QUESTENBERG. Vorzüglich einen — er steht mir sehr nahe und spielt den
Scheinheiligen unübertrefflich.
V. ZITTERWITZ. Ich halte Herrn Blashammer für einen kalten, ruhigen,
überlegenden, braven Banquier. Er war der Einzige, welcher sich heute
ganz still verhielt. Man bestürmte ihn um seine Meinung, allein er wich
der gewitztesten Zunge aus. . . Blashammer verdiente nach meiner
Ueberzeugung in unserm Bunde der dritte zu werden.
QUESTENBERG. Ich kann ihm meine Bücher nicht aufschlagen.
V. ZITTERWITZ. Ich meine es anders . . . Der Banquier hat eine
heirathsfähige Tochter, Sie haben einen erwachsenen Sohn. . . .
QUESTENBERG. Der noch nichts ist. . .
V. ZITTERWITZ. Aber etwas werden kann! Bestand er doch das beste
juristische Examen.
QUESTENBERG. Ich hege längst ein Project der Art, nur weiß ich's nicht
auszuführen. . . Stelle ich dem Banquier jetzt einen Heirathsantrag, so
fühlt er Absicht und weist mich beleidigt zurück; ich verrathe ihm die
Ohnmacht meiner Lage —
V. ZITTERWITZ. Ihnen kostet's keine Ueberwindung einen Mann zu
verdächtigen der Ihr Wohlergehn wünscht, gegen den Sie unfähig sind, den
schwächsten Beweis zu liefern!!. Ich versprach Ihnen mein letztes Geld
und bin bereit noch mehr zu thun. Die Heirath muß zu Stande kommen. Der
Banquier darf uns nicht widerstehen.
QUESTENBERG. Ich lege Glück und Unglück in Ihre Hand.
V. ZITTERWITZ. Schicken Sie durch den Telegraphen eine Depesche über
Paris nach London, mit dem Befehl schleunigster Rückkehr an Ihren Herrn
Sohn, und . . .
QUESTENBERG. Er kam bereits gestern an.
V. ZITTERWITZ. Um so besser! Aber aus welcher Ursache? es erstaunt
mich . . .
QUESTENBERG. Geld, Geld, Geld! Er kostete jährlich fast so viel als ich
morgen von Ihnen borge.
V. ZITTERWITZ. Die großen Städte sind das Verderben unserer Jugend. Wehe
dem Vater, der dort ein Kind zum vornehmen Müssiggänger, Fantasten,
Wollüstling oder hochgespannten Weisen erzieht! . . Schlafen Sie wohl.
QUESTENBERG. Noch ein Wort . . . Mir fällt ein Mittel in den Sinn — 's
ist durchaus nicht zu kühn . . . Wenn ich übermorgen oder spätestens
Sonntag ein recht großartiges Fest arrangirte! etwa für zehn bis zwölf
Tausend Thaler —
V. ZITTERWITZ (seinen Hut fallen lassend). Die Gläubiger sollen kommen
und beschämt sich fragen, woher der Luxus, die Verschwendung, das üppige
Leben? Will er uns damit antworten? Wer bezahlt die einhundert und
funfzig Musikanten —