7) entstellt _-ieder_: _Geißelsieder_. _Hutzelsieder_ (Steub S.
147).
=Öddel, Öding, Oet-= s. Aud (einst. K.).
=Oetjen, Oetken= s. Aud (einst. K.).
=Of-, Off-= s. Aud (V., zweist. K.).
=Öfele, Öff-= s. Aud (zweist. K.).
=Öffner= III. mhd. ovenaere „Ofensetzer“.
=Oheim= III. mhd. ôheim „Mutterbruder“.
=Ohfen= s. Aud (zweist. K.).
=Ohl-= s. 1) Ald 2) Aud (V.) 3) Othal (V.).
=Öhl-= s. 1) Aud (einst. K.) 2) Othal (V.).
=Ohlenmacher= III. „Töpfer“ (s. Euler).
=Ohlenschläger, Öhlen-= s. Öhlschläger.
=Öhlmann= a) I. s. Othal b) III. „Ölhändler“. Verlateint Olearius
(S. 63).
=Öhlschläger= III. „Ölpresser“.
FN. _Öhlschläger_; _Öhlenschläger_ -- _Ohlenschläger_ --
_Öhligschläger_ -- _Olligschläger_ (vgl. ölich Weist. III, 296,
niederd. Ölje; auch dänisch olie, olieslaaer).
=Ohm= III. aus Oheim zsgz. mhd. ôme „Oheim“ (Ohm auch ein
Zunftgenoß bei den Münzern, desgl. Ohmschaft = societas monetariorum).
=Ohm-= s. Aud (zweist. K.).
=Öhm-= s. Aud (V., zweist. K.).
=Ohnesorge= III. vgl. Gernod dict. Anesorge. Daher noch jetzt
_Ansorg_.
=Ohorn= III. ON. = Ahorn.
=Ohr= III. in den Zss. _Langohr_; _Weibelohr_ („Wackelohr“).
=Ohrt= s. Ort I.
=Ohst= s. Aust.
=Ökert= s. Aud (V.).
=Ol-= s. 1) Ald 2) Aud (V.) 3) Othal (V.).
=Öl-= s. Othal (V., einst. K.).
=Olböter= III. niederd. „Altbüßer d. i. Altflicker“ (in Stettin
ein „Olböterberg“).
=Olde= s. Ald.
=Ölhafen= III. FN. _v. Öhlhafen_ (mit einem Ölkrug im Wappen, Pott
S. 654).
=Oll-= s. Ald.
=Öll-= s. Othal (V., einst. K.).
=Olligschläger= s. Öhlschläger.
=Olt-= s. Ald.
=Omeis= s. Ameis.
=Ömering= s. Aud (V.).
=Omm-= s. Aud (V., zweist. K.).
=Ondereyck= III. niederd. (Krefeld) „unter der Eiche“.
=Onken, Onnen= s. Un.
=Oost= s. Aust.
=Op-= s. Aud (V., zweist. K.).
=Opdenhof= III. (Wesel) niederd. „auf dem Hofe“.
=Opderbeck= III. niederd. = ob der Beck „oberhalb des Baches“.
=Opfermann= III. „der das Kirchenopfer in Empfang nimmt“ = Küster,
früher allgemeiner in Niedersachsen, jetzt noch in Braunschweig
(Hoffmann).
FN. _Opfermann_ -- _Offermann_ (vgl. Opfergeld und Offergeld).
Niederd. _Oppermann_ (doch s. auch Audeberht).
=Öpke, Opp-, Öpp-= s. Aud (V., zweist. K.).
=Oppenhövel= III. „auf dem Hübel“.
=Oppenkamp= III. „auf dem Kampe“.
=Oppermann= s. a) I. Aud (V.) b) III. Opfermann.
=Optenhögel= III. niederd. „auf dem Hügel“.
=Orban= s. Urban.
=Ord-= s. Ort I.
=Orgler= III. „Orgelspieler“.
=Ornold= s. Arin.
=Ort-, Ört= s. Ort I.
=-ort= in ON. s. Ort III.
=ORT= I. ahd. mhd. ort „Schärfe, Spitze“, bes. des Schwertes und
Speeres.
FN. Ortgis: _Ortgies_. Gen. _Ortgiesen_.
Ortlaip: _Ortleb_; _Ortlepp_; _Ortlöpp_.
Ortliub: _Ortlieb_.
(Ortman): _Ortmann_ -- _Ohrtmann_.
Ortolt: _Ortelt_ -- _Örtelt_.
Ortwin: _Ortwein_.
Ordulf: _Ordolff_ -- _Ortloff_.
Einstämmige Kürzung Ort-.
Ordo, Ort: _Ort_, _Orth_ -- _Ohrt_.
Vklf. (l): _Ortel_ -- _Örtle_; _Örtel_.
Patr. A. _Örthling_.
=Ort= III. in ON. a) „Vorgebirge“ (z. B. Brüsterort an der
ostpreußischen Küste) b) „Winkel“, bes. bei Flußmündungen (z. B.
Ruhrort).
FN. _auff’m Ordt_. _Ruhrort_. _v. Scharfenort_. _Steinort_.
_Vierordt_.
=Os-, Oß-, Ös-= s. Ans (V., einst. K.).
=Oß= III. niederd. „Ochse“, in _Ossenkop_, _Oßmeyer_ u. a.
=Öschhey= III. mhd. eschheie „Hüter der Feldflur, Flurschütz“.
=Osiander= III. von einem fränkischen Schmiede Hosemann abstammend
und halb vergriecht, „so daß die Hose, freilich ohne Asper, daran
hängen blieb“ (Pott).
=Ost-, Öst-= s. Aust.
=Oster-, Öster-= s. Austar.
=Oster= III. vom Umstandsw. ahd. ôstar, mhd. ôster „ostwärts,
östlich“, in mannigfachen Zss.: _Osterbrink_; _Osterbrauk_ (-bruch);
_Osterkamp_ -- _Ostermeyer_ u. a.
=Ostertag= III. zu den Zeitnamen (s. Tag); vgl. Grav Friedrich
zolr der Ostertag 1315.
=Ot-, Oth-, Ott-, Öt-= s. Aud (V., einst. K.).
=OTHAL= I. ahd. uodal, ôdhil „Erbgut; Heimat“. Vgl. Aud.
FN. Odalbreht: _Ohlbrecht_ -- _Olbricht_ -- _Ölbracht_ --
_Ulbrecht_; _Ulbricht_; _Ulber_ (_Ulbermann_). Gen. _Olbertz_;
_Olbers_ -- _Ulpts_ (ostfries.).
Odalfried: _Ulfert_. Gen. _Olfers_ -- _Ulffers_.
Odalgar: _Ölker_. Gen. _Öhlckers_.
Odalgart: _Ölgard_; _Ölgarte_.
Odalhart: _Ohlert_ -- _Ölhardt_; _Öhlert_.
Uodalhari: _Uhler_ -- _Ulherr_. Gen. _Öhlers_ -- _Öllers_.
Odolleip: _Olepp_.
Odolland: _Ohland_ -- _Uhland_.
Uodalman: _Öhlmann_ -- _Uhlmann_ -- _Ullmann_.
Uodalmar: _Ullmar_.
Uodalrich: _Olerich_ -- _Ölreich_ -- _Öllrich_ -- _Uhlrich_ --
_Ulrich_; _Ullreich_; _Uldrich_; _Ullerich_. Gen. _Öhlrichs_ --
_Ulrichs_. Patr. A. _Öhlerking_.
Odalwin: _Ohlwein_ -- _Ölwein_.
Einstämmige Kürzung Othal-.
Udilo: _Ule_ -- _Ühle_. Gen. _Uhlen_.
Vklf. (i): _Hochuli_ (schweiz.). (l): _Ölke_ -- _Öllig_ -- _Uhlig_
-- _Ullich_. Gen. _Uulkes_ (ostfries.). (z): _Uhlitzsch_ (Kgr.
Sachsen) -- _Ultzsch_. Gen. _Öltzen_.
Zweistämmige Kürzung Othalm-,
Vklf. (k): _Ulmcke_.
=Ottiliae= I. Vklf. zu weibl. Oda (s. Aud) -- Muttername
(Wernigerode 1880). Auch _Ottilige_ -- _Odiliae_. (Doch gibt es auch
einen O. Ottilia und mehrere Ö. St. Ottilien).
=Ötz-= s. Aud (einst. K.).
=Overbeek= III. niederd. „der oberhalb des Baches Wohnende“ (s.
Bach) -- halb hochd. _Oberbeck_. Over = ober auch in _Overberg_,
_Overdieck_; _Overkamp_, _Overweg_.
=-ow= III. in urspr. slawischen ON., die eigentlich
besitzanzeigende Eigenschaftswörter auf owy, owa, owo sind, den von dem
Namensträger gegründeten oder besessenen Ort bezeichnend. So bildet
sich von dem N. Grab (Weißbuche) das Eigenschaftswort grabowy, -a,
-o, welches nun mit Ergänzung eines Hauptwortes wie was (weibl.) =
Dorf, mjesto (sächl.) = Stadt zum ON. gestempelt wird, also Grabowa,
Grabowo (= „der Grab’sche Ort“), Viduchowa „der Widoch’sche Ort“ (vom
PN. Vidoch) -- Formen, die sich in slawischen Gegenden noch häufig
finden, während in den schon länger germanisierten Landschaften des
nordöstlichen Deutschland der Endvokal abgefallen und die Endung _ow_
(mit stummem w, das auch mitunter in der Schreibung weggefallen, s.
_-o_) herrschend geworden ist: _Grabow_, _Fiddichow_.
Daher nun die vielen ON. -- von Städten, Dörfern, auch Flüssen, z. B.
Warnow -- auf ow, deren im östlichen Deutschland Legion ist, und die
fast ebenso große Fülle der von ihnen entlehnten FN. auf ow (z. B. in
Stolp im J. 1864 unter 1800 Namen über 50).
FN. _Buckow_ (spr. Buko). _Bütow_. _Grabow_. _Massow_. _Passow_.
_Quednow_. _Strippentow_. _Vangerow_ -- nicht minder viele
Adels-N.: _v. Below_. _v. Bülow_. _v. Krockow_. _v. Lettow_. _v.
Lützow_. _v. Massow_.
Häufig finden sich kleine Abweichungen von den bezüglichen ON.:
_Duchrow_ (O. Ducherow). _Münchow_ (O. Mönchow). _Strölow_ (O. Strelow)
-- mitunter auch bedeutendere wie _Leitzow_ (O. Lewezow, welches im
Volksmunde in Leitzow zsgz. wird).
Ableitungen auf _-er_ sind selten, da sich diese Endung nicht bequem
anfügt; nur in modern jüdischen N. wie _Bojanower_ (von Bojanowo)
scheint sie sich zu finden.
Häufiger sind Latinisierungen auf _-ovius_, aus der Zeit der
Renaissance stammend (S. 63): _Ciborovius_. _Gregorovius_. _Gusovius_.
_Nicolovius_ -- z. T. mit sehr wenig lateinischer Schreibung:
_Bülowius_. _Wannowius_.
Zuweilen ist das w abgefallen: _v. Plotho_ (O. Alten-Plathow). _Calo_.
_Floto_.
Nicht selten ist die E. ow bei den ON. oder den daher entlehnten FN. in
_au_ übergegangen, wodurch dem Namen ein mehr deutsches Gepräge gegeben
wird: _Grabau_, als wäre es eine rein deutsche Zusammensetzung. So
entspricht der FN. _Gumtau_ dem ON. Gumtow, _Treptau_ dem ON. Treptow,
_Bernigau_ dem ON. Bernickow, _Kahlbau_ vermutl. dem ON. Calebow;
umgekehrt _Nipkow_ = dem ON. Nipkau, _Calow_ dem ON. Kalau. Aus manchen
ON. sind auf diese Weise zwei FN. hervorgegangen, z. B. aus ON. Lossow
die FN. _Lossow_ und _Lossau_, aus ON. Gülzow die FN. _Gülzow_ und
_Gülzau_, aus ON. Bülow die FN. _v. Bülow_ und _Bülau_. Beide Endungen,
ow und au, wechseln eben außerordentlich leicht miteinander, und früher
verfuhr man noch willkürlicher darin. So wird im Stolper KB. der
fürstlich Croy’sche Rentmeister _Vanselow_ auch _Vanselau_ genannt, z.
B. im J. 1647, dagegen 1651 wieder _Vanselow_. In manchen Städtenamen
sind diese Endungen noch im Kampfe, z. B. Spandow und Spandau, Prenzlow
und -au; letztere sollten hier vorgezogen werden, damit auch der Name
dieser seit Jahrhunderten deutschen Städte den deutschen Lautgesetzen
entspreche.