=-o= 1) deutsch: die häufigste Endung der verkürzten Namen, jetzt
meist durch das charakterlose e ersetzt oder ganz abgeworfen (S. 22).
2) slawisch: ebenfalls in verkürzten Personen-N., die dann als FN.
verwendet werden, z. B. Hanzo, Hanzko (Hantschko) von Johannes.
Mitunter ist auch o entstanden aus ow (urspr. slawische Endung für
ON.) durch Abfall des stummen w: _Fanselo_, _Calo_, _v. Plotho_
(O. Plathow), _Wossidlo_, welches früher noch häufiger weggelassen
wurde; so findet sich in KB. Büto, Zastro statt des jetzt üblichen
Bütow, Zastrow.
=Ob-= s. Aud (V., zweist. K.).
=Öb-= s. Aud (zweist. K.).
=Obbermann= s. Aud (V.).
=Öbb-= s. Aud (zweist. K.).
=Obenauf= III. „der immer obenauf ist“. Ähnlich _Obenaus_
„obenhinaus“. (Hans Bovenuth 1460.)
=Obenderhabighorst= III. bemerkenswerter westf. N., vom Wohnorte
hergenommen.
=Oberste= in westf. N. zur Unterscheidung der Genamen
(Namensvettern) benutzt, z. B. _Oberste-Steinhorst_ = der zu oberst
wohnende St. _Obrist_ und _Zobrist_ (= zu oberst schweiz.).
=Obser= III. mhd. obeȥaere, jetzt oberd. Obßer, hochd. „Öbster,
Öbstler“.
=Ochs= III. mit der Vklf. _Öchsle_ und den Zss. _Ochsenbein_ und
(niederd.) _Ossenkop_. Vgl. Joh. zum Ochsen 1412 (Hauszeichen). (Doch
Ochs vielleicht = ahd. Otgoz 1100, Ocoz oder auch Otgis, beides zum
Stamme Aud.)
=Ochsner= III. mhd. ohsenaere „Ochsenhirt, -- bauer“ - _Öchsner_,
entstellt _Exner_.
=Ock-, Öck-, Od-= s. Aud (V., einst. K.).
=Öd= III. In Süddeutschland ungemein zahlreiche ON. auf _-öd_
(Altenöd), _-ed_, _-et_, _-edt_ (Einet). Bei dem Mangel entscheidender
alter FF. ist hierbei an got. auths, ahd. ôdi mhd. oede „öde, leer“
zu denken, falls nicht angels. ead, altnord. audhr „Besitz“ größeren
Anspruch darauf hat.
FN. Ableitung auf _-er_ (oberd., bes. bayr., österr.):
1) _-öder_ („die Leute, die einst in der Öde wohnten, die Söhne
der Einöde“ Steub) nur in Zss.: _Ameisöder_. _Manzenöder_.
_Schusteröder_. Vgl. der Flachsöder 1490.