Durchdringend ruhten des alten Mannes Augen auf ihm: »Du verstehst
mich ganz gut. Ob eine Schuld deinerseits vorliegt oder nicht?«
»Das fehlte gerade noch.« Lecart ließ die Hand auf den Tisch fallen.
»Woher hast du den Unsinn? Was soll ich für eine Schuld haben?«
»Clo hat davon gesprochen.«
»Clo?« Lecart lachte trocken und netzte die Lippen. »Wovon?«
»Du sollst die Vorschriften außer acht gelassen haben.«
»Albern; die hält nicht einer von uns genau ein.«
»Darum handelt es sich jetzt nicht; ich muß wissen, ob ich mit
ehrlichem Gewissen für dich, das heißt für Clo, eintreten kann oder
nicht.« Klaus Tiedemann sah sinnend vor sich nieder. »Ich habe
Beziehungen, welche dir eventuell nützen könnten, um das Gerede zum
Schweigen zu bringen.«
»Das wäre mir sehr recht.« Lecarts Stimme wurde geschmeidig. »Dafür
wäre ich dir sehr dankbar. Wer sind die Herren, die mir behilflich sein
können?«
»Das wird sich finden.« Nachdenklich strich sich Klaus Tiedemann die
faltige Wange; die Hand, die auf der Tischplatte lag, zitterte: »Also,
ich kann dir glauben?«
»Ja.«
»Laß, Vater!« Gerhard Tiedemann machte eine jähe Bewegung; er hatte
bisher regungslos gesessen. Sein Blick traf Lecart: »Sie lügen!« sagte
er ruhig.
Lecarts Augen wurden klein; sie funkelten wie die eines Raubtieres.
Auch Klaus Tiedemann war zusammengefahren, in seiner erkünstelten Ruhe
jäh gestört. Hastig, fragend flogen seine Blicke von einem zum anderen.
»Sie werden das zu beweisen haben«, kreischte Lecart und trat einen
Schritt näher.
»Ich spreche nichts, das ich nicht schwarz auf weiß vor mir habe.«
Gerhard wich dem Blick des anderen nicht aus; seine grauen Augensterne
hielten ihn im Schach. Mit unsicherer Stimme, aus der verhaltene Wut
klang, fragte Lecart: »Wo sind die Beweise?«
»Sie werden Ihnen nicht unbekannt sein.« Ein roter Fleck begann auf
Lecarts gelber Wange zu brennen. »Waren die Ventilationsschächte in
Ordnung?«