=Wachtmeister.=
Erst noch ein Gläschen, Kameraden! (Trinkt.)
Des Piccolomini hohe Gnaden!
=Marketenderin= (bringt eine Flasche).
Das kommt nicht aufs Kerbholz. Ich geb' es gern.
Gute Verrichtung, meine Herrn!
=Kürassiere.=
Der Wehrstand soll leben!
=Beide Jäger.=
Der Nährstand soll geben!
=Dragoner= und =Scharfschützen=.
Die Armee soll florieren!
=Trompeter= und =Wachtmeister=.
Und der Friedländer soll sie regieren!
=Zweiter Kürassier= (singt).
Wohl auf, Kameraden, aufs Pferd, aufs Pferd!
Ins Feld, in die Freiheit gezogen.
Im Felde, da ist der Mann noch was wert,
Da wird das Herz noch gewogen.
Da tritt kein anderer für ihn ein,
Auf sich selber steht er da ganz allein.
(Die Soldaten aus dem Hintergrunde haben sich während des Gesangs
herbeigezogen und machen den Chor.)
=Chor.=
Da tritt kein anderer für ihn ein,
Auf sich selber steht er da ganz allein.
=Dragoner.=
Aus der Welt die Freiheit verschwunden ist,
Man sieht nur Herren und Knechte;
Die Falschheit herrschet, die Hinterlist
Bei dem feigen Menschengeschlechte.
Der dem Tod ins Angesicht schauen kann,
Der Soldat allein ist der freie Mann.
=Chor.=
Der dem Tod ins Angesicht schauen kann,
Der Soldat allein ist der freie Mann.
=Erster Jäger.=
Des Lebens Ängsten, er wirft sie weg,
Hat nicht mehr zu fürchten, zu sorgen;
Er reitet dem Schicksal entgegen keck;
Trifft's heute nicht, trifft es doch morgen.
Und trifft es morgen, so lasset uns heut
Noch schlürfen die Neige der köstlichen Zeit.
=Chor.=
Und trifft es morgen, so lasset uns heut
Noch schlürfen die Neige der köstlichen Zeit.
(Die Gläser sind aufs neue gefüllt worden, sie stoßen an und trinken.)
=Wachtmeister.=
Von dem Himmel fällt ihm sein lustig Los,
Braucht's nicht mit Müh' zu erstreben;
Der Fröner, der sucht in der Erde Schoß,
Da meint er den Schatz zu erheben.
Er gräbt und schaufelt, so lang er lebt,
Und gräbt, bis er endlich sein Grab sich gräbt.
=Chor.=
Er gräbt und schaufelt, so lang er lebt,
Und gräbt, bis er endlich sein Grab sich gräbt.
=Erster Jäger.=
Der Reiter und sein geschwindes Roß,
Sie sind gefürchtete Gäste;
Es flimmern die Lampen im Hochzeitschloß,
Ungeladen kommt er zum Feste.
Er wirbt nicht lange, er zeiget nicht Gold,
Im Sturm erringt er den Minnesold.
=Chor.=
Er wirbt nicht lange, er zeiget nicht Gold,
Im Sturm erringt er den Minnesold.
=Zweiter Kürassier.=
Warum weint die Dirn und zergrämet sich schier?
Laß fahren dahin, laß fahren!
Er hat auf Erden kein bleibend Quartier,
Kann treue Lieb nicht bewahren.
Das rasche Schicksal, es treibt ihn fort,
Seine Ruhe läßt er an keinem Ort.
=Chor.=
Das rasche Schicksal, es treibt ihn fort,
Seine Ruhe läßt er an keinem Ort.
=Erster Jäger= (faßt die zwei Nächsten an der Hand; die übrigen ahmen
es nach, alle, welche gesprochen, bilden einen großen Halbkreis).
Drum frisch, Kameraden, den Rappen gezäumt,
Die Brust im Gefechte gelüftet!
Die Jugend brauset, das Leben schäumt,
Frisch auf! eh der Geist noch verdüftet.
Und setzet ihr nicht das Leben ein,
Nie wird euch das Leben gewonnen sein.
=Chor.=
Und setzet ihr nicht das Leben ein,
Nie wird euch das Leben gewonnen sein(1).
(Der Vorhang fällt, ehe der Chor ganz ausgesungen.)
(1) In einer Separatausgabe des Reiterlieds aus dem Jahre 1807
und im Taschenbuch für Damen findet sich noch folgende weitere,
unzweifelhaft von Schiller herrührende Strophe:
Auf des Degens Spitze die Welt jetzt liegt,
Drum froh, wer den Degen jetzt führet,
Und bleibt nur wacker zusammengefügt,
Ihr zwingt das Glück und regieret.
Es sitzt keine Krone so fest, so hoch,
Der mutige Springer erreicht sie doch.
=_Chor._=
Es sitzt keine Krone so fest, so hoch,
Der mutige Springer erreicht sie doch.
[ Im folgenden werden alle geänderten Textzeilen angeführt, wobei
jeweils zuerst die Zeile wie im Original, danach die geänderte Zeile
steht.
_Vorige. Zwei Jäger._ Dann _Marketenderin_. _Soldatenjungen_
_Vorige. Zwei Jäger._ Dann _Marketenderin_. _Soldatenjungen._
Wir ebenso gut seinen Namen führen
Wir ebenso gut seinen Namen führen.
Wieder ein Gebot ist: Du sollt nicht stehlen.
Wieder ein Gebot ist: Du sollst nicht stehlen.
]