Und nun folgt ein Hexensabbath: »Die Esel! Die Esel!«

Fackeln drängen nach einer dunklen Ecke.

»Die Esel! Die Esel!«

»Was ist los? Was gibt es?«

»Die Esel sind da! Unsere Esel sind da! Unsere lieben Esel sind da!

Unsere Stadtesel sind da!«

Die ganze Menge gerät in Tumult. Der Bürgermeister läßt zwei Trompeter

blasen.

»Ruhe! Was gibt es?«

Bäckermeister Chibulke schreit mit seiner Löwenstimme über den Platz:

»Unsere Stadtesel sind da! Hero und Leander. Da stehen sie an der

Eulengasse!«

»Herbringen! Zeigen! Die Esel! Die Esel!«

Über den Marktplatz bewegt sich, von vier Männern und zahlreichen

Fackeln begleitet, das Eselsgespann. Die Leute staunen sich die Augen

aus den Köpfen, sie zappeln, schlagen mit den Händen, schreien.

Vor dem Bürgermeister hält das Gespann. Es tritt tiefe Stille ein. Der

Bürgermeister blickt die Esel entgeistert an.

»Wo kommen die her?« fragt er.

»Ich weiß nicht,« sagt der Bäcker. »Am Eingang der Eulengasse haben sie

gehalten, ganz ohne Kutscher.«

»Es ist ein Plakat an dem Wagen,« ruft einer.

»Vorlesen! Vorlesen! Ru--uhe!«

Ein Mann liest von der Freitreppe aus das Plakat vor, das an dem

Eselswagen war:

»Bürger von Altenroda!

Um eurer zahlreichen Sünden und Missetaten willen seid ihr gestraft

worden, daß ihr euer schönes Eselsgespann verloret und die ganze Welt

über euch lachte. Diesmal soll Gnade für Recht ergehen, und ihr bekommt

euer Gespann wieder. Das nächste Mal fällt es strenger aus! Seid also

gut zu euren Armen und nachsichtig mit eurer Jugend! Sonst wehe euch!

Die tausend Mark Belohnung soll die Frau Dröselmann bekommen, die durch

eure Härte des Ernährers beraubt worden ist. Tut ihr das nicht, so

werdet ihr die Esel nicht lange behalten.

Das Königl. Seminartheater — Altenroda — Grünlein · 第 44 / 50 题