Vierte Szene

Wesener spaziert an der Lys in tiefen Gedanken. Es ist Dämmerung.

Eine verhüllte Weibsperson zupft ihn am Rock.

Wesener. Laß Sie mich--ich bin kein Liebhaber von solchen Sachen.

Die Weibsperson (mit halb unvernehmlicher Stimme). Um Gottes willen,

ein klein Almosen, gnädiger Herr!

Wesener. Ins Arbeitshaus mit Euch. Es sind hier der lüderlichen

Bälge die Menge, wenn man allen Almosen geben sollte, hätte man viel

zu tun.

Weibsperson. Gnädiger Herr, ich bin drei Tage gewesen, ohne einen

Bissen Brot in Mund zu stecken, haben Sie doch die Gnade, und führen

mich in ein Wirtshaus, wo ich einen Schluck Wein tun kann.

Wesener. Ihr lüderliche Seele! schämt Ihr Euch nicht, einem honetten

Mann das zuzumuten? Geht, lauft Euern Soldaten nach.

Weibsperson (geht fort, ohne zu antworten).

Wesener. Mich deucht, sie seufzte so tief. Das Herz wird mir so

schwer. (Zieht den Beutel hervor.) Wer weiß, wo meine Tochter itzt

Almosen heischt. (Läuft ihr nach, und reicht ihr zitternd ein Stück

Geld.) Da hat Sie einen Gulden--aber bessere Sie sich.

Weibsperson (fängt an zu weinen). O Gott! (Nimmt das Geld und fällt

halb ohnmächtig nieder.) Was kann mir das helfen?

Wesener (kehrt sich ab und wischt sich die Augen. Zu ihr ganz außer

sich). Wo ist Sie her?

Weibsperson. Das darf ich nicht sagen--Aber ich bin eines honetten

Mannes Tochter.

Wesener. War Ihr Vater ein Galanteriehändler?

Weibsperson (schweigt stille).

Wesener. Ihr Vater war ein honetter Mann?--Steh Sie auf, ich will

Sie in mein Haus führen. (Sucht ihr aufzuhelfen.)

Die Soldaten · 第 48 / 50 题