Bemerkenswert ist die schweizerische Zusammenziehung _-kon_,
abgestumpft _-ken_, aus ursprünglichem inc-hovun, z. B. Zollikon
aus Zollinc hovun, (zu) „den Höfen des Zollinc“; Hüttikon aus
Huntinchovun, Luderetikon aus Ludretinchovun; auch Leutmerken aus
Liutmariochova. -- Vor 1100 nicht in einer Urkunde gefunden, auch
im 12. Jh. noch sehr vereinzelt, ist diese F. -kon das ganze 13.
Jh. hindurch fast schon die allein herrschende. Die ältere F.,
allerdings mit Ausstoßung des h, ist erhalten in Bayern (Gangkofen,
Mattenkofen), den preußischen Rheinlanden (Diepenkofen).
Die FN. nun bewahren die alte F., auch wenn die ON. jetzt nur die
jüngere, zusammengezogene aufzeigen, ein Beweis, daß die Ableitung
der FN. schon früh, mindestens im 12. Jh., stattgefunden hat. So
steht
_Zollikofer_ neben Zollikon (Zürich), _Mörikofer_ neben Möriken
(Aargau), _Oppikofer_ neben Oppikon (Thurgau), _Puppikofer_ neben
Puppikon (Thurgau) -- _Ganghofer_ neben Gangkofen (Niederbayern)
hat sogar das h bewahrt. Dagegen entsprechen sich Orts- und Fam.-N.
in den bayrischen
_Hüttenkofer_ (O. Hüttenkofen Niederbayern); _Hittenkofer_.
_Pangkofer_ (Pangkofen Niederbayern). _Radlkofer_ (Radelkofen
Niederbayern).
_Dändliker_ (O. Dändlikon). _Kölliker_ (Kölliken Aargau).
Vereinzelte FF. sind: _Edigkaufer_ (München); _Messikomer_ aus
Messikon = Messinghofen.
=-höfel= s. Hübel.
=-hofen, -hofer, -höfer= s. Hof.
=Höfener= s. Huber.
=Hofer= III. 1) ein „zu einem Herrenhofe gehöriger Untertan“
vgl. Eberhard von dem Houe 1287. Fridrich und Otte die Hofer 1291 2)
Ableitung von dem ON. Hof.
FN. _Hofer_ -- _Höfer_.
=Hoffartz= s. 1) Hoh 2) Hug.
=Hoffendrunk= III. Satz-N. „hoffe einen Trunk“, ein Spielmann, der
auf einen Trunk hofft.
=-höffer= s. Hof.
=Hoffert= s. Hoh.
=Hoffmann= s. Hofmann.
=Hofmann= III. ahd. hovaman, mhd. hoveman 1) jemand, der als
„Ingesinde“ am Hofe eines Fürsten lebt (in diesem Sinne auch _Höfling_,
welches ebenfalls FN.) 2) der einen Hof (Gehöft) bewohnende Bauer,
„colonus; rusticus, qui colit fundos“ = _Hofsäß_.
FN. _Hofmann_, gew. _Hoffmann_ geschrieben (Hoffmann von
Fallersleben). -- Vereinzelt: _Hovemann_. Gen. _Hoffmanns_.
Niederd. _Hafemann_.
(Daß Hoffmann trotz dem ff nichts mit „hoffen“, niederd. hapen,
hapeninge zu tun hat, demnach nur im Scherze mit dem griech.
Elpenor übersetzt werden kann, beweisen die niederd. FF., die das f
(v) bewahren: Houeman d. i. Hoveman, Hoffmann Klemp.).
=Hofmeister= III. mhd. hovemeister 1) hochgestellter Beamter
bei Hofe, „Aufseher über die Hofdienerschaft“, Ceremonienmeister 2)
„Aufseher über die Knechte eines Gutes“ (in Vorpommern und Mecklenburg
„Statthalter“).
FN. _Hofmeister_, _Hoffmeister_ -- daraus abgeschliffen _Homeister_
(vgl. Hômêster im Osnabrückischen). Niederd. _Havemeister_.
=Hög= s. Hug (V., einst. K.).
=Hoge, Hög-= s. Hug (einst K.).
=Hogenkamp= III. niederd. „(auf dem) hohen Kamp“. Abgekürzt
_Hokamp_.
=Hogrebe, -fe= = Hochgrebe s. Graf.
=HOH= I. got. hauhs, ahd. mhd. hôh „hoch“ (in FN. schwer von hug
zu trennen).
FN. Hochbert: _Hobrecht_; _Hobert_.
Hoffred: _Hoffert_. Gen. _Hoffartz_.
Homan: _Hohmann_, _Homann_.
Hohmuot: _Hochmuth_ -- _Homuth_.
Einstämmige Kürzung Hoh-: _Hohe_ -- _Hoche_; _Hoch_.
=Hohn= III. got. hauns, ahd. hôni „niedrig“ (woher nhd. Hauptw.
„Hohn“). In ON. _Hohn_, _-hohn_; _Hohne_.
Hierher gehören wohl mehrere in Westf. vorkommende FN. auf -höhner,
außer dem einfachen
_Höhner_ -- _Diekhöner_. _Stranghöner_. _Wellhöner_. _Traphöner_
und einige andere -- auch _Siebenhüner_.
=Höhn-= s. Hun (einst. K.).
=Hohnschop= III. niederd. „mit hohem Haarschopfe“ (Pott S. 592).
=Holb-= s. Huld.
=Hokamp= s. Hogenkamp.
=Hold-, Höld-= s. Huld.
=Holderbaum= s. Hollunder.
=Hölger, Holk, Holl-= s. Huld.
=Holland= III. FN. -- davon _Hollenders_ (Bocholt).
=Hollenweger= III. (Zürich) „der am Hohlweg“.
=Hollinderbaum= s. Hollunder.
=Höllriegl= III. mhd. hellerigel (der die Rückkehr aus der Hölle
versperrt) „Höllriegel“.
=Höllwarth= s. Huld.
=Hollunder= III. ahd. holuntar, von hol und tar d. i. triu =
„Hohlbaum“.
=Holm= III. in Niederdeutschld. „kleine Insel, Werder“ -- häufig
in ON.
=Holscher, Hölscher= s. Holzschuher.
=Holsch(en)macher= III. = _Holzschuhmacher_, vgl. Holtscomekere
1380 (Braunschw.).
=Holste= III. zsgz. aus Holtsate „ein im Holz Ansässiger“,
entstellt Holstein (aus der Mehrheit Holtsaten, Holsten), Holsteiner.
Altertümlich und dichterisch noch jetzt „Holste, Holstengau“.
FN. _Holste_; _Holst_. _Holstein_.
=Holt= niederd. = Holz, in _Holtmann_, _Eickholt_, _Tenholte_.
=-hölter= s. Holz.
=Holtfreter= III. niederd. (Vorpommern) „Holzfresser“. Spottname
vgl. Fleischfresser.
=Holz= a) I. durch Umdeutung aus dem für niederd. Gattungsnamen
gehaltenen _holt_ u. aus _olds_ entstanden. Helmholtz aus Helmolt und
Gen. Helmolds s. Walt.
b) III. Holz im Sinne von „Wald“, nach dem Stoffe, woraus derselbe
besteht. In ON. seit dem 8. Jh. nachweislich: _Holz_, _-holz_;
niederd. _-holt_.
FN. _Holtz_ (Ulr. im holtz 1404 -- vgl. franz. du Bois, Dubois).
Zss. _Buchholz_. _Eichholtz_. _Erlenholz_ -- _Elsholtz_.
_Fahrenholtz_ (sechsmal ON. in Niederdeutschland, außerdem
Vahrenholz in Lippe-Detmold, Vahrholz in Provinz Sachsen; daher
nicht als imperativischer PN. zu fassen = „fahr in das Holz“ s. S.
50 ff.). _Nordenholz_.
Niederd. (bes. westfälisch): _Bockholt_ (= Buchholz, daher eig. mit
gedehntem o, wie bei Klempin Bokholt neben Bockholt). _Eickholt_
(Eichholz). Graf _zu Westerholt_.
Ableitung auf _-er_: _Banholzer_. _Bohnholzer_. _Buchholzer_.
_Eichholzer_. Niederd. _-hölter_ (westf.): _Echterhölter_.
_Heithölter_. _Südhölter_. _Bergholter_ (Mecklenb.).
c) III. Geräte bezeichnend:
FN. _Keilholz_. _Krumbholz_. _Nabholz_.
=Holzapfel= III. die Frucht des wilden Apfelbaumes. Heinr.
Holzappel 1298.
=Holzheuer= = Holzhauer s. -hauer.
=Holzhey= III. „Holzhüter, -aufseher“. Auch _Holzheu_.
=Holzmann= III. ahd. mhd. holzman „Holzhauer, Holzhändler“. --
Niederd. _Holtmann_. (Vergriecht _Xylander_).
=Holzsadel= III. halbniederd. „Holzsattel“.
=Holzschuher= III. „Verfertiger von Holzschuhen“, die niederd.
gekürzt Holtschen, Holschen heißen (wie die Handschuhe -- Hanschen).
Holtschuher, Holschuer 1250.
FN. _Holzschuher_. Niederd. zsgz. _Hultscher_. -- _Holscher_ --
_Hölscher_ (letzteres bes. häufig in Westf.).
=Homann= s. Hoh.
=Homeister= s. Hofmeister.
=Homuth= s. Hoh.
=Homm-= s. Hun (V.).
=Hon-, Hön-= s. Hun (V., einst. K.).
=-höner= s. Hohn.
=Hönerkopf= III. halbniederd. = „Hühnerkopf“ (s. Kopf).
=Honerla= III. 1507: Honderlage (Honder = Hunrich. Preuß 30). S.
Lage.
=Honn-= s. Hun (V., einst. K.).
=Höpfner= III. der „Hopfenbauer, -händler“.
FN. _Höpfner_. -- Niederd. _Höppener_; _Höppner_ (Klemp. Hoppener).
=Hopkes, Höpken, Hopp-= s. Hug (zweist. K.).
=Höppener, Höppner= s. Höpfner.
=Hör-= s. Hari (V., einst. K.).
=HORN= I. got haurn, ahd. mhd. horn „Horn“ als Blasinstrument,
wozu urspr. Tierhörner verwendet werden.
FN. (Hornhart): _Hornhardt_.
(Hornman): _Hornemann_.
(Hornher): _Hörner_.
Einstämmige Kürzung Horn-.
(Horno): _Horne_; _Horn_. Patr. A. Hornung: _Horning_ -- _Hörning_.
Vklf. (l): _Hörnle_; _Hörndl_. (k): _Hornicke_; _Hornig_ --
_Hörnigk_. (k + l): _Hornikel_; _Hornigel_.
=Horn= a) I. s. das Vorhergehende. b) III. „Spitze, Vorsprung“
(des Feldes in den Wald, des Landes ins Wasser, eines Besitztums in
die benachbarten Güter). In neuerer Zeit in ON. meist die F. _Horn_,
_-horn_ selbst, ferner _-hörn_, _-hörne_ (die „Hörne“ in Stolp
Bezeichnung einer vorspringenden Häusermasse), am seltensten _-hirn_.
FN. 1) _Horn_ (O. 32 mal Rud.). -- Zss. (bes. in
Nordwest-Deutschland): _Ahlhorn_. _Ballhorn_. _Barghorn_ (Emden).
_Buschhorn_. _Dannhorn_. _Eichhorn_. _Giffhorn_. _Hirschhorn_.
_Schierhorn_. _Stemshorn_. _Uhlhorn_. _Weißenhorn_. _Windhorn_.
Ableitung auf _-er_:
_Oberhorner_: (bayr.).