1. ein allmähliches Schwinden der Form, besonders durch Wegfall
eines _e_, so daß dreisilbige Namen zweisilbig, zweisilbige
einsilbig werden (s. Bardenfleth, Bolemann, Lubbecke, Oldehoff,
Stekelinck -- Arend, Hake, Knolle, Köne, Köpe, Labes, Placke,
Timme, Witte);
2. ein allmählich stärkeres Hervortreten des Umlautes (s. Krossin,
Lubbeke, Moller, Ruchel);
3. ein zum Teil schon früher, zum Teil aber auch sehr später
Übergang aus der niederdeutschen in die hochdeutsche Form: Kröger
schon ums Jahr 1700 Krüger, dagegen Möller erst seit 1850 Müller --
während andere Namen standhaft die niederdeutsche Form behaupten
(s. namentlich Ollhoff, Stekling), oder nach einigem Schwanken
wenigstens schließlich bei ihr beharren (s. Niemann).
Im ganzen ist die Entwickelung eine naturgemäße, der sprachlichen
Entwickelung gleichlaufend; nur zwei Namen weisen eine Entstellung auf:
Kressin (st. des richtigeren Krössin) und Bornfleth (st. Bardenfleth,
O. im Oldenburgischen).
Beilage 3.
Fremdsprachige Namen in Deutschland.
a) Slawische.
Schon bei der ersten Festsetzung der Familiennamen mischten sich in
bedeutendem Maße fremde Sprachelemente ein, und zwar ~slawische~. Als
die Hauptmasse der Germanen in der Völkerwanderung nach Westen und
Süden zog, wurde der Osten Deutschlands fast ganz entleert, und die
aus dem fernen Osteuropa hervordringenden Slawen rückten über Weichsel
und Oder in die Lücke ein. Die wenigen Germanen, welche etwa in der
ursprünglichen Heimat geblieben, konnten der herandringenden Slawenflut
nicht Widerstand leisten, sie mußten sich unterwerfen und verschmolzen
mit den neuen Einwanderern. Erst an der Elbe staute sich die Flut, und
so füllten seitdem die Slawen in ihren verschiedenen Stämmen den Osten
Deutschlands bis zur Elbe und Saale, ja zum Teil noch darüber hinaus.
In Mecklenburg saßen die ~Obotriten~, in Brandenburg die ~Wilzen~,
~Heveller~ u. a., in Pommern die ~Pomoren~, im Meißnischen die
~Dalemincier~, in Schlesien die ~Belochrobaten~ usw. Jahrhunderte lang
sah die Elbe auf ihren beiden Ufern ganz verschiedene Völker: links
die Deutschen (Sachsen und Thüringer), rechts die Slawen (Wenden),
die sich in unaufhörlichen Fehden und Beutezügen bekämpften. Mit den
Karolingern begann der Rückschlag; doch erst seit der Hohenstaufenzeit
drang die deutsche Nation wieder mit Stetigkeit vor. Im Süden wurde
durch die Stiftung des Bistums Bamberg und im Norden durch die Gründung
der Nordmark an der untern Elbe die Grundlage gewonnen zu weiterem
Vorschreiten. Von da ab mußten die Wenden immer weiter nach Osten
zurückweichen, und in jahrhundertelangen blutigen Kämpfen wurden die
ausgedehnten Landschaften zwischen Elbe und Oder, sodann zwischen Oder
und Weichsel größtenteils dem Deutschtum wiedergewonnen.
So gewaltsam man auch gegen die Wenden verfuhr, es verblieben doch
viele in ihrer seit Jahrhunderten eingenommenen Heimat, mischten
sich zum Teil mit den Deutschen und wurden allmählich germanisiert,
oder wo sie in größerer Masse zusammensaßen, behaupteten sie sogar
ihre Volkstümlichkeit, ihre Sprache. So gab es in Hannover ein
Wendland (im Lüneburgischen), ebenso in Altenburg, wo die höchst
eigentümliche wendische Tracht sich bis zur Stunde erhalten hat; in
Westpreußen bilden die ~Kassuben~, in der Lausitz die ~Sorben~ noch
jetzt bedeutende, wenn auch immer mehr zusammenschmelzende Inseln im
germanischen Sprachmeer; Oberschlesien ist überwiegend slawisch, und
von Südost dringen die ~Tschechen~ in Böhmen wie eine Halbinsel fast
bis in die Mitte Deutschlands vor.[98]
Diese ursprüngliche Grundlage des Slawischen auch in längst
rückgermanisierten Landschaften bekunden noch jetzt die Ortsnamen,
die entweder slawisch oder ~neu~deutsch sind. Alle Städtenamen auf
-_gard_, z. B. _Naugard_ (Nowgorod = Neuenburg), alle Ortsnamen auf
-_ow_, -_itz_, -_in_ -- und deren ist Legion -- sind slawisch. Wie
eine Sündflut hat sich das Slawentum auf die Spuren unserer Altvordern
gelegt.
Daher nun so vielfache slawische Elemente auch in den Familiennamen,
besonders des östlichen Deutschland!
Zunächst sind die von slawischen Ortsnamen abgeleiteten FN.
hervorzuheben, unter welchen vorschlagen die auf
-_in_ (betont): _Cammin_, _v. Schwerin_, _Stojentin_;
-_itz_: _Bublitz_, _v. Dewitz_, _Nemitz_;
-_ow_ (mit stummen w): _v. Flotow_, _Grabow_, _Vangerow_.
Doch sind diese nebst vielen mehr vereinzelten Bildungen, wie
_Balfanz_, _Laabs_ (O. Labes), _Roggatz_, _v. Wobĕser_, nur bedingt
hierher zu ziehen; denn wenn auch die Ortsnamen, welche hier zu Grunde
liegen, slawisch sind, so ist doch die Art, wie dieselben mit Ergänzung
eines Verhältniswortes oder auch durch einfache Übertragung (s. Kap.
13) zu Familiennamen gestempelt werden, nicht slawisch, sondern
deutsch, und sie treten also zu den deutschen Familiennamen. (Näheres
über diese ganze Namenklasse in dem Namenlexikon unter den Endungen
_in_, _itz_ (_witz_), _ow_.)
Nach slawischer Art wird von den Ortsnamen eine Ableitung gebildet
mit der Endung _ski_ (häufig im Deutschen _sky_ geschrieben), z. B.
_Grabowski_, „der Mann aus Grabow“, _Kaminsky_, „der aus Kammin“.
So entsprechen sich ferner Lassan -- _Lassansky_, Loschitz --
_Loschitzki_, Poblotz -- _Poblotzki_ usw. Nur diese also sind als
wirkliche und vollgültige slawische Bezeichnungen anzusehen (wenn auch
vielfach in halbdeutscher Schreibung).
Den adligen Namen ist im Deutschen dann noch das _von_ vorgesetzt,
welches streng genommen doch nur zu dem Ortsnamen selber paßt: _von
Gostkowski_ (O. Gustkow), _von Lisiecki_ (sprich Lisiëtzki), _von
Zelasinski_.
Zu diesen eigentlichen slawischen Bezeichnungen treten nun, ähnlich wie
im Deutschen, ~Personen~namen mit ihren mannigfachen Sproßformen:
a) ursprünglich slawische, z. B. die auf -_slaw_ (Ruhm):
_Mieczyslaw_ „Schwertruhm“;
b) kirchliche: _Pawelek_ (von Paulus); _Piotr_ (Petrus) nebst
_Petrik_, _Pechatschek_, _Pjatrask_ u. a.;
c) Amts- und Handwerksnamen: _Woita_ (Schulze), _Pahnke_ (Panek
kleiner Herr, Junker), _Koschnik_ (Mäher), _Pigorsch_ (piekarz
Bäcker) usw.
In überwiegend deutschen Gegenden sind diese Namen großenteils so
umgewandelt, daß sie ein mehr deutsches Gepräge angenommen haben:
_Mitzlaff_, _Pawelke_,[99] _Woith_ -- in überwiegend slawischen
bestehen sie in unveränderter slawischer Fassung fort.
b) Littauische.
Littauisch Redende finden sich unter deutscher Herrschaft hauptsächlich
nur noch in den nördlichsten Teilen des preußischen Regierungsbezirkes
Gumbinnen, nördlich von Insterburg und Pillkallen, doch auch hier
vielfach durch deutsche Ansiedelungen unterbrochen. Erst die Spitze
nördlich von Tilsit, die alte Landschaft Schalauen, ist überwiegend
littauisch, so daß hier die deutschen Orte als Inseln (auf Böckhs Karte
gelb im littauischen Blau) erscheinen.
In den Familiennamen tritt der ursprünglich littauische Bestandteil
natürlich noch in größerem Maße hervor, da auch in den deutsch
gewordenen Gegenden viele Einwohner littauischen Stammes leben und die
alten Namen, wenn auch teilweis entstellt, fortführen. Doch macht sich
überall das Eindringen des Deutschen bemerklich, und so überwiegen
littauische Familiennamen selbst unter der Landbevölkerung nur noch
etwa in den Kreisen Heidekrug und Tilsit, halten den deutschen das
Gleichgewicht in Memel, Ragnit, Pillkallen, bleiben aber in allen
übrigen Kreisen in der Minderzahl.
Unter den littauischen Familiennamen stehen im Vordergrunde die
ursprünglich ~patronymischen~ Bildungen auf -_atis_ und -_aitis_ (vgl.
griech. -είδης, -ιάδης), welche dann auch verkleinernd gebraucht
werden -- z. B. _Baltratis_ von Baltras (Balthasar), _Obramaitis_ von
Obramas (Abraham). Gewöhnlich haben sie die Endung _is_ abgeworfen und
erscheinen in der Form _at_, _eit_: _Peterat_ (von Peter), _Josupeit_
(Joseph). Am deutlichsten erkennbar sind nach ihrem Sinne die
Ableitungen von Vornamen, wie die obigen; doch gibt es auch vielfache
Ableitungen von Appellativen, wie _Kaprolatis_ von Kaprolas (Korporal),
selbst von deutschen Stämmen: _Schneidereit_, _Schulmeistrat_.
Zu ihnen treten die Namen auf _ies_ (_i_-_es_): _Stachulies_, und
auf _us_: _Schimkus_, welche mit jenen zusammen gegen 80 v. H. der
littauischen Familiennamen ausmachen. Dadurch erhält die Namengebung
etwas Eintöniges, wenn auch nicht zu leugnen ist, daß manche dieser
Namen, wie _Adomaitis_, _Rodatis_, _Laugallies_ recht vollen Klang
haben.
Auf ihrer Wanderung nach Westen erleiden diese fremdartig klingenden
Namen, von ihrer Heimat abgetrennt, manche Entstellungen: _atis_ wird
abgeschwächt in _ates_ (_Norekates_), _Obromeit_ abgeschliffen in
_Obermeit_, die Endung _at_ erscheint in schlechter Schreibung als
_adt_, _ath_, _aat_.
c) Romanische.
1. ~Französisch.~ Hier kommen weniger in Betracht die 10000
Wallonen im rheinpreußischen Kreise Malmedy und die im Reichslande
Elsaß-Lothringen verbliebenen Franzosen (gegen 250000), als die
Hugenotten, welche Ludwig XIV. durch seine Bedrückungen zur
Auswanderung veranlaßte. Als derselbe alternd samt seiner Umgebung
von leichtsinniger Sittenlosigkeit zu heuchlerischer Frömmigkeit
übergegangen war, begann er die Protestanten in seinem Reiche zu
verfolgen, um durch ihre gewaltsame Bekehrung sich ein Verdienst
im Himmel zu erwerben. Durch Vertreibung und Hinrichtung ihrer
Geistlichen, durch Schließen und Niederreißen ihrer Kirchen und
Schulen, durch Wegnahme ihrer Kinder, um sie im Katholizismus erziehen
zu lassen, suchte er sie zum Abfall von ihrem Glauben zu bringen,
sodann durch Entziehung ihrer Gewerbsrechte und ihrer Sitze in
den Gerichtshöfen, endlich durch die berüchtigten Dragonaden oder
Einlagerungen von Dragonern und andern Soldaten. Schon jetzt wanderten
viele Protestanten aus, und als gar durch den Widerruf des Ediktes
von Nantes (1685) der Protestantismus in Frankreich für aufgehoben
erklärt und auf die Ausübung dieses Kultus Todesstrafe gesetzt
ward, verließen nach und nach, trotz strenger Grenzbewachung und
Androhung der Galerenstrafe, viele tausend gewerbfleißige Menschen ihr
Vaterland und fanden teils in den Niederlanden und in England, teils
in Deutschland Aufnahme. Hier war es besonders Friedrich Wilhelm
der große Kurfürst, welcher den Flüchtigen (Réfugiés) bereitwillig
eine neue Heimat gewährte. Seit 1672 wurden in Brandenburg an 25000
Hugenotten aufgenommen, vorwiegend in den Städten. Daher noch jetzt die
französisch-reformierten Gemeinden an vielen Orten in Preußen, z. B. in
Berlin, Magdeburg, Stettin u. a., aber auch in Süddeutschland, z. B.
Erlangen.
Zu Ende des 18. Jahrhunderts sind in den Stürmen der Revolution auch
viele geflüchtet (Emigranten), und wenngleich die meisten später
wieder nach Frankreich zurückgekehrt sind, so haben doch auch manche
es vorgezogen, in der inzwischen liebgewonnenen neuen Heimat zu
verbleiben, wie der Dichter _Adalbert von Chamisso_ (mit vollständigem
Namen: Louis Charles Adelaïde de Chamisso de Boncourt, von dem Schlosse
B. in der Champagne).
Daher nun häufig französische Namen in Deutschland, wie _Palmier_,
_Bétac_, _du Mesnil_, besonders im Heere: _Loucadou_, _de Courbière_
(der „König von Graudenz“ 1806), _Forcade_, _de la Motte-Fouqué_ und
viele andere, darunter manche berühmte Namen auch von Gelehrten:
_Savigny_, _Michelet_, _Carrière_, _du Bois-Reymond_.
Fast immer sind diese Namen unverändert erhalten, wenn sie auch
im Volksmunde manchmal wunderlich entstellt werden: _Boitelet_ in
Budlee, _Généola_ in Schellack. Nur in vereinzelten Fällen ist eine
Verdeutschung erfolgt; so hat sich _Buttmann_, der bekannte griechische
Grammatiker, aus franz. _Boudemont_ germanisiert.
2. ~Italienisch.~ Italiener sind über die Alpen gezogen besonders
als Kunsthändler und Konditoren.
Die italienischen Familiennamen enden auf _a_: _Sala_, _Bonewendura_
(entstellt aus Bonaventura) -- auf _o_: _Delmanzo_ -- meist aber und in
großer Einförmigkeit auf _i_: _Bentivegni_, _Marsegli_, _Sparagnapani_,
_Bertinetti_. Dieses _i_ erklärt sich als Pluralform, „einer aus der
Familie so und so“, z. B. der _Cittadini_, während das Appellativ im
Sing. _cittadino_ lautet. --
Ganz vereinzelt erscheinen, damit doch alle Nationalitäten Europas in
Deutschland vertreten seien, selbst im Norden, am Gestade der Ostsee
~madjarische~ Familiennamen: _Böszörmeny_, _Kedesdy_. Ja dem Verf.
ist ein Nachkomme eines ~Kosaken~ bekannt, mit dem klangvollen
Namen _Nawitainuk_, dessen Nachkommen sich freilich _Iwan_ (russisch =
Johann) nennen.
Fußnoten:
[1] Diese werden nicht als Vornamen verwendet. Wenn also ein Name sich
auch als Vorname findet (z. B. _Kasten_), so liegt darin ein Beweis,
daß er einer der beiden ersten Schichten angehört.
[2] _Ut quisque aliquod optumum genus sereret. Plin. hist. nat. XVIII,
3._
[3] Diesen Charakter des Derb-Massiven, das nicht selten selbst in
ästhetische Roheit übergeht, hat man auch sonst in der lateinischen
Sprache, zumal in der Dichtersprache, gefunden. Vgl. Frommanns fesselnd
geschriebene Studie über die „Verschiedenheit des Geschmackes im
poetischen Ausdruck bei lateinischen und deutschen Klassikern“ 1866.
[4] Die nachfolgenden Namen sind hier in der uns geläufigen Form der
deutschen Bibel gegeben, von welcher die ursprüngliche hebräische
allerdings mitunter stark abweicht, z. B. _Jochânân_ (Johannes),
_Scha-ûl_ (Saul).
[5] Wuotan, niederdeutsch Wodan, nordisch Odin, der alles
durchdringende Geist, der Gott des überallhin dringenden Sonnenlichtes
und des in den Wolken jagenden Sturmwindes, welchem deshalb das
windesgleich dahinbrausende Roß heilig ist. Er ist der Kriegs- und
Schlachtengott, der die gefallenen Helden um sich sammelt in Walhalla.
Auf ihn als Kriegsgott bezieht sich noch jetzt der Auszug des wütenden
Heeres, das sturmesgleich hoch durch die Lüfte dahinzieht („wilder
Jäger“).
[6] Ein solcher Angriff wird z. B. geschildert im Nibelungenliede Str.
2210 f.:
„Den Schild rückte Wolfhart, ein schneller Degen gut; ~Gleich einem
wilden Leuen lief er auf ihn an~, Die Schar seiner Freunde ihm jäh zu
folgen begann. ~Mit weiten Sprüngen setzt’ er~ bis vor des Saales Wand.“
[7] In der nachfolgenden Übersicht sind die einzelnen Namen in der,
soweit erreichbar, ältesten und ursprünglichsten Form aufgeführt,
ohne weitere Scheidung der Mundarten, worauf es hier nicht ankommt.
Vgl. ~Abel~, Die deutschen Personennamen. ~Förstemann~, Altdeutsches
Namenbuch I. Bd.: Personennamen. 1856. Zweite Auflage. 1900.
[8] Nimith eure saxas! ruft bei Nennius hist. Brit. cap. 46 Hengist den
Seinen zu. ‚Von den mezzerin also wahsin Wurden sie geheizen Sahsin‘
(Annolied).
[9] Zusammensetzungen mit brunja (Brünne d. h. Panzer) und helm treten
erst spät auf, im 6. Jahrh., meist erst seit dem 8. Jahrh.
[10] Lange verwechselt mit _Arminius_, welches wohl abzuleiten von dem
Halbgott Irmino, dem kriegerisch dargestellten Wuotan, vgl. Irmingard
und Armengardis; Irminfrid und Armenfred u. a.
[11] Es finden sich wohl Namen, die mit _lieb_ zusammengesetzt sind:
_Liubgard_, mit _blid_ (freundlich, heiter): _Bliddrud_, mit _flat_
(schön): _Albofledis_ (Elfenschön) -- aber sie sind mehr vereinzelt
in der Menge. Dagegen kommt nach andern Seiten hin das eigentümlich
Weibliche zu entschiedenem Ausdruck. So in den auf ~Rat~ hinzielenden
Namen. Wie sehr Frauenrat bei den Germanen geehrt und beachtet wurde,
beweist die Sitte, daß man erst dann in den Kampf ging, wenn die Weiber
durch Los oder Weissagung erklärt hatten, daß eine Schlacht ratsam sei.
Man glaubte eben in Priesterinnen und anderen geistig hervorragenden
Frauen eine geheimnisvolle, weissagerische Kraft. Daher nun, abgesehen
von den Zusammensetzungen mit Rat, die zahlreichen Namen, die von dem
Worte _run_ (Geheimnis, Zauber) gebildet sind: _Runhild_, _Friderun_
(Friedenszauberin), _Sigirun_ (Siegzauberin). Das Schaffen des Weibes
im geschlossenen häuslichen Kreise heben die Namen auf _gard_ hervor,
wie _Adalgard_, _Irmingard_, das ~Bergen~ (schützen, bewahren) die auf
_birga_ (berga) und _burg_, die sämtlich weiblich sind: _Amalabirga_,
_Dietberga_, _Sigiburg_, _Waltburgis_.
[12] Im Deutschen sind sie es fast ausnahmslos, da auch die einfach
scheinenden Namen meist Kürzungen aus zusammengesetzten sind. Eine ganz
sichere Ausnahme bilden nur einige partizipiale Formen, wie _Wigand_,
_Heiland_.
[13] Es sind diese altdeutschen Personennamen eine Saat, die über die
ganze europäische Welt ausgestreut ist. Denn den romanischen Völkern
haben sich später auch die Slawen und die Madjaren angeschlossen,
so daß jetzt bei allen christlichen Nationen Europas und Amerikas
diese altdeutschen Namen, wenn auch mannigfach umgewandelt und zum
Teil entstellt, sich wiederfinden, zunächst als Vornamen (s. die
reichhaltige Zusammenstellung von Michaelis: Vergleichendes Wörterbuch
der gebräuchlichsten Taufnamen. Berlin 1856) -- aber auch, wenigstens
bei den Romanen, als Familiennamen, z. B. bei den Franzosen: _Bertrand_
(Berhtrand), _Arnaud_ (Arnold), _Gautier_ (Walter), _Guéroult_
(Gerold), _Regnier_ (Reginher, Reiner), _Baudouin_ (Balduin), _Thibaut_
(Theobald); bei den Italienern _Gualtieri_ (Walter), _Garibaldi_
(Garibald), _Ruggiero_ (Rüdiger), _Sismondi_ (Sigismund).
[14] ~Abel~, Personennamen, S. 44 f.
[15] ~Strackerjan~, Die jeverländischen Personennamen. Dergleichen
Kürzungen finden sich noch jetzt in Mundarten häufig, mit der vollen
Endung _o_ besonders im Friesischen: _Edo_, _Ecko_, _Luddo_, _Willo_,
s. ~Allmers~, Marschenbuch, Land- und Volksbilder aus den Marschen der
Weser und Elbe 1861, S. 139, wo ein Verzeichnis von 30 solcher Vornamen
gegeben wird, bei denen freilich _o_ jetzt auch schon meist in das
klanglose _e_ abgeschwächt ist, wie in den norddeutschen Formen _Ede_
(Eduard), _Lude_ (Ludwig). -- Der umgekehrte Fall, daß nämlich eine
Kürzung im Anlaut eintritt, ist selten und dann wohl durch besondere
Einflüsse, namentlich fremder Sprachen, zu erklären. So _Prandus_ aus
_Rotprandus_ (~Stark~, Die Kosenamen der Germanen, S. 13), _Role_ für
_Karl_ aus der latinisierten Form _Carôlus_.
[16] Nach ~Starks~ Beobachtungen (S. 52 ff.) sind die ältesten
Verkleinerungsformen die auf _i_, demnächst die mit _l_ (nachweislich
aus dem 1. Jahrh. nach Christo), während solche mit _k_ erst seit dem
4. Jahrh. auftreten. Alle drei Formen waren bei den ~gotischen~ Stämmen
sehr beliebt; ~Sachsen~ und ~Friesen~ dagegen verwendeten vorzugsweise
_k_, selten _t_ (entsprechend dem ahd. _z_). Bei den ~oberdeutschen~
Stämmen erscheinen Deminutiva mit _l_ in überwiegender Zahl, seltener
solche mit _z_ (in sicheren Belegen erst seit dem 8. Jahrh.). Nur
sparsam, und zwar erst vom 7. Jahrh. an, finden sich Deminutiva mit
_ch_; sie sind wahrscheinlich niederdeutschem Einfluß zuzuschreiben,
der z. T. durch Kolonisation hervorgerufen ist. _L_ und _k_ können jede
Stelle einnehmen, _z_ scheint auf die erste beschränkt zu sein.
[17] Gewöhnl. „Koseformen“, eine Benennung, die ~Steub~ in seinen
„Oberdeutschen Familiennamen“ S. 34 mit Recht als etwas „budoirmäßig“
klingend tadelt und für die er „Schmeichelform“ vorschlägt. Im
Gegensatze zu ihnen werden die unverkürzten Namen wie _Godberaht_,
_Sigbert_ ~Vollnamen~ genannt.
[18] _Pauli_, Über Familiennamen, insbes. die von Münden. Progr. I, S.
8 f.
[19] ~Abel~ S. 45-48. -- ~Becker~, Die deutschen Geschlechtsnamen, ihre
Entstehung und Bildung. Programm der Gewerbeschule zu Basel. S. 17 f.
[20] Übrigens wurden auch Träger alter deutscher Namen zu Heiligen
gestempelt, und dadurch wurde der Erhaltung dieser Namen selbst
Vorschub getan. Solche Heiligennamen weisen die Kalender in großer Zahl
nach, z. B. _Alfons_, _Gottschalk_, _Hildebrand_, _Hubert_ (Patron der
Jäger), _Otto_, _Wilibald_ u. a. m.
[21] ~Förstemann~, Über die Bildung der Familiennamen in Nordhausen im
13. und 14. Jahrhundert, Progr. S. 4.
[22] ~Klempin~, Diplomatische Beiträge zur Geschichte Pommerns aus
der Zeit Bogislaws X. 1859. Zur Veranschaulichung setzen wir ein
Verzeichnis der „Praepositi, Dhumpraueste“ des Bistums Kammin her:
_Sifridus_ 1175-85 _Conradus_ 1186-1216 _Thietmarus_ 1222 _Pribzlaus_
1224-32 _Florentius_ 1233-40 _Conradus_ 1241-49 _Lambertus_ 1253-91
_Johannes_ 1297-99 _Hildebrandus_ 1303-15 _~Reymarus (de Wacholt)~_
1317-23 _Fridericus de Stalberg_ 1326 _Barnim de Werle_ 1330-33
_Conradus dictus de Gripeswold_ 1333-36 _Bernardus Bere_ 1336-51
_Marquardus de Tralowe_ 1354-68 usw.
So ist im allgemeinen der Gang. Genaueres über einzelne Landschaften
findet man unter anderen bei ~Kleemann~, Die Familiennamen Quedlinburgs
und der Umgegend, S. 3. -- Wenn wir die Alpen übersteigen, finden wir
Familiennamen allerdings viel früher in den italienischen Städten,
in denen sie sich, während sie bei uns im 12. Jahrhundert erst im
Entstehen sind, bereits seit langen Jahren ganz verbreitet zeigen. Die
ersten Spuren finden sich in ~Venedig~, wo schon im 9. Jahrhundert
eine Familie _Particiaco_ begegnet: 809 _Angelo P._, 829 _Justiniano
P._, 864 _Urso P._, 881 _Johannes Particiaco_. Hier erbt also der Name
_Particiaco_, ursprünglich der Beiname einer einzigen Person, in dem
Geschlechte fort.
[23] ~Allmers~ in seinem „Marschenbuch“ bemerkt auf Seite 140 f.:
„Eigentliche Familiennamen waren bei den Friesen selbst noch bis ins
vorige Jahrhundert selten. Der Sohn erhielt zu dem Vornamen seines
Vaters nur noch einen eigenen Taufnamen, ~wie es noch jetzt auf vielen
friesischen Inseln Gebrauch ist~. Hieß z. B. der Vater _Eke Lübs_
und man taufte seinen Sohn _Siade_, so hieß dieser _Siade Eks_, und
der Enkel, wenn er nach dem Großvater _Lübbe_ genannt wurde, _Lübbe
Siads_ oder _Eke Lübbe Siads_. Das angehängte _s_ ist nichts weiter
als Bezeichnung des Genetivs. -- Man kann leicht ermessen, welche
bunte Verwirrung solche Sitte zur Folge haben mußte, und wie ganz
besonders, wo es wichtige Erbschaftsangelegenheiten betraf, bei denen
oft weitläuftige Namenregister in betracht gezogen werden mußten, die
unlösbarsten Verwickelungen oft endlose Prozesse herbeiführten. Früher
oder später machte daher in den verschiedenen Marschen ein Gesetz,
wonach jede Familie einen festen Namen annehmen mußte, diesem Unwesen
ein Ende, welches in manchen Gegenden bis ins letzte Jahrhundert
fortdauerte und auf den Inseln sogar heute noch angetroffen wird.
Denn wenn auch alle Friesen nunmehr Familiennamen angenommen haben,
so betrachten sie, wenigstens die Landbevölkerung, dieselben als
unnütze Anhängsel, die nur vor Gericht und bei ähnlichen Gelegenheiten
erforderlich sind.“
Im Osnabrückischen haftet noch jetzt der Name in den Bauerschaften
weniger an der Person als am Hofe. Wenn z. B. _Müller_ zu _B._ auf
den Hof _Meyer_ zu _N._ heiratet, heißt er selbst _Meyer_ zu _N._,
nicht mehr _Müller_, höchstens _Meyer_ geb. _Müller_. Wenn Kinder oder
Kindeskinder vom Hofe ziehen, werden sie sich in der Regel _Meyer_,
selten _Müller_ nennen. (~Fr. Meyer~, Der Name Meyer, S. 8.) Ähnliches
bezeugt für die lippischen Familiennamen ~O. Preuß~. 1864.
[24] ~Stark~, Kosenamen, S. 154. 156.
[25] Bemerkenswert ist, daß ja auch Luther vielfältig in der
Bibelübersetzung die Eigennamen unverändert, statt im Gen., beifügt, z.
B. Kinder _Korah_, Tochter _Zion_, Sohn _Isai_.
[26] Infolge des häufigen Gebrauches ist aber die ursprüngliche
Bedeutung dieser Zusammensetzungselemente allmählich sehr verblaßt,
so daß sie teilweise zu bloßen fast bedeutungsleeren Endungen
herabgesunken sind.
[27] Die rein vokalische Verkleinerungsform _i_ (S. 23) findet sich
jetzt nur noch in der Schweiz: _Burcki_, _Fritschi_, _Hochuli_, _Welti_.
[28] Wie Luther „_Wörtlin_“ u. a. und noch Fischart in der zweiten
Hälfte des 16. Jahrhunderts: „Er hat ein hölzins _Röcklin_ an.“ Daß
übrigens die Endung hier in den Eigennamen nicht den Ton hat, ist
selbstverständlich, also _Rümelin_ (́― ᴗ ―).
[29] Daß „_Fritz_“ als Rufname für Friedrich auch in Niederdeutschland
so allgemein verbreitet ist, erklärt sich durch die Verpflanzung der
Hohenzollern nach Brandenburg, deren Ahnherr, der Burggraf Friedrich
von Nürnberg, im Jahre 1411 von dem Kaiser Sigismund in die Marken
eingesetzt wurde. Jedoch finden sich einzelne Formen mit _z_ auch
schon früh in niederdeutschen Urkunden: _Hence_ (= Henze) und _Hinze_
mehrfach in Urkunden der Stadt Lübeck 13. Jahrh., _Thiezo_, _Winizo_,
_Reinzo_ und einige andere in der Frekenhorster Heberolle, so daß man
mit ~Lübben~, Die Thiernamen im Reineke Vos S. 48, wohl hochdeutschen
Einfluß hier einräumen muß; ebenso bei der Verbindung des _z_ mit _k_,
wie in _Tieziko_, _Meinziko_, _Raziko_, die eigentlich Zwitter sind.
[30] _Henricus dictus Arnoltz_ (= Arnolds), _Berchtoldus Marchwardi_ u.
a. in Urkunden; deutsch _Henning Markwardes_ (wie _Darius Hystaspis_).
[31] ~Ruprecht~, Die deutschen Patronymica, nachgewiesen an der
ostfries. Mundart. Programm S. 14.
[32] Wir finden sie auch bei den Schweden (_Torstenson_), Norwegern
(_Björnson_), Dänen (_Thorwaldsen_), Isländern (_Sturluson_),
Engländern (_Wilson_, _Robinson_, _Thomson_). Im Schottischen
entsprechen die Namen mit _Mac_ (_M’_): _Mac Gregor_ (Sohn des Gr.),
_Macdonald_; im Irischen die mit _O_: _O’Connel_.
[33] ~Becker~ S. 15. ~Reichel~, Die deutschen Geschlechtsnamen. Marburg
(Steiermark). Programm. Auch in den Lippischen Familiennamen erscheint
als häufig gebrauchte Patronymikalform neben -_ing_ die Silbe -_er_,
vermittelt durch die Kolonatsnamen, die, vom ersten Besitzer entlehnt,
an dem Grundstück haften blieben und auf die Nachfolger übergingen, z.
B. in Hakedahl: 1488 _Henke Druden_, 1523 _Henke Druding_, 1538 _de_
(= _der_) _Drudener_ -- jetzt _Drüner_. Während man aber bei „Henke
Druding“ noch eher an den Sohn der Drude dachte, hat „der Drudener“
schon mehr den Begriff des Inhabers des Hofes der Drudings und damit
den eines Repräsentanten der Familie angenommen. (O. ~Preuß~, Die
Lippischen Familiennamen S. 15 f.)
[34] Vgl. Johannes Vorn Hesen 1530 (d. i. Frauen Hedwig Sohn);
Gisilbertus, filius _Odilie_ 1036; Rudolf et Ulrich filii _Adelheidis_
1149.
[35] Auf süddeutschen Schulen sogar _Hómer_, _Hóraz_, _Vírgil_.
[36] Vgl. W. ~Wackernagel~, Die Umdeutschung fremder Wörter. 2. Ausg.
1863. S. 32 ff., 36 f.
[37] Die Scheidung nach den Mundarten ist hier schwierig und nicht
immer streng durchzuführen. So findet sich _Nickel_, welches ~Vilmar~,
Namenbüchlein S. 6 als hochdeutsch bezeichnet, auch im Niederdeutschen,
hinwieder _Klas_ (wovon Klasl) auch im Oberdeutschen (Bayrischen).
_Jochen_, wie nach Vilmar der Hochdeutsche den Namen Joachim abkürzen
soll, ist dem pommerschen Landmann die gewohnte Form.
[38] Hieronymus: in Sachsen _Gruner_, in Holstein _Harms_, in der
Schweiz _Ronus_, _Rones_, _Roni_, _Muss_, _Müssi_, in Hessen _Grolmann_
(nach Becker S. 19). Am wenigsten hat sich von der ursprünglichen Form
entfernt der Name _Kronymus_, den Fröhner aus Karlsruhe anführt.
[39] Vgl. das Mittelhochdeutsche, wo die lateinische Endung _us_
bei Namen regelmäßig in _es_ abgeschwächt wird: _Philippes_; auch
_Liborius_ und _Liborghes_ als Vornamen bei Klempin.
[40] ~Pauli~ I. S. 11: „In meiner Vaterstadt wurden die Kinder des
Konrektors sowie die des Kantors nicht mit ihren Familiennamen
_Richter_, _Müller_ bezeichnet, sondern fast ausschließlich als Minna
Konrektorn, Julius Kantor usw.“
[41] Diese Namen, die Pauli aus Hannover und Ostfriesland beibringt,
beruhen auf der Einwirkung des Holländischen, wo noch häufig das _de_
erscheint; man denke an _de Ruyter_, _de Vrient_ (_Devrient_) u. a.
[42] Zum Teil mögen sie auch von Wirtshausschildern entlehnt sein.
[43] Aus älterer Zeit (niederdeutsch): _Musekensteker_
(Mäuschenstecher), _Duvendriver_ (Taubentreiber).
[44] An Scherzen über diese Namen, insbesondere über Schulze und
Müller, hat es nicht gefehlt. Angeblich lebten im Jahre 1880 30000
Schulzes innerhalb des Zollvereins. Lustspiele sind auf der Häufigkeit
dieses Namens erbaut worden, ebenso wie auf der Verwechselung von
Müller und Miller. -- Um diese vielen Namensvettern zu unterscheiden,
hat der Volksmund zu allerhand Zusammensetzungen seine Zuflucht
genommen: _Sünden-Müller_ (bedeutender Theolog, dessen Hauptschrift
„Die Lehre von der Sünde“ ist), _Linden-Müller_ (ein Berliner
Volksredner aus dem J. 1848, der seine Vorträge „Unter den Linden“
hielt). _Flausch-Müller_ (ein nach seinem Rocke benannter Student);
_Blut-Schulze_ (der Physiolog), _Graupen-Schulze_ (ein Berliner
Kaufmann), _Theater-Schulze_ usw.
[45] Von diesen ist jedoch ein guter Teil als nicht hergehörig
auszuscheiden, da sie (nach ~Steub~, Oberd. Familiennamen S.
148) Ableitungen von Ortsnamen sind auf _heim_, oberbayr. _ham_:
_Mooshammer_ = Moosheimer, _Forchhammer_. Überhaupt ist bei dieser
Klasse Vorsicht vonnöten, insofern viele Namen nur scheinbar hierher
gehören, in Wahrheit aber auf andere Quellen, namentlich auf
Personennamen zurückgehen, z. B. _Rost_ (auch althochd. Rusto, der
Gerüstete), _Kasten_ (st. Karsten) auf Christian.
[46] Johann Rickweg, Zimmermann und kühner Schmuggler, der 1813 im
Lande Wursten durch seine feurige Beredsamkeit einen Aufstand gegen die
Franzosen zu stande brachte, wurde nach seiner beständigen ~grünen~
Kleidung im Volke nur _Jan Grön_ genannt (~Allmers~, Marschenbuch S.
228).
[47] Bekannt ist aus Coopers amerikanischen Romanen der „Lederstrumpf“,
so benannt von den Moccasins, die dieser alte Jäger nach indianischer
Sitte zu tragen pflegte. Wie leicht sich solche Benennungen noch
jetzt bilden, möge das Beispiel jenes Kapitäns Dilger beweisen, der,
ursprünglich preußischer Artillerieoffizier, 1864 nach Amerika ging und
als Befehlshaber einer Batterie in das Heer der Nordstaaten trat, wo
er sich durch Kühnheit und Ausdauer hervortat und unter dem Spitznamen
„_Lederhose_“ jedem Offizier und Soldaten bekannt war. „Während des
Kampfes stand er immer da in Hemdärmeln und seinen glatt anliegenden
Hosen von Hirschleder.“
[48] Schon im J. 905 in Verona ein „Johannes, qui alio nomine
Braccacurta vocitabatur“.
[49] ~Rud. Schultze~, Die Modenarrheiten. Ein Spiegelbild der Zeiten
und Sitten für das deutsche Volk. 1868.
[50] Nicht aber _Reichwein_, _Trautwein_ u. a., die mit dem alten
_win_ (nicht _wîn_) „Freund“ zusammengesetzt sind. Auch _Altwein_ und
_Gutwein_ sind schon zweifelhaft wegen altdeutsch _Aldwin_ und _Godwin_.
[51] Z. B. wird im „Renner“ des Hugo v. Trimberg „ein wol begozzen
wecke“ als Leckerbissen genannt.
[52] Wie sehr das Mittelalter zu Spott und Satire aufgelegt war, geht
unter anderem daraus hervor, daß fast jede Landschaft ihr Schöppenstedt
oder Schilda hatte und daß die Bewohner gar mancher Landschaft
oder Stadt Beinamen führten. So hießen (und heißen) beispielsweise
die Illzacher im Elsaß „Mondfänger“, die zwischen Ill und Rhein
Wohnenden „Rheinschnaken“, die Schlesier „Eselsfresser“ -- in Pommern
die Wolliner „Stintköppe“ und die Kamminer „Flunnerköppe“ (nicht
„Plunderköppe“, wie Riehl angibt), wegen der vielen dort gefangenen
Stinte und Flundern.
[53] Den Übergang stellen unter anderem in friesischen Urkunden dar die
Namenformen _Kersten rike_ neben _K. de rike_, _Floreke witte_ neben
_F. de witte_. Im Holländischen ist der Artikel geblieben: _de Grote_,
_de Jonghe_, _de Wit_; ähnlich im Französischen: _Lebeau_, _Legrand_,
_Lejeune_.
[54] Ferner in Urkunden: Marquart der _Hunt_, 12. Jahrh. Gislebertus
pro sua proceritate cognominatus _Grus_ (Kranich); Hugo de Wenden
dictus _Aries_ (Widder); Hugo _Coturnix_ (Wachtel).
[55] Doch ist bei ~Bacmeister~, Germanistische Kleinigkeiten S. 36
aus alten Urkunden angeführt: _Heneke mit dem dumen_ 1373 Braunschw.,
_Liebhard mit der Hand_ 1383 Augsb., auch _Fridericus Mittemmunde_
1190; bei Trötscher (Die ältesten Egerer FN.): _Chunrat mit der prust_,
_Endres mit dem part_ -- Zusätze, die doch wohl so zu verstehen sind,
daß die genannten Körperteile wegen irgend einer Eigentümlichkeit
auffallend waren. Auch ist zu vergleichen aus der Sage: _Bertha mit dem
Fuße_ = _B. mit dem großen F._, altfranz. _Berthe as grands piés_.
[56] Aus Urkunden des 11.-15. Jahrh. führt Stark S. 153 an: _Everhardus
der Spizebart_, _Jacobus langenase_, _Hartwig Churzhals_ -- desgl.
Reichel aus Marburger Urkunden: _Jacob de Chrafuez_ (Krähenfuß),
_Heinrich Krumnas_. -- Becker aus Köln 13. Jahrh.: _Buntebart_, _Gobelin
dictus Hardevust_; _Hans Schweinerüssel_ (16. Jahrh.).
[57] In Pasewalk heißt ein alter Wartturm noch jetzt _Kiekindemark_,
desgl. ein Hof in Mecklenburg.
[58] _Wendehals_, _Streckfuß_ und ähnliche Bezeichnungen bedeuteten
ursprünglich so viel als ein Hals zum Wenden, ein Fuß zum Strecken (wie
Lockvogel „ein Vogel zum Locken“, Gießkanne „eine Kanne zum Gießen“).
Diese wurden später umgedeutet, man sah in dem ersten Gliede einen
Imperativ, und so entstanden die imperativischen Namen. Wie kann man
aber dazu aufgefordert werden, den Frieden zu stören, nicht gut zu
tun usw.? Die imperativische Bedeutung rechtfertigt sich dadurch, daß
dem, an welchem eine Eigenschaft oder Gewohnheit haftet, gleichsam
zugerufen wird, das zu tun, was er ohnehin und immer tut, und was man
an ihm wahrzunehmen gewohnt ist. Ein Friedensstörer, einer der nicht
gut tut, wird ironisch aufgefordert zu tun, was er doch nicht läßt,
und so erhält er den Namen Störenfried, Tunichtgut. Findet eine solche
Aufforderung doch auch in Wirklichkeit öfters statt. Unvorsichtigen und
Leichtsinnigen hört man im täglichen Leben zurufen: Schneide dich! Fall
herunter und brich den Hals! Trotzigen: Ja trotze noch! (~S. Andresen~,
Imperativnamen. Archiv für neuere Sprachen, Bd. XLIII, S. 296).
[59] Anderseits sind freilich auch manche in Vilmars Verzeichnis als
nicht hierher gehörig zu streichen, wie _Baldauf_, _Gangauf_, die
richtiger als Ableitungen altdeutscher Personennamen (_Baldolf_,
_Gangolf_) gefaßt werden; _Richzenhain_, _Rollenhagen_, _Stemshorn_,
die ursprünglich Ortsnamen sind und daher in die folgende Klasse c)
gehören. Auch Andresen beachtet das Hereinspielen der Ortsnamen nicht
immer genügend.
[60] Eine hübsche Illustration zu den letztaufgeführten Namen
bietet jene höchst bezeichnende plattdeutsche Grabschrift eines
mecklenburgischen Junkers in der Kirche zu Dobberan:
Wiek, Düwel, wiek wiet van my! Ick scher my nich en Haar um dy; Ick bin
en Meckelbörgsch Edelmann, Wat geit dy, Düwel, min Supen an? Ick sup
mit mim Herrn Jesu Christ, Wenn du Düwel ewig dösten müst; Ick sup mit
em ne söte Kolleschal, Wenn du sittst in de Höllenqual. Drum rad ick:
wiek, lop, renn un gah, Eh, by dem Düwel! ick ~toschlah~!
[61] ~Becker~, Geschlechtsnamen S. 6. -- ~Vilmar~, Namenbüchlein S. 15.
[62] „Von Würzeburc ich Kuonrât“ im „Otto mit dem Barte“, Z. 760.
[63] Becker stellt mehrere Reihen alter Namen dieser Art zusammen, aus
Köln (12. Jahrh.) die Geschlechter: _vom Neumarkt_, _de Monticulo_
(vom Bühel); aus Zürich: _zer Linden_, _im Hof_, _am Thor_; vom Lande
aus der Umgegend des Vierwaldstätter Sees: _in der Ouwe_ (Aue), _in
der Matta_, _bim Schechen_, _ze dem Brunnen_ u. a. -- Pott führt aus
Ehrentrauts friesischem Archive Bd. I H. 3 an: _Wilken thom dyke_,
_Oltman bi der muren_, _eylerd mank den schuren_ u. a.; aber auch schon
ohne Verhältniswort: _Robeke bakhus_, _borcherd netelhorst_, _Godeke
stengrauen_. -- Aus der Kölner Universitätsmatrikel (15. Jahrh.)
füge ich hinzu: _Henricus in der sunnen_, _Henricus super lapidem_,
_Everhardus uff dem Velde_, _Conradus van der Lynden_.
[64] Anderer Art, wenn auch ähnlichen Sinnes sind die Zusammensetzungen
mit Mann: _Grundmann_, _Lehmann_, _Buschmann_, _Horstmann_, _Gampmann_.
[65] Das Verhältnis der Familiennamen zu den Ortsnamen und das
bedeutende Hereinspielen der letzteren ist von manchen nicht genügend
in Betracht gezogen worden, namentlich nicht von Vilmar, der, zu
sehr nach dem äußeren Schein und Klang urteilend, viele Namen falsch
einreiht. So stellt er _Schönaich_, _Staudach_ unter die Pflanzen,
berücksichtigt bei _Baum_ und _Horn_ nicht, daß diese einfach oder als
zweiter Teil der Zusammensetzung häufig als Ortsnamen vorkommen usw.
[66] Stark S. 156: Rudolfus _Strubingar_ (Straubinger) 12. Jahrh.;
Heinrich der _Wiener_ 14. Jahrh. -- Henricus dictus _Mijssener_
(Meißner) Köln. Univ.-Matrikel 1390.
[67] In Klempins Pommerschen Namenverzeichnissen aus dem Ende des
15. Jahrh. findet sich kein einziger Name dieser Art, immer ist die
Ortsbenennung unverändert, mit verhältniswörtlicher Ellipse, verwendet:
_Arnstorp_, _Paswalck_, _Rosendal_, _Schenkenbergh_ usw.
[68] ~Kleemann~ (Die Familiennamen Quedlinburgs und der Umgegend S.
167) zählt in der großen Feldmark von Quedlinburg 15 ehemalige, jetzt
verschwundene Dörfer auf.
[69] Z. B. _Opitz von Boberfeld_, _Hoffmann von Hoffmannswaldau_.
Auch Abstrakta wurden und werden verwendet wie: _Löllhöfel von
Löwensprung_, _Adler von Adlerskampf_, _Riebel von Festertreu_, _Tengg
von Lanzensieg_.
[70] Daß in noch früherer Zeit auch die ~Waffen~ der Helden, namentlich
die ~Schwerter~ Namen hatten (Altekläre = hoher Glanz, Preciosa,
Angurwadel), ist aus den Epen des Mittelalters bekannt.
[71] Ähnlich war es in England noch zu Ende des 17. Jahrhunderts: „Die
Häuser (in London) waren nicht numeriert. Es würde in der Tat von
geringem Nutzen gewesen sein sie zu numerieren; denn von den Kutschern,
Sänftenträgern, Lastträgern und Laufburschen Londons konnte nur ein
sehr kleiner Teil lesen. Es war nötig, Zeichen zu gebrauchen, die der
Unwissendste verstehen konnte. Die Läden unterschieden sich daher durch
gemalte Zeichen, welche der Straße ein heiteres und groteskes Ansehen
gaben. Der Weg von Charingcross nach Whitechapel ging durch eine
unendliche Folge von Sarazenenköpfen, Königseichen, blauen Bären und
goldenen Lämmern, welche verschwanden, wie sie nicht mehr als Leitfaden
der gemeinen Leute nötig waren.“ (~Macaulay~, Gesch. Englands seit dem
Regierungsantritt Jakobs II., Bd. 2 in dem Kapitel: Zustand Englands im
Jahre 1685.)
[72] Schiller im Tell I, 2 von Stauffachers Hause:
„Mit bunten Wappenschildern ist’s bemalt Und weisen Sprüchen.“
[73] Man vergleiche schwedische Namen wie _von Tigerström_ (ein Strom,
an dem Tiger hausen, in Skandinavien!), _Gyllenstorm_ (goldner Sturm)
u. a. -- auch die jüdischen Familiennamen (s. weiterhin).
[74] Urspr. bloßer _Koch_, aber anmaßlicherweise eingedrungen in die
römische Gens Cocceja (Pott).
[75] Friedrich der Große hat gelegentlich darüber seinen Spott
ausgegossen, siehe den Bericht über seinen Besuch im Rhin- und
Dossebruch (1779), verfaßt vom Oberamtmann Fromme, welcher den
König durch den Fehrbelliner Amtsbezirk begleiten mußte und alles
aufgezeichnet hat, was er an diesem denkwürdigen Tage erlebt und aus
des Königs Munde vernommen.
~König~: Wie heißt Ihr?
~Amtsrat~ (des Amtes Neustadt): Klausius.
~König~: Klau-si-us. -- -- Was ist das für ein Mensch, der da rechts?
~Fromme~: Der Bauinspektor Menzelius, der hier die Bauten in Aufsicht
gehabt hat.
~König~: Bin ich hier in Rom? Es sind ja lauter lateinische Namen! --
-- Wie heißt die Kolonie?
~Fromme~: Klausiushof.
~Amtsrat~: Ihre Majestät, sie kann auch Klaushof heißen.
~König~: Sie heißt Klau-si-ushof. Wie heißt da die andere Kolonie?
~Fromme~: Brenkenhof.
~König~: So heißt sie nicht.
~Fromme~: Ja, Ihro Majestät! Ich weiß es nicht anders!
~König~: Sie heißt Brenkenhofi-ushof.
[76] Im Segen Jakobs (1. Mos. 49) wird Juda ein junger Löwe, Naphthali
ein Hirsch, Benjamin ein Wolf genannt. Der Adler ist ein Bild sich
erneuender Jugend (Ps. 103,5 u. a.).
[77] _Gold_, _Golde_, _Feingold_, _Goldader_, _Goldbach_, _Goldbaum_,
_Goldberger_, _Goldenberg_, _Goldenkranz_, _Goldfaden_, _Goldfarb_,
_Goldfinger_, _Goldmann_, _Goldmark_, _Goldreich_, _Goldstein_,
_Goldstrom_, _Goldtreu_, _Goldziher_ usw.
[78] Bemerkenswert ist es, daß die Frau auch wohl den ~Vor~namen des
Mannes mit annimmt: _Esther Salomon Gottschalk_, _Bertha Philipp
Freundlich_ -- es ist eben die ~Firma~, die so selbst noch auf den
Grabsteinen prangt.
[79] ~Andree~, Zur Volkskunde der Juden. S. 125 ff.
[80] Früher beseelte die Deutschen ein stolzes Selbstgefühl, über
welches als die „_Teutonicis innata superbia_“ Schriftsteller anderer
Nationen klagen. „Seit jenem unseligen Kriege,“ ruft Gfrörer bitter
aus, „sind die Deutschen ein Volk von Bedienten geworden!“
„Ich bin Franzos!“ „Engländer!“ „Ich Russe!“ -- Und Sie, mein Verehrter?
„Schulze aus Meiningen, Herr! Dero ergebener Knecht!“ (Xenien der
Gegenwart.)
[81] Schon lange vor dem letzten Kriege.
[82] Diese lächerlichen Schreibungen finden ein Gegenstück nur in
den Entstellungen deutscher Namen auf Häuserschildern in Metz (vor
1870): _Chemit_ (Schmidt), _Quoinze_ (Kuntz), _Choultse_ (Schulze)
u. a. -- Über die Polonisierungen früherer Jahrhunderte spricht
Winckler, „Die Nationalitäten Pommerellens“ S. 4 f., welcher dort
ein Verzeichnis der während der polnischen Herrschaft polonisierten
Adelsgeschlechter gibt. So wurde aus Ahlebeck gemacht _Alebitzki_, aus
Behme -- _Bem_, aus Hutten -- _Ozapski_, aus Kochenstein _Kochanski_,
aus Schönborn -- _Szumborski_ usw. Noch häufiger jedoch wurde den
deutschen ein polnischer, vom Besitz entlehnter Name hinzugefügt, so
daß nun diese merkwürdigen Zwitter entstanden wie _Stein von Kaminski_,
_Otterfeld-Rybinski_. Doch diese Maskierungen werden durch den Druck
der mehr als dreihundertjährigen polnischen Gewaltherrschaft in
Westpreußen einigermaßen entschuldigt. Welche Entschuldigung aber haben
diejenigen, die in der Gegenwart unter einer deutschen Regierung ihre
Nationalität verleugnen und mit den Feinden des Vaterlandes gemeinsame
Sache machen?
[83] Rüstow in seinen „Erinnerungen aus dem italienischen Feldzuge von
1860“: „Die ~ungarische~ Legion bestand aus allen Nationen; besonders
waren auch viele Norddeutsche darin. Die ~deutschen~ Offiziere in
derselben hatten sich ungarische Namen gegeben“ -- wozu das Magazin
für Literatur des Auslandes (1862, Nr. 7) bemerkt: „Es ist wirklich
rührend und für jeden echten Deutschen erhebend. Man möchte glauben,
wenn einmal ein Freiheitskrieg der Kongoneger ausbricht, und deutsche
Landsknechte dahin kommen, so lassen sie sich, abgesehen von den
schwarzen Namen, die sie natürlich annehmen, mit echtem Kienruß färben,
um den Negern ihre Farbe und Nationalität nicht mißliebig zu machen.“
[84] ~Bernhardi~, Sprachkarte von Deutschland. -- ~Kiepert~, Völker-
und Sprachenkarte von Deutschland und den Nachbarländern. -- ~Ders.~
Völker- und Sprachenkarte von Österreich. -- ~Perthes’~ Alldeutscher
Atlas. Bearbeitet von Langhans 1900.
[85] Nach der üblichen geographischen Zweiteilung des deutschen Landes.
[86] Ein Beispiel dieser sehr abweichenden Mundart ist das
saterländische „_Skippers sankje_“ (Schiffers Gesang), mitgeteilt
von Poppe, Globus 1872 Nr. 12. Daß übrigens in diesem ganzen Kapitel
nur die ~Land~bevölkerung in Betracht kommen konnte, ist wohl
selbstverständlich.
[87] Westlich durch die niederrheinische Landschaft (besonders
Reg.-Bez. Düsseldorf) wenn auch in stark verminderter Menge.
[88] In Mecklenburg auch _Kröger_, _Köster_, _Schriewer_.
[89] Damit sind die Familien noch nicht als urspr. wendisch
gekennzeichnet. Der Name besagt ja nur, daß der Ahnherr des
Geschlechtes aus dem bezügl. Orte stammte; er kann also sehr wohl und
wird in Wirklichkeit meistens deutscher Abkunft gewesen sein.
[90] Aus -_ek_ entwickelte sich -_ke_, wie in _Pawelke_ aus _Pawelek_,
_Mardschinke_ aus _Marcinek_. In andern Fällen wurden volle Vokale
(_a_, _i_) abgeschwächt, wie in _Jütersonke_ aus _Jutrzenka_,
_Palbitzke_ aus -_ki_. Dadurch haben die Namen auf _ke_, aus mehreren
Quellen fließend, solchen Zuwachs erhalten, daß sie in Hinterpommern
(etwa 15 v. H.) dreimal so zahlreich als in Vorpommern sind.
[91] Die altdeutschen Vollnamen und ihre ein- oder zweistämmigen
Kürzungen ohne Verkleinerungssuffix, welche die allgemeine Grundlage
auch hier bilden, werden nicht weiter hervorgehoben. Nur die
Eigentümlichkeiten der einzelnen Landschaften sollen hier möglichst ins
Licht gestellt werden.
[92] Im Luxemburgischen bisweilen in französischer Schreibung:
_Bouchholzer_, _Bourggraff_, _Brandenbourg_ -- _Nitschké_.
[93] Fast immer in dieser einfachsten Schreibung.
[94] Für ~Bayern~ fehlten mir leider die ausreichenden Unterlagen
-- ebenso wie für Elsaß-Lothringen, die deutschen Teile von
Österreich-Ungarn und der Schweiz.
[95] Hier ragt ja auch das Polnische in die Provinz herein.
[96] Anderseits begegnen auch viele deutsche Namen (bis zu 25 v. H.) in
den überwiegend polnischen Kreisen.
[97] Zusammengestellt nach den Kirchenbüchern der Gemeinde
Wachholzhagen (Kreis Greifenberg, Pommern), die in den
Konfirmanden-Verzeichnissen bis 1586, im übrigen bis 1619 zurückgehen.
[98] ~Kiepert~, Völker- und Sprachenkarte von Deutschland und den
Nachbarländern. -- ~Rich. Böckh~, Sprachkarte vom preußischen Staate
nach den Zählungsaufnahmen vom Jahre 1861, im Auftrage des Königl.
statistischen Bureaus bearbeitet.
[99] An dieser Stelle fließen Slawisch und Deutsch teilweis zusammen
und es ist keine strenge Grenze zu ziehen, da manche Namen auf _ke_
sowohl deutschen als slawischen Ursprunges sein können, z. B. _Janke_
deutsche Verkleinerungsform von _Johannes_ und auch slawische, durch
_Janek_ vermittelt.