Zu Ende getanzt

Wie gewöhnlich schlichen sich auch heute von Zeit zu Zeit Salongäste durch

den Saal zum Salon -- mit wohlwollender Miene schritten sie längs den

Wänden; freche Fächer nippten sie gegen die Brust, perlenverzierte Röcke

trafen sie im Flug, und der heiße Wind wehte ihnen zu von dahinsausenden

Paaren; sie aber schritten lautlos weiter.

Ein rundlicher Herr mit unangenehm blatternarbigem Gesicht durchquerte

zuerst den Saal; sein Rock spannte sich über dem übermäßig runden

Bäuchlein; er war Redakteur einer konservativen Zeitung und entstammte

selbst der liberalen Geistlichkeit. Im Salon angekommen, küßte er das dicke

Händchen Lubow Aleksejewnas, der fünfundvierzigjährigen Wirtin, mit

aufgedunsenem Gesicht, dessen Doppelkinn auf den vom Korsett gestützten

Busen fiel.

Kaum hatte die Wirtin eine harmlose Frage an ihn gerichtet, als der

dickliche Redakteur dieselbe zu einer Frage von höchster Bedeutung erhob:

»Sagen Sie es nicht -- nein! Denn so denken sie alle, weil sie die reinen

Idioten sind. Ich kann es Ihnen ganz genau beweisen.«

»Aber mein Mann, Koko . . .«

»Das sind alles jüdisch-freimaurerische Schwindeleien, meine Gnädige:

Organisation, Zentralisation . . .«

»Ach, wie interessant: erzählen Sie bitte . . .«

Und er sagte, sich tief in den Lehnstuhl versenkend:

»Ja, meine Herrschaften, so ist es.«

Durch die offenen Türen der dazwischenliegenden zwei Räume sahen sie aus

der Ferne den Saal, erfüllt von Glanz und Flimmern. Man hörte das

donnernde:

»Rrrekulé . . .«

»Balances vos dames! . . . «

Und wieder:

»Rrrekulé! . . .«

Petersburg · 第 46 / 112 题