Die Frau: «Ich werde doch Glocken von einer Fliege unterscheiden können!
Ich höre keine Glocken. Das ist eine Fliege.»
«Das sind Glocken.»
«Wenn ich dir sage, das ist eine Fliege.»
«Herrgott, das sind Glocken. Das ist doch keine Fliege!»
«Das _ist_ eine Fliege!»
«Das sind _Glocken_!»
«Na, da bleib' bei deinem Glauben.»
«So etwas Dummes! Ich bin doch nicht verrückt. Natürlich sind das Glocken.
-- Ganz deutlich.»
«Eine Fliege ist es.»
«Wo ich genau die einzelnen Glocken heraushöre.»
«Was _du_ alles fertig bringst. -- Ich höre bloß eine Fliege. -- Warum
sollten denn jetzt die Glocken läuten?!»
«Ja, das möchte ich eben gerne wissen.»
«Du kannst dich drauf verlassen, das ist eine Fliege.»
Beide horchen.
Die Glocken haben aufgehört, zu summen.
Auch die Fliege läutet nicht mehr.
Der Mann denkt: Ekelhaft. So macht sie's immer. Bei jeder Gelegenheit. Da
ist einfach nichts zu wollen. Zum Auswachsen. -- Eine Fliege! Lachhaft. --
Aber da kann sie niemand davon abbringen. Sie bleibt bei ihrer Fliege. Es
ist eine Fliege. Und wenn die Glocken hier in der Stube vor ihrer Nase
läuteten, -- -- es ist eben eine Fliege. Albern. Wenn sie sich etwas
einbildet, bleibt sie dabei. -- Selbstredend waren es Glocken. -- -- -- Mir
einstreiten zu wollen, daß es eine Fliege war . . . .
Er schläft.
Die Frau denkt: Wenn es nicht zufällig mein Mann wäre, ich konnte ihn
ohrfeigen. Das Schaf. Immer recht haben. Immer recht haben. Muß er. -- Ich
höre deutlich die Fliege summen. Nein, es sind eben Glocken. -- -- Ich kann
sagen, was ich will: er bleibt bei seinen Glocken. -- Jetzt, um die Zeit
Glocken! -- -- -- So ein Schaf! -- -- -- Aber das ist jeden Tag so. -- --
-- Das Kamel . . . .
Sie schläft.
Sie träumt von einer Fliege, die hoch auf dem Kirchturme geläutet wird.
Der Mann träumt von Glocken, die ihm über das Gesicht krabbeln.
Ganz leise fängt die Fliege wieder an, zu summen.
Es klingt wie fernes Glockenläuten.