Der Prinz. Marinelli.
Der Prinz. Dort kömmt sie die Allee herauf. Sie eilet vor dem
Bedienten her. Die Furcht, wie es scheinet, beflügelt ihre Füße. Sie
muß noch nichts argwöhnen. Sie glaubt sich nur vor Räubern zu retten.
--Aber wie lange kann das dauren?
Marinelli. So haben wir sie doch fürs erste.
Der Prinz. Und wird die Mutter sie nicht aufsuchen? Wird der Graf
ihr nicht nachkommen? Was sind wir alsdenn weiter? Wie kann ich sie
ihnen vorenthalten?
Marinelli. Auf das alles weiß ich freilich noch nichts zu antworten.
Aber wir müssen sehen. Gedulden Sie sich, gnädiger Herr. Der erste
Schritt mußte doch getan sein.
Der Prinz. Wozu? wenn wir ihn zurücktun müssen.
Marinelli. Vielleicht müssen wir nicht.--Da sind tausend Dinge, auf
die sich weiter fußen läßt.--Und vergessen Sie denn das Vornehmste?
Der Prinz. Wie kann ich vergessen, woran ich sicher noch nicht
gedacht habe?--Das Vornehmste? was ist das?
Marinelli. Die Kunst zu gefallen, zu überreden--die einem Prinzen,
welcher liebt, nie fehlet.
Der Prinz. Nie fehlet? Außer, wo er sie gerade am nötigsten brauchte.
--Ich habe von dieser Kunst schon heut einen zu schlechten Versuch
gemacht. Mit allen Schmeicheleien und Beteuerungen konnt' ich ihr
auch nicht ein Wort auspressen. Stumm und niedergeschlagen und
zitternd stand sie da; wie eine Verbrecherin, die ihr Todesurteil
höret. Ihre Angst steckte mich an, ich zitterte mit und schloß mit
einer Bitte um Vergebung. Kaum getrau ich mir, sie wieder anzureden.
--Bei ihrem Eintritte wenigstens wag ich es nicht zu sein. Sie,
Marinelli, müssen sie empfangen. Ich will hier in der Nähe hören, wie
es abläuft; und kommen, wenn ich mich mehr gesammelt habe.