest du deine
höchsten Güter! — Was bemerkt doch Göthe darüber — ich glaub' 's ist der
alte Papa — oder ist's Schiller? nein, nein Wieland! still 's ist Jean
Paul! . . . (Er greift sich hastig in die Tasche.) Habe ich nicht ein
paar Groschen bei mir — es drängt mich meine schiefe Meinung . . .
QUESTENBERG. Bemühen Sie sich nicht, ich bitte.
V. ZITTERWITZ. Darf ich ihm dies Thälerchen, gleichsam zur Ermunterung,
schweigend in die Hand drücken? Ah so, so, so — Sie waren ja mit ihm in
Unfrieden, 's ist unpassend . . .
QUESTENBERG. Er hat's nicht verdient.