=Tab-, Tabb-= s. Dag (V.).
=Tack-= s. Dag (einst. K.).
=Tadd-= s. Dad.
=Tag-, Täg-= s. Dag (V., einst. K.).
=Tag= III. Personen-Namen von der ~Zeit~ hergenommen, bes.
von Zeit und Umständen der Geburt.
FN. Unter den Wochentagen bes. häufig _Sonntag_ („Sonntagskinder“)
und _Freytag_ (als Christi Todestag frommen Eltern vorzugsweis
merkwürdig, daher auch FN. _Charfreytag_) -- viel seltener die
übrigen: _Montag_. _Mittwoch_. _Donnerstag_. _Sonnabend_. (In
Berlin fand sich 1867 der N. Sonntag 28 mal, Freytag 24 mal,
dagegen Montag nur 8 mal, Sonnabend nur 4 mal). Außerdem _Mittag_.
_Ostertag_.
=Tägener= s. Thegan.
=Tagge= s. Dag (einst. K.).
=Täglichsbeck= III. „der ein Tägliches backt“ (s. Beck).
=Tam-= s. Thanc.
=Tandler= III. „Händler mit alten Sachen, Trödler“ (süddeutsch, z.
B. in München).
=Tang-, Tank-= s. Thanc.
=Tann= III. ahd. tanna, mhd. diu tanne „Tanne“, der tan „Wald“;
bei neueren Dichtern (Uhland) noch jetzt Tann = Wald. Daher ON. _Tann_,
_-tann_.
FN. _Tann_. _v. der Tann_.
Ableitung auf _-er_ (oberd.): _Tanner_. _Gitzentanner_.
=Tanz-= s. Thanc.
=Tapken= s. Thiud (zweist. K.).
=Tapp-= s. Dag (V., einst. K.).
=Täschler= s. Taschner.
=Taschner= III. „Taschenmacher“ (früher ein „Taschnergäßlein“ in
Nürnberg).
FN. _Taschner_ -- _Täschner_ -- _Däschner_. Auch _Taschler_,
_Täschler_ und _Däschler_.
=Tatje= s. Dad.
=Taub-= s. Thiud (V.).
=Taube= III. Bild der Unschuld und Friedlichkeit (Noah’s T. mit
dem Ölblatt; auch die entweichende Seele der Märtyrer hat oft nach
der Legende die Gestalt einer Taube) -- nach Matth. 3, 16 Sinnbild
des h. Geistes. Daher spielt die Taube eine Rolle in der Symbolik des
Mittelalters, wo die weiße T. auf Johannes den Täufer, die purpurne auf
Christum gedeutet wird, der sein Blut für die Menschheit vergoß. Die
Taube als Hauszeichen S. 60.
FN. _Taube_. Zss. _Ringeltaube_.
=Tauscher= III. mhd. tûschaere „Händler“ (s. Roßteuscher).
FN. _Tauscher_ -- _Teuscher_.
=Tausendfreund= III. s. Freund (bedeutet hier „tausend“ eine
Verstärkung, etwa wie „Tausendschön“?). Auch _Siebenfreund_ findet sich
als FN.
=Taute= s. Thiud (einst. K.).
=Tawartmann= s. Dag.
=Tebben= s. Thiud (zweist. K.).
=Tebeding= s. Thiud (V.).
=Ted-= s. Thiud (V., einst K.).
=Teetz= s. Thiud (einst. K.).
=Tegeler= III. Klemp. Tegheler, niederd. = „Ziegler“,
Ziegelbrenner.
=Tegen= s. Thegan.
=Teget= = Zehnt, in Zss. wie _Tegetpferd_. _Tegethof_ --
_Tegetmeyer_ (s. Meier).
=Tegge= s. Dag (einst. K.).
=Teibel= s. Thiud (zweist. K.).
=Teich= m. mhd. tîch, alts. dîk der „Teich“.
In mannigfachen Ortsbezeichnungen, bes. in der niederd. F. _dieck_
(dick) in Nordwest-Deutschland (wie es auch in Münster eine
„Dieckstraße“ gibt).
FN. _ten Dyck_. _tom Dieck_.
_Beberdieck_ (Biberteich). _Buddendieck_. _Düsterdieck_. _Fahldick_
(Fohlen-). _Flaßdieck_. _Gräfendick_. _Kastendyk_, _Castendyck_
(O. Kastendick). _Kranendick_. _Butendieck_ (hamburg. Inseln) --
halbverhochd. _Butenteich_. _Mohrdieck_, _-dick_ (O. Moordeich,
-diek). _Mönkendieck_. _Oberdieck_; _Överdieck_; _Averdieck_
(Eutin). _Papendieck_. _Schapdick_. _Schäferdick_. _Schweckendiek_.
Ableitung auf _-er_ (westf.): _Niendiecker_. _Papendiecker_.
_Pappendieker_.
=Teichert= s. Dih.
=Teichmann= III. s. Teich (auch _Deichmann_). Niederd.
_Dieckmann_, im Jeverlande = _Deichmann_.
=Teidel= s. Thiud (einst. K.).
=Teimer= s. Thiud (V.).
=Teipel= s. Thiud (V.).
=Teirich= s. Dag (V.).
=Telgenhauer= III. „der Zweige (niederd. Telgen) abhaut“.
=Tellkampf= III. s. Tilgenkamp.
=Temme= s. Thiud (zweist. K.).
=Tempel= s. Thegan (V.).
=ten, ter= III. abgeschwächt aus tom, tor, die noch erhalten sind
in _Tombrink_ (_Dombrink_), _Tombreul_ (Münster), _Thorbecke_. Niederd.
F. für _zum_, _zur_ (w. m. s.) in Ortsbezeichnungen, die dann auf
Personen und Familien übertragen wurden.
FN. (bes. häufig in Westfalen und am Niederrhein, in der Nähe der
holländischen Grenze):
_Tenbaum_. _Tenberge_; auch _Then-Berg_. _ten Brink_. _Tenbusch_.
_ten Cate_ und _ten Doornkaet-Koolman_ (ostfries.). _Tendahl_.
_ten Dyck_, _Tendyck_ („zum Teiche“). _Tenhagen_. _Tenholt_ („zum
Holze“). _ten Hompel_. _ten Winkel_.
_Terbeck_ (zum Bache; niederd. de beke). _Terbruggen_;
_Terbrüggen_. _Terfloth_. _Tergast_ („Geest“). _Terhardt_ („zum
Gebirge“). _Terhoffstedde_. _Terhorst_. _Terlinden_. _Termöllen_
(Kr. Tecklenburg); _ter Meulen_ (Gronau, Landdrostei Hildesheim,
vgl. hochd. _Zurmühlen_). _Tersteegen_. _Tervoort_ („zu der Furt“).
Auffallend mit Wechsel des Geschlechtes: _ter Meer_. _ter Stein_.
-- _Teröverst_.
=Tenke, Tentzel= s. Thanc.
=Ter= s. ten -- doch _ter Nedden_ s. _Tornedden_.
=Tet-= s. Thiud (V.).
=Tett-= s. Thiud (V., einst. K.).
=Tetz-= s. Thiud (einst. K.).
=Teub-= s. Thiud (V.).
=Teufel= a) s. Thiud (Theudobald) b) III. aus dem Kirchenlatein
diabolus (griech. διάβολος) „Beschuldiger, Verlästerer“ (der Menschen
bei Gott, s. Hiob Kap. 1. 2); schon ins Gotische aufgenommen als
diabaulus, ahd. tiufal, mhd. tiufel. vgl. Fahland.
FN. („der Tuvel“, Appo dictus Diabolus schweiz. bei Bacm.)
_Teufel_, _Teuffel_. Niederd. _Düwel_. Reinbert genannt Düvel,
diabolus 1307 (Lipp. Reg.).
Häufig in Zss. (Satz-N. S. 52) _Haschenteufel_. _Jagenteufel_;
_Jageteuffel_. _Schlagenteufel_. -- Niederd. _Bietendüwel_
aus Bitdendüwel. _Schietenduivel_. -- _Manteuffel_. Niederd.
_Dusendtüfel_.
=Teufelskind= III. aus dem 15. Jahrh. von Vilmar angeführt,
vermutlich Abkömmling einer „Hexe“.
=Teufert= s. Thiud (V.).
=Teuscher= s. Tauscher.
=Teuth= s. Thiud (einst. K.).
=Teutloff= s. Thiud (V.).
=Teutzel= s. Thiud (einst. K.).
=Tews= s. Matthäus.
=Textor= III. Latinisierung von Weber.
FN. _Textor_; _Texter_; _Textorius_.
=Thad-= s. Dad.
=Thal= III. ahd. mhd. tal, alts. dal -- in ON. seit dem 8. Jh.
ziemlich häufig. Heutzutage ist die Zahl der mit diesem Grundworte
bezeichneten teils wirklichen Täler, teils bewohnten Örter unendlich
groß: a) hochd. _-thal_ b) niederd. _-dahl_; die Kürze des a hat sich
erhalten in den fast ausschließlich niederösterreichischen N. auf c)
_-thall_.
FN. 1) _von Blumenthal_. _Engelthal_. _von Lilienthal_. _Rosenthal_
(88 mal ON. Rud.). In jüdischen FN. häufig bloßer Phantasie-N. (S.
66): _Veilchenthal_. _Lewinthal_.
2) _Boltendahl_ (halb verhochdeutscht _Bolzendahl_). _Heidendahl_.
_Odendahl_. _Rosendahl_. _Wischendahl_; _Wiesendahl_.