Die _Melastomataceen_ gehören zu den Juwelen des Zimmerpflanzenliebhabers.
Sie sind leicht kenntlich an der eigentümlichen Nervatur der Blätter, da
sie nicht einen, sondern 3–5 durchgehende Längsnerven besitzen, welche
durch zahlreiche rechtwinklig davon abgehende feine Seitennerven
miteinander verbunden werden. Das Laub der in Kultur befindlichen Arten
ist meist durch eine besondere Färbung ausgezeichnet, häufig sehr schön
gefleckt oder punktiert, atlasartig glänzend. Als Bewohner des tropischen
Urwaldes gedeihen sie allerdings am besten im Glashause, aber bei
sorgsamer Behandlung kann man sich selbst an frei im Zimmer gehaltenen
Exemplaren lange Zeit ihrer Schönheit erfreuen. Viele Arten sind so klein,
daß sie bequem unter einer Käseglocke gehalten werden können. Ganz reizend
sieht es aus, wenn man sich aus einem Torfmoore ein Polster des Torfmooses
mit gesunden »Köpfen« holt, dieses auf einen Glasteller stellt, oben
hinein einen _Bertolonia_ pflanzt und nun den Teller mit einer Glasglocke
bedeckt. Wenn man durch drei untergelegte Korkscheibchen dafür sorgt, daß
frische Luft unter die Glasglocke kommen kann und das Moospolster von
unten her mit reinem, *kalkfreien* Regenwasser bewässert, dann wird sich
die _Bertolonia_ an einem recht sonnigen Fenster prächtig entwickeln, wenn
man die direkten Sonnenstrahlen durch ein Blatt weißes Papier fern hält.
Die Glasglocke muß natürlich glatte Wände haben.
[Illustration: Bertolonia guttata]
Unter den _Bertolonien_ ist die schönste Art _Bertolonia guttata
Hook._(45) aus Brasilien, von welcher wiederum die Varietät _margaritacea_
alle anderen überragt. Die Blätter sind mehr oder minder
dunkelkupferfarben mit andersfarbigen Punkten versehen. Bei der genannten
Varietät sind die Punkte groß und blendend weiß, bei anderen rosenrot,
mehr zerstreut, bald ziemlich dicht über die Blattfläches verteilt. Bei
einer zweiten Art, _Bertolonia maculata Dc._ aus Brasilien, sind die
Blätter mit andersfarbigen Flecken versehen. Durch Bastardierungen hat man
nun eine große Anzahl von Formen gezüchtet, die sämtlich sehr effektvoll
sind. Wenn man _Bertolonien_ in Töpfen kultiviert, dann nehme man
möglichst kleine Töpfe und eine faserige Torferde, die mit
Holzkohlenbrocken gut gemischt ist, sorge auch für guten Wasserabfluß. Zum
Begießen verwende man nur reines Regenwasser.
[Illustration: Sonerila margaritacea]
Eine andere _Melastomatacee_ die man bei aufmerksamer Pflege im Zimmer
halten kann, ist _Cyanophyllum magnificum Linden_(46) aus Mexiko. Es gibt
wenige Pflanzen, welche auch auf den Gleichgültigsten einen so tiefen
Eindruck machen, wie diese Pflanze. Die großen Blätter, welche paarweise
zusammenstehen, sind oberseits prächtig metallisch glänzend, unterseits
dunkelblau- purpurn. In einem mäßig großen Glaskasten, in dem man für
beständig feuchte Luft sorgen kann, bringt man sie zur schönsten
Entwickelung. Endlich sind noch die kleinen _Sonerila_-Arten aus Ostindien
für kleine Glaskästen zu empfehlen, welche durch ihre reizenden bunten
Blätter und zugleich durch ihre eigentümlichen rosenroten Blüten den
Liebhaber erfreuen. Die bekannteren Arten sind _Sonerila __margaritacea__
Lindl._ mit dunkelgrünen, weiß punktierten Blättern und _Sonerila
Hendersoni hort. Angl._ mit unregelmäßig verteilten silbergrauen Flecken
auf den Blättern. Von den _Sonerilen_ hat man zahlreiche Bastarde gezogen,
welche teils durch die Blattfärbung, teils durch die Farbe und Größe der
Blüten von einander abweichen.