=Marquard= s. Mark I.
=Marre= s. Mar (einst. K.).
=Marsch= III. „niedriges fettes Land am Wasser“ -- in
_Marschkötter_. Mit Ausfall des r: _Masch_.
FN. _Masch_ -- vollständig _Auf der Masch_. Zss. _Maschmeyer_.
Auch _Mesch_ (1380: Hermann op der Mersch -- Preuß).
=Marschall= III. ahd. marah-scalh eig. „Pferdeknecht“, dann
Stallmeister, dann vornehmer Hofbeamter, dem die Sorge für das
einheimische wie für das fremde Gesinde (Gefolge) zu Pferde oblag,
aber auch häufig die Führung der Nachhut im Zuge und Streite -- und so
aufwärts bis zu der bekannten hohen Würde.
FN. _von Marschalk -- Mareschall; Marschall._ Namentlich auch bei
Adelsgeschlechtern, die dann dem Amte zur weiteren Unterscheidung
noch den Stammsitz hinzufügten, z. B. _Marschall von Bieberstein_.
(In die roman. Sprachen übergeg.: franz. _Maréchal_. Ital.
_Marescalchi_ Karlsruhe).
=Marstaller= III. 1) zum Marstall gehöriger Knecht „Pferdeknecht“
(Klempin, S. 625: marstellre = stalknechte) 2) einer aus dem O.
Marstall.
=Mart-, Marth-= s. Martinus.
=Martersteck, Mardersteig= III. „Unter Marter versteht man in den
Alpen jedes Denkzeichen am ~Wege~, sei es eine Stationskapelle
oder ein Bild Christi am Marterpfahl oder endlich ein Denkzeichen
(Täfelchen mit Inschrift) eines Unglücksfalles“. (L. v. Hörmann,
Grabschriften u. Marterlen S. XV.)
=Martinus= II. lat. „ein dem Kriegsgotte Mars Angehöriger“; der
h. Martinus, Bischof von Tours, gest. um 400, dessen Gedenktag der 11.
November, während bei den Protestanten der 10. November als Martinstag
zu Luthers Gedächtnis, der dann geboren und am 11. getauft, bezeichnet
wird.
FN. _Martin_; _Marten_; _Marthen_ -- _Mertin_; _Merten_. Zss.
_Herdemerten_. Gen. (lat.) _Martini_, _Martiny_ -- (deutsch)
_Martins_; _Martens_ -- _Mertins_; _Märtens_. Zss. _Martensmeyer_
(westf.). Patr. Zss. _Martienßen_; _Martensen_ -- _Mertinsen_.
Vklf. (l): _Mörtel_ (Reichel). (k): _Mertke_.
=Märtlhuber= s. Martinus u. Huber.
=Martsch, Martz-= s. Mar (einst. K.).
=Marx= s. Marcus.
=Masch= III. s. Marsch.
=Massolt= s. Mait.
=Masuhr= III. slawischer Volksstamm der Masuren in dem südl. Teile
der Prov. Preußen.
=Mat-= s. 1) Matthäus 2) Matthias.
=Mät-= s. Math.
=MATH= I. Grundform zu Mathal.
FN. Mathere: _Meder_.
Mathlec: _Mahlei_.
Einstämmige Kürzung Math-.
Matto: _Mäte_ -- _Mede_.
Vklf. (l): _Madle_. (k): _Mattig_ -- _Mätke_. (z) Mazo: _Matz_ --
_Maaß_. (z + l) Mazili: _Metzel_.
=Maternus= II. „der Mütterliche“.
FN. _Mattern_ -- _Ternes_.
=Math-= s. a) I. Mathal b) II. 1) Matthäus 2) Matthias.
=MATHAL= I. got. mathl, ahd. madal „Versammlungs-, Beratungs- und
Gerichtsplatz“ des Volkes (griech. ἀγορά). Fließt teilweis mit Mahal
zusammen.
FN. Madalhart: _Mählert_ -- _Mehlhart_.
Madalher: _Madaler_; _Madler_ -- _Mattler_ -- _Mettler_ -- _Mädler_
-- _Mähler_.
Einstämmige Kürzung Madal-.
Madalo, Malo: _Mahle_ -- _Mädel_ -- _Mehle_; _Mehl_. Patr. A.
_Madelung_; _Madelong_ -- _Mehling_. Vklf. (k): _Mahlke_.
=Matt-= s. a) I. Math u. Mathal b) II. 1) Matthäus 2) Matthias.
=Matte= III. mhd. mate „Wiese“.
FN. _Dürrenmatt_. v. _Kalbermatten_.
=Matth-= s. 1) Matthäus 2) Matthias.
=Matthäus= II. hebr. „Geschenk“ (Jehovah’s); St. Matthäus der
Apostel und Evangelist (Kal. 24. Febr.).
FN. 1) _Mathäus_; _Matheus_; _Mathees_; _Matthes_; _Mathes_ (in
schlechterer Schreib. _Matheß_; _Mattes_) -- _Matthe_ -- _Mades_.
Neu latinis.: _Matthesius_. Gen. _Matthäi_ -- _Matthei_. Patr. A.
_Matthesing_ -- _Matthäser_. Patr. Zss. _Mattheeßen_; _Mattesen_.
2) Im Anlaut verkürzt: _Thees_ (in Ostfriesland auch VN.). Gen.
_Thesen_. Patr. A. _Theessinga_ (ostfries.).
Zerdehnt: _Thewes_; _Tews_ (Tewes VN., im KB. z. B. Tewes Wendorp
1650). _Debusmann_ (Trier.).
Berührt sich mit Matthias, so daß die FF. teilweis ineinander
fließen.
=Matthias= II. hebr. „Geschenk“ (Jehovahs) (= griech. Theodor, lat
Deodatus); St. Matthias der Apostel (Kal. 24. Febr.).
FN. 1) _Matthias_; _Matthia_; _Matthies_; _Matys_; _Matheis_;
_Matthes_ -- _Matthix_ (aus der Zerdehnung -tthiges). Gen.
_Matthiae_. Patr. Zss. _Mathiasen_ -- _Matthisson_; _Mattison_;
_Matthießen_.
2) Im Anlaut gekürzt (Tias, Ties VN. in Tias Wille, Ties Burmester
KB.):
_Thias_ -- _Thies_ -- _Theis_. Zss. _Thiesmeyer_. Gen. _Thiesen_.
Patr. A. _Thiesing_. Patr. Zss. _Thiessen_ -- _Tissen_ --
_Theissen_ -- _Tyssen_. -- mit Abfall auch des t: _Hiese_.
Vklf. _Hiesel_ (der „bayrische Hiesel“).
Zerdehnt: _Tieges_; _Tiegs_ -- _Tigges_ (_Tiggemann_).
=Matz= a) I. s. Math b) II. = Matthäus.
=Maud= s. Mod.
=MAUR= I. wohl Maurus „ein Maure“.
FN. (Morbrand): _Mohrbrand_.
Morhard: _Moorhardt_; _Moraht_.
Mauroald: _Moralt_. Gen. _Mohrholtz_.
Morolf: _Moroff_.
Einstämmige Kürzung Mor-.
Mauro, Moro (More VN. Klemp.): _Mohr_ (_Mohrmann_) -- _Möhre_. Gen.
_Mohren_. Patr. A. _Moring_ -- _Möhring_.
Vklf. (l) Maurilo: _Morell_ -- _Möhrle_. (k): _Mohrig_ -- _Mörike_;
_Mörke_. Gen. _Mörcken_.
=Maurer= III. ahd. mûrâri, mhd. mûraere.
FN. _Maurer_ -- mit Umlaut _Meurer_ (der „Mäurer“ z. B. in schweiz.
Mundart, s. Pestalozzi, Lienhard und Gertrud). Gen. _Meurers_
(niederrhein.). -- Niederd. _Mührer_.
=Mauritius= II. lat. Ableitung von Maurus „der Maurische“,
dem Lande Mauretanien in Nordafrika angehörig. Der h. Mauritius,
ein Afrikaner von Geburt, soll unter Diocletian als Anführer einer
christlichen Legion mit seiner Schar in Gallien niedergemetzelt sein.
FN. _Mauritz_ -- _Moritz_ (auch jüdisch, mit Anlehnung an Mo-se).
Gen. _Mauritii_. Patr. A. _Moritzer_ (südd.).
=Maus= III. die „Maus“ (Gerlac. dict. Mus 1256).
FN. _Maus_. Vklf. _Meusel_; _Meuslin_ (der Mewsel, Katz gen. 1388.
Andr. Meusel, brandenburg. General-Superint. im 16 Jh., übersetzte
seinen Namen in _Musculus_). Zss. _Mauskönig_. _Mausehund_.
=Mauser= III., „der Schermäuse fängt“ (Buck).
=Mautner= III. mittellat. mutarius, mhd. mûtaere, später auch mit
dem n der schwachen Bildung mautner „ein Warenzoll-Einnehmer“.
FN. _Mauter_ (Schechel der Mawter Marb. Urk. 1305). _Mautner_.
=Mautz= s. Maud.
=Mawoldt= s. Mag (V.).
=Maybaum= s. Maibaum.
=Maye= s. Mag (einst. K.).
=Mayer, Mayr= s. Meier.
=Mayffarth, Maywald= s. Mag (V.).
=Mayßel= s. Mag (einst. K.).
=Meb-= s. Mag (V.).
=Mebes, Mebus= s. Bartholomäus.
=Mech-= s. Mag (V., einst. K.).
=Meck-, Meeg= s. Mag (einst. K.).
=Med-= s. Math.
=Meen-= s. Magan (V., einst. K.).
=Meer-= s. Mar (V., einst. K.).
=Meergarte= s. Mar. (Als N. eines Kunstreiters natürlich
Meergarté.)
=Meerkatz= III., niederd. _Meerkatte_.
=Meerrettig= III. deutlicher Pflanzen-N.
=Meerschneck= III. ahd. merisnecco, mhd. mersneck Purpurschnecke;
aber auch Schildkröte.
=Meffert= s. Mag (V.).
=Megenhard= s. Magan (V.).
=Megerle= s. Mag (V.).
=Mehl-= s. Mathal.
=Mehlmann= III. „Mehlhändler“.
=Mehlose= III. = _Mehlhose_.
=Mehn-= s. Magan (V., einst. K.).
=Mehr-= s. Mar (V., einst. K.).
=Mehwald= s. Mag (V.).
=Meicke, Meiels= s. Mag (einst. K.).
=Meier= III. a) als ~christlicher~ N. aus dem lat. major, in
dem Sinne von major villae oder villicus, d. i. zunächst Aufseher oder
Verwalter eines Landgutes. In Westfalen entwickelte sich (nach Franz
Meyer, Der Name Meyer und seine Zusammensetzungen) das Verhältnis etwa
folgendermaßen. Karl d. Gr. hatte die fränkische Einteilung des Bodens
in mansi auf das Sachsenland übertragen. Der ganze bebaute Boden mit
allem Zubehör an Wald, Weide usw. hieß bei den Franken lat. villa,
deutsch marka, enthaltend in der Mitte den Sitz des Freien (hûs) mit
umliegender huobe, wovon die liti ihre mansi bekamen. Der Haupthof
(fränk. sala, später lat. curia) bekam von dem Gutsherrn, wenn er
selbst als ministerialis am Hofe oder als Krieger im Felde war, einen
villicus, der den Herrn vertrat. Die Abgabe der mansi heißt census
(Zins, vom villicus erhoben), debitum (Schuld, vom Schultheiß erhoben),
officium (Pflicht, Amt, vom Amtmann erhoben). Der den Haupthof
bewohnende Villicus war also entweder nur Wirtschafter und hatte einen
scultetus und officiarius neben sich, oder er übte auch deren Rechte
selbst aus. Hatte er mehrere Höfe zu verwalten, so hatte er wohl wieder
einen Unter-Villicus auf dem Vorwerke. Seit dem 11. und 12. Jh. wurden
die villici fast überall auf bestimmte Leistungen gesetzt, weil sie
oft in den eigenen Geldbeutel wirtschafteten. Nun entstand bei der
Bemeierung eine Art Lehnverhältnis, wobei der Herr gelobte zu schützen,
der Villicus treu und hold zu sein. Während der Landesherr durch Vögte
und Gografen richtete, bestand das Gemeindegericht des Villicus auf
dem Thy häufig daneben. Manche Villici schwangen sich zu Rittern auf
(zum Stande des niedern Adels) und emanzipierten sich völlig (so in
der Schweiz die Meyer von Knonau, v. Siggingen, v. Windeck), so daß
die Herrschaft sich genötigt sah, die Abgaben von den mansi selbst
einzuziehen. Wo sie es konnten, zerstückelten sie daher den Haupthof
gegen Pacht, und nun bildete sich das eigentliche ~Meierrecht~.
Neue Mansen entstanden durch Waldrodung, Haupthöfe wurden in Kotten
zersplittert, bes. seit dem 14. und 15. Jh. Die Hofbesitzer hießen nun
~Meier~, welche an Stelle des Villicus Teile der alten Villikation
besaßen, oft nur auf bestimmte Zeit. Schließlich ward das Verhältnis
doch allenthalben erblich; die Meier traten eben in Erbpacht und wurden
dauernde Besitzer, wenn auch nicht Eigentümer der Höfe. Das Recht der
Abmeierung, welches die Herren besaßen, war, abgesehen von bestimmten
Fällen, wo klare Gründe vorlagen, eigentlich nur theoretisch noch
vorhanden.
So in Westfalen, und in Süddeutschland ist (nach der von Pott
angeführten Stelle aus Goldast rer. Alem. I, 113) wesentlich dasselbe
Verhältnis gewesen.
Das Meiertum ist am reichsten entwickelt gewesen in Westfalen,
Hannover, Bayern, Württemberg. Von dort stammt die Fülle dieser FN.
Hoffmann zählt im Hannöverschen Namenbuche von 1852 in der Stadt
Hannover 234 einfache und 211 zusammengesetzte Meyer, während in dem
Münchener Adreßbuche für 1892 1307 selbständige Personen den N. Maier
in verschiedenen Schreibarten führen.
Je häufiger in einer Gegend die Meierwirtschaft, desto häufiger
natürlich der Name. Ganz den Verhältnissen entsprechend ist er in
Hannover nirgends häufiger als im Hoyaschen und Osnabrückischen.
Hier gehören die Meierhöfe meist zu den größten, weil die Meier,
das Land der Herren bewirtschaftend, leicht mehr hatten als andere
freie Eigentümer, zumal wenn sie Besitzer von Vollhöfen (heile
Erven) waren. Manche Meier hatten ganz hervorragende Rechte in ihrer
Markgenossenschaft.
In Ostfriesland dagegen, wo die Meier nichts als Pächter der freien
Bauern sind, haben sie vorwiegend die kleinsten Besitzungen.
Was nun die Schreibweise des N. anlangt, so ist darin an
Mannigfaltigkeit geleistet, was überhaupt mit so wenigen Buchstaben
zu leisten war. An das urspr. _Major_, welches sich auch noch als
FN. findet, schließen sich die süddeutschen FF. am nächsten an:
_Majer_ -- _Mayer_, _Mayr_, _Maier_, _Mair_ (im Münchener Adreßbuch
in den verschiedensten Schreibweisen, doch meist mit ai, ay);
in Norddeutschland am häufigsten _Meyer_ (in Hoffmanns hannöv.
Namenbüchlein: 234 einfache Meyer, darunter nur 3 Meier, 3 Mejer
-- 1 Maier, 1 Mayer) -- außerdem _Meier_, _Meyr_, _Meir_; _Mejer_
-- letzteres noch heute auf dem Lande in Westfalen die gewöhnliche
Aussprache für Meyer und Meier, im Osnabrückischen auch kurz Mejjer
gesprochen. Die hochdeutsche Aussprache auch für Mejer war stets
Maier. Erst in diesem Jh. hat eine Familie Mejer im Hildesheimischen
auch die Ausspr. Mejer angenommen, wohl um sich aus der allzugroßen
Sippe besser auszusondern. Gen. _Maiers_, _Mayers_ (österreich.),
_Meyers_ (Prüm), _Mayern_, _Meyern_ (nach der schwachen Biegung). --
Die übrigen Ableitungen, welche Fr. Meyer anführt, die Vklff. Mayerl,
Meyerlein, die Patronymika Meyering, Meiring erscheinen als zweifelhaft
und dürften, bes. die letzteren, eher zu dem Stamme Mag I. gehören, s.
daselbst Magher.
Im Osnabrückischen hängt dem N. auf dem Lande eigentlich immer noch der
appellative Charakter an, auch wenn schon eine Zusammensetzung erfolgt
ist. Man geht hier nach heutigem Sprachgebrauch noch stets ~zum~
Dütemeyer, man redet noch immer von ~dem~ Meier zu N. Vielfach
bleibt der N. unzusammengesetzt, bekommt aber von der Bauerschaft
oder der Lage des Hofes einen Zusatz, der zum Namen gehört. Solche
„halbzusammengesetzten“ N. gibt es im Osnabrückischen eine große Zahl.
Fr. Meyer führt aus den Ämtern Iburg, Finsterau, Vörden, Grönenberg,
Wittlage gegen 100 N. dieser Art an wie: _Meyer zu Atter_, _M. zu
Westrup_, _M. zu Farcke_ (aus Vorwerk entstanden, woher auch _M. zum
Varwick_), _M. zu Weghorst_, _M. zu Stockum_, _M. zu Altenborgloh_ --
selten mit andern Vorwörtern: _Meyer im Hagen_, _M. vorm Bohne_.
Viele der ON., die in diesen Bezeichnungen stecken, sind sonst völlig
von der Karte verschwunden; aber der N. des Hofes bleibt, auch nachdem
die größere Bauerschaft den ON. aufgesogen hat. Alle diese Bildungen
sind forterbende, mindestens halbe EN., die zwar in der Anrede
fortgelassen werden, aber im Gespräch über den Dritten gang und gäbe
sind. So kann es kommen, daß die Bauerschaft Gellenbeck neben einem
Meyer zu G. noch einen M. zu Borchsten und einen M. zu Spelbrink
aufweist.
Da ist es denn auch nicht zu verwundern, daß sich viele wirkliche
Zusammensetzungen finden, in denen der Zusatz den Wohnort angibt. Doch
wollen wir bei Aufzählung der Zss. denselben Gang einschlagen, wie in
der abhandelnden Darstellung der FN. überhaupt, und demnach zuerst die
Zss. mit altdeutschen PN., dann die mit fremden (kirchlichen) PN., dann
die nach Gewerbe und Beschäftigung gebildeten usw. aufzählen. Dabei
bedeutet m. die gewöhnliche F. Meyer.